Bitcoins: Das bessere Gold?

30. Oktober 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Während ich diese Zeilen verfasse, liegt der Bitcoin-Kurs in Euro bei 147. Das ist fast ein neuer Rekord. Bit…was? Bitcoin! Bald werden die Zeitungen mehr darüber schreiben. Und dann kommen die Glücksritter, welche Konten eröffnen und Bitcoins kaufen… so wie damals bei Telekom, Infineon.. oder den Edelmetallen auf Allzeithoch…

Wer genauer darüber nachdenkt, wird merken, dass es „Geld“ außerhalb unseres Geldsystems ist – eine Art „vermeintlich sicherer Hafen“. Oder nur wilde Spekulation?

bck1jeur

Ist es wirklich Geld? Hat es einen „Wert“? Jedenfalls hat das „Ding“ einen Preis wie alle anderen Währungen dieser Welt. Manche werden bald behaupten, das Zeug verdoppelt sich im Preis. 280…  2.800… 28.000…  wenn der Strom nicht ausfällt.  Es war immer so. Es wird immer so sein mit einer Art von kollektivem Herdentrieb. Und wissen Sie, was daran so spannend ist? Die Leute dabei zu beobachten, wenn die Gier dumm macht… oder reich. 

147 Euro für ein Bitcoin. Was ist das? Ein Nichts. Etwas Virtuelles wie Liebe oder Gier. Vielleicht wird bald ein ganzer Bitcoin unbezahlbar sein? Wir wissen es nicht, aber wohl, dass konkurrierende Geldsysteme auf dem Markt entstehen – und genutzt werden, auch wenn die Akzeptanzstellen noch mager gesät sind.

Ich habe bisher wenig über Bitcoins geschrieben, da ich keinen Gegenwert sehe. Als Wertspeicher bevorzuge ich Edelmetalle, dieses Drecks-Zeug! Neulich habe ich zeitlich absichtlich gut platziert meinen Abgesang auf Gold und Silber als Kolumne veröffentlicht. Beide haben seit zwei Jahren eine schlechte Zeit, obwohl sich die Notenbanken und Regierungen wirklich anstrengen, die Preise zu erhöhen. Bei den Bitcoins war und ist es ja irgendwie ähnlich. Deshalb wird meine Überschrift wohl in den kommenden Tagen häufiger zu lesen sein, und Experten bald sagen, die Bitcoins wären das bessere Gold. Und dann lache ich!

Ich hatte meinen Bitcoin-Kauf auf der Metallwoche angekündigt. Nach einem Impuls erfolgte eine wochenlange Konsolidierung. Das ist bei Bitcoins nicht anders als bei anderen Anlageklassen. Und jetzt scheint die Bodenbildung vorbei zu sein. Bin ich ein Held? Ich bitte Sie! Hatte ich Glück? Mag sein. Jedenfalls mehr als mit dem Blech in den letzten Monaten.

Sagen wir mal so: Bitcoins sind ein Experiment. Soweit ich weiß, bin ich einer von 70.000, der ein Bitcoin-Konto unterhält. Übrigens, sollten Sie uns, den Betreibern dieses Blogs einen kleinen Gruß schicken wollen, oder ein kleines Dankeschön, haben wir auch eine Adresse:  1DAZgGiTd3cz3nGNsC6BceqLqhLjZ9Vx2S  Aber es würde uns wundern.

Bitcoins sind genauso nutzlos wie Gold. Und dennoch produzieren die gestiegenen Preise eine ganze Menge Aufmerksamkeit wie Facebook oder bald Twitter. Aber warum sind die Preise für einen einzigen Bitcoin vom Cent-Bereich auf 147 Euro gestiegen? Für so ein nutzloses Ding? Ich kann Bitcoins (noch) nicht im Handel einsetzten. Genauso wenig wie Gold – und Silberunzen.  Wenn ich mit Bit…was? bezahlen möchte, versteht die Verkäuferin im günstigsten Fall, dass ich eine gleichnamige Flasche Bier suche oder etwas aus der Computerabteilung. Warum kostet s0 ein Ding 147 Euro und damit den Gegenwert von fast 20 Kilo Kaffee oder 100 Stück Butter? Also nur Spekulation? Doch Moment… 

Die Bitcoins bewegen sich wie Gold oder Silber außerhalb des Finanzsystems. Sie haben keine Herren. Bitcoins und auch Edelmetallen sind Herren egal. Es geht letztlich um ein „Tauschen in…“ Der Preis der Bitcoins verrät einerseits ein Stück Spekulation, andererseits vielleicht aber auch eine Flucht aus herkömmlichem Geld – dort wo (noch) niemand von den vielen Währungshütern etwas hüten kann.

