Bewaffnete Gesundheits-Erzwinger

10. Dezember 2013 | Kategorie: Gäste

von Bill Bonner

Die Wirtschaft erholt sich – oder vielleicht auch nicht. Zuletzt las ich in der New York Times einen Artikel, der um „Obamacare“ ging…

Der „Affordable Care Act“, um das beim offiziellen Namen zu nennen, scheint zu emotionaleN Ausbrüchen zu führen. Die Konservativen sind dagegen. Die Liberalen dafür. Und die New York Times, welche früher das Journal der liberalen Intelligentsia war, ist so stark dagegen, dass die alte grauhaarige Lady nicht mehr klar denken kann.

Vor ein paar Tagen hatte ich ein Gespräch mit einem Yankees-Fan:

„Was ist mit den Republikanern los?“ fragte sie, als ob ich das wissen würde. „Die sehen wie Idioten aus, weil sie versuchten, die Regierung wegen Obamacare lahmzulegen. Das Gesundheitssystem in diesem Land ist fürchterlich. Zumindest versucht Obamacare, ein besseres System einzuführen.“

„Ich weiß nicht, was mit den Republikanern generell nicht stimmt“, antwortete ich. „Aber es ist nicht notwendigerweise falsch, gegen Obamacare zu sein. Und die Regierung lahmzulegen ist nicht notwendigerweise schlecht.“

Ich begann ihr zu verklären, warum. Aber es war hoffnungslos. Sie war davon überzeugt, dass eine staatliche Krankenversicherung Vorteile bringen würde…und dass jeder, der dagegen sei, ein falsch liegender Problembereiter sei.

In der Times wurde dieselbe Position vertreten.

Ja, einige Unternehmen wurden dazu gezwungen, ihre Versicherungsprogramme zu beenden. Aber die freiwilligen Abkommen, welche zwischen Käufern und Verkäufern von Versicherungen waren von geringem Interesse.

Die Versicherungspolitik, welche durch Obamacare verboten wird, ist „nicht wert, weiterzubestehen“. Woher wollte sie das wissen?

„Einige hatten Selbstbehalte, die so hoch wie 10.000 Dollar waren“, berichtete die Times.

Was ist falsch mit einem hohen Selbstbehalt? Meiner Ansicht nach sollte das so für alle sein. Denn das schützt gegen gesundheitliche Kalamitäten, aber es lässt den Großteil der eigenen Kaufkraft (und die Fähigkeit, selber zu entscheiden) in den eigenen Händen.

Es entmutigt auch die Leute, zu oft zum Doktor zu gehen und zu viele Medikamente zu nehmen. Bei den Krankenversicherungen ist es wie überall. Ein bisschen ist wahrscheinlich gut. Viel davon ist desaströs…teuer…und manchmal tödlich.

Die Times teilt uns mit, dass alte Leute mit Obamacare Vorteile haben werden, aber dass die Versicherungskosten für „junge, gesündere Patienten wahrscheinlich steigen werden.“

Richtig. Junge Menschen ausrauben!

Aber wen kümmert es, was ich denke? Nicht die Times und nicht die Obama-Regierung! Die wissen am besten, was für eine Gesundheitsvorsorge wir brauchen – und alles andere. Und da sie die NSA haben, das FBI, die IRS, die CIA, SEC un TSA…und viele Waffentäger hinter ihnen….ist das, was DIE wollen, das, was WIR bekommen.

Kann die Gesundheit von Menschen verbessert werden, wenn man sie herumkommandiert?

Es ist lustig, wie ein Gedanke zum nächsten führt, egal ob man es will oder nicht.

Ich habe mich mit der Nutzung von Gewalt und Macht in der modernen Welt beschäftigt. Zahlt sich das aus? Selbst wenn es genutzt wird, um den „Terror zu bekämpfen“?

Meine Antwort: Vielleicht nicht.

Soweit ich weiß ist der Terrorismus eine Bedrohung für die westliche Zivilisation und unsere Lebensweise, und deshalb sollen wir zumindest eine Billion Dollar pro Jahr (inklusive Pentagon-Haushalt) ausgeben, um uns zu schützen.

Wir schicken unbemannte Flugkörper, um Leute zu töten, die wir nie getroffen haben – oder auch nur von ihnen gehört haben. Und wir geben der NSA und anderen Milliarden Dollar (sie sagen uns nicht, wieviel), und lassen die Tausende Menschen einstellen (sie sagen uns nicht, wie viele), und lassen die so ziemlich das tun, was sie wollen (sie werden uns nicht sagen, was).

Und raten Sie mal. Das funktioniert nicht. Warum nicht?

Mehr dazu demnächst.

