Bevölkerungspyramide stützt Japan

15. März 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Japan hat einen Trumpf im Ärmel: Eine zweite starke Altersgruppe. China fehlt der Unterbau. Eine Bevölkerungspyramide wird deshalb so genannt, weil die Alterstruktur in früheren Zeiten (z.B. Deutschland um 1890) einer Pyramidenform entsprach. Eine solche Struktur entsteht bei vielen geborenen Kindern und einer hohen Sterblichkeit über alle Alterstufen hinweg…

von Robert Rethfeld

 

Je nach Geburtenhäufigkeit und Sterberate sind die Strukturen weltweit völlig unterschiedlich. Als Beispiel für eine verbreiterte Pyramidenform gelten afrikanische Staaten wie beispielsweise Nigeria. Eine solche Form bezeichnet eine sehr hohe Geburtenrate, verbunden mit einer hohen und frühen Sterberate.

Nachdem der Aktienmarkt Nigerias in den vergangenen Jahren stagnierte, steigt er seit dem Sommer 2012 an. Die Bevölkerungspyramide kann im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung Nigerias aufgrund ihrer Gleichmäßigkeit kaum Hilfestellung bieten. Allenfalls sagt sie aus, dass Nigeria über den Stand eines Entwicklungslandes noch nicht hinausgekommen ist. Die Ausbildung einer breiten, konsumfreudigen Mittelschicht, die für gesundes Wirtschaftswachstum unabdingbar ist, scheint sich allenfalls in den Anfängen zu befinden. Denn mit der Ausbildung einer Mittelschicht würde ein Rückgang der Sterberaten der 30 bis 50jährigen einhergehen, da sich diese Schicht eine bessere medizinische Versorgung leisten könnte. Ein solcher „Wohlstandsbauch“ ist auf dem Chart noch nicht zu erkennen.

Die meisten Industrienationen wären froh, wenn sie den aktuellen Bevölkerungsstand halten könnten. Mit einer Pyramidenform wie beispielsweise derjenigen Italiens wird dies kaum gelingen (folgende Grafik). 

Die Altersklasse der 40 bis 49jährigen ist besonders deutlich ausgeprägt.

Die Bevölkerungspyramide Deutschlands zeigt eine ähnliche Form.

Die stärkste Gruppierung wird von der Altersklasse der 45 bis 54jährigen gestellt. Deutschland ist Italien in der Entwicklung um etwa fünf Jahre voraus.

In Spanien wiederum stellen die 35 bis 44jährigen die stärkste Altergruppe.

Die Schrumpfung – angefangen von der Altersgruppe der 35 bis 39jährigen bis hinunter zu den 15 bis 19jährigen – stellt sich in Spanien drastischer dar als in Deutschland. Es ist erschreckend, dass trotz einer absolut betrachtet geringen Anzahl junger Menschen die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien bei 50 Prozent liegt und die Auswanderungsraten steigen. Die Altersgruppe der 20 bis 24jährigen umfasst 2,4 Mio.; die Gruppe der 35 bis 39jährigen ist fast doppelt so groß… (Seite 2)

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