Die Anzahl der zirkulierenden Bitcoins liegt gerade bei ca. 12 Millionen. Jeder Deutsche könnte also 1/7 Bitcoin im Gegenwert von 20 Euro haben – grob gerechnet. Wer einen ganzen Bitcoin besitzt, hat sechs anderen ihren Anteil schon weg genommen. Manche besitzen 100 dieser digitalen Währungseinheiten.  (Quelle)

bc-umlauf2

Bei Bitcoins handelt es sich um eine ungesteuerte internationale freie Währung (noch) fern ab jeglicher Intervention. Bei sieben Milliarden Erdenbürgern beliefe sich der rechnerische Anteil für jeden auf 0,30 US-Dollar. Wer einen ganzen Bitcoin besitzt, hat 600 anderen ihren Anteil weg genommen… (Seite 2)

 

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26 Kommentare auf "Bitcoins: Das bessere Gold?"

  1. Skyjumper sagt:

    Warum so kompliziert?

    Bitcoin ist (noch) freies Geld. Da es bisher weder besonders viele Sorten von freien Geld gibt, noch besonders viele Bitcoins, ist es sehr volantil.
    Wie jedes freie Geld (z.B. Regionalwährungen) wird es den Monopolisten (den Staat) für das gesetzliche Zahlungsmittel irgendwann einmal stören, und er wird anfangen Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

    Und genau an dieser Stelle fängt meine Ablehnung des Bitcoins an. Man kann, und wird, sie irgendwann verbieten/kontrollieren/einschränken wollen. Genau wie ich das für Edelmetalle erwarte. Doch im Gegensatz zu den Edelmetallen, oder auch anderen physikalischen Geldmitteln, sitzt der Staat bei der Kontrolle der Transaktionswege am längeren Hebel. Bei Edelmetallen entscheiden ich und mein Handelspartner ob wir uns an ein etwaiges Verbot halten wollen oder nicht. Bei virtuellen Währungen liegt das nicht mehr in unserer Hand.

    Das ist eigentlich das einzige was mich daran stört. Die Frage nach dem Wert dagegen beantwortet sich sehr leicht: 1 €, 1 Bitcoin, 1 Goldunze, 1 Fantasiataler …………. sind immer genau so viel wert, wie ein anderer bereit ist mir in dem Moment dafür zu geben wo ich tauschen will.

    • corleone sagt:

      Warum sollte das System Bitcoins verbieten?
      Es geht ihm nichts dadurch verloren.

      gez.
      Corleone

    • Frank Meyer sagt:

      Preis und Wert? Hat den PREIS, den ein anderer zu zahlen bereit ist.
      Hat aber einen Wert, der ist durch seine Eigenschaften definiert.
      Kleiner Unterschied, große Wirkung…

      • Skyjumper sagt:

        Hmm…….das grenzt zwar ans Philosophische, aber ich denke man muss das nicht so sehen. Ein Preis ist der Wert einer Ware zu einem bestimmten Zeitpunkt.

        Ohne das sich die inneren Eigenschaften von Wasser ändern würden, ist der Wert doch je nach Zeitpunkt und Umständen ein völlig anderer (bedarfsabhängiger Wert). Ohne das sich die inneren Eigenschaften von Gold ändern, ändert sich der „objektive“ innere Wert einer Unze je nachdem ob ich sie in Nuggetform aus dem Flussbett waschen konnte oder aus einer 4.000 m tiefen Miene schürfen musste (aufwandsabhängiger Wert).
        1 Liter Normalbenzin hat immer und unter allen Umständen einen inneren Wert von ca. 36 Megajoule. Aber der Wert nach menschlichen Maßstäben richtet sich eher danach was ich damit anfange. 2 Stunde nur den Motor im Leerlauf laufen lassen verbraucht es genauso gut, wie 1/2 Stunde produzierende Arbeit (verwendungsabhängiger Wert).

