Beten und Hoffen auf eine neue Runde Geld

13. Juni 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Bill Bonner) Ich sehne mich nach Klarheit. Nach einem Tag der Abrechnung. Doch der scheint noch weit in der Zukunft zu liegen. Die Welt hat darauf gewartet, dass Mr. Bernanke seine Absichten darlegt. Doch stattdessen sagte er nur, er wolle sich seine Optionen offen halten. Das war genug, um den Aktienmarkt ein bisschen in Bewegung zu halten, doch nicht genug, um zu diesem Zeitpunkt den Goldpreis steigen zu lassen…

Sowohl die Gold-Anhänger als auch die Liebhaber des Aktienmarktes zählen darauf, dass die Fed durchkommt. Und so könnte es kommen…

Kürzlich konnte man sehen, wie die obersten 1% der Bevölkerung so reich werden konnten. Die US-Politiker, begünstigt und unterstützt durch die Konsumenten und die Finanzindustrie, haben in den letzten 50 Jahren die private Schuldenlast um den Faktor 50 steigen lassen.

Diese Explosion von Krediten hat die Welt verändert“, schreibt Richard Duncan in seinem neuen Buch ‚The New Depression‘.

Ja… auf der einen Seite machte es die Reichen reicher. Das Geld ging nicht an die Lohnabhängigen. Es floss in Aktien und Anleihen – das Vermögen von den 1%. Der Aktienmarkt begann seinen epischen Bergaufmarsch 1982. Seit dem ging es 13mal hoch (gemessen am Dow). Auch das BIP der USA stieg 13mal an.

Doch viel von diesem Wachstum“ des Aktienmarktes und des BIP dieser Zeit war unecht. Das Maß an dem dieses Wachstum gemessen wurde, war der Dollar. Und der Dollar täuschte, weil er von den Feds gestreckt wurde.

Man betrachte, was in den letzten zehn Jahren passiert ist. Seit ihrem Tiefpunkt Anfang der 2000er sind Aktien etwa 50% gestiegen. Die Investoren könnten denken, sie hätten die Nase vorn bei diesem Spiel.

Doch misst man diese Steigerung in Bezug auf Gold, so lösen sich die Gewinne in Luft auf. Stattdessen sind Aktien 16% RUNTER gegangen. Bei Öl sind die Aktien sogar noch tiefer gefallen: – 43%.

Und nun sagen uns die Feds, die Wirtschaft sei in Genesung“. Ja, sie geben zu, dass es keine riesige Genesung ist, doch die Wirtschaft wächst. Und wenn wir nur lange genug warten, wird alles in Ordnung gebracht.

Ach ja? Bei diesem Tempo erreichen die USA niemals volle Beschäftigung, weil es jeden Monat mehr Menschen sind, die nach Arbeit suchen als jene, die welche finden. Warum? Weil nur wenig dieses Wachstums“ real ist. Es ist nur das, was passiert, wenn man zusätzliche 2 Billionen Dollar in Bargeld und Krediten ins System schmeißt.

Doch die Investoren scheint es nicht zu interessieren, ob dieses Wachstum real ist oder nicht. Stattdessen warten sie, beten und hoffen auf eine neue Runde GELD! Sie wollen dieses alte Elixier, mehr Cash und Kredite, dieses Wundermittel, dass die Fed nutzen um die Wirtschaft erblühen zu lassen… (Seite 2)

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7 Kommentare auf "Beten und Hoffen auf eine neue Runde Geld"

  1. FDominicus sagt:

    Mit Geld als Wert hätte man eine Chance sich selbst zu erhalten. Mit dem Schnipseln der Fed wird denjenigen die diese Schnipsel zuerst in Händen halten mehr oder minder alles und alle ausgeliefert.

    Die Manipulateure profitieren und der Rest zahlt drauf, das ist Scheingeld“recht“.

    Oder wie es hier auch heißt Zombifizierung…..

  2. Dedu sagt:

    Liebe Wirtschaftswissenschaftler, es wird klar, dass der ganze Neoliberalismus falsch ist. Denn einen freien Markt hat es nie gegeben. Konnte ja keiner ahnen…Dann wäre jetzt die Zeit gekommen, sich mal mit der Realität auseinanderzusetzen. Wer soll die angehäuften Schulden zahlen, die ein übermächtiges Deutschland den anderen EU Staaten verschafft hat. Jawohl, Deutschland ist falschen ökonomischen Dogmen gefolgt und ist deshalb umso mehr verantwortlich! Leider ist die Konsequenz die, dass Alle die kommenden Rechnungen zu begleichen haben…und die Verantwortlichen immer noch gut wegkommen.

    • Fnord23 sagt:

      Hallo Dedu,
      Lösung des Problems:

      Umbau Europas nach Vorbild der BRD. Steuer/Recht/Sozialsysteme, Länderfinanzausgleich, etc…

      Da bin ich mal gespannt.

      VG aus Sachsen

      • Dedu sagt:

        Durch die unzweckmäßige empirische, mathematische oder induktive Methode, die nur in stabilen Bezugssystemen ihre Gültigkeit hat (Beweis: Gültigkeit der Newtonschen Gravitationstheorie im homogenen Raum versus Gültigkeit der Einsteinschen Gravitationstheorie (Allgemeine Relativitätstheorie) sowohl im dreidimensionalen als auch im vierdimensionalen Raum (Bezugssystem). D.h. Theorien sind nur bezogen auf die jeweilige Wirklichkeit zweckmäßig. Bei den Wirtschaftswissenschaften müssen folglich die empirischen, mathematischen Theorien, die sich immer auf eine stabile Wirklichkeit beziehen, versagen. Die Realität bezwingt jedes Modell. Daraus folgt, dass die Theorien und vor allem die Methode, mit der Theorien konzipiert sind, angepasst werden müssen. Bei instabilen oder nichtlinearen Bezugssystemen (Wirklichkeit) muss die deduktive Methode mit Nachprüfung verwendet werden.

        Im konkreten Fall: Was spricht gegen die Übertragung des BRD Systems auf die gesamte EU?
        Die Produkte der Südländer werden niemals mit deutschen Produkten konkurrieren können, außer über den Preis.
        Eine Entwicklung von weltmarktfähigen Produkten ist eher unwahrscheinlich, aber immerhin möglich.
        Was könnten denn die Südländer produzieren?

  3. […] Rott & Meyer: Beten und Hoffen auf eine neue Runde Geld […]

  4. John Doe sagt:

    Hey, da beschreibt doch Bill Bonner ein lupenreines Ponzi-System!

    Solange „neues“, „frisches“ Geld nach geschossen wird „jubelt die Börse“.

    LTCM, Bernie M. waren gegen den heutigen Finanz-„markt“ Dilletanten. Der Finanz-„markt“ hat sich die gleich tickenden Politik zum Komplizen gemacht. Wozu mag wohl der ESM Vertrag die Passage beinhalten, dass den dort tätigen Politikern, Bankern, „Experten“ all umfassende Immunität zu gestanden wird?

    Wenn Anwälte diesen Passus in einen Vertrag implementieren, dann wissen die Anwälte, was und warum sie das so formulieren!

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