Bewegt sich da was?

23. April 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Was gibt’s Neues? Nicht viel, außer das übliche Geplänkel. Dabei haben doch politische Börsen angeblich so kurze Beine. Unsinn! Wir leben inmitten voll-politisierter Märkte…

Kaum etwas ist frei, außer die Gedanken. Noch. Die Nullzinspolitik produziert inzwischen prächtige Verrücktheiten und Märkte atmen nur noch ein und selten aus. Ob das gut geht? Es kann noch verrückter werden. Man sollte den gesunden Menschenverstand ausschalten, denn er stört.

Historisch gesehen, war die US-Börse 1929 und 1999 teurer als heute. Der DAX ist im Vergleich viel billiger, was nicht heißt, dass er billig ist. Aktien sind erst billig, wenn sie keiner möchte. Man wird das spüren. Eine kleine Meldung lässt dennoch aufhorchen. Laut der Bank of Amerika Merrill Lynch kehrt sich der Finanzstrom aus Europa in die USA um, was die Eurostärke erklären könnte. Das könnte wichtig sein. Vielleicht…

In den letzten zehn Jahren stieg der DAX auf seiner Tafel um 64 Prozent. Man präsentiert uns hier aber den Performance-Index, welcher weit besser abschneidet als der echte DAX (Kursindex). Dieser, aufgepumpt durch die Dividenden, wirkt wie ein Irrlicht. In den USA werden die Dividenden aus dem Index herausgerechnet. So ist der echte DAX nur um 19 Prozent gestiegen, der Dow Jones aber um 59 Prozent. In der gleichen Zeit wurde der Euro gegenüber dem US-Dollar um 21 Prozent billiger. Für ausländische Investoren war wenig zu holen. Das könnte sich ändern.

Wenn sich der Kapitalstrom wirklich umdreht, könnten es spannend werden. Dann könnten europäische Aktien die Nase vorn haben, vorausgesetzt, das Euro-Gebilde hat Bestand. Haben Sie Zweifel? Wenn die EZB schon sagt, der Euro wäre unumkehrbar… Und wie war das mit dem Glauben?

Was aber passiert, wenn die trumpsche Fata Börsiana doch ins Wanken kommen sollte? Halten Sie für den Fall ein paar Groschen beiseite. Und wer dem allem nicht traut – es gibt ja noch Gold, wenn da draußen die Wogen doch höher schlagen als sich das Experten überhaupt vorstellen können.
© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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