Bitcoins: Das bessere Gold?

30. Oktober 2013 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Während ich diese Zeilen verfasse, liegt der Bitcoin-Kurs in Euro bei 147. Das ist fast ein neuer Rekord. Bit…was? Bitcoin! Bald werden die Zeitungen mehr darüber schreiben. Und dann kommen die Glücksritter, welche Konten eröffnen und Bitcoins kaufen… so wie damals bei Telekom, Infineon.. oder den Edelmetallen auf Allzeithoch…

Wer genauer darüber nachdenkt, wird merken, dass es „Geld“ außerhalb unseres Geldsystems ist – eine Art „vermeintlich sicherer Hafen“. Oder nur wilde Spekulation?

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Ist es wirklich Geld? Hat es einen „Wert“? Jedenfalls hat das „Ding“ einen Preis wie alle anderen Währungen dieser Welt. Manche werden bald behaupten, das Zeug verdoppelt sich im Preis. 280…  2.800… 28.000…  wenn der Strom nicht ausfällt.  Es war immer so. Es wird immer so sein mit einer Art von kollektivem Herdentrieb. Und wissen Sie, was daran so spannend ist? Die Leute dabei zu beobachten, wenn die Gier dumm macht… oder reich. 

147 Euro für ein Bitcoin. Was ist das? Ein Nichts. Etwas Virtuelles wie Liebe oder Gier. Vielleicht wird bald ein ganzer Bitcoin unbezahlbar sein? Wir wissen es nicht, aber wohl, dass konkurrierende Geldsysteme auf dem Markt entstehen – und genutzt werden, auch wenn die Akzeptanzstellen noch mager gesät sind.

Ich habe bisher wenig über Bitcoins geschrieben, da ich keinen Gegenwert sehe. Als Wertspeicher bevorzuge ich Edelmetalle, dieses Drecks-Zeug! Neulich habe ich zeitlich absichtlich gut platziert meinen Abgesang auf Gold und Silber als Kolumne veröffentlicht. Beide haben seit zwei Jahren eine schlechte Zeit, obwohl sich die Notenbanken und Regierungen wirklich anstrengen, die Preise zu erhöhen. Bei den Bitcoins war und ist es ja irgendwie ähnlich. Deshalb wird meine Überschrift wohl in den kommenden Tagen häufiger zu lesen sein, und Experten bald sagen, die Bitcoins wären das bessere Gold. Und dann lache ich!

Ich hatte meinen Bitcoin-Kauf auf der Metallwoche angekündigt. Nach einem Impuls erfolgte eine wochenlange Konsolidierung. Das ist bei Bitcoins nicht anders als bei anderen Anlageklassen. Und jetzt scheint die Bodenbildung vorbei zu sein. Bin ich ein Held? Ich bitte Sie! Hatte ich Glück? Mag sein. Jedenfalls mehr als mit dem Blech in den letzten Monaten.

Sagen wir mal so: Bitcoins sind ein Experiment. Soweit ich weiß, bin ich einer von 70.000, der ein Bitcoin-Konto unterhält. Übrigens, sollten Sie uns, den Betreibern dieses Blogs einen kleinen Gruß schicken wollen, oder ein kleines Dankeschön, haben wir auch eine Adresse:  1DAZgGiTd3cz3nGNsC6BceqLqhLjZ9Vx2S  Aber es würde uns wundern.

Bitcoins sind genauso nutzlos wie Gold. Und dennoch produzieren die gestiegenen Preise eine ganze Menge Aufmerksamkeit wie Facebook oder bald Twitter. Aber warum sind die Preise für einen einzigen Bitcoin vom Cent-Bereich auf 147 Euro gestiegen? Für so ein nutzloses Ding? Ich kann Bitcoins (noch) nicht im Handel einsetzten. Genauso wenig wie Gold – und Silberunzen.  Wenn ich mit Bit…was? bezahlen möchte, versteht die Verkäuferin im günstigsten Fall, dass ich eine gleichnamige Flasche Bier suche oder etwas aus der Computerabteilung. Warum kostet s0 ein Ding 147 Euro und damit den Gegenwert von fast 20 Kilo Kaffee oder 100 Stück Butter? Also nur Spekulation? Doch Moment… 

Die Bitcoins bewegen sich wie Gold oder Silber außerhalb des Finanzsystems. Sie haben keine Herren. Bitcoins und auch Edelmetallen sind Herren egal. Es geht letztlich um ein „Tauschen in…“ Der Preis der Bitcoins verrät einerseits ein Stück Spekulation, andererseits vielleicht aber auch eine Flucht aus herkömmlichem Geld – dort wo (noch) niemand von den vielen Währungshütern etwas hüten kann.

Die Anzahl der zirkulierenden Bitcoins liegt gerade bei ca. 12 Millionen. Jeder Deutsche könnte also 1/7 Bitcoin im Gegenwert von 20 Euro haben – grob gerechnet. Wer einen ganzen Bitcoin besitzt, hat sechs anderen ihren Anteil schon weg genommen. Manche besitzen 100 dieser digitalen Währungseinheiten.  (Quelle)

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Bei Bitcoins handelt es sich um eine ungesteuerte internationale freie Währung (noch) fern ab jeglicher Intervention. Bei sieben Milliarden Erdenbürgern beliefe sich der rechnerische Anteil für jeden auf 0,30 US-Dollar. Wer einen ganzen Bitcoin besitzt, hat 600 anderen ihren Anteil weg genommen… (Seite 2)

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