Danke für den Tipp, Helicopter-Ben!

30. September 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Manfred Gburek

In den vergangenen Tagen haben die meisten Anleger vor lauter europäischem Rettungsschirm-Gedöns kaum beachtet, dass Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed, zuvor einige bemerkenswerte Sätze von sich gegeben hatte. Er sprach von nationaler Krise, hohen Abwärtsrisiken bei der kommenden Konjunkturentwicklung, Spannungen an den internationalen Finanzmärkten und toppte seine Ausführungen mit der Warnung: „Wir wollen keine Deflation.“…

Nichts Neues, könnte man meinen. Doch die Schärfe seiner Aussagen lässt ahnen, dass etwas im Busch ist. Aber was? Eine unkonventionelle Geldpolitik, deuten Auguren, die dem Fed-Chef nahe stehen. Also noch unkonventioneller als ohnehin schon. Und wieder drängt sich die Metapher von Helicopter-Ben auf, von dem für die US-Geldpolitik entscheidenden Mann, der – symbolisch formuliert – Geld so lange aus dem Hubschrauber wirft, bis die ganze Welt damit zugedeckt ist. Die ganze Welt und nicht nur die USA, weil die Währungen Europas, Asiens und der anderen Kontinente eng mit dem Dollar verknüpft sind. Man denke nur an China, den größten externen Gläubiger der USA.

Wie reimen sich Bernankes scharfe Worte damit, dass fast zur selben Zeit der Goldpreis verrückt gespielt hat? Die folgende doppelte Antwort überzeugt am meisten: Zum einen ist in den vergangenen Wochen aus verschiedenen Gründen die Dollar-Nachfrage seitens einiger internationaler Konzerne und Großbanken gestiegen, sodass die Verfechter der These „starker Dollar gleich schwaches Gold“ für kurze Zeit Oberwasser erhalten haben. Zum anderen – und viel gravierender – sind die Entscheidungen der Terminbörse CME in Chicago und der Edelmetallbörse in Shanghai, die Einschüsse für Gold- und Silberkontrakte zu erhöhen. Das zieht für kurze Zeit Liquidität von den Edelmetallmärkten ab und hat sich an einigen Tagen indirekt sogar bis zu größeren Verkaufsaufträgen des SPDR Gold Trust ausgewirkt, des größten börsengehandelten Goldfonds.

Im Übrigen macht an den Börsen ein Argument die Runde, wonach die starken Ausschläge des Goldpreises angeblich die Funktion des Edelmetalls als sicherer Hafen in Frage stellen. Zugegeben, für Anleger, die alles auf dieser Welt in Dollar, Euro oder in einer sonstigen Währung messen, mag dieses Argument plausibel sein. Doch so wie die Erde sich seit Jahrtausenden um die Sonne dreht (und nicht umgekehrt), so drehen sich ebenso lange alle bisherigen Währungen der Welt – mit Ausnahme der Goldwährung – um das Edelmetall.

Dennoch sind die zuletzt stärkeren Schwankungen des Goldpreises eine weitere Überlegung wert. Denn sie haben den Volatilitätsindex des Edelmetalls zum ersten Mal seit 2008 erheblich steigen lassen, wenngleich nicht ganz so hoch wie damals. Das heißt, dass diejenigen Anleger, die alles in ihrer Währung messen, es mit der Angst zu tun bekommen und ihr Gold verkauft haben. Darauf kann man nur den Spruch loslassen: Und das ist auch gut so. Solche Anleger werden nämlich in Zukunft dem Goldpreis hinterherlaufen, sobald dieser neue Höhen erklimmt. Dass er sie erklimmen wird, liegt auf der Hand: Onkel Ben wird mit seinem Helicopter schon dafür sorgen, und die Unterstützung seitens der Europäischen Zentralbank ist ihm sicher.

