Bitcoin Prognose im Rückspiegel

29. Oktober 2017 | Kategorie: RottMeyer

This should be fun war vor kurzem unter einem Bild mit einer Kursprognose für den Bitcoin zu lesen. Fun ist es auch geworden, aber ganz anders, als der Künstler sich das dachte…

Es geht nichts über Punktprognosen. Warum auch immer, der Mensch mag es wenn jemand ihm sagt, der DAX stünde am Heiligabend bei 13.975 Punkte oder wenn ein Augure „die Zinsen in Italien“ per Jahresende auf 3% festnagelt. Das geht in der Regel schief, was dem Unterhaltungswert von besonders ambitionierten Prognosen jedoch sogar eher nutzt – siehe folgenden Chart mit Datums und Preisangabe.

Bitcoin Prognose, Chris Carolan, Twitter

Nun liegt der Preis derzeit nicht 63% tiefer als zum Zeitpunkt der Prognose sondern 42% höher, aber diese Unterschied macht ja kaum etwas aus, steht der Bitcoin doch nur 3,7-Mal so hoch wie erwartet. Möglicherweise war aber auch der 28. Oktober gemeint, denn 2 + 8 ergibt bekanntlich 10 und das mit 2,3 multipliziert ergibt 23. Und wem das nichts sagt, der sollte seine Prognosen aber wirklich lieber selber machen.

Und jetzt zum Wetter von gestern!

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12 Kommentare auf "Bitcoin Prognose im Rückspiegel"

  1. Also, ich habe mir eben den Chart des Bitcoin mal angeschaut.

    (http://www.finanzen.net/devisen/bitcoin-euro-kurs)
    Stellt ihr das Diagramm auf einen 5 Jahres-Zeitraum, werdet ihr es schwer haben nicht an eine Übertreibung zu denken. Das sieht eindeutig nach Fahnenstange, bzw. Blase aus.

    Der Bitcoin wird in dem Chart mit dem Euro verglichen. Okay. Natürlich lässt es sich mit einem Toten gut raufen. Aber so gut nun auch nicht. Die Fahnenstange wird kippen, die Blase platzen.

    Alles im Niedergang, man.
    Markus

  2. Bankhaus Rott sagt:

    Hallo Markus,

    es geht natürlich im Artikel nicht um Übertreibung versus keine Übertreibung sondern lediglich um allzu selbstsichere Prognosen mit exakten Tagesangaben und den Abgleich mit der Realität.

    Nichts genaues weiß man eben nicht. Der Chart ist schon bemerkenswert und wird sicherlich noch für Unterhaltung sorgen.

    Noch interessanter wird es natürlich im Vergleich zu Währungen, die sich im Todeskampf befinden, wie etwa die Lira oder den Argentinischen Peso, gegen den selbst der Euro seit 2000 um mehr als 1600% zugelegt hat. Wie heißt es so schön, der Gewinner ist der mit dem sauberstes schmutzigen Hemd.

    Wir wissen aber, dass wir Ihnen und allen Lesern einen schönen Sonntag wünschen!

    Beste Grüße
    Bankhaus Rott

  3. Insasse sagt:

    Und nun noch zur Fernsehwerbung von heute: Habe eben nicht schlecht geguckt, als zur besten Sendezeit auf einen Sender mit einer 7 im Namen, Werbung für eine Schweizer Bitcoin-Börse lief. Hat mich irgendwie an „alte Zeiten“ erinnert, als ein damals noch reichweitenstarkes Papierprodukt mit vier Buchstaben im Namen Werbung für den Einstieg in Aktien machte (wir erinnern uns, was danach geschah). Schaun mer mal, ob sich Geschichte wiederholt oder zumindest reimt.

    Grüße aus der Anstalt vom Insassen

    • Bankhaus Rott sagt:

      Hallo insasse,

      großartig. Wir durften kürzlich im Netz die etwa sieben Sekunden andauernde Werbung für „Ether Trading“ anschauen. Grotesk.

