Darum hat Donald Trump die Fähigkeit, Präsident zu werden!

16. Dezember 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Armer Donald Trump. Alle sind gegen ihn. Jeb Bush sagt, er sei „verstört“… Chris Christie sagt, er habe „keine Ahnung, wovon er redet“…John Kasich wirft ihm „unfassbare Uneinigkeit“ vor… und Marco Rubio beschreibt ihn als „beleidigend und absonderlich“…

Und das sind nur seine republikanischen Kollegen! „Verwerflich… voreingenommen“, fügt Hillary Clinton noch hinzu. Um noch einen draufzusetzen, sagt Martin O’Malley, Trump sei ein „faschistischer Volksverhetzer“. Und nun meine Frage: Kann ein Mann, der solche Feinde hat, wirklich so schlecht sein?

Verrückte Neigungen

Donald Trump schaffte es vor kurzem, den Zorn, Ärger und Verachtung des gesamten Mainstream-Politikapparates auf sich zu ziehen. Er fordert eine „völlige und absolute Einreisesperre für Muslime in die Vereinigten Staaten“.

Die meisten Kommentatoren verurteilten ihn und stellten heraus, dass solch eine Sperre verfassungswidrig sei und völlig gegen die Prinzipien stünde, auf denen die Nation gegründet wurde.

Doch mit dem reinen Geist des Unheils (ein drohender Milliardär qualifiziert sich kaum noch für meine übliche Unterstützung der Starrköpfe, hoffnungslosen Fälle und Underdogs) eile ich nun zur Verteidigung von „The Donald“.

Ja, sein Vorschlag ist rücksichtslos, dumm, nicht ausführbar, unfair und unamerikanisch. Doch möglicherweise ist er nicht unbeliebt. Man sollte dem Mann Wohlwollen zukommen lassen. Er kandidiert als Präsident. Um zu gewinnen, braucht er die Stimmen von Menschen, die mindestens so einfältig und verbohrt sind wie er selber.

In dieser Hinsicht (und das ist wohl vermutlich auch die einzige) war sein Vorschlag also möglicherweise gar keine so schlechte Idee. Auch disqualifizieren absurde und abscheuliche Vorschläge einen kaum für das Weiße Haus.

Darum hat Donald Trump die Fähigkeit, Präsident zu werden!

Einige unserer „besten“ Präsidenten – zumindest laut den Historikern und der Allgemeinheit – waren die, welche die verrücktesten Dinge getan haben… Dinge, die im absoluten Wiederspruch zur Verfassung, dem Geist von Liberalität und ihren eigenen politischen Zielen standen.

Präsident Lincoln erzählte der Menge in Gettysburg, dass der Krieg gegen den Süden in Einklang mit der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung stünde, die klar die Rechte der Menschen geltend macht, ihre eigene Regierung zu wählen.

Der Krieg würde bestimmen, so sagte er, ob „diese Nation oder jede andere Nation, die so durchdacht und engagiert ist, lange Bestand haben kann.“ Die Antwort war „nein“. Und er hat sich dessen vergewissert.

Präsident Wilson hat es ähnlich angestellt – er ist in mehr Länder einmarschiert, als jeder andere Präsident… während er das Recht zur Selbstbestimmung proklamierte.

Wilson fand Wahlen ja gut, solange man „gute Männer“ wählt. Wenn er die gewählten nicht mochte… schickte er seine Truppen. Gemessen an den Standards, die Lincoln und Wilson gesetzt haben, hat Donald Trump die Fähigkeit, einer unserer größten Präsidenten zu werden.

Das haben Donald Trump und Marine Le Pen gemeinsam

von Bill Bonner

Paris bereitet sich auf Weihnachten vor. Girlanden, Lichterketten, Sterne – die Stadt ist für die Feiertage geschmückt. Eines der schönen Dinge an Europa ist, dass die Jahreszeiten hier sehr ausgeprägt sind, zumindest im Vergleich zu Baltimore. Die Tage im Sommer sind länger. Im Winter ist es dunkel, schon lange vor der Cocktailstunde.

Wenn Weihnachten heranrückt, versammeln sich die Menschen in den Bars und Cafés der Nachbarschaft, die hell erleuchtet sind…fröhlich und heiter. Erst neulich saß ich in einem Café, genoss das freundliche Stimmengewirr und wartete darauf, dass mein Telefon klingelt. Aber es kam kein Anruf von Donald Trump, um mir dafür zu danken, dass ich ihn in meinem letzten Text unterstützt habe.

Zu schade. Ich hätte ihm auch meinen Wahlspruch anzubieten (wenn ich mal den Verstand verliere und beschließe ein öffentliches Amt anzustreben): Zu reich zum Stehlen… zu dumm zum Lügen.