Nun noch zu einem anderen Thema, das schon vor Wochen in die Schlagzeilen geriet und danach ein weiteres Mal hochkochte, nachdem einige Opfer der Lehman-Pleite vor Gericht abgeblitzt waren. Zunächst stellte der dem Verbraucherschutz verpflichtete Bundesverband vzbv lapidar fest: „Zwei von drei Banken und Sparkassen missachten gegenüber ihren Kunden die Pflicht zur Offenlegung von Provisionen.“ Danach machten die Ergebnisse einer Umfrage der Researchfirma TNS stutzig. Der zufolge vertrauen nur noch 13 Prozent der deutschen Anleger ihren Finanzberatern, Tendenz fallend. (Seite 2)

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6 Kommentare auf "Danke für den Tipp, Helicopter-Ben!"

  1. matt06 sagt:

    Na dann mal weiter zur Altpapierannahmestelle,ach ja ,sollte jemand morgens vor seiner Haustür ein paar Scheinchen finden war er wieder da!Auch seine neue“Zweigstelle“ in Europa wird ihr bestes geben,also…..immer schön brav umtauschen gehen.L.G.Matt06

  2. FDominicus sagt:

    Wäre möglich. Aber still und heimlich und noch unbeachtet hat sich die Inflation in Deutschland auf 3% herauf gearbeitet was immerhin schon 50% mehr ist als die EZB „zugesteht“. Bei irgendwas um 1.75 % Zinsen, dürfte es auch wenn es im Gold nicht mehr so aufwärts geht allemal besser sein als speziell in US-$ zu gehen. Mal sehen wann die Inflation über 4% landet. Sollte nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Frage ist halt wann fällt das Schneeballsystem in sich zusammen?

  3. holger sagt:

    Moinsen Herr Gburek

    Meinen Sie, dass der Onkel Ben seine Rotoren anwirft? Der hätte es ja vor ca. 4 Jahren machen sollen. Und zwar dann richtig. Ich weiß ja, dass Benni unbedingt ne Inflation möchte. Aber ich befürchte, dass das Dingen auch in die Hose geht. Man sollte sich einfach nur darum bemühen, sämtliche Ausbildung und Stand der Kenntnisse dieser Protagonisten, einfach zu ignorieren. Natürlich kann man sagen, der hat doch aber da und da studiert usw. Klar gar kein Thema. Ist aber ungefähr das Gleiche, wie einem Beinamputierten (beide) Socken zu schenken. Wissen Sie, na klar… die größten Hornochsen werden aus dem Weg befördert. Benni hat doch in diesem Club nix zu sagen. Er ist doch nur der, der repräsentieren darf, und ab und zu sich mal grillen lassen muss. Dafür bekommt er unlimitierte Geldkarten und darf sein Leben lang für umsonst Shopping machen. Sie könnten auch einen Brüderle da oben hinsetzen. Oder den mächtigsten Hosenanzug der Galaxie. Es würde sich nix ändern. Das sind studierte Leute. Grausam würde es erst richtig werden, wenn einer aus der Österreichischen Hayekschen Knappschaft dort sitzen würde.

    Sehen Sie es doch einfach mal so: Der Wert einer Papierwährung fällt mit dem geistigen Wert der Gesellschaft (Ansehen), die diese Papierwährung nutzt. Und ob man mir es glauben möchte oder nicht, Geld hat einen Charakter und zwar den Charakter des Users. Ich weiß nicht, ob es darüber schon Studien gibt. Vermutlich wohl nicht. Den Dollar den die Chinesen halten, ist ein anderer Dollar, als ein Dollar in den USA. Genauso hält es sich auch mit den Euronen. Finnische Euronen sind keine Hellas Euronen und umgedreht. Auch das geliebte heilige Güldene verhält sich so. Und das komische daran ist, man braucht Licht dafür, um Währungen zu erkennen, sofern man das Augenlicht noch hat. Nur mal nebenbei: Schauen Sie sich mal die Natur an, welche „Farbe“ ist im Überfluss vorhanden? Richtig… Green

    Sie werden genau so sehen, dass Geld, egal in welcher Form, überall auf der Welt einen anderen „Wert“ besitzt. Auch hier möchte ich noch mal auf die Bedürfnis Pyramide Maslow verweisen. In der Sahara einen anderen Wert, als im Regenwald. Am Äquator einen anderen Wert, als an den Polkappen. Wir sollten viel mehr über den Charakter des Geldes nachdenken, als über die Preise, die davon ausgehen. Noch mag es so aussehen, dass Benni irgendetwas regeln könnte. Aber der Schein trügt womöglich. Denn Benni sitz so tief in der Merde, tiefer kann man nicht mehr sitzen. Denn das Schicksal des grünen USD bestimmt die Natur, das Wetter, Umweltkatastrophen, Sonnenschein, Regen, Tag und Nacht. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Benni das weltweit kontrollieren kann. Eigentlich kann man sagen, er hat den dümmsten Job den die Erde bieten kann. In meinen Augen ein ganz armes Schwein.

