Billige Weihnachtsgeschenke. Danke für Nichts!

13. November 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Also, wenn es an der Börse mal nicht so klappt, verzagen Sie nicht! Die nächste Steuersenkung steht vor der Tür. Wir werden reich! Zumindest theoretisch…

Man muss die Dinge immer optimistisch sehen, also immer schön lächeln – mangels Informationen. Sollte die Steuersenkung in Höhe von sechs lächerlichen Milliarden etwa an der SPD im Bundesrat scheitern? Weit größere Beträge haben es da viel einfacher, vor allem, wenn sie in den Süden auf Reise geschickt verschickt werden.

Nach offizieller Lesart stiegen die Preise im Oktober 2,5 Prozent. Am Ende bleibt wieder ein Minus im Geldbeutel. Bleiben Sie optimistisch! Langfristig gesehen sind wir ohnehin alle tot. Wer möchte wegen eines einziges Euros pro Tag zusätzlich seine Blutbahnen einem zu großen Druck aussetzen?

Schauen Sie, wie an der Börse ist das halbe Leben Psychologie. Deshalb kommt die frohe Steuerbotschaft genau richtig vor dem Weihnachtsfest und der Autor dieser Zeilen bekommt Hitzewallungen wie in den Wechseljahren. Die Frage steht drohend im Raum, was ich mit zusätzlichen 25 Euro im Monat anfange, wenn es überhaupt so viel sein werden. Tränen der Freude verschleiern meinen Blick. 90 Cents am Tag reichen für eine zusätzliche Spritztour um den Block, eine Stunde Extra-Glühlampen-Strom und ein Extra-Telefonat mit Schwiegermutti.

Wahrscheinlich aber werde ich dieses Eurönchen sparen. Nach 35.000 Tagen kaufe ich dann ein neues Auto. Vielleicht sollte ich den Zaster ausgeben und damit die Wirtschaft ankurbeln, denn was man mir heute schenkt, reißt man mir morgen vielleicht schon wieder doppelt aus dem Geldbeutel. Und wenn nicht, besorgt das die künftige Teuerung, wenn die EZB bald schon alternativlos das eine oder andere Billiönchen zusätzlich druckt.

©Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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6 Kommentare auf "Billige Weihnachtsgeschenke. Danke für Nichts!"

  1. Andre sagt:

    Immer wieder nett deine Kolumne zu lesen. Warum 35.000 Tage sparen? Du hast doch richtig geschrieben – am Ende steht der Tod! Mein Tipp lautet also 90 Tage sparen (immerhin 34.910 Tage gespart) und zwei Unzen Silber (am besten Lunar 😉 ) kaufen – und daran erfreuen! Diese Münzen hast du dann länger als sieben Jahre. Und das beste, du gibst noch nicht einmal die ganzen 75€ aus!

  2. rolandus sagt:

    Da fehlt aber noch die eine Unze Silber pro Jahr!!!!!! Vielleicht will das die Regierung ja damit von hinten -mit- der -Gabel- durch- die -Wurst -ins -Auge- sagen???

    Schöner Text und die LN können mal wieder stolz auf ihren Kolummnisten sein.

    Schön Gruß ins Ried
    rolandus

  3. Avantgarde sagt:

    Ich muß eine kleine fachliche Ergänzung zu diesem so wahnsinnig großzügigen Geschenk anbringen welches ja angeblich für die „kleinen Einkommen“ sein
    soll.

    Die Steuertabelle verläuft nun einmal progressiv – das und die tatsächlichen Entlastungen sind nicht hinwegzudiskutieren.

    Bedeutet:

    Einkommen unter dem Grundfreibetrag von 8004 Euro.
    Entlastung NULL !!

    Einkommen über dem Grundfreibetrag
    Entlastung um die 20 Euronen

    Einkommen über 250.400 Euro
    Entlastung um die 190 Euro.

    Mag sein, daß bei der Partei der besser Verdienenden das Einkommen erst bei 250400 beginnt….

    Das mantraartige wiederholen des Satzes „…für die kleinen und mittleren Einkommen..“ ist jedenfalls ziemlich schäbig.
    In keiner Nachrichtensendung wird es versäumt darauf hinzuweisen.

    Es ist technisch ja nicht zu vermeiden, daß die oberen Einkommen ebenfalls profitieren – und wenn man das ehrlich vermittelt auch kein Problem.

    Aber ständig den Anschein zu erwecken, daß ausschließlich die kleinen Leute davon profiterten ist eine schliche LÜGE!

    • auroria sagt:

      [„Es ist technisch ja nicht zu vermeiden, daß die oberen Einkommen ebenfalls profitieren“]

      Och das wäre kein Problem, man muss nur im Gegenzug den Spitzensteuersatz anpassen.
      Genauso könnte man eine echte große Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen finanzieren, die den Staat keinen Cent kosten würde, wo Schwarz-Gelb aber behauptet dass für so etwas derzeit kein Geld da ist.

      • Avantgarde sagt:

        Ja – KÖNNTE man – passt aber wohl nicht in deren Konzept.
        Die haben ja das große Vorbild USA 🙁

        Man kann nur hoffen, daß sich die Leute dieses Mal nicht kaufen lassen und den Hoteliers-Bonus noch nicht völlig vergessen haben.
        1,1 Millionen Euro hat die FDP binnen eines Jahres von der Düsseldorfer Substantia AG als Parteispende dafür übrigens erhalten.

  4. MARKT sagt:

    Leute es gibt doch jetzt ein ganz anderes „viel größeres“ Problem. Die Nazizes nehmen Deutschland ein. Auf dieses Problem sollten wir uns konzentrieren.

    Was sind denn da die unaufhörlichen Geschenke an das Establishment. Und die Rechten schlagen auch noch immer zum richtigen Zeitpunkt zu.
    Von den USA lernen heißt siegen lernen.

    Die Propagandamaschinerie läuft auf vollen Touren. Und die Deutschen empören sich über die wahren Probleme.

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