      Beste Grüße
      Bankhaus Rott

      • Insasse sagt:

        Guten Morgen Bankhaus Rott,

        ich wollte gar nicht gegen den Bitcoin und die dahinterstehende Idee anschreiben. Es ging mir nur darum den (grundsätzlichen) Gedanken aufzugreifen, dass wenn ein Anlageprodukt in Richtung der breiten Masse des potenziellen Anlegerpublikums beworben wird (was im Fernsehen der Fall ist), erfahrungsgemäß oftmals ein Hochpunkt im Kurs bevorsteht, weil es im Zuge der daraufhin einsetzenden Käufe sukzessive keine ausreichende Anzahl weiterer Interessenten mehr gibt, die den Kurs weiter ausreichend befeuern können. Ob wir beim Bitcoin bereits an diesem Punkt sind, kann ich nicht beurteilen. Möglicherweise muss dazu auch erst Manfred Krug wieder auferstehen und vor der Tagesschau in der Börse im Ersten für Bitcoin Werbung machen. 😉

        Schöne Grüße und einen Bitcoin freien Feiertag wünscht Ihnen der Insasse!

        • Bankhaus Rott sagt:

          Hallo insasse,

          mal sehen, wer diesbezüglich in die Fußstapfen von Manfred Krug tritt. Vielleicht ja ein paar Tatorkommissare aus der zweiten Reihe oder ein „Prominenter“, der sich fragt, was nach dem Dschungelcamp noch kommen kann 🙂

          Das interessante an der Entwicklung ist das Gefühl, dass zumindest in Deutschland kaum jemand an Bord ist. Für die meisten ist das Thema bestenfalls skurril und diejenigen, die mitmachen, haben meist ein Konto bei einer der „Börsen“ und kein wallet, dessen private key nur sie selbst kennen.

          Die Werbung wird vermutlich vor allem darauf abzielen, Leute, die es nicht schaffen sich ein wallet anzulegen schnell noch auf eine der sich ausbreitenden Zockerplattformen zu locken, auf denen irgendwelche Derivate auf Cryptos gehandelt werden. Das kommt gut an, weil man sich dort in 30 Sekunden anmelden kann. Frei nach dem bei deutschen Finanzmarktspielern beliebten Motto „wenn man schon schnell reich werden soll, dann bitte ohne Aufwand“.

          Das wird natürlich auch dieses Mal für die meisten direkt aufs finanzielle Schaffot führen…

          Ihnen auch einen schönen Feiertag
          Bankhaus Rott

          • Insasse sagt:

            Hallo Bankhaus Rott,

            „Das interessante an der Entwicklung ist das Gefühl, dass zumindest in Deutschland kaum jemand an Bord ist. “

            Ich gehöre auch dazu. Noch nicht mal „Spielgeld“ setze ich dafür ein (beim Kurs von 30 US-Dollar-Cent und dem heutigen Wissen über die Kursentwicklung, hätte ich es sicher gemacht 😉 ).

            Zwei Gründe:

            1. Die Kursvervielfachung ist bereits außergewöhnlich (Gut, das muss nicht heißen, dass es nicht noch viel weiter gehen kann. Immerhin führt der Börsenbetreiber CME nun sogar Bitcoin-Terminkontrakte ein. Derartige Aktivitäten werden Bitcoin noch bekannter machen.)

