Böser Kollaps bei Gold?

11. Januar 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Erinnern Sie sich noch daran, als Gold seine Korrektur begann, und zuvor bei über 1.900 Dollar je Unze stand? Ich schätzte, dass die Korrektur die Hälfte der vorigen Gewinne wegwischen würde, was einen Boden bei rund 1.150 Dollar bedeuten würde…

Der Goldpreis kam diesem Niveau einmal nahe – und stieg dann wieder. Es sah aus, als ob die Korrektur vorüber sei. Jetzt sind wir diesem Niveau wieder nahe. Wenn Gold dieses Mal nicht wieder nach oben schießt, dann könnte es einen böseren Preiskollaps geben.

Warum?

Wird die Fed nun die Geldpolitik verschärfen?
Ist das große Experiment vorüber?
War es ein Erfolg?
Oder haben die Gold-Investoren die Dinge falsch eingeschätzt?

Meine Antwort: Nein, nein, nein und nein.

Wie ich bereits gesagt habe, ist das große Experiment NICHT vorüber. Die Fed fährt ihre Politik des leichten Geldes NICHT zurück. Die Wirtschaft hat sich NICHT belebt. Und die Gold Investoren haben völlig richtig erkannt, dass die Politik der Fed KEIN Wachstum verursachen wird…oder Inflation.

Stattdessen wird es zu Stagnation führen, welche viele Jahre andauern könnte. Sehen Sie sich nur Japan an. Wenn die Realität erkannt wird, wird es eine entschlossenere und direktere Form der monetären Stimulierung geben.

Der Tag von Gold wird kommen – aber es ist vielleicht nicht morgen.

Ein Ende des „leichten Geldes“? „Die Entscheidung der Fed, ihre Anleihenkäufe zurückzuführen, signalisiert das Ende der Ära des leichten Geldes“, so die Financial Times. Die Financial Times scheint es immer falsch zu verstehen, zumindest im Editorial. Martin Wolf, der Chef-Kommentator der Zeitung, ist ein Riese in dieser Disziplin. Selten ist die Neuigkeiten-Sektion dieser Zeitung so gemischt wie die Editorals. Es gibt Ausnahmen. Denn Bernankes Entscheidung, die Anleihenkäufe der Fed um 10 Mrd. Dollar zurückzuführen, war kaum das „Ende der Ära des leichten Geldes“. Die Fed bläht ihre Bilanz immer noch um 900 Mrd. Dollar pro Jahr auf.

Bernanke macht auch klar, dass die Fed ihre Nullzinspolitik fortsetzen möchte, was wiederum die „Basis“ für die Zinsen der gesamten Volkswirtschaft legt, auch wenn die Arbeitslosenquote unter 6,5% fallen sollte. Wie lange wird das dauern? Und all das Gerede über „Transparenz“…ich weiß jetzt nicht mehr, als ich wusste, bevor Bernanke seinen Mund aufgemacht hatte. Wie immer kann die Fed tun, was sie will…wenn sie es will. Und sie kann das aus ihren eigenen Gründen tun.

Als die Probleme im Jahr 2008 in die Luft flogen, telefonierte US-Finanzminister Timothy Geithner fast rund um die Uhr mit dem Chef von Goldman Sachs, Lloyd Blankfein. War es wirklich eine Überraschung, dass Regierung und Fed mit Schmerzmitteln am Unfallort auftauchten? Ist es wirklich ein Rätsel, dass die Finanzindustrie von ihnen verhätschelt wurde?

Nein.

Ich halte die Dinge einfach. Ich kann nichts verstehen, was zu komplex ist. Die Story ist doch diese: Die Rolle der Regierung ist es, Leute zu schützen, welche die Regierung kontrollieren – fast immer sind das die Leute, denen die meisten Vermögensgegenstände gehören. Deshalb sind Regierungen (fast) immer extrem konservativ – sie schauen in die Zukunft und tun ihr Bestes, um dann zu verhindern, dass diese Zukunft eintreten wird… (Seite 2)

 

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7 Kommentare auf "Böser Kollaps bei Gold?"

