Crash im September?

22. August 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Andreas HooseAntizyklischer Börsenbrief

Demnächst beginnt wieder die hohe Zeit der Crashpropheten. Alles Unfug? Mitnichten. Doch diesmal könnte die Überraschung ganz besonders groß ausfallen, wie ein Blick auf den Kalender verrät…

Nur noch ein wenige Tage, dann steht wieder die berüchtigte Neun ganz oben auf dem Kalenderblatt. Börsianer mögen den September überhaupt nicht, denn statistisch gesehen ist der neunte Monat im Jahresverlauf der schwächste des gesamten Jahres. Zahlreiche Statistiken belegen das. Doch in diesem Jahr kommen einige Faktoren hinzu, die dem Angstmonat ganz besondere Brisanz verleihen…

September

Dass die Börsentrends an den wichtigsten weltweiten Handelsplätzen gerade sehr deutlich auf der Kippe stehen, das hatten wir an dieser Stelle bereits vor Wochenfrist erläutert.
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Seither hat sich die charttechnische Lage an den Börsen weiter eingetrübt. Auch die fundamentale Lage bestätigt das. Der konjunkturelle Himmel verdunkelt sich:

So war etwa die gerade zu Ende gegangene Berichtsaison in den USA die schwächste seit sechs Jahren. Im Großraum New York schrumpfte die industrielle Aktivität im August so deutlich wie zuletzt auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2008. Vor diesem Hintergrund erwarten die Analysten von Goldman Sachs beim Eisenerz einen weiteren Preisrückgang von rund 30 Prozent. Auch Kupfer hat seinen jüngsten Abwärtstrend weiter beschleunigt, wie die folgende Abbildung verdeutlicht:

Kupfer NEU JPG

Wenig verwunderlich zeigt nun auch die Weltwirtschaft ernste Bremsspuren: Asiatische Schwellenmärkte wie Indonesien oder Thailand straucheln, die Währungen geraten immer stärker unter Druck. Brasilien und Russland stecken bereits in einer Rezession.

Die Börsenturbulenzen in China, die sich offensichtlich nur noch durch massive Eingriffe der chinesischen Notenbank beruhigen lassen, sind auch nicht gerade dazu angetan, die Gemüter der Börsianer zu beruhigen. Sie zeigen aber, wohin die Reise führen wird: Wir bewegen uns schnurstracks in Richtung staatliche gelenkter Finanzmärkte. Das lässt sich mittlerweile überall beobachten, bei Aktien, bei Anleihen, bei den Zinsen und bei den Währungen – und natürlich beim Gold.

Für Anleger wird das noch Konsequenzen haben, die sich heute noch gar nicht in ihrer ganzen Tragweite abschätzen lassen. Wir werden auf das Thema in den kommenden Jahren noch öfter zu sprechen kommen, denn die Manipulationen der finanzsozialistischen Zentralplaner haben gerade erst begonnen – und je deutlicher sich die Krise zuspitzt, desto massiver müssen die Eingriffe werden.

Doch warum gerade der September in diesem Jahr von ganz besonderer Brisanz sein könnte, das zeigen einige zyklische Phänomene, die mit der Börse auf den ersten Blick überhaupt nichts zu tun haben:

Die Prognosen von Martin Armstrong hatten wir vor einigen Wochen an dieser Stelle bereits vorgestellt. In der Vergangenheit hatte Armstrong mehrfach sehr zutreffende Aussagen zur weiteren Entwicklung an den Märkten gemacht. Entsprechend groß war das Medienecho, als Armstrong vor einigen Monaten den Beginn einer schweren weltweiten Krise auf den 01. Oktober 2015 datierte.

Armstrong leitet seine Prognose von Computerprogrammen ab und berücksichtigt dabei zahlreiche Faktoren, die für die Weltwirtschaft von Bedeutung sind: Währungen und deren Entwicklungen, die Ertragskraft ganzer Volkswirtschaften und Industrien, den High-Tech-Sektor, die Landwirtschaft und das Transportgeschäft. Am Ende werden alle Daten miteinander kombiniert. Im folgenden Artikel werden die wichtigsten Aussagen des Prognostikers noch einmal zusammengefasst.

Ähnlichen Kultstatus wie Armstrong genießt in den USA seit geraumer Zeit Jeff Berwick.

Berwick NEU

Jeff Berwick ist in den US-Medien derzeit sehr gefragt…

Der Mann kann bereits im jugendlichen Alter auf ein bewegtes Leben zurückblicken: Weil er von den Zukunftsperspektiven des Internets überzeugt war, schaffte es Berwick mit gerade einmal 23 Jahren zum Multimillionär – und fuhr sein Internet-Unternehmen anschließend an die Wand.

Der Pleite folgte eine mehrjährige Weltreise. In dieser Zeit lebte Berwick in mehr als 100 Ländern der Erde. In den kommenden Jahren erwartet der Analyst, der den Aufstieg von Bitcoins als Ersatzwährung schon vor einigen Jahren vorhergesehen hatte, den völligen Kollaps der Vereinigten Staaten.