    Und je mehr ich darüber nachdenke, desto lustiger wird das Bild was ich vor Augen habe. In Geld egal welcher Form, steckt viel mehr drin, als der Preis. Ich brauche das Licht (früher Sonne bzw. Feuer… Zeiten ohne Glühbirne und Strom) um es zu erkennen. In einer Dunkelkammer ist es schwieriger. Deswegen auch wohl die „Farben“ oder Vergleiche Sonne=Gold Silber=Mond. Am besten Vollmond bei klarem Himmel. Und nun kommt es… Computer brauchen kein Licht. Übertrieben gesagt, die Daten sind Licht. Wasserstofffrequenzen. Vermutlich passt es daher nicht mehr zusammen. Computer kennen keine Jahreszeiten. Keine Sonne und keinen Mond. Kein Hochdruck und Tiefdruck Gebiet. Dh der Computer schließt die Natur aus. Und wer die Natur exkludiert, exkludiert sich früher oder später da selbst. In dem man den technischen Handel bevorzugt exkludiert man den handelnden, reagierenden Menschen. Man ignoriert die natürlichen Gegebenheiten vor Ort, und somit auch die Natur. Dadurch wird das Geld auf seinen inneren Wert gestutzt, dessen Farbe in einer Dunkelkammer nicht erkennbar ist.

    Ich sage jetzt schon mal „sorry“ für die Länge des Textes, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass wir einfach nur die Pflanzen angemessen giessen müssen, um später evtl. Tomaten zu ernten. Auch wenn manche Dinge Nachtschattengewächse sind. Technokratisch ala Keynes oder Hayek oder I=S oder wie immer sie auch heissen mögen, werden wir oder besser gesagt bestimmte Generationen immer wieder in die Merde gezogen. Mit Papier und/oder Gold oder Muscheln oder Sandkörner oder was auch immer.

    Und da wo ich wohne bei diesem Wetter, die über 30 Meter hohe Rotbuche im Rücken wo tausende von Eckern rum liegen, wo die Vögel rumpiepen, der Igel hustet und so ein komischer Maulwurf sein „Unwesen“ treibt, die Tomaten in ihren letzten Zügen sind, die Natur sich auf den Winter vorbereitet, wo eine Hand die andere wäscht… meinetwegen kann der Dooms-Day kommen. Vermutlich ist es mal wieder der 24.12.

    LG wiadG

    • crunchy sagt:

      Alles klar, alles Natur pur:
      Nur: wielange stand fest, dass sich die Sonne um die Erde dreht?
      Wer es anzweifelte, handelte gegen den Trend!
      Never forget: the trend is your friend.
      Nicht, was du glaubst und sich später als richtig erweist,
      macht Geld, sondern du must es auch exakt timen.
      Viel Erfolg in dieser irren, rationalen und volatilen Welt!

      Ein Rat zum Schluss:
      Kurz und gut ist auch nicht schlecht.

  4. Silberdax sagt:

    Die Bestellungen für die nächste Ladung Silber zum „Benny-Freundschaftspreis“ sind bei 25,00 Euro pro Ünzchen schon aufgegeben – bleibt abzuwarten, bis wann und ob überhaupt noch in diesem jahr geliefert wird – wenn nicht, auch egal – weil dann das weisse und gelbe Metall anfängt richtig abzuheben – dann ändern sich die „HeliBenjaminshalom-Luft-Preise“ , die niederfallen sollten aber sich völlig schwerelos in Richtung Mars aufmachen. Wer weiss, vielleicht verlässt der eine oder andere Metallpreis ohne Benny zu fragen sogar die eine oder andere Galaxie… insofern:
    Yes, you can – go forward, Mr. Moneyprinter.
    Und vielen Dank auch.

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