            2. Der viel gewichtigere Grund: Für mich gibt es keinerlei Anhaltspunkte, irgendwie geartetes Vertrauen in dieses Projekt aufzubauen. Weder kenne ich den oder die „Organisatoren“, noch weiß ich, ob die Funktionsweise der Software tatsächlich dem entspricht, was darüber veröffentlicht wird. Ich kann die Software mangels entsprechender Programmierkenntnisse auch nicht nachvollziehen, genauso wenig, wie ich irgendeine andere komplexe Software nachvollziehen kann. Wie soll ich denn kontrollieren, ob es tatsächlich nur die angegebene Anzahl von Bitcoins gibt und geben wird? Kann und soll ich der Blockchain-Technologie insoweit wirklich vertrauen? Leistet sie in der Realität und speziell für dieses Projekt tatsächlich das, was sie vorgibt zu leisten? Oder gibt es Manipulationsmöglichkeiten, wie bei jeder Software (und jedem Produkt, dass Anlegern schmackhaft gemacht und verkauft werden soll)? Das Kernargument ist also der mögliche Unterschied zwischen schöner Theorie und möglicherweise nicht so schöner Praxis. Dies wäre nun wahrlich keine neue Erscheinung.

            Der Krypto-Hype könnte auch nichts anderes sein, als die sehr viel versprechenden, aber nichts haltenden und daher völlig wertlosen Unternehmen des damaligen Neuen Marktes. Wer garantiert mir, dass es dieses Mal anders ist?

            Meine Frage an Sie: Auf welchen für Sie tatsächlich nachvollziehbaren Umständen basiert denn Ihr Vertrauen in diese „Währung“? Ich freue mich auf nochmalige Antwort.

            Schöne Grüße vom Insassen!

          • Bankhaus Rott sagt:

            Hallo Insasse,

            wir werden und würden natürlich niemanden raten an diesem oder anderen Spekulationen teilzunehmen. Das muss und sollte jeder mit sich ausmachen. Wir haben auch nicht mehr oder weniger Vertrauen in „Cryptos“ als in alles andere was uns jemand verkaufen will. Wir hoffen unsere Artikel vermitteln nicht einen anderen Eindruck. Wir finden das Thema lediglich spannend. Das anscheinend noch nicht viele an Bord sind sollte nicht als Argument verstanden werden, an Bord zu springen. Es soll nur daran erinnern, dass der richtige Irrsinn noch bevorstehen könnte. Man stelle sich vor es kommen die ersten ETFs und Sandra Maischberger und Walter Riester fragen die Reste des TV schauenden Volkes „Wie soll die Rente ohne bitcoins funktionieren“? Sie wissen schon, digital first und Bedenken second und so 😉

            Die als „Währungen“ bezeichneten tokens sind ja in der Regel lediglich Nebenprodukte der jeweiligen dezentralen Software. Diese tokens können später sehr viel wert sein, wenn die entsprechende Software genutzt wird, oder auch nichts, was oft der Fall sein wird. Wir gehen davon aus, dass es perspektivisch sehr attraktive tokens geben wir, die aber derzeit möglicherweise noch gar nicht existieren. Wir halten einen Punkt aus heutiger Sicht allerdings für sehr spannend. Wenn man nicht anhaltbare Programme schaffen kann, die über ein eigenes Budget verfügen und de facto autonom handeln können, muss das nicht gleich die Vorstufe des „Skynet“ aus den Terminator Filmen sein. Die Tendenz geht jedoch in diese Richtung.

            Von daher können wir Ihr Misstrauen gut nachvollziehen, selbst wenn der Quellcode ja nicht selten offengelegt wird und im Vergleich zu vielen „normalen Programmen“ geradezu banal einfach ist. Das liegt natürlich auch den bisher eher mageren Lösungen. Unser Misstrauen erstreckt sich jedoch genauso auf das übliche Buch- und Papiergeld, das ja eine Historie aufweist, bei der am Ende oft die Null stand oder auf 100-jährige Hochrechnungen der Erträge von Investmentfonds, die es erst ein paar Jahrzehnten gibt.

            Von daher halten wir es mit schönen Satz: In God we trust. All others pay cash.

            Beste Grüße
            Bankhaus Rott

  4. Insasse sagt:

    Hallo Bankhaus Rott,

    besten Dank für Ihre Anmerkungen. Das Thema bleibt auf jeden Fall spannend. Auch ich beobachte es, wenn auch nicht investiert.

    In diesem Sinne nochmals schöne Grüße vom Insassen

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