Und nach meiner letzten Darstellung von Trump, schrieben mir die Leser, dass ich wohl an einem mentalen Defekt leiden muss. Die eine Hälfte war aufgebracht, weil sie dachten, dass ich mit Trump übereinstimme. Die andere Hälfte war es, weil sie dachten, dass ich das nicht tue. Die dritte Gruppe war nur wütend. Und wer weiß? Vielleicht haben sie alle Recht.

Doch man muss dem Mann eines zu Gute halten. In diesen Zeiten des Geschwafels, Wahlstimmen-Beobachtung, Bestechungen und der Politiker, die nur abwägen… hat er alleine keine Angst, eine Position zu beziehen, die ihn als einen kantigen, aufrechten Trottel kennzeichnet. Ist das der Grund, dass er der Spitzenkandidat der Republikaner ist?

Ach, dieses Trump-Phänomen ist es wert, näher betrachtet zu werden.

Sozialistisches Geschwätz

Frankreich hat seinen eigenen Trump. Mehr aufpoliert. Besser aussehend. Nicht so reich. Marine Le Pen war die große Gewinnerin der regionalen Wahlen in Frankreich. Ihre Partei, die Front National, hat das Feld angeführt.

Wie bei Trump, ist es Le Pens Standpunkt, Frankreich wieder stark zu machen… indem man Ausländer draußen hält.

In ganz Paris sind ihre Wahlplakate zu sehen. Sie zeigen zwei Frauen. Die eine wirkt ziemlich französisch. Die andere trägt eine schwarze Burka, in der nur ihre Augen zu sehen sind. „Wen wollen Sie lieber als Nachbar?“, lautet die Schlagzeile.

Das Establishment ist alarmiert. Es ist eine „gefährliche und kontroverse Bewegung“, sagte die Financial Times. Sie fährt fort: „ausländerfeindlich in derbster Weise“. Die allgemein anerkannten Parteien „müssen schnell handeln“ um die drohende Richtung „weit rechts“ abzuwenden.

Kritiker lassen verlauten, Le Pens Programm würde die Europäische Union unterminieren… es killt den Euro… es würde die Wirtschaft in eine Rezession treiben!

Und vermutlich haben sie Recht.

Weder Trump noch Le Pen scheren sich genug um die Wirtschaft, um wirklich herauszufinden, wie sie funktioniert. Ihre Vorhaben – so weit, wie ich das ausmachen kann – sind typisches sozialistisches Gewäsch.

Und doch…. Le Pen und Trump haben etwas gemeinsam, das für sie spricht: Sie sind nicht Hillary Clinton, Jeb Bush oder Francois Hollande!

Sie sind nicht das Establishment. Sie sind (soweit ich weiß) nicht gebunden an die Elite, die Adelsons, an die Ölindustrie oder Goldman Sachs. Auch haben weder die Cronies, noch die Zombies sie komplett in der Hand.

Außerdem haben sie sich die Verachtung der New York Times, der Financial Times, Le Monde und dem Wall Street Journal verdient, sie können also nicht ganz schlecht sein.

Die Anziehungskraft von Trump und Le Pen liegt nicht in dem, was sie sind, sondern in dem was sie nicht sind.

Sie sind keine Mitglieder der politischen Elite. Und tief im Inneren weiß die Gesellschaft, dass etwas schief läuft. Die Öffentlichkeit weiß, dass das Spiel gegen sie läuft und dass es Risse gibt…

… und für Trump und Le Pen sieht es aus, als müssten sie die Dinge zu Recht rücken.
Quelle: Kapitalschutz Akte
Darum hat Donald Trump die Fähigkeit, Präsident zu werden! (von Bill Bonner)
Das haben Donald Trump und Marine Le Pen gemeinsam (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

5 Kommentare auf "Darum hat Donald Trump die Fähigkeit, Präsident zu werden!"

  1. cubus53 sagt:

    Ich habe die Nase voll der aktuellen Politik in USA, Deutschland oder der EU. Denn diese politischen Kräfte arbeiten nur für das Wohl der Lobby, nicht für das Wohl des Volkes, nicht für Menschenrechte, nicht für den Schutz der Umwelt.

    Diese Politiker kommen mir vor wie der Hofstaat von Versailles, nur mit sich selbst beschäftigt, fern ab jeder Realität. Das Volk stört nur, bestes Beispiel aktuell ist wohl TTIP.

    Ob Leute wie Trump oder Le Pen besser sind ? ich weiss es nicht. Zumindest zeigt sich an diesen beiden, dass die politische Kaste inklusive ihrer Helfershelfer – den Medien, gerade an die Wand fährt.

