Zeitlos

Die Eurohypo könnt Ihr behalten!

Loch Bless macht seinem Namen wieder einmal alle Ehre. Es handelt sich offenbar, wie einst ein deutscher Barde intonierte, um ein ehrenwertes Haus. Zudem gibt man sich vor Ort kreativ, und das nicht nur bei der Bilanz. Manch einer wird sich vielleicht noch an die im Jahre 2007 von der Commerzbank eingeführte „ebay-Kreditkarte“ erinnern. Nur knapp ist dieses kleine Stück Plastik daran vorbeigeschlittert, auf Grund unermesslicher Innovationskraft einen neuen Kondratieff-Zyklus anzustoßen.



Vertrauen lässt sich nicht drucken

Die Daten zum Verbrauchervertrauen in Großbritannien waren so wie das typische Herbstwetter in der britischen Hauptstadt. Nur der Nebel hat sich verzogen, denn viel klarer als die Briten kann man eine schlechte Beurteilung der Lage nicht aussprechen.



Bank Bless: Wesentliche strategische Ziele erreicht …

Die Commerzbank hat viele Namen. Loch Bless ist einer davon, ein anderer ist Gelbe Landesbank. Das Institut schiebt sich jetzt zurück ins Rampenlicht, denn was so mancher lange nicht wahr haben wollte, reift zur Gewissheit. Um eine weitere deutliche Kapitalerhöhung wird man in Frankfurt wohl nicht mehr herumkommen. Überraschend an der Situation ist lediglich, wie viele diese für überraschend halten.



Die Welt steht weiter Kopf

Die einen Experten fordern eine Verstaatlichung des Bankensektors. Die anderen fordern die Auflösung des “sinnlosen Investmentbanking“ und die Förderung der „sinnvollen Kreditvergabe“. Die Banken fordern laxere Kapitalregeln, einige Politiker fordern alles, andere nichts. Unbeachtet all dieser Wünsche und hoffnungsfrohen Thekenpropaganda geht unter, dass die Finanzierungswelt seit Jahren auf dem Kopf steht…



EZB: Für alle Eventualitäten vorbereitet

Im Frankfurter Ostend wird gegenwärtig das neue Domizil der Europäischen Zentralbank – der „Skytower“ – hochgezogen. Das Twin-Tower-Gebäude bietet Platz für 2.300 Arbeitsplätze. Es wird inklusive Antennenmast 220 Meter hoch sein. Fertigstellung und Bezug sind für das Jahr 2014 vorgesehen. Kaum ein Architekt oder ein Auftrageber bekommt es hin, so weitsichtig zu planen, dass die meisten Eventualitäten berücksichtigt werden. Nicht so die EZB: Chapeau!



Ein Platz an der (Bailout)-Sonne: Banken- und Verschuldungskrise November 2011

„Sorry Deutschland. Die Geschichte hat sich wieder einmal gegen euch verschworen. Ihr müsst zwei Billionen Euro rüberschieben, eure Zentralbank korrumpieren und 5 % Inflation akzeptieren, oder ihr werdet für die Götterdämmerung verantwortlich gemacht. Das ist nicht fair, aber das ist, was Währungsunion immer bedeutet hat. Haben sie euch das nicht gesagt?“ (Ambrose Evans Pritchard, der Kolumnist des Daily Telegraph, 27.09.11)



Ratschläge aus Verschuldistan

Wenn ein Land verschuldet ist, und ausgerechnet die USA dies zum Anlass nehmen, gute Ratschläge zu erteilen, ist Humor gefragt. Der Präsident des Staates, deren Exportschlager Kreditverbriefungen waren, klärte auch in kurzen Sätzen, warum es in Amerika nicht aufwärts geht. Die Krise in der EU sei gar das Hauptproblem für die amerikanische Volkswirtschaft tönt es…



Von Kaufkraft keine Spur

Bei vielen Diskussionen zu Wirtschaftsthemen reibt der Normalbürger sich verwundert die Augen. Banken wissen nach eigenem Bekunden nicht, was ihre Assets wert sind. Gleichzeitig beteuern sie, auf ausreichend Eigenkapital zu hocken. Seltsam. Auch die Zentralbanken sorgen für Unterhaltung, sind sie doch gerade dabei, die Inflation in einer Mischung aus Marketing und medialer Gehirnwäsche als etwas Positives darzustellen.



EFSF? Unverkäuflich!

In abendfüllenden Tischgesprächen beschlossen die versammelten Regierungschefs der Eurozone unlängst zahlreiche Maßnahmen. Die Ergebnisse des Treffens sind ein Musterbeispiel der Intransparenz. Schade, denn da man immerhin die Notwendigkeit einer Insolvenz einiger Staaten scheinbar nach drei Jahren verstanden hat, wäre es Zeit für einen großen Schritt gewesen. Mit 34 Beinen allerdings, wer geriete da nicht ins Stolpern.



