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17. April 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer

Pling! Wenn es Eilmeldungen eilig haben, sollte man sich dringend anschnallen. Wichtige Dinge erfährt man heute zuerst über einen Gong oder ein Pling! auf dem Handy. So ein Stress…

In dieser Woche war es besonders laut und aus Sicht der Börsianer äußerst verwirrend. Mir war nicht klar, was ich da abonniert hatte. Politik? Wirtschaft? Kabarett? Vermutlich letzteres…

DAX, Dow & Co. trotteten offenbar mit abgeschaltetem Handy durch die Gegend. Japan? Egal! Schulden? Ach was! Krise? Wo denn? Was kostet die Welt, solange es frisches Geld gibt.

Ein „Pling!“ riss mich vom Stuhl, als US-Präsident Obama ankündigte, in den kommenden zwölf Jahren vier Billionen US-Dollar einsparen zu wollen – immerhin 330 Milliarden im Jahr – und das bei 14 Billionen US-Dollar Schulden. Diese will er auch gleich noch mit abbauen. Ist schon wieder Wahlkampf? Vielleicht beweist Obama in seiner zweiten Amtszeit endlich, dass er wirklich über Wasser gehen kann.

Pling! Diese Eilmeldung hier hatte es besonders eilig. Die Bundesregierung erhöht die Wachstumsprognose auf 2,6 Prozent. Absender: Rainer Brüderle. Er macht gerne Scherze. Kurz davor kündete ein „Pling!“ davon, dass der deutsche Schuldenberg auf zwei Billionen Euro angewachsen ist. Das kommt vom Kuddelmuddel aus Sparen, Wachsen und blühenden Landschaften. Unwägbarkeiten bringen heute nur noch die Eisheiligen, wo vor allem, wenn sie Weinernten bedrohen.

Pling! Auf den Bundespräsidenten wurde ein Ei geworfen. Dabei gehört Essen in den Mund, vor allem, wenn es so teuer ist. Pling! Die Rente steigt um ein Prozent. Pling! Berlusconi stolpert über Brüste. Pling! Pling! Pling!

©Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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