Quelle: Kapitalschutz Akte

Bewaffnete Gesundheits-Erzwinger (von Bill Bonner)

Weitere Informationen: Investor Verlag

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6 Kommentare auf "Bewaffnete Gesundheits-Erzwinger"

  1. bluestar sagt:

    Ach ja, der sogenannte Kampf gegen den Terrorismus.
    Wenn man sich etwas intensiver mit 9/11 beschäftigt, unabhängige Piloten, Fluglotsen, Physiker, und Zeugen hört und dazu noch den lächerlichen Abschlussbericht der Administration betrachtet dann wird die Sache unglaublich. Man muss sich das einmal vorstellen, es gab Mord an über 3000 Menschen und keine Aufklärung, keine Untersuchung, keine Prozesse mit Zeugenvernehmungen, Verurteilung von Helfershelfern, Duldern oder Pflichtverletzern. Und das in einem Land, wo gegen jeder Kleinigkeit prozessiert wird.
    Somit war dies schon die Verabschiedung von einem Rechtsstaat, sofern es den gab.
    Als Ergebnis stehen mehr Kriegseinsätze, mehr tote Zivilisten, mehr Waffenexporte, mehr Profit der Rüstungsgiganten, mehr öffentliche Schulden, mehr ungelöste regionale Konflikte, mehr Demagogie, mehr Spionage durch Geheimdienste, mehr Überwachung der gesamten Gesellschaft, mehr staatliche Willkür und drastische Einschränkung bürgerlicher Freiheiten und Rechte in den USA durch die Patriot Gesetze. Alles Maßnahmen zur Zersetzung einer freiheitlich bürgerlichen Gesellschaft. Aber das scheint nur eine Minderheit zu stören, auch in Deutschland. Nach einer aktuellen Umfrage fühlen sich 75% der Deutschen selbst durch die flächendeckende NSA-Spionage nicht bedroht. Aber vielleicht darf man solchen Umfragen nicht blind vertrauen? Das wäre dann ein Hoffnungsschimmer das uns unsere Freiheit doch noch etwas wert ist.

  2. FDominicus sagt:

    @Bluestar: Sie schreiben es. Nun 75 % der Deutschen haben ja auch kein Problem damit CDU/SPD/Grüne/Linke zu wählen ;(

    Und ist es nicht das Ziel aller Politik sich bessere Untertanten zu „erziehen“? Oder ist mir da irgdenetwas aus der Geschichte entgangen?

  3. Skandinavienfan sagt:

    Herrlich, dieser Haushaltskompromiss heute in Washington – und vor allem, wie er einmal wieder von Santelli & Co. verarbeitet wurde… mindestens unterhaltsam 😉 !

    http://www.zerohedge.com/news/2013-12-11/santelli-stockman-blast-festering-fiscal-budget-deal-betrayal

  4. kruemel sagt:

    Mal ein ganz andere Ansatz.
    Es gibt keinen Markt für Gesundheit!
    Wenn ich einen neuen CD Spieler haben möchte, werde ich Ihn mir dann kaufen wenn meine Nachfrage auch dem Angebot entspricht.
    Habe ich jedoch ein tödliche Erkrankung und es gibt eine Heilung, habe ich diese Wahl nicht. Ich werde alles dafür Aufbringen um dieses Heilung zu erkaufen, egal was es kostet. Denn, wenn ich Tod bin, habe ich nichts vom Ersparten. Somit kann NIE ein echtes Equilibrium zwischen Angebot und Nachfrage entstehen.
    Somit gehört das Gesamte Gesundheitssystem nicht in die „Freie“ Markwirtschaft.
    Da jeder Einzelne nicht über unendlich viele Ressourcen verfügt, ja selbst die „Gesellschaft“ nicht über unendlich viele Ressourcen verfügt, kann nur die „Gesellschaft“ darüber entscheiden, wie viele Ressourcen für die „Gesundheit“ aufgebraucht werden und wofür.
    Denn nur die „Gesellschaft“ kann letztendlich Entscheiden und somit die Verantwortung für diejenigen Übernehmen die Aufgrund der knappen Ressourcen sterben müssen.
    Ausdrücklich ist mit „Gesellschaft“ NICHT der Staat gemeint, sondern jedes einzelne Individuum einer „Gesellschaft“.

    • markku sagt:

      „Viel hilft viel“, nicht wahr? Das ist genau Ihr Denkfehler, mit dem Sie immer größerer staatl. „Gesundheits“-Politik das Wort reden. Es soll Länder geben, in denen weniger als halb so oft herumgeschnibbelt wird und die Leute trotzdem genauso alt werden. Die wahren Profiteure Ihres Ansatzes sind alle möglichen Mitspieler des Systems aber nicht unbedingt die Patienten!

      Zudem ist nicht jede Krankheit gleich lebensbedrohlich, sodass man in den Panikmodus verfallen müsste, um horrende Ausgaben zu legitimieren.

      • bluestar sagt:

        Die vernünftigste Lösung wäre doch ein Selbstbehalt von ca. 1000.- pro Jahr.
        Das fördert einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Thema Gesundheit, alle sind für echte Versicherungsfälle abgesichert, es können Milliarden an Beitragsgeldern eingespart und die Beitragssätze spürbar gesenkt werden.
        Aber es hat einen wesentlichen Haken: Die Pharmaindustrie als Profiteur des derzeitigen Systems verliert ihre staatlich garantierten Gewinne. Und da hört der Spaß natürlich auf. Dass sich nichts an diesem Futternapf ändert, dafür sorgen schon die ganzen Lobbyisten mit üppigen Budgets in Berlin.

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