Allmächtig oder „Der Hebel aus dem Nirgendwo“

Die Vertreter europäischer Staaten sammeln fleißig Bonusmeilen. Man fliegt von Brüssel nach Paris, von Bonn nach Berlin, von Lissabon nach Athen um über Dinge zu reden, deren Ausmaß wohl die wenigsten verstanden haben. Das gilt auch für die Lösungsvorschläge, die abgesehen von einem hohen Unterhaltungswert nicht viel Substanz haben. Ob die Herren Kommissare und Finanzminister überhaupt begriffen haben, wie ein Hebelkonstrukt funktionieren sollte?



Im ökonomischen Fantasialand

Der Finanzmarkt ist eine wundervolle Arena, in der zu jeder Zeit die passenden Gäule ihre Kreise im Zelt drehen dürfen. Bis zur Jahrtausendwende waren dies die Zinsklepper. Sinkende Langfristrenditen und damit steigende Bonds und Aktien ließen viele Investoren in einem Glanz erscheinen, zu dem Sie genauso wenig beigetragen haben, wie die Milchkühe zur Eierausbeute eines Landwirts. Auch Machthaber aller Herren Ländern sonnten sich im Lichte eines Fantasieaufschwungs, zu dem sie nur durch dauerhafte Kreditaufnahme beisteuerten. Keine Meisterleistung…



Schulden-Altmeister im Erregungszustand

Ein hochverschuldeter Nachbar hat seine Vorteile. Ist man selbst geringer verschuldet, steht man im Vergleich gut da. Dennoch empfiehlt sich die Befolgung des alten Ratschlags: „Ein jeder kehre vor seiner Tür, und rein ist jedes Stadtquartier.“ Zu fegen gibt es auch vor den Toren der Posada Alemania genug.



Es geht nicht nur um die Wurst

Die Alltagssorgen vieler Menschen sind bis auf schrill vermittelte Einzelschicksale kein beliebtes Medienthema. Wo sind sie denn, die Krisen und Katastrophen, es sei doch alles prima! Fällt der informationssuchende Blick lediglich auf die Startseite des E-Mailanbieters, so sind Probleme in der Tat schwer zu finden. Die Reste sinnvoller Information quetschen sich zwischen Theorien zu Vorlieben von Fußballspielern und Videos mit „lustigen Katzen“ die entweder den Hund oder die Oma beißen. Leider sind Themen, die nicht Teil der öffentlichen TV-Berichterstattung sind, dennoch existent…



Angst vor Unruhen nimmt zu

Im Angesicht staatlicher Schuldentürme verhärten sich derzeit die Fronten. Auf der einen Seite verschanzt sich politisches Wunschdenken hinter leeren Phrasen. Auf der anderen Seite steht schweigend die ökonomische Realität. Einige Wunschdenker positionieren sich bereits mit verbalen Tricks für die Zeit nach dem Sieg der Realität.



Sir, mehr Eigenkapital, Sir!

Die Zusammenhänge zwischen Bankensektor und der Lage der Privathaushalte wird derzeit selten thematisiert. Eher ist von Pleitestaaten die Rede, Geld drucken wird salonfähig und martialisch wird über Währungskriege schwadroniert. Nun macht es der gefühlte, leider nur geliehene Wohlstand der letzten Dekaden schwer, sich das Leben auf einem tieferen Lebensstandard vorzustellen…



Milz & Co: verkannte Organ-„Nichtsnutze“

Einige Körperteile hat die Medizingeschichte im Laufe der Zeit als nutzlos degradiert, nur weil sie ihre Funktion schlichtweg nicht ganz verstand. Organ-Nichtsnutze wie Wurmfortsatz, Gaumenmandeln, Gallenblase und Milz – ja selbst redundante Blutgefäße in Ellbogen, Knien und Schultern sind indes keineswegs alles unnötige Organe. Und doch leisten diese unbeachteten Organe in unserem Körper einiges, denn sie sind Bakterienreservoir, Serumspeicher und wichtige Zentren der Immunabwehr.



Verbotene Zone: Aktien auf Kredit

Nicht viel fällt derzeit in die Kategorie guter Long-Positionen. Wer in unsicheren Zeiten auf eine sichere Wette aus ist, kann immerhin auf vermehrten Aktionismus setzen. Die Hektik schwingt in Phasen großer Nervosität routiniert das Zepter. Verunsicherte Entscheider suchen auf die Schnelle nach vermeintlich Verantwortlichen, um sie schnurstracks an den Pranger zu stellen…



Lerne, lese, leiste was!

