Rohöl reißt Rubel runter. Chaos als Ziel?

18. Dezember 2014 | Kategorie: RottMeyer

vom Smart Investor

Was sich derzeit an den Weltmärkten abspielt, hat Seltenheitswert. Sowohl Rohöl als auch der Rubel sind phasenweise in den freien Fall übergegangen. Der Zusammenhang zwischen beiden Bewegungen ist offensichtlich – die Hintergründe weniger…

Unter normalen Umständen erreicht Rohöl sein saisonales Jahrestief etwa im Juni. Ab da werden dann langsam – nicht zuletzt aufgrund der günstigen Preise – die Tanks wieder für den nächsten Winter aufgefüllt. Die Nachfrage steigt. Diesmal ist es allerdings anders. Das Treffen der Erdöl-exportierenden Länder (OPEC) gab den Startschuss für einen beschleunigten Preisverfall des schwarzen Goldes.

Praktisch Hand in Hand ging der Rubel auf Tauschstation. Das ist nicht nur ein offensichtlicher Zusammenhang, sondern ein höchst praktischer obendrein – zumindest aus Sicht „des Westens“. Manche munkeln bereits, dass der Kreml nun mit „vorgehaltener Ölwaffe“ von den westlichen Werten überzeugt werden soll. Beweise dafür gibt es aber bisher nicht.

Die Liste der Geschädigten ist lang und reicht bis zur US-Fracking-Industrie – die der Profiteure ebenfalls, vom deutschen Autofahrer bis zum chinesischen Unternehmer. Klar ist auch, der wasserfallartige Abverkauf von Rohöl und Rubel wird so nicht weitergehen. Auf eine nachhaltige Erholung deuten die Rahmenbedingungen aber auch nicht hin. Wir werden uns also zunächst einmal vor allem auf heftige Schwankungen einrichten müssen.

Sollte es eine Zielsetzung hinter diesen Preisbewegungen geben und sollte diese in der Verbreitung von Chaos bestehen, dann muss man die Umsetzung wohl als ziemlich erfolgreich bezeichnen. Im Spiel um die Ukraine sind auch weiter jeder Seite jederzeit überraschende Maßnahmen zuzutrauen. Wie wäre es beispielsweise, wenn Russland über eines der nächsten Wochenenden eine Teildeckung des Rubel mit Gold verkünden würde? Über das gesamte Russland-Thema finden Sie im neuen Smart Investor 1/2015, der zum Wochenende erscheint, eine Fülle an Lesestoff. Neben Berichten von zwei Russlandkonferenzen beschäftigen wir uns mit Währung, Volkswirtschaft und russischen Unternehmen.

RUBEL-Absturz

In die Ferne gerückt

Heftige Schwankungen sind derzeit auch beim DAX zu verzeichnen. Natürlich beeinflusst der Währungskrieg vor der Haustür den deutschen Markt. Grundsätzlich sind sinkende Energiepreise für Deutschland zwar positiv. Allerdings sind wir in dem Konflikt unversehens selbst zur Partei gemacht worden und haben Sanktionen gegen unseren wichtigsten Erdgaslieferanten in Kraft gesetzt. Eine Politik, die durchaus auch ins Auge gehen kann.

Binnen Jahresfrist galt der russische Absatzmarkt für etliche deutsche Unternehmen noch als Hoffnungs- und Wachstumsträger. Jetzt ist er ein Risikofaktor. Inzwischen zeigen sich erste Bremsspuren in den Bilanzen. Unabhängig davon bedeuten derart massiv sinkende Ölpreise einen erheblichen Rückenwind für das Land. Obwohl also das Allzeithoch im DAX erst einmal wieder in die Ferne gerückt ist, sind wir nicht wirklich pessimistisch. Zwar sind kurzfristige Rückschläge jederzeit möglich, aber wir sehen weder den ganz großen Crash noch eine echte Baisse voraus. Was wir für den deutschen Markt und viele andere Anlagesegmente im kommenden Jahr konkret erwarten, können Sie ebenfalls im neuen Smart Investor 1/2015 nachlesen… Zu guter Letzt…. (Seite 2)



 

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6 Kommentare auf "Rohöl reißt Rubel runter. Chaos als Ziel?"

