Cryptoland – Veritaseum, ein erster kurzer Rückblick

20. Juni 2017 | Kategorie: RottMeyer

Vor einem Monat befragten wir Reggie Middleton zum damals bevorstehenden Initial Coin Offering seines Unternehmens Veritaseum. Mittlerweile wurde die Platzierung durchgeführt und der VERI wird aktiv gehandelt. Wie ist der Start verlaufen?

Mitte Mai 2017 interviewten wir Reggie Middleton (Interview auf deutsch, auf englisch). Beide Artikel werden immer noch regelmäßig angeklickt, dabei hat – für uns als deutschsprachiges Blog – der englischsprachige die Nase vorn. Das mag am in Deutschland immer noch mäßigen Interesse an ICOs und Cryptos liegen. Das meinen wir wertfrei, denn mit allzu viel Euphorie haben deutsche Anleger allein in den letzten 20 Jahren so ihre Erfahrungen gemacht, man denke nur an Dinge wie das „Kursziel Dausend“ oder den Einbruch des DAX um 75% zur Jahrtausendwende.

Wie so oft ist nicht alles Gold was glänzt und nicht alles Schrott, was niemand bewirbt. Gerade bei den Initial Coin Offerings ist Vorsicht geboten, denn viele Verkäufer haben außer einem netten Foto und einer WordPress-Seite mit sich bewegenden Graphen nicht viel zu bieten. Manche haben aber durchaus eine Idee und andere sogar einen Plan.

Auch mit Plan kann man scheitern, vollkommen überbewertete tokens platzieren und anderweitig das Geld vernichten. Aber mit Plan geschieht dies in der Regel seltener als ohne.

Nun machen wir an dieser Stelle keine Werbung für bestimmte Anlagen, das wäre schon aus rechtlichen Gründen zu lästig, und daher muss sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Wir beobachten aber die Märkte und dazu gehört aktuell auch der Markt für tokens. Wer ein Interesse an Finanzmärkten hat, stößt daher schnell auf Middletons Unternehmen.

Für diejenigen, die am ICO teilgenommen haben, ist der bisherige Verlauf erfreulich. Im Rahmen des Offerings gingen die VERIs für 1/33 Ether (sprich 0,03 VERI pro Ether) über den Ladentisch. Mittlerweile liegen die gehandelten Preise – die stark schwanken – gut zehnmal so hoch. In Dollar gerechnet ergibt sich durch den gleichzeitigen Anstieg des Ether gar eine Steigerung um rund das Zwanzigfache, aber diese weitere Verdopplung geht natürlich auf das Konto des Ether. Weh tut sie trotzdem nicht.

Hier ein Blick auf den Stand der Dinge am 19. Juni am Handelsplatz EtherdeltaEs hat sich ein kleiner Markt mit einer gewissen Markttiefe und einer entsprechenden Preisfindung entwickelt. Diese Markttiefe sollte derzeit noch niemand überschätzen. Für große Orders wird man wohl den Handel an einer der größeren Handelsplätze abwarten müssen.

Die noch vor einigen Wochen im Tiefschlaf befindliche Börse wurde de facto reanimiert. Mittlerweile werden auch andere tokens wieder etwas aktiver gehandelt, darunter etwa Etheroll (DICE), das token eines Online Casinos.

Bei aller Freude über die Entwicklung vieler tokens wird die wichtige Frage der nächsten Zeit sein, wie man langfristig die Spreu vom Weizen trennen kann. Im Grunde ist dies ein mit jedem Hype und der darauf folgenden Ernüchterung ein wiederkehrendes Thema. Wie aber bewertet man überhaupt ein digitales token? 

Auf der Seite von Veritaseum können Interessierte ein 20-seitiges pdf-Dokument mit der Analyse des GNOSIS herunterladen.

Ob man mit der Analyse übereinstimmt oder nicht ist nicht ausschlaggebend. Aufschlussreich ist aber, welche Fragen man stellen sollte und wie man ein token abseits von Hoffnung und Visionen auf seinen Gegenwert herunterbrechen kann.

Da Veritaseum einen interessanten Ansatz zur Abschaffung der Intermediäre an den Finanzmärkten verfolgt werden wir die Entwicklung des Unternehmen weiterverfolgen. Die Disintermediation (nicht nur) der Finanzmärkte ist ein Zukunfsthema, das weit über die gehypten Themen wie „Robo-Advisor“ oder ähnliches der alten Welt sehr nahe stehendes hinausgeht. Wir sind gespannt, wer diese Welt gestalten wird und wer sich der Veränderung in den Weg wirft.

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Ein Kommentar auf "Cryptoland – Veritaseum, ein erster kurzer Rückblick"

  1. Aristide sagt:

    Ja, ein sehr spannendes Thema. Ich muss gestehen, dass ich mich nicht für eine der „Kryptowährungen“ aka „Tokens“ erwärmen kann und bevorzuge daher Tulpenzwiebeln. Egal wie sich ihr Wert entwickelt, solange die Wühlmäuse nicht allzu sehr wüten, gibt es im Frühjahr zumindest bezaubernde Blüten. 😉

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