        Zumindest vom Gefühl her würde ich sagen dass man über die Abgrenzung von Wert und Preis trefflich Haare spalten kann 🙂

  2. stephan sagt:

    „Worin liegt der Wert eines Bitcoins? Haben Sie eine Idee?“

    Der oder das Bitcoin hat an sich – im Gegensatz zu Gold und Silber – nahezu keinen immanenten Wert. In ihm steckt (nahezu) kein Herstellungsaufwand und damit keine Arbeit. Insoweit ist er mit Papiergeld gleichzusetzen. Zudem existiert ein Bitcoin nur als elektronische Einheit, genau wie das Geld auf dem Bankkonto. Papiergeld und seine elektronische Entsprechung auf dem Bankkonto, kann man aber beliebig vermehren. Das soll bei Bitcoins (angeblich!) anders sein. Da es hier um eine von Computern erzeugte elektronisch (Rechen-) Einheit geht, glaube ich persönlich nicht daran, dass man die Anzahl der Bitcoins nicht erhöhen (= manipulieren) kann. Wer will und kann das schon kontrollieren? Warum sollte ich den Bitcoin-Initiaotoren auch nur ein bisschen mehr vertrauen, als z.B. den EMTV-Brüdern oder den Zentralbankstern?

    Geht man trotz dieser Bedenken davon aus, dass die im Umlauf befindliche Anzahl von Bitcoins nicht manipulierbar ist, stellt sich die Frage nach deren eigentlich Sinn bzw. Wert. Insoweit sollte man sich nicht von bestimmten Begriffen, welche die Urheber oder die Medien dafür gebrauchen (elektronisches Geld, Währung, Netzwährung, was auch immer), (fehl-) leiten lassen. Vielmehr ist das „Produkt“ Bitcoin abstrakt zu analysieren. Da Bitcoins kein gesetzliches Zahlungsmittel sind, sind sie zu behandeln, wie jedes andere Asset. Bitcoins sind dementsprechend ein Anlageobjekt, welches die gängigen Erwartungen eines Anlegers erfüllen soll. Das sind bekanntlich zum einen der Werterhalt des darin investierten gesetzlichen Zahlungsmittels (also Geld im engeren Sinne). Zu anderen gibt es dann noch die spekulative Erwartung auf eine Wertsteigerung, die über dem reinen Werterhalt des investierten Geldes liegt (der Anleger möchte mit dem Erlös zukünftig mehr kaufen können, als er es mit dem darin investierten Geld an sich hätte tun können).

    Alles andere, was Bitcoins nun im Zuge des schon bereits kurz dagewesenen, ersten Hypes angedichtet wurde und im Zuge künftiger Hypes angedichtet wird, ist fauler Budenzauber bzw. sind Nebelkerzen, genau wie bei jedem anderen Hype um ein beliebiges anderes Anlageobjekt auch. Budenzauber / Nebelkerzen haben allein den Zweck, die spekulativen Erwartungen insbesondere der nicht investierten, potenziellen Anleger zu befeuern und die Initiatoren des Prioduktes sowie der Erstspekulanten reicher zu machen. Es mögen sich insoweit alle an den Neuen Markt erinnern, einen Hype faktisch ohne realen Gegenwert.

    Letztlich ist die entscheidende Frage also (und diese stellt sich jederzeit für jedes Investment): Warum investiere ich gerade in dieses Anlageobjekt? Warum vertraue ich hinsichtlich der oben definierten Erwartungen gerade auf ein bestimmtes Anlageobjekt? Die Antwort hängt ab von der allgemeinen wirtschaftlichen, aber auch politischen Situation sowie von meinen persönlichen Kenntnissen zu diesem speziellen Asset.