  1. bluestar sagt:

    Tja, so sieht nun einmal die Überzeugungsarbeit des Westens von seinen sogenannten Werten aus. Da kann Russland froh sein Atomwaffen zu besitzen, ansonsten werden Staaten mit eigenen Interessen und vor allem Rohstoffen ja nicht so sanft „überzeugt“.
    Aber das US-Protektorat namens EU sollte sich nicht zu früh freuen.
    Wenn Russland im Chaos versinkt dürfte es noch richtig ungemütlich werden in der EUdSSR, auch wenn die Ursachen und Hintergründe von den Wahlmassen in Deutschland selbst dann nicht verstanden werden und man Schutz bei Mutti suchen wird.
    Gratulation den Amis zu solchen Vasallen und opferbereiten Dauersklaven.
    Sollten sich die Lage noch verschärfen und sich in Russland aggressiv-nationalistische Kräfte wie in der Ukraine durchsetzen wird man sich reuevoll an Putin erinnern.
    Und wenn es eine bunter „Revolution“ mit einer CIA-Regierung gibt ?
    Dann muss Europa dieses Regime durchfüttern. A-Karte so oder so, aber was tut man nicht alles für den Endsieg…

    • Michael sagt:

      Hauptsache der Rubel rollt. Rauf und runter immer munter. Das ist nicht neu … Russland hat an sich eine gesunde Einstellung. Russland ist früher auch nicht untergegangen.

      Wer weiß was wirklich dahintersteht?

      Außer Putin Bashing nicht viel. Das ist etwas anderes. Der russischen Bevölkerung ist schon klar, dass die Sanktionen die sie ausbaden gegen die Politik sind gerichtet und eine Sanktion ein Kriegsinstrument ist. Es wird auch so gesehen und nicht als befreiend empfunden. Die Ukrainer werden auch noch lernen, dass man nicht am Rockzipfel von Europa kann erwachsen werden. Brüssel ist ein große Sandkiste für protegierte Kinder. Brüssel hat mit Realität heute weniger zu tun denn je, sondern wohl eher mit Verweigerung der selbigen.

      Europäische Politik kann man nicht ernst nehmen. Auch wenn nicht ganz politisch korrekt – Definiere Brüssel: Inkonsistent inkontinent. Zigeuner*) die in einem Blechcontainer hausen … was sollen das für Leute sein und was will man von denen erwarten. Strawanzer. Ausgejagt mit dem nassen Fetzen wie ein inkontinenter Straßenköter. Die schreiben Geschichte? Die schreiben viel, aber nicht Geschichte.

    • Michael sagt:

      Denke aber dass die Chance in der sog. ‚Krise‘ darin besteht außerhalb der E.U. die Interessen in Europa neu abzugleichen und auch mit den Partnern. Was die E.U. an sich halbwegs gut hat hinbekommen ist mal Kultur oder besser gesagt Kunst, bei dem soll es auch bleiben. Für EUlenkinder mit blumiger Phantasie ist das Ambiente grad richtig. Der süße Duft belgischer Waffel erfreut aber nicht nur die Herzen jener die Nahe beim Ofen stehen.

      Nein, das Abfackeln des EURO hat auch Junkie und das Asselkäferchen, eigentlich zwei herzallerleibste Borkenkäferchen aufgescheucht und dazu bewogen die Flucht nach vorne anzutreten. Sie traten aus dem Dunkel des Waldes auf die Lichtung Europas und gesellten sich zu den zahlreichen illustren Lichtgestalten. Wie die Rosenkäfer rollen sie eine immer größere werdende Mistkugel vor sich her und verteidigen diese auch gegen die Schweiz – Zürich liege nun mal mitten in Europa, man stelle sich vor wenn Europa die Flüge nach dorthin beschränke … legendäre Aussage im Rahmen einer Talkshow zum Thema, die Schweizer werden die Annäherung an die E.U. mal beginne rückabzuwickeln in Teilbereichen.