Berwick vergleicht den Zustand des Landes mit Simbabwe oder der Sowjetunion vor dem Zusammenbruch im Jahr 1998. Dass solche Prognosen in den USA derzeit auf fruchtbaren Boden fallen, das zeigt das gewaltige Medieninteresse, das Berwick damit entfacht hat. Im folgenden Beitrag werden zentrale Punkte seiner Aussagen erläutert.

Am siebten Tage sollst Du ruhen…

Berwicks wichtigste Prognose stützt sich auf das am 13. September zu Ende gehende Sabbatjahr. Zur Erläuterung: Analog zum Sabbat als Ruhetag (siebter Tag der Woche) sollen orthodoxe Juden in einem Sabbatjahr die Bewirtschaftung des Ackerlandes ruhen lassen. Nach sechs Jahren des Anbaus solle sich das Land wieder erholen… (—> Seite 2)

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5 Kommentare auf "Crash im September?"

  1. Michael sagt:

    Nach dem Rückschlag ist mit einer Gegenbewegung zu rechnen. Es kann durchaus sein, dass DAX&co. im September ihr „Kreuz des Todes“ (Fall der GD50 unter die GD200) schließen. Dann drücken die Freunde der Chartistik automatisch den Roten Knopf. Beim DOW trifft das schon zu. Beim SP500 ist es kurz davor, die NASDAQ100 hat noch viel Luft bis zu dem Punkt. Zu dem Zeitpunkt wäre der crash schon angelaufen. Fakt sind solide Abwärtstrends bei Junk Bonds, Rohstoffen, Wechselkursen und Aktienindizes in Dollar gerechnet. Die Baisse hat wohl begonnen, die fundamentalen Überbewertungen werden abgebaut. Das Problem bestand NUR in dem dümmlichen Treiben von Politik und den von ihr abhängigen Zentralbanken. Dass der Schuldensozialismus zu nichts führt, beweisen die Chinesen. Ihre Währung ist massiv überbewertet. Reihenweise Kredite, mehr als in der Eurozone und den USA, dürften faul sein. Die wollten sie über ihren Beitritt zu den SZR des IWF der restlichen Welt unterjubeln. Das wurde erst mal nichts, Uncle Sam ließ sich nicht übertölpeln. In China waren die Bewertungen von Aktien doppelt so hoch, wie an der NASDAQ im Jahr 2000. Dass die PBoC dort jetzt schon manipulierend eingreift ist nur auf die gigantischen Währungsreserven zurückzuführen. Offenkundig geht die chinesische Parteiführung von einem Angriff der hedgefunds gegen die Aktien aus. Das dürfte falsch sein, die Chinesen haben gehebelt gezockt, die Hebel sind gebrochen.

    Ich denke nicht, dass FED &. co. jetzt schon den fundamental enorm hoch bewerteten Aktien und Anleihen helfen werden. Normale Renditen minderwertiger Anleihen liegen ihrem Ausfallrisiko angemessen bei 10 – 12%. Davon sind wir noch sehr weit entfernt. Es war klar, dass die heiße Luft abgelassen werden musste. Irgendwie müssen ja mal wieder normale Verhältnisse einkehren. Ungeachtet dessen freut mich jede Entzauberung von Crash-Gurus als Scharlatane. Sonst wäre eine Börse nämlich auch kein Markt.

  2. Rolf Ihsen sagt:

    Schäuble:“Wir können die politische Union erreichen, wenn wir eine Krise haben“.
    Stimmt es, dass sein Haus eine 10%-tige Zwangsanleihe für jeden Bürger dieses Landes plant?

    • Musenrössle sagt:

      Das könnte lustig werden.

      Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hat nichts, fast nichts, oder sogar nur Schulden.

      Und was waren 10% von nichts gleich nochmal…?

      Viel Spaß beim Versuch einem nackten Mann in die Tasche zu greifen kann man dem Bundesfinanzvernichter nur wünschen…

  3. Alfred sagt:

    Auf ““http://grundrechte-brandbrief.de/Meldungen/2015-08-18-Lebensmittelgutscheine.htm“ findet sich eine ausführliche, exzellente, detailliert in die einzelnen Punkte einsteigende, Darlegung, weshalb und wodurch alleine schon die Lebensmittelgutscheine von Lügen und Fehlern und fahrlässigen, gröbsten Rechtsverstössen nur so aufgeschwemmt sind.
    Übrigens wird das alles am Beispiel eines extra eingescannten Gutscheines der Jobcenter aufgezeigt – so transparent wie nur möglich…
    Doch Vorsicht: Wer das liest, könnte seine Meinung zu dieser Materie grundlegend ändern und es mit dem Gewissen zu tun bekommen.

  4. bluestar sagt:

    Ob der zu erwartende Staatsterror gegen den besitzenden Mittelstand Immobilieneigentümer besonders trifft wird sich zeigen. Zumindest wird es Unterschiede geben zwischen Selbstnutzer und Kapitalanleger. Egal, wer etwas besitzt, wird es vor dem Zugriff des vormundschaftlichen Staates nicht schützen, soviel scheint klar. Aber auch ein Goldverbot ist vorstellbar, da gibt es ja schon gute Erfahrungen aus unserer geliebten Kolonialmacht. Trotzdem mag ich Immobilien und EM, die einen bringen den Cashflow die anderen den magischen Glanz und die Illusion der Anonymität und Sicherheit.

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