    Erwartet man, dass alle Systeme – insbesondere die elektronischen Rechensysteme und das Internet – künftig in jedem Fall genauso funktionieren wie derzeit (= Normalzustand), kann man auch Bitcoins als Asset in Betracht ziehen. Auch dann kann man sich damit aber im normalen Alltag nichts kaufen. Man muss sie erst zurück in das gesetzliche Zahlungsmittel tauschen.

    Erwartet man dagegen größere Verwerfungen im bzw. gar einen Zusammenbruch des Finanzsystems, die / der mit Sicherheit erhebliche, negative Auswirkungen auf alle Lebensbereiche haben würde, sind greifbare, also physische Assets, die als Tauschmittel zudem allgemeinbekannt sind, sicherlich die weitaus bessere Wahl. Die Testfrage für diesen Fall lautet: Wofür bekomme ich essenzielle Waren / Dienstleistungen für das alltägliche Leben? Für ein Bitcoin oder für ein paar Gramm Gold oder Silber? Was ist der bessere Ersatz für das nicht mehr werthaltige gesetzliche Zahlungsmittel?

    Ganz ehrlich und für letztgenannte (Krisen-) Konstellation: Wenn mir jemand mit einem auf einem USB-Stick gespeicherten Bitcoin käme und dies die Gegenleistung für ein Brot sein soll, könnte ich mich ganz sicher nicht zum Tausch entschließen.

    Fazit zum Wert von Bitcoins: Läuft alles im Normalbereich sind sie ein Asset wie jedes andere auch, in das der Anleger den herkömmlichen Anlage- / Erwartungshorizont hat. Man kann nicht mit ihnen einkaufen, da sie kein gesetzliches Zahlungsmittel sind. Kommt es zu einer (heftigen) Krisensituation im Finanzsystem, werden sie in dieser Sitution nahezu keinen Wert haben. Zum einen, weil die erforderliche Infrastruktur nicht zuverlässig funktioniert. Zum anderen, weil niemand in dieses nicht greifbare „Produkt“ Vertrauen haben wird.

    Ich bin gespannt, wie andere Forumsteilnehmer die Bitcoins einschätzen.

  3. corleone sagt:

    Bitcoins sind eine Idee. Und Ideen, wenn sie gut umgesetzt sind, haben einen Wert.
    Die Idee der Bitcoins ist die: wie erschwere ich den Zugriff auf meine Überschüsse oder wie ziehe ich meine Überschüsse, meinen Überfluss aus dem System.

    Dem Gold liegt eine ähnliche Idee zugrunde, deswegen ist Gold wertvoll. Es ist meiner Ansicht nach nicht das Material Gold, das den Wert ausmacht, sondern die Idee.

    gez.
    Corleone

    • corleone sagt:

      Noch ein Nachtrag zum Wert:

      Es gibt keinen Wert an sich. Gold an sich ist wertlos, genauso wie Bitcoins.

      Ein Ding ist wertvoll, wenn es gewollt wird, wie zB. Sauerstoff zur Atmung, und es muss knapp sein. Je mehr Menschen etwas bestimmtes wollen und die damit verbundene, zunehmende Knappheit, treiben den Preis grundsätzlich nach oben.

      • stephan sagt:

        Zum Wert: Diesbezüglich muss man wohl einen objektiven und einen subjektiven Maßstab anlegen. Gold hat einen objektiven Wert. Dieser ergibt sich aus dem Gesamtaufwand zur Erzeugung des psysischen Endprodukts (Barren, Unzen, Schmuck). Ein Bitcoin hat dagegen keinen oder einen nur sehr geringen objektiven Wert, da der Herstellungsaufwand gleich Null ist. Andererseits gibt es für jedes Asset einen subjektiven Wert. Das ist derjenige, den ihm die Markteilnehmer zubilligen, was sie also bereits sind, dafür zu zahlen. Der subjektive Wert kann sich erheblich vom (soweit vorhandenen) objektiven Wert unterscheiden und ist letztlich der entscheidenden Maßstab: Gibt es keinen Marktteilnehmer, der sich (zu einem bestimmten Zeitpunkt) für ein bestimmtes Asset interessiert, ist dieser zu diesem Zeitpunkt auch nichts wert.