  1. Lotus sagt:

    Sie haben völlig recht. Das Verrückte in diesen und damaligen Zeiten (08/09) ist doch, daß wir gar keine klugen und mächtigen Köpfe mit Weitsicht in den Regierungen haben. Egal, ob es nun in Europa oder in den USA ist. Überall sitzen Menschen in der Regierung, die völlig aufgeschmissen im Krisen-Modus regieren. Da halfen die Spitzen-Unis gar nichts und auch nicht ihr Intelligenzquotient. Dabei war die Krise von 1929/30 Sinnbild für das, was man gerade nicht machen darf. Nämlich die FED/EZB machen zu lassen und Zeit zu kaufen. Jedoch vergleicht man im Rückblick, wurden dieselben Fehler wieder gemacht. Die Fakten sprechen für sich und die Manipulationen verselbständigen sich. Scheinbar ist es so, wie der Pöbel es auch macht, jegliche Schuld und Lösung des Problems an andere abzuschieben, so daß man fein raus ist, gepaart mit Verschleierung, Phrasen und Häppchen-Geschenken. Unsere Bundestagswahl war ja das beste Beispiel dazu, daß es so ist.

    Vielleicht ist es richtig, wie die FED sich verhält, was ich nicht beurteilen kann. Denn ich habe nicht die Kenntnisse. Und ich denke, kaum ein Börsianer hat sie. Gefühlt ist das alles natürlich nicht richtig, weil der Zins gedrückt wird, was für Anleger und deren Verkäufer zu verärgern scheint. Um jedoch trotzdem Gewinne zu schöpfen, wird gelogen, betrogen, verfälscht, was das Zeug hält. Ehrlich, kein Mensch kann in diesem Sektor noch aus wahrer Überzeugung Gewinne generieren, was uns die Presse hier vorzugaukeln glaubt. Ich glaube diesen Quatsch schon lange nicht mehr.

    Aber scheinbar scheint die Taktik aufzugehen, es herrscht Ruhe im Lande. Niemand regt sich sichtlich auf, ob es in den USA oder in Europa ist. Nicht mal die Gold-Spezialisten gehen auf die Barrikaden. Verlogenes Pack kann ich da nur sagen.

    Was an allem in dieser Zeit jedoch wirklich auffällt ist, daß das Leben im Volk weitergeht, wie vor der Krise. Jeder hat sich eingerichtet und versucht es den Reichen nachzumachen. Manchmal klappts, manchmal nicht. Noch nie wurde der Schein so bewahrt, wie heute. Und noch nie ist das deutsche Volk so wort- und tatenlos des Weges unterwegs. Der Schein ist so abstrus, daß niemand sich daran stört, eine Regierung der Tatenlosigkeit bzw. des zunehmend Ablösens eines Staatsgebildes zu ahnen vermag. Die Masse des Volkes ist beschäftigt, mehr nicht. Was soll man dazu noch sagen? Es geht doch…. (lol) irgendwie.

  2. Andres Müller sagt:

    Viele Investoren sind auf die Notenbanken wütend, weil Bernanke ihnen einen fetten Strich durch die Rechnung machte. Das erscheint auf den ersten Blick wenig Aufsehen erregend, zumal es am Markt immer Verlierer gibt, davon leben ja die Geschäfte.

    Doch diesmal ist es anders, weil gerade jene Investoren viel Geld verloren, die mit seriösem Mittel den Markt beobachteten und mit korrekter Rechnung Geld aus der Finanzmarktindustrie zurück zogen. Das führt nun dazu, dass der bekannte US Investor Jim Grant aussagt: „Weil die Zinsen so stark verzerrt werden, ist es sehr schwierig, Aktien oder Anleihen korrekt zu bewerten. Wir leben in einem Spiegelkabinett der Notenbanken.“
    http://www.fuw.ch/article/wir-leben-in-einem-spiegelkabinett-der-notenbanken/

    Was also geschieht wenn es mit seriösem Mittel immer schwerer fällt die Märkte zu bewerten. Ist es dann nicht so dass dann vor allem Investoren Gewinne machen die auf Manipulation setzen und auf Marktverzerrungen? Und ist es nicht so dass dies die ideale Voraussetzung für neue Blasen ergibt und Herdentrieb begünstigt, sowie die Verlagerung von Kapital in die Hände von Insidern und Hochfrequenzhandel?
    Ist es nicht so dass damit Kleinanleger kaum mehr Chancen haben am Markt erfolgreich zu partizipieren und ist es nichts so dass dies letztlich in eine noch schwerer wiegende Krise mündet?

