Öko-Watt: Wenn heiße Luft erkaltet

9. August 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Frank Meyer  Der Hauch der Vergänglichkeit kriecht aus der Gruft der einst so stolzen Solaraktien. Manchmal steht an der Börse eine Leiche von ihnen auf und schafft es mit einer Kurskapriole kurz in die Schlagzeilen. Dann wird es wieder ruhig…

Den künstlichen Öko-Watt-Boom hätte es in der heutigen Form nicht gegeben, wenn sich nicht der Staat mit milliardenschweren Subventionen eingemischt hätte. Einige wurden reich. Aber alle zahlen…

Es ist keine neue Erkenntnis, nur die Bestätigung alter Thesen: Politik ist teuer, wenn der Wahn einen Sinn sucht und dabei auf Geld stößt. Einem Staat steht Geld schier grenzenlos zur Verfügung – ob über Steuern oder Neuverschuldung. Politische Ideen zu verkaufen, ist das kleinste Hindernis, wenn eine Mehrheit der Betroffenen heiße Herzen verspürt und mangels Wissen oder Erfahrung auf Propaganda hereinfällt. Mehrheit ist Mehrheit. Ziele der Politik lassen sich nach Bedarf jederzeit verändern. Die Branche der erneuerbaren Energien ist nur ein Beispiel von vielen, wahrscheinlich aber nicht annähernd so teuer wie die Verteidigung des künstlichen Euro. Geld spielt keine Rolle, und das von Steuerzahlern ohnehin nicht.

Licht an!

Das waren noch Zeiten, als der TecDAX an der Frankfurter Börse noch Sonnenindex genannt wurde. Er bestand damals überwiegend aus Solar – Wind – und anderen Bio-Boom-Titeln. Die moderne Religion des Ökowandels schlug ihre Schneise bis aufs Parkett, wo die Börsengänge der heutigen Pleitiers viel Geld zum Verheizen in die Kassen spülte. Viel konnte man gewinnen und dann noch mehr verlieren, wenn man dieser Religion entsprechend großen Glauben schenkte.

Ich bin sicher, wenn staatlich subventionierte Hüpfburgen am Stand von Sylt an die Börse gegangen wären, ihr Platz im TecDAX wäre sicher gewesen.

So aber gibt es nun eine weitere Lektion zu lernen: Wenn sich der Staat in Märkte einmischt, sorgt er für einen künstlichen Boom und Wildwuchs, der unter Umständen mit noch mehr Geld beseitig werden muss, wenn er systemrelevant genug geworden ist. Inzwischen sind die Milliarden vernichtet … Werte, die es nie hätte geben dürfen…

Wie bei allen staatlichen Eingriffen gilt es zuerst, die Herzen der Mehrheit zu gewinnen, deren Unwissenheit anzuzapfen – und dann Schläuche an ihre Geldbösen zu legen. Wenn es besonders gut läuft, sind diese Vorgänge von Jubel begleitet. Reichen die Umlagen nicht aus, steigt eben die Neuverschuldung. Arbeitsplätze kosten heute viel Geld.

Sicherlich ist es eine gute Idee, aus Sonne und Wind Strom zu erzeugen und aus Biomasse Gas zu gewinnen – wenn es der Markt hergibt. Warum nicht? Nach nur einem Jahrzehnt ist Deutschland mit Windrädern „verspargelt“. Auf den Feldern wächst Mais bis zum Horizont und auf den Dächern blitzen kreditfinanzierte Solaranlagen in tiefem Blau. Wir fahren mit E10, dem aus Nahrungsmitteln produzierten BIO-Sprit mit fragwürdiger Energiebilanz. Auch diese einst hoch gejubelte Branche liegt am Boden.

Die Solarbrache konnte nur wachsen, weil ihr staatliche Beihilfen in Höhe von 100 Milliarden Euro halfen. Jeder Steuerzahler hat den Solarstrom mit über 1000 Euro subventioniert. Geschenkt! Aus dem Nichts entstand ein neuer Industriezweig, der nur mit staatlicher Stütze überlebten konnte. Je größer er wurde, desto mehr kostete er. Von 2000 bis 2012 flossen 31 Milliarden an die Betreiber von Photovoltaik-Anlagen. Laut Rheinisch-Westfälische-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) fallen bis 2032 weitere 108 Milliarden Euro an. Jeder geplante Einschnitt in die Förderung wurde von den Lobbyisten als Anschlag auf die „Energiewende“ gegeißelt. „Anschlag“ und „Energiewende“… zwei politisch emotional versehene Themen… (Seite 2)

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