        • corleone sagt:

          Meiner Ansicht nach wird etwas nicht allein durch die Tatsache, dass ich mich sehr darum bemüht habe es zu erlangen oder herzustellen (zB. Förderkosten bei Gold ), wertvoll.
          Ich kann 100 Tage an einem Bild malen und es ist dennoch praktisch wertlos, wenn es kein Mensch kaufen will.

          gez.
          Corleone

          • stephan sagt:

            @corleone: Genau das habe ich ja gesagt (oder es versucht). Der subjektive Wert ist letztlich entscheidend. Oder anders ausgedrückt: Wie viele sehen einen Bedarf an einem Produkt. Wenn niemand, dann will niemand etwas dafür bezahlen – ergo: kein subjektiver Wert. Der objektive Wert spielt dann keine Rolle (mehr). Das gilt für Bilder, genauso wie für Gold oder Bitcoins.

  4. Stefan Brueggemann sagt:

    Ich denke mal, wichtig in diesen Zeiten ist das Diversifizieren in die einzelnen Assets. Teil dein Vermögen auf, für andere nicht zugänglich, gut versteckt und du könntest vielleicht eine Chance haben, so wenig wie möglich zu verlieren.
    Und dennoch….glaubt ihr wirklich…wenns hart auf hart kommt, dass die Regierungen einem eine Chance lassen?
    Nur wenn der Crash und das Chaos kommt, bevor die Ihre Vorbereitungen abgeschlossen haben. Das halte ich für sehr unwahrscheinlich.

    • bluestar sagt:

      Das sehe ich genauso. Diversifizieren der Sachwerte heißt die Formel für möglichst wenig Verluste. Aber die zunehmende Allmacht des Staates und seiner in den letzten Jahren aufgeblähten Spitzel-und Überwachungsdienste lassen leider nichts Gutes hoffen…

  5. alienscene sagt:

    Im Blog wird die Frage gestellt, wo der Gegenwert von Bitcoin ist.
    Ich habe gerade 1 mBTC (0.001 BTC) an 1DAZgGiTd3cz3nGNsC6BceqLqhLjZ9Vx2S gesendet und dafür minimale Transaktionsgebühren gezahlt. Probieren Sie das mal mit Edelmetallen.

    Sie könnten die Bitcoins in ein sogenanntes „Brain Wallet“ legen – beim Electrum Clients sind das z.B. zwölf Wörter. Dieses Brain Wallet können sie auswendig lernen. Den Zoll passieren, ohne ein elekronisches Gerät in ein Flugzeug steigen und am anderen Ende der Welt auf diese Bitcoins zugreifen. Probieren Sie das mal mit Edelmetallen.

    Das sind mal zwei Beispiele wieso Crypto-Currencies wie Bitcoin einen Wert haben. Es gibt noch viele weitere – z.B. Smart Property um Verträge an Geldzahlungen zu koppeln und und und… Wir werden noch einiges davon hören, wenn die Welt sich nicht im Finanzcrash in Luft auflöst. Eine gesunde Skepsis ist immer angebracht, aber Crypto-Currencies sind so revolutionär wie das Internet selbst! Sie werden es sehen!

    • Frank Meyer sagt:

      Lieben Dank für die Überweisung. Kam an. Ich bin fasziniert!
      Ich bin ein Neuling in dieser Technologie.
      Könnten Sie mir das Brain Wallet erklären?
      Viele Grüße von Frank

      • alienscene sagt:

        Ja, gerne!

        Einen Schritt zurück: Bei Bitcoin handelt es sich um ein asymmetrisches System. D.h. es gibt öffentliche Daten – die Blockchain, die jeder Teilnehmer runterladen kann und die weltweit tausendfach vorliegt. Daneben gibt es private Schlüssel, die nur der jeweilge Besitzer haben sollte. Mit den privaten Schlüsseln können Sie per Signaturverfahren gegenüber dem Bitcoin-Netzwerk nachweisen, welche Bitcoins Ihnen gehören.

        Diese privaten Schlüssel sind eigentlich eine kryptische Zeichenkette z.B.
        5Kb8kLf9zgWQnogidDA76MzPL6TsZZY36hWXMssSzNydYXYB9KF
        Wenn sie im Besitz dieser Zeichenkette sind, können sie alle Bitcoins die auf öffentlichen Adressen damit verknüpft sind ausgeben.