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der schöne Satz „Erfahrung ist die beste Schule, aber die teuerste“ geprägt. Gerade im Finanzwesen ist Erfahrung durch nichts zu ersetzen. Die schmucke Sammlung angelsächsischer Finanzzertifizierungen ist in der Regel eher als Wandschmuck denn als praxisrelevantes Wissen geeignet. In der heutigen Zeit bemühen sich zahlreiche private Bildungseinrichtungen, zumindest was die Kosten angeht, zur Erfahrung aufzuschließen. In den USA hat dies mittlerweile bereits Tradition.



Was zahlt die Bank?

Diese Frage mag sich der eine oder andere in den vergangenen Jahren gestellt haben. Ob der Begriff verdienen oder das Wort bekommen angemessener ist, lässt sich nach einem Blick auf die durchschnittlichen Gehälter einiger Banken besser beurteilen. Daher werfen wir heute einmal einen Blick in die Vergütungen im Hause Loch Bless und eines im Prozess der Zerschlagung befindliches öffentlich-rechtliches Institut im Rheinland. In den Gehaltstabellen ist von Krise keine Spur



Enzyme: Komponisten des Stoffwechsels

Zuhauf entlässt die Gesundheitsindustrie ein „Pillenheer“ von Kunst-Vitaminen und Mineralstoffen. Sie sind bekannt wie bunte Hunde: die gepriesenen Schutzbegleiter unseres Wohlergehens. Vom Olymp der Pharmagötter tönt das profitable Echo bis in die Niederungen der Weißkittelzunft. Stiefmütterlich behandelt ist die Vermarktung der Enzyme, erst recht die Kenntnis über diese wahren Arbeitstiere unserer Gesundheit. All das hat seinen Grund…



Kaufen für die Müllhalde

Der Müll, den eine westliche Volkswirtschaft produziert, ist scheinbar ein guter Indikator für die aktuelle konjunkturelle Entwicklung. Daten aus den USA zeigen Erstaunliches. So ist die Menge des mit der Bahn transportierten Abfalls ein guter Indikator für die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung. Die Korrelation, die das Ausmaß der durchs Land gefahrenen Müllberge zum BIP Wachstum hat, ist sogar deutlich größer als dies bei Basismetallen, Öl oder anderen Energieträgern ist.



Bioverfügbar: Was ist das ?

Je mehr der Mensch die Pflanzennatur in Artefakte vereinzelt oder verkrüppelt nachbaut, um so gründlicher verliert er den Zugang zur natürlichen komplexen Vielfalt. Ständig verwöhnt uns die Politik mit dreistem Worthülsen-Geschwafel aus alternativlosem Nullwachstum, Rentnerschwemme und Sozialhygiene. Auch in der Wissenschaft tauchen Wortungetüme auf. Was sagt uns z.B. das stolze Wort „Bioverfügbarkeit“?



Alzheimer-Forschung in der Zwangsjacke

Seit Jahrzehnten wächst die Zahl der Alzheimer-Betroffenen – geldlüsterne Pharma-Riesen fanden bisher kein wirksames Medikament gegen diese Geißel im Alter. Jeder fünfzigste Bürger in Deutschland ist davon heimgesucht. Offensichtlich verdient man an Potenzmitteln mehr, folgt man dem Nobelpreisträger für Medizin, Drauzio Varella, einem Onkologen – sein Bonmot: „In der heutigen Welt wird fünfmal mehr in Medikamente für die männliche Potenz und Silikon für Frauen investiert, als für die Heilung von Alzheimer-Patienten. So haben wir in ein paar Jahren alte Frauen mit großen Titten und alte Männer mit hartem Penis – aber keiner von ihnen kann sich erinnern, wozu das gut ist“. Da gab’s doch noch was!



Noch mehr Ärger: Banken im Dollar-Loch

Bei den Begriffen Dollar und Loch denkt der eine oder andere sicher eher an mögliche Schwierigkeiten der US-Währung als an turbulente Zeiten für europäische Banken. Das Loch, das die hiesigen Banken fürchten müssen ist aber ein gewaltiges Problem, handelt es sich doch um einen Mangel an Dollars…



Der Letzte macht das Licht aus

Diskussionen über Währungen, Anleihemärkte oder gleich das ganze Finanzsystem wirken oft abstrakt. Zum Teil ist dies gewünscht. Wie jede andere Branche hat auch die Wirtschaft für einfachste Zusammenhänge schlau klingende Vokabeln zur Hand, um einen möglichst wichtigen Eindruck zu machen. Die grundlegenden Zusammenhänge sind jedoch oft einfach und nachvollziehbar.