    Das Spiegelkabinett der Notenbanken macht vor allem seriöse Marktteilnehmer zum Opfer, und das ist langfristig gesehen ein böses Omen.

  3. bluestar sagt:

    @Lotus
    „Jeder hat sich eingerichtet und versucht es den Reichen nachzumachen“.
    Hier sind wohl nur die Reichen mit leistungsfreiem Einkommen gemeint.
    Schnell reich werden ohne große Anstrengung oder auch auf Kosten anderer Menschen, das ist die Devise und wird in den Medien tagtäglich vorgelebt.
    Die herrschende Meinung in einer Gesellschaft ist immer die Meinung der jeweils Herrschenden, und damit ist nicht die Regierung gemeint.
    Ansonsten ist Reichtum ja grundsätzlich nichts schlechtes.
    Bei einem reinigenden Crash 2008 wären alle Fehlallokationen und faule Investitionen,
    faulen Kredite vernichtet worden. Die Reichen wären nicht mehr so reich. Mit neuen Billionen faulen Geldes wurde dies auf Kosten der Allgemeinheit verhindert.
    Die die Gesellschaft beherrschende superreichen Finanzoligarchie hat damit alle arbeitenden Menschen in Geiselhaft genommen. Deren Vertreter in der Politik sorgen dafür, das dies so bleibt. Das Volk ist so vernebelt und wählt dann diese Lakaien, die die Masse mit ein paar Vergünstigungen korrumpieren, welche das arbeitende
    Volk vorher selbst erwirtschaftet hat.
    Marktwirtschaft ist endgültig Vergangenheit. Die herrschenden Eliten werden alles,
    (und ich meine wirklich alles !!!) tun damit die derzeitigen Macht- und Verteilungsverhältnisse erhalten bleiben. Und was sie alles menschenverachtende tun können, da gibt es genug Beispiele in der jüngsten Geschichte.

    • Lotus sagt:

      Nee, ich meinte mit diesem Satz, dieselbe Täuschung in der Hinsicht, genauso mit unrechten und manipulativen Tricks, die sich bieten, sich zu bereichern. Es kann mir hier niemand erzählen, daß im Volk niemand wütend über die unverschämt hohen Gehälter, Abfindungen usw. öffentlicher Personen oder Management/Konzerne/Banker usw. ist. Was heißen soll, jeder betrügt so gut er kann, wenn er die Möglichkeit dazu hat. Und diese sind in diesem System am besten in der Arbeit zu sehen. Wer hier die Augen nicht offen hat, der lügt, weil das so offen wie auch heimlich fabriziert wird. Der kleine Mann hat gelernt und zu tun, seine Raubzüge möglichst für sich zu behalten. Daher ist der Schein, Menschen über ihre sozialen Verhältnisse zu beurteilen, meist nicht die Wahrheit.

      Ansonsten, volle Zustimmung. LG

      • bluestar sagt:

        Sie sagen NEE, aber zählen doch alle mit leistungsfreiem Einkommen auf.
        Natürlich haben wir nicht nur eine Schulden- und Planwirtschaft- sondern mittlerweile auch eine Betrugswirtschaft.

  4. humanearth sagt:

    Ich kann es kaum glauben , aber es steht im Mainstream. Tatsächlich :

    http://www.welt.de/finanzen/article123780452/Der-Krieg-um-das-sichere-Geld-der-Zukunft.html

    Ich musste mir die Augen reiben , schon der 2. Artikel dieser Art in wenigen Tagen.
    Wird es etwa heißer unter dem Scheingeld- Vulkan ???

  5. FDominicus sagt:

    „Es wird eine weitere Krise geben und eine weitere Möglichkeit, das Verfaulte zu beseitigen.“

    Es ist nur die Frage, wie viele Opfer dafür von den Unbeteiligten zu tragen sein werden. Die Weltkriege haben da die Latte ziemlich „hoch“ gelegt…. So wie es bisher war erwischt es nicht diejenigen die das Ganze verursachen. Oder glaubt hier wirklich jemand ernsthaft daran die Zentralbanken werden abgeschafft und der Betrug der Banken hört auf?

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