        Um das Thema der Brainwallets zu erklären nehme ich den Bitcoin-Client Electrum ( http://electrum.org ) als Beispiel, weil ich es dort besonders gut umgesetzt finde.

        Electrum generiert für den Benutzer einen sogenannten „Seed“. Das sind 12 zufällig ausgewählte Wörter aus der englischen Prosa-Wikipedia mit ca 1200 Wörtern, die fest in jedem Electrum Client eingebaut ist. Beispielsweise:
        „constant forest adore false green weave stop guy fur freeze giggle clock“

        Diese 12 Wörter – in genau dieser schreibweise und Reihenfolge stellen den Seed bzw. das sogenannte deterministische Brain Wallet dar und werden von Electrum dann intern zu allen privaten Schlüsseln als Zeichenkette umgewandelt.

        Das wirklich mächtige an dem Konzept: Wenn ich diese 12 Wörter habe, kann ich mich an einen beliebigen Ort auf der Welt mit Internetanschluss bewegen, einen Electrum Client herunterladen und diese 12 Wörter eingeben. Electrum sucht dann aus der öffentlichen Blockchain automatisch alle zutreffenden Bitcoin-Adressen heraus, die einen Geldbetrag aufweisen über den man verfügen kann. Es ist gleichzeitig eine wunderbare Backup-Möglichkeit. Selbst wenn der eigene PC kaputt geht – man kann aus diesen 12 Wörtern immer wieder sein Bitcoin-Wallet herstellen.

        Das ist das schweizer Nummernkonto des 21. Jahrhunderts – ohne, dass man dafür in die Schweiz reisen muss oder reich sein muss um eines zu bekommen!
        Das ist finanzielle Freiheit!

        • Avantgarde sagt:

          Also gut – jetzt muß ich doch noch mal was hier schreiben.

          Würde irgend jemand hier einen Computer für ein paar tausend Euronen kaufen der:

          – circa 64 Kilobyte Arbeisstpeicher hätte.
          (also weniger als wohl die meisten Word-Dokumente)
          Und das wohlgemerkt für lediglich das jeweils laufende Programm.

          – dieser Computer hätte ca. 1 Megahertz Rechenleistung (1000MHz=1GHz)
          Also in Etwa 1000x weniger nominale Rechenleistung als eines der billigsten Mobiltelephone.
          (und Kenner wissen, daß der reine MHz-Vergleich noch sehr geschönt für meinen Phantasierechner ausfällt)

          Nein – würden sie nicht?
          Klar – jeder, der noch nicht entmündigt ist würde so einen Rechner nicht kaufen.

          Und doch ist die Menschheit mit dieser Rechenleistung in einer Kapsel zu Mond geflogen.
          Diesen Rechner gab es wirklich und er hieß Commodore C64.
          So ein Ding hab ich irgendwann in den 80ern nach langem Kampf bekommen.
          Dazu muß man noch sagen, daß dieser Rechner absolut das Beste war was man als Homeuser bekommen konnte.
          Denn im Vergleich zum Vorgänger VC20 war das Ding schon sehr viel comfortabler – ganz zu Schweigen vom ZX81 welcher 3,25 MHz besaß(nein kein Schreibfehler).

          Die unknackbaren Kopierschutzprogramme wurden schon damals geknackt – und hätte man den Menschen erzählt, daß der MondBitcoin so sicher sei, daß tausende Mondlandecomputer damit jahrelang beschäftigt wären – nun – sie hätten es wohl geglaubt.

          Ehrlich gesagt glaube ich weder an die Sicherheit – und noch sehr viel weniger an den Wert von so einer virtuellen Konstruction.
          Wobei ich anmerken muß, daß ich alles andere als ein Befürworter eines Goldstandards bin – aber ehrlich gesagt wäre mir eine Unze Gold da tatsächlich noch lieber.
          🙂

          Und wenn wir beim Wert sind – das Stichwort Gold wird wohl noch häufiger fallen….

