Commerzbank 21

19. Februar 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Bankhaus Rott

Die Commerzbank hat es im vierten Quartal geschafft, die Erträge der ersten drei Quartale fast vollständig zu verbrennen. Über die bekannte operative Schwäche können die hilflos wirkenden Predigten aus der Chefetage nicht hinwegtäuschen. Da sich zum chronisch kränkelnden Tagesgeschäft ein wenig attraktiver Anlagebestand im Nichtkerngeschäft gesellt, sollte man auf absehbare Zeit keine Besserung erwarten…

Die Unterlagen, die die Commerzbank auf Ihrer Internetseite bereitstellt, enthalten für Anteilseigner der Bank (und für Steuerzahler) wenig Erbauliches. Die Ertragsschwäche der Bank ist mittlerweile sprichwörtlich. Immer wieder fährt das Institut nach einigen leidigen Quartalen massive Verluste ein. Mal schwächelt die Bank hier, mal kränkelt das Institut dort.

Für die verbliebenen Aktionäre stellt sich das Bild wie folgt dar. Schön zu sehen ist der Verwässerungseffekt durch die massiven Kapitalerhöhungen der letzten Jahre. Immerhin verteilen sich seither nicht nur die Gewinne, sondern auch die Verluste auf mittlerweile mehr als 5,8 Milliarden Aktien.

Das vielgepriesene Privatkundengeschäft brachte der Bank in Q4 nach einem Gewinneinbruch lediglich 30 Millionen Euro ein. Das sind rund €2,70 pro Kunde. Wie man in diesem Segment dauerhaft wieder auf einen grünen Zweig kommen will, der die mehr als 18.000 Mitarbeiter tragen kann, bleibt im Nebel verborgen. Auch wenn das Privatkundengeschäft im Schlussquartal noch minimale Erträge eingespielt hat, wird der Bereich in der Zukunft wohl keine sonderlich erfreulichen Zahlen verkünden.

Zusammen mit den gewohnt schwachen Zahlen der anderen Segmente ergibt sich ein unverändert trübes Gesamtbild. Das ebenso beliebte wie nervtötende Herausrechnen verlustbringender Geschäftsbereiche hilft der Bank nicht weiter. Solange Abteilungen zwar „nichtstrategisch“ (non core assets) genannt werden, wirtschaftlich aber zur Bank gehören, darf man sich das Schönrechnen sparen… (Seite 2)

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