      Jetzt kann man sich mal vorstellen wie diese Lichtgestalten sich andererorts gebärden, wenn sie sich klar im Vorteil sehen. Diese Überheblichkeit, ob der Größe ist der Sargnagel Europas respektive der E.U. Es sind zwar alle anderen ‚kleiner‘, selbst Russland liegt bei 143 Mio Einwohnern und nicht mehr, aber in Summe sind alle anderen Staaten die Mehrheit. Mit viel Glück spricht Brüssel für die ‚Parasiten‘ – so grausam sich das anhört. Sobald Brüssel versucht seinen Machtbereich auszuweiten muss es Parasiten onboarden und nicht Symbiosen suchen.

      Der EURO ist das Instrument abhängige Nutznießer zu schaffen. Auch die Farce die im Moment läuft. Vorne wird eine Diskussion angestoßen um Wirtschaftsförderung, gestern war ja fröhliches Beisammensein im Rahmen der Inszenierung. Zuvor bekamen aber die Banken gedrucktes Geld die Mittel für Refinancing zurückzuzahlen. Es haben sich dann ein paar getroffen die eher die Absicht haben Atomkraftwerke und Anverwandtes zu finanzieren, die zukunftsweisenden Felder auf den der Euroraum eher hinten nach hinkt.

      Als Krönung des ganzen wird das Instrument, die Nuklearwaffen der Finanzindustrie bemüht und im Rahmen von rentablen Infrastrukturprojekten der Markt gemacht werden. (ABS, CDO, CDS…). Man darf sich nicht vom hellen Schein blenden lassen und dem süßen Duft der Waffeln verwirren. Es verbleibt die alte Industrie, möglw. mit indirekten Subventionen für neue Geschäftsfelder finanziert über Hebelprodukte – zeige mir ein staatl. Business ohne Haftung und Renditezusagen. Das ist ein modern inszenierter Kommunismus.

  2. bluestar sagt:

    @Michael
    „Das ist ein modern inszenierter Kommunismus“
    Für mich ist die ganze Veranstaltung entstehender Sozialfaschismus mit:
    1. neurotischen Eliten mittlerer Intelligenz aber dafür ausgeprägtem Machtwillen bis zum Endsieg, also totalem Chaos.
    2.Nicht wählbare Entscheidungsträger mit exorbitanten Machtbefugnissen
    3. Ruhigstellung und Betäubung der Massen mit Brot, Spiele, Propaganda und Nebelkerzen
    4. Schaffung von Angst, Hass und äußerer Feindbilder
    5. Zunahme staatlicher Zentralisierung und Regulierung
    6. Zunahme von Kontrolle und Überwachung der Menschen
    7. Aggressive Bekämpfung von Menschen, die sich gegen die Diktatur wehren
    8. Gleichschaltung der Monopolmedien
    9. Militarisierung , zuerst verbal, dann real nach außen und innen
    10. Liquidierung des bürgerlichen Mittelstandes als intellektueller Keim des Widerstandes

    • Michael sagt:

      Das scheint am Weg zu sein. Ich persönlich schreibe das eher immer kühneren Vermarktungsstrategien zu und damit verbunden sehr einfallsreichen Inszenierungen. Ob solch ein Kurs gelingt ist ein anderes Thema.

      Frei nach dem Motto, wenn man mit Überzeugung nicht kann punkten dann probieren wir es durch die Hintertür.

  3. FDominicus sagt:

    Jetzt stellen wir uns mal ganz dumm und denken uns der Rubel sei keine Fiat-Währung. Sondern mit einem festen Umtauschkurs in irgendein Edelmetall. Und wir stellen uns einfach mal vor die Russise Nationalbank hätte nicht so wild Rubel gedruckt. Was wäre wohl dann?

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