          Warum ist Platin denn nicht sehr viel teurer als Gold – immerhin gibt es ca. 30X weniger Platin in der Erdkruste als Gold – und es hat im Vergleich zu Gold auch noch zusätzlich einen industriellen Nutzen, es ist ebenso teilbar, unzerstörbar und hortbar.

          Nun – es spielt keine Rolle wieviel Geld es gibt – wirklich gleichgültig.
          Solange niemand das Geld anzunehmen bereit ist welches die Anleger(Sparer) zur Verfügung stellen wird es die Anleger eher noch Geld kosten um ihre Forderungen sicher zu verwahren, als daß sie auch nur einen cent daran verdienen.

          Japan kennt diesen Vorgang nun seit über 2 Dekaden:
          Der gute Richard Koo(Nomura Institute Research) weiß aus langjähriger Erfahrung dazu in seinem wirklich sehenswerten Vortrag vor über 3Jahren so einiges
          http://www.youtube.com/watch?v=6k0_a1JS5hU
          Die Japsen haben nun jahrelang wechselseitig gespart oder Geld „gedruckt“ – wenn niemand das Geld will bringt es halt alles nix.
          Dennoch – und bei allen Unkenrufen zum Trotz – steht Japan im Vergleich zu den USA um Lichtjahre besser da.
          Was ihnen das Genick brechen kann ist Fukushima – diese Energieform ist in der Tat dazu geeignet Staaten zu zerstören – man denke nur an Chernobyl und die UdSSR – aber das nur am Rande.
          Bei uns in Europa mit den „Sichersten Atomkraftwerken Ever“ kann so etwas freilich niemals geschehen…….

          • Avantgarde sagt:

            OK – es sind nicht ganz zwei Dekaden seit es in Japan geknallt hat – aber fast!

            Warum kann man hier eigentlich nicht wenigstens noch temporär was editieren?

    • holyowly sagt:

      „Den Zoll passieren, ohne ein elekronisches Gerät in ein Flugzeug steigen und am anderen Ende der Welt auf diese Bitcoins zugreifen. “

      Und genau das wird der Grund dafür sein, dass Bitcoins staatlicherseits eingeschränkt werden.

      Bitcoins sind der Albtraum jeder Steuerfahndung. Freies Geld! Steuerfreies Geld! Was natürlich noch viel schlimmer ist.

      Für einen Staat sind Bitcoins immens gefährlich eben WEIL es Geld ausserhalb des Systems ist. Wenn unsere Politker das einmal begreifen, dann sind Bitcoins in der heutigen Form sehr schnell weg vom Fenster. Ich denke, derzeit halten Politker Bitcoins für eine Art Spielgeld, dass zur Bezahlung bei Onlinegames verwendet wirde oder so was ähnliches. Man sollte sie mal fragen; wär sicher interessant. Die Frage ist schlussendlich, wie lange es dauerte bis sie es merken, dass diese Währung Staaten gefährlich werden kann.

  6. samy sagt:

    … sollte Bernanke gekidnapped werden und sollten die Entführer das Lösegeld in Bit-Coins verlangen, ja dann wäre die Währung etabliert…

    Spaß beiseite. Ich habe mich nie mit dem Thema beschäftigt, aber früher oder später kommt Vater Staat … und zufällig wird irgendein Virus diese Softwares befallen … Bit-Coins kann man nicht vergraben 🙂

  7. Frank Meyer sagt:

    Vielen Dank für die 4 Überweisungen. Wir können uns nicht persönlich bedanken, denn da steht eine krypische Adresse.

    Einen kleinen Einwurf von mir noch. Ich habe heute mit dem Rotti über das Thema diskutiert. Er brachte einen interessanten Gedanken ein. Es gibt derzeit 12.000.000.000 Millionen Bitcoins. Rund.. Er sagte, es gibt 12 Milliarden Tausendstel Bitcoins, da teilbar.
    Es gibt immer genügend.. Die Frage ist der Preis und die Einheit. Ein Tausendstel Bitcoin kostet demzufolge heute 14,8 Cents.

