Crashmonat (noch) ohne Crash

8. Oktober 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Wer stur behauptet, die Börsen könnten auch mal fallen, der macht sich doch angesichts der längsten Börsenparty aller Zeiten ziemlich lächerlich. Selbst Crash-Propheten kommen derzeit vor Daueroptimismus kaum in den Schlaf…

Wäre es dennoch und gerade in einer solchen Phase verwunderlich, wenn das alte und auch klügere Geld seine Papiere dem jüngeren und dümmeren Geld verkauft?

Was jetzt noch fehlt, wären wertvolle Tipps für Kevin und Chantalle in einer großen Zeitung, wie sie schnell noch zu den „Volksmillionen“ kommen könnten. Achten Sie deshalb auf die Titelblätter!

Dennoch ist erstaunlich, dass der DAX zwar 50 Prozent über seinem alten Hoch notiert, die Hälfte seiner Aktien aber weit unten ihren alten Höchstständen. Das liegt daran, dass der Performance-DAX im Mittelpunkt steht, also der „falsche DAX“, wo die Dividenden nicht herausgerechnet werden – im Gegensatz zum Kurs-DAX. In den USA sind die Indizes echt. Geschenkt! So fühlt es sich höher und besser an.

Nüchtern betrachtet, fehlt dem Kurs-DAX noch etwas für einen echten neuen Höchststand und er hängt den US-Brüdern noch meilenweit hinterher. Das aber macht ihn ja angeblich so alternativlos billig, sagen ganz schlaue Leute. Egal, man soll die Börsenfeste feiern, wie die fallen, Pardon, steigen.

Gesunder Menschenverstand ist derzeit untauglich, denn was könnte die Börsen stören? Nichts! Ob Zinswende, Katalonien, Jamaika, Nordkorea, Trump oder Brexit – möglicher Ärger ist in den Kursen schon drin. Eigentlich kann es nur noch besser werden, obwohl der US-Aktienmarkt noch nie so teuer war und der Optimismus der Investoren selten größer.

Vielleicht steht dennoch ein rosa Elefant im Porzellanladen, den man durch eine rosa Brille nur schwer erkennt. Doch wir leben in Zeiten, in denen das alte „Verrückt“ das neue „Normal“ ist und wo Markteingriffe für Preise wie im Sozialismus sorgen – künstlich aufgeblasen wie politisch korrekte Meinungen für die Öffentlichkeit.

Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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Ein Kommentar auf "Crashmonat (noch) ohne Crash"

  1. JayJay sagt:

    Vorwärts immer, Rückwärts nimmer und überholen ohne einzuholen, den den Sozialismus in seinem Lauf, halten weder Ochs, noch Esel auf.

    (Frei nach Erich Honecker, letzter Diktator der DDR)

    Gold & Silber Ahoi 🙂

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