Darum ist Donald Trump Präsident

3. Oktober 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

1950 hatten 9 von 10 amerikanischen Männern einen Job. Heute sind es nur 7 von 10. Das sind schätzungsweise etwa 15 Millionen erwachsene Männer, die im Internet rumspielen, anstatt Geld zu verdienen. Aber es kommt noch schlimmer…

Auch die Zusammensetzung der arbeitenden Bevölkerung hat sich geändert. Arbeitsplätze, von denen man leben kann, sind zurückgegangen; Teilzeit-Jobs im schlechtbezahlten Service-Bereich – Kellner, Barkeeper, Autowäscher usw. – sind gestiegen. Sogar im bislang florierenden Technologiesektor sind die Vollzeitstellen um 25 % gesunken. Unterdessen gibt es vier Millionen Barkeeper und andere Teilzeitkräfte mehr. Mit so viel Geld und Zeit, die der Wirtschaft entrissen wurden, ist es da wirklich ein Wunder, dass das Wirtschaftswachstum so armselig gewesen ist?

Die Zahlen des BIPs zeigen ein Wachstum an, das etwa halb so hoch ist wie in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren. Aber diese Zahlen wurden durch die Regierung verzerrt. Betrachten Sie stattdessen lieber die unverfälschten Umsatzzahlen. Dort sehen Sie die wahre Geschichte: Seit Anfang des 21. Jahrhunderts ist das tatsächliche Umsatzwachstum nur etwa ein Drittel so hoch wie das des vorigen Jahrhunderts.

So sieht es aus: Die Regierung mit ihrem Fake-Money, den künstlichen Zinssätzen, der fahrlässigen Kreditaufnahme, ihren stumpfsinnigen Zeitverschwendungen und dummen Einmischungen – hat die Wirtschaft gefesselt. Sie kann nicht steigen. Sie kann nicht fliegen. Sie kann kaum noch laufen! Ansonsten können Sie in den nächsten Jahren hilflos dabei zusehen, wie Ihr Vermögen dahinschmilzt, wie Eis in der Sonne.

Massen-Ablenkung

Das bringt uns zur Politik… Wenn die Politik schuld an diesem Sumpf ist, müssen wir darauf einen genaueren Blick werfen. Vielleicht könnte ein Reformer Änderungen vornehmen? Lassen Sie uns versuchen, eine weitere „Doktrin“ zu formulieren.

1. Reichtum entsteht durch freiwillige Win-Win-Transaktionen.

2. Aber die Regierung ist bewaffnet. Sie besteht auf unfreiwillige Win-Lose-Deals.

3. Alle Regierungen, egal, wie Sie sie nennen, werden von Insidern dominiert. Wenige nutzen viele aus. Sie finden Möglichkeiten, um mit Win-Lose-Deals auf Kosten aller anderen Profit zu machen.

4. Im Laufe der Zeit wachsen die Macht und der Reichtum der Insider (alias „Deep State“) mit dem Rest der Gesellschaft.

5. Mehr und mehr Win-Lose-Deals bedeuten weniger vorteilhafte Angebote. (Zeit und Ressourcen sind begrenzt.)

6. Weil die Macht und der Reichtum des „Deep State“ von diesen Win-Lose-Deals abhängen, und weil die Regierung von diesen Insidern kontrolliert wird, ist eine Reform sehr schwierig.

Die Leute schimpfen. Aber nur wenige verstehen, was vor sich geht. Stattdessen lassen sie sich leicht durch Debatten über Denkmäler… kniende Athleten… Rot gegen Blau… Promi-Nachrichtensprecher… und so weiter ablenken. Und darum ist Donald J. Trump der Präsident. Damit dieses System weiterhin funktioniert, muss jemand die Massen mit trivialen Zankereien ablenken, während die Insider sie bestehlen.

Wer zahlt für Trumps Steuerkürzung?
von Bill Bonner

Diese Woche begann eine weitere Schlacht, die bereits verloren ist. Nun marschierten die Republikaner und Donald J. Trump gegen das Steuersystem. Die Los Angeles Times berichtete:

Dem Plan der Republikaner zufolge wird es für viele Unternehmen und viele Amerikaner aus der Mittelklasse große Steuererleichterungen geben. Es soll statt sieben nur noch drei Steuerstufen geben, und die Sonderausgaben-Pauschale würde sich fast verdoppeln.

„Dies ist eine einmalige Gelegenheit, dem amerikanischen Volk eine historische Steuererleichterung zu bieten“, sagte Präsident Trump, als er während einer Rede in Indianapolis den Plan vorstellte.

„Darauf habe ich lange gewartet.“ […] „Mein Plan ist für die arbeitende Bevölkerung und für Jobs“, sagte er vor seiner Abreise in Washington. „Ich denke, für reiche Menschen hat er kaum Nutzen.“

Ein Milliardär im Bordell

Durch Steuersenkungen behalten die Menschen mehr von dem Geld, das sie verdient haben. Dann geben sie es aus… investieren es… ihre Gärten blühen… und ihre Gebäude wachsen. Steuersenkungen sollten immer eine gute Sache sein. Mehr Win-Win; weniger Win-Lose. Aber Moment… Es gibt einen Haken.

Wenn die Regierung ihre Ausgaben nicht zusammen mit den Steuern kürzt, muss das Geld irgendwo herkommen. Aller Reichtum entstammt letztlich Win-Win-Deals auf der Main Street. Und alle Steuern wandern von Leuten, die es verdient haben, zu Leuten, die es nicht verdient haben. Aus der Vogelperspektive ist es nur eine Frage der Details, wer… wie… und wann zahlt.

Ein aufgeweckter Leser findet es schnell heraus: Der „Deep State“ – wie ein Milliardär in einem Bordell – bekommt, was er will… und wann, wo und wie er es will. Daher wird es niedrigere Steuern für diejenigen geben, die bessere Verbindungen haben.

Da die unbeständige Regierung es nicht geschafft hat, die medizinischen Ausgaben oder die Kosten ihres Imperiums unter Kontrolle zu kriegen, ist die Steuersenkung jetzt nur ein weiterer fauler Zauber. Egal, wie die Details aussehen werden, die Wähler werden mehr von ihrem Reichtum an ihre elitären Meister abgeben müssen.

Und die Nation wird ein wenig näher an den Bankrott rutschen…

Der Milliardär im Bordell bekommt, was er möchte – oder auch nicht. Jedenfalls gibt er sein eigenes Geld aus. Nicht so die „Deep State“-Insider. Sie geben das Geld anderer Leute aus.

Frühe Schätzungen besagen, dass der Steuerplan zu etwa 2,5 Billionen Dollar Umsatzeinbußen führen wird. Aber wenn die Kameras auf ein anderes Theater des Weißen Hauses gerichtet sind… und die Schlagzeilen sich auf eine neue alberne Krise konzentrieren, werden die „Deep State“-Lobbyisten – die die Details kontrollieren – ihre Stifte zücken. Sie werden dafür sorgen, dass ihre Lieblings-Schlupflöcher unberührt bleiben. Und sie werden auch ein paar neue auftun.

Die wirklichen Steuer-Kosten werden bei 4 oder 5 Billionen Dollar liegen. Das heißt, selbst wenn die Reform beschlossen wird – was unwahrscheinlich ist – wird es gar keine Reform sein. Nur noch mehr Win-Lose-Deals auf Kosten der Öffentlichkeit. Früher oder später kommt der Herbst und alles ändert sich – der Milliardär… der Bullenmarkt… das Imperium… und das Bordell. Der Frost findet den Kürbis… und der Traum wird zum Albtraum.
Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

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