    Da muss ich noch mal darüber nachdenken.
    Aus einer Unze Gold kann man auch eine Zehntel machen.. oder 1/20 tel…

  8. Ad.D. sagt:

    „Bitcoins das bessere Gold“
    ….hmmmm, also da mal gleich den (etwas hypothetischen) „Wertspeicher-Lackmustest“ machen:
    Jemand ist 40 Jahre alt und hat 20 Jahre unter extremem Konsumverzicht hart gearbeitet, um sich bis zum heutigen Tag ein bescheidenes Vermögen für’s Alter anzusparen. Nun steht er heute vor der Wahl einen Wertspeicher zu wählen, den er die nächsten 20 Jahre bis zur Rente NICHT anrühren darf!!! Zur Auswahl stehen (es darf nur EINE Kategorie ausgewählt werden): Staatsanleihen, Bargeld, Aktienpaket, Edelmetalle und nun *Trommelwirbel* BITCOINS.
    Also jeder hat sicherlich unterschiedliche Präferenzen für die verschiedenen Kategorien mit guten jeweiligen Begründungen, aber Bitcoins würde mir im Leben nicht einfallen.
    Gruß, AD

    P.S.
    Bei der ganzen Technik-Verliebtheit der Bitcoins-Fans kommt es mir so vor, als wenn Konzepte wie Trojaner & Phishing überhaupt nicht existieren.

    • bluestar sagt:

      Sollen doch die Fans vom „revolutionärem“ Internet und Bitcoins ihren Spaß und ein gutes Gefühl haben. Ich gönne es ihnen, schließlich stehen sie dem derzeitigen Geldsystem genauso skeptisch gegenüber wie die Sammler von EMs.
      Aber: Sollte es wirklich einmal richtig donnern, dann werden die Menschen wohl instinktiv auf jene Dinge zurückgreifen, die es schon seit Jahrhunderten gibt und die ohne Strom und irgendwelche Technik gut funktionieren.
      Im extremen Krisenalltag beim Kampf um die Grundbedürfnisse des Alltags dürften Gold und Silber die Nase klar vorn haben.
      Hoffen wir, dass dies nicht kommen möge.

  9. Stefan Brueggemann sagt:

    Hallo Zusammen,

    wenn ihr Euch den 10JahresChart von Gold- Silber und Platin mal anseht, fällt euch dann auch was auf, oder bin ich der einzige?

  10. CFritzsch sagt:

    Den Bitcoins, als ideales Tauschmittel, fehlt doch eigentlich nur das Regressions Theorem, das Gold und Silber haben. (EMs haben seit Jahrtausenden einen wie auch immer gearteten Wert, der von unseren Vorfahren an uns weiter gegeben wurde) Bitcoins haben diese Geschichte nicht, sind aber wesentlich flexibler zu transportieren (s.o.)
    Vor ca einem Jahr habe ich mir also (damals ganz billig) ein paar Bitcoins gekauft. Und da lagen sie also in meiner Wallet herum. Im Mai 2013 bin ich dann auf eine Website in Californien gestossen, die Gold gegen BTC verkauft. Also habe ich zwei kleine Münzen erstanden, billigste Transportart .. . Nach 6 Wochen habe ich dann mal nachgefragt, was eigentlich mit meinen Münzen passiert sei: sie seien verschickt. Naja ich hatte die Sache schon aufgegeben aber dann rief mein Sohn an, dass eine Sendung beim Zoll sei. Was für eine Überraschung ! Und was für ein Aufstand beim Zoll: der konnte nämlich mit Bitcoins nichts anfangen. Man hat sich dann auf den gemeinen Preis geeinigt und sie haben mit Einfuhrumsatzsteuer abgeknöpft. (Ein Einspruch beim Hauptzollamt hat dann für die Erstattung der selben geführt)
    Also man kann mit Bitcoins etwas ziemlich reelles kaufen ! http://coinabul.com/
    Das Schöpfen (mining) von Bitcoins war am Anfang bestimmt billig, und die early adapter haben damit sicher einen Reibach gemacht. Inzwischen lohnt sich der Aufwand (Hardware und Energieverbrauch) angeblich nicht mehr.
    So und nun werde ich dem Herrn Meyer auch eine kleine Spende zukommen lassen.

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