  2. UnbestätigteQuelle sagt:

    Allein der Fakt, dass alles was im Mainstream „Rang und Namen“ hat, unisono gegen Trump und die anderen anschreibt, bestätigt, dass diese nicht agendakonform sind. Das kann „die Elite“ gar nicht vertragen. Es widerspricht dem TINA-Prinzip, auf das die Agenda und ihre Umsetzer, gell Frau Merkel, ja angewiesen sind. Bezeichnend ist ja auch, wie plötzlich wieder die Verfassung bemüht wird, die man sonst ständig, je nach Agenda-Opportunität, mit Füssen tritt. Das Risiko, das eine Wahl von Trump, Le Pen oder anderen „Alternativen“ birgt, nämlich ein patriotisches Abgleiten nach „rechts“, wiegt die Risiken der Eliten-Agenda, die wir täglich und immer hautnaher erleben dürfen, mehr als auf. Die Wähler sollten diese Risiken eingehen, bevor alles zu spät ist. Sie merken das und sind zunehmend dazu bereit, damit sie endlich und vielleicht „last minute“ aus der Alternativlosigkeit herausfinden. Frage ist, was lässt „man“ sich einfallen, dass es gar nicht erst soweit kommt? Vermutlich kommt da noch was, wenn die Mainstream-Propaganda nichts gebracht hat.

  3. astroman sagt:

    Trump und Le Pen sind sicherlich gefährlich, aber letztlich auch nicht schlimmer als die aktuellen Kräfte, die am Werk sind. Aktuell ist es die schleichende Zerstörung. Mit Typen wie Trump und Le Pen kommt Action in die Bude und es läuft auf schnelle Zerstörung hinaus.

    Obwohl mir an sich solche Personen wie Trump und Le Pen im Normalfall zuwider sind, merke ich auch, dass ich mit heimlicher und rein emotional begründeter Sympathie reagiere, weil sie wie oben beschrieben eben nicht die verfilzten Cronies sind.

    Am meisten geht mir an unseren Politikern auf den Senkel, dass sie schlechte Produkte mit schlechtem Marketing sind. „Merkel – Wir schaffen das.“ Merkel ist die Marke. „Wir schaffen das!“ der aktuelle Claim. Ist so ähnlich wie Bob der Baumeister, nur dass „Bob der Baumeister – Ja wir schaffen das.“ Spaß macht.

    Die oberen Etage der Politiker sind gefühlt mit sich selbst und ihren Strukturen beschäftigt und können und/oder wollen nicht. Visionen und aufrechtes, parteiübergreifendes Handeln für das Volk sind da Fehlanzeige. Wir haben eine Menge struktureller Probleme. Wirtschaftliche Stagnation, Ausblick auf massive Probleme der Rentenfinanzierung aufgrund der soziodemographischen Entwicklung, gleichzeitig Zerstörung der Möglichkeiten zur privaten Altersvorsorge. Statt dessen bekommen wir völlig ungesteuerte Immigration, QE mit Zerstörung unserer Währung durch Schlitzohren und „Wir schaffen das.“-Sprüche.

    Ich würde Trump und Le Pen nicht wählen, kann es als emotionalen Reflex aber sehr gut nachvollziehen.

    Im Endeffekt brauchen wir da oben mal ne ordentliche Darmspülung und wirklich frische Leute. Freiwillig und auch durch Wahlen wird das aber sicherlich nicht passieren. Deswegen läuft es auf die geschichtlich sich wiederholende kreative Zerstörung heraus. Schade. Aber scheint ein Naturgesetz zu sein.

  4. paulepanter sagt:

    Wenn ich mir die Alternativen zur Präsidentschaft USA ansehe…. Für die Präsidentschaft sind vom Kandidaten mindestens 200 Mio. Dollar einzubringen, da ist Trump nicht auf Wirtschafts- und Waffenlobby als Unterstützung angewiesen, sagt was er sagen will. Ist nicht gerade intelligent und voranbringend, hat jede Menge Fettnäpfchen dabei. Er attackiert Merkel & Co. sowie Europapolitik. Das könnte eine „lustige Caos- Zusammenarbeit“ werden.

  5. Helmut Pirkl sagt:

    Donald Trump und Marine Le Pen haben das Zeug dazu, nicht nur Europa, sondern die ganze soziale Welt zu verändern.

    Bei Trump bin ich mir nicht so sicher, ob der überhaupt die Macht will, sondern nur sich selbst bestätigen. Sollte dies nicht der Fall sein, so muss er damit rechnen verunfallt oder sonst wie mit Gewalt daran gehindert zu werden. Jedenfalls spricht schon jetzt alles dafür. Aber bis hin zum Präsidentenamt gibt es noch eine Menge andere Möglichkeiten, ihn vor der Übernahme des Amtes zu bewahren.

    Le Penn dagegen ist eine Vollblutpolitikerin. Sie wird um das Amt kämpfen und hoffentlich 2017 Präsidentin Frankreichs werden.

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