Berge von Gold Oder: Was macht man eigentlich aus den vielen „guten Ratschlägen“?

13. Dezember 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(vom Smart Investor) Von einem vergleichsweise großen Medienecho wurde die jüngste Prognose der US-Investmentbank Goldman Sachs (GS) zur Goldpreisentwicklung begleitet. Die Bank, die entgegen der allgemeinen Wahrnehmung, offiziell noch immer als Nichtregierungsorganisation gilt, proklamierte ein Ende der Gold-Hausse…

Zumindest die Medien nahmen diese Steilvorlage dankbar auf, um wieder einmal vor der Gefährlichkeit des gelben Metalls zu warnen… 

Ein Ende der Gold-Hausse?

Dabei waren die Prognosen der Goldmänner nicht so spektakulär, wie es auf den ersten Blick erscheint. Die Kursziele für die Jahre 2013 (1.800 USD/Feinunze) und 2014 (1.750 USD/Feinunze) wurden zwar nach unten korrigiert, liegen aber noch immer über den aktuellen Preisen. Dies wäre ein außergewöhnlich komfortables Ende einer Hausse.

In seiner Freude über die „gute Nachricht“ übersah der Mainstream allerdings das Naheliegende: Goldman Sachs ist nicht unbedingt ein neutraler Marktbeobachter oder eine Non-Profit-Organisation, die kostenlos Studien unter das Volk streut, auf dass sich dieses eine goldene Nase verdiene.

„Gottes Werk“, wie es GS-Chef Blankfein in unnachahmlicher Bescheidenheit formulierte, tut man dort nämlich nur, solange auch die Kasse stimmt. Und die stimmte nach manchen GS-Studien der Vergangenheit so gut, dass das Unternehmen mittlerweile „einschlägig vorbestraft“ ist, sofern dieser Begriff auf Unternehmen überhaupt anwendbar ist.

Goldenes Kernkapital?

Wenn man dann noch berücksichtigt, dass – wie der Geschäftsführer des Sachwert- und Edelmetallspezialisten Solit Kapital GmbH, Robert Vitye in seinem heutigen Marktkommentar hervorhebt – derzeit heftig um eine Neudefinition des Kernkapitals von Banken gerungen wird und dabei – man höre und staune – nach den Ideen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und etlicher Bankenvertreter Gold wieder eine Rolle spielen solle, wird aus der ganzen Sache vielleicht doch noch ein Schuh.

Tatsächlich hat niemand ein Interesse daran, dass sich das gelbe Metall in den Händen von Krethi und Plethi sammelt, wo es doch für „Gottes Werk“ so dringend benötigt wird.

Auch die „Süddeutsche“ vergießt heute Krokodilstränen über das ungeschickte Anlageverhalten der Leute im Lande: „Deutsche sitzen auf Bergen von Gold“ lesen wir da und kommen vor lauter Sorge kaum in den Büroschlaf. Dabei sind – abgesehen von der Zugspitze – die höchsten Berge der Deutschen doch Staatsanleihen, Termineinlagen und Lebensversicherungen – und das sind Berge, die allen Anlass zur Sorge geben sollten – auch der „Süddeutschen“.

Allerdings sehen auch wir nach der jüngsten „Entspannung“ in der Krise des Euro-Raums – eigentlich eine erneute Verschiebung der „Stunde der Wahrheit“ – ebenfalls für den Moment attraktivere Anlagen (s.u.) als die „Kassenhaltung in Edelmetallen“. Langfristig führt an diesen alternativen Geldformen jedoch kaum ein Weg vorbei und positionieren sollte man sich vorzugsweise dann, wenn es auch preislich attraktiv ist… (Seite 2)

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7 Kommentare auf "Berge von Gold Oder: Was macht man eigentlich aus den vielen „guten Ratschlägen“?"

  1. katzbuckel sagt:

    Am Golde hängt, zum Golde drängt…..letztlich gar nichts. Warum?

    Um das zu erklären, muss leider nochmals das ausgeleierte Beispiel mit den Steinäxten herhalten.

    Wir stellen also alle Steinäxte in Massen her, beklagen eine mangelnde Nachfrage und stellen Kapital zur Verfügung, um letztere anzukurbeln.

    Blöde Frage: Was macht jetzt mehr Sinn, entweder in die Erfindung der Bronze zu investieren oder sein Kapital in Edelmetallen stillzulegen?

    Klare Sache.

    Gerade jetzt gilt es, Risikokapital in Leute und Ideen zu investieren, die neue Märkte aufbauen können.

    Denn, was soll man sich ohne einen echten Fortschritt mit dem gebunkerten Gold und Silber kaufen? Weitere Steinäxte?

    Bitte höflich einmal darüber nachzudenken, was in Gehirnen erst alles ablaufen muss, bevor einer ein Produkt auf den Markt bringen kann, in welches sich zu investieren lohnt.

    Ohne kreative Köpfe vermag Vermögen nichts. Auch dann, wenn es in Edelmetallen angelegt ist.

    • Bummbumm sagt:

      #Gerade jetzt gilt es, Risikokapital in Leute und Ideen zu investieren, die neue Märkte aufbauen können. #

      Aber nein! Gerade das gilt es jetzt nicht! Jetzt gilt es abzuwarten, bis die kreativen Köpfe Risikokapital erhalten haben und die Risikokapitalgeber selbst in Zahlungsschwierigkeiten kommen.

      Anschließend kann man die neuen Märkte billig aufkaufen. Solange hält man sein Pulver trocken. Zb. in dem man zeitweise in Gold investiert.

    • Gandalf sagt:

      Hallo katzbuckel!

      Zitat: „Bitte höflich einmal darüber nachzudenken, was in Gehirnen erst alles ablaufen muss, bevor einer ein Produkt auf den Markt bringen kann, in welches sich zu investieren lohnt.

      Ohne kreative Köpfe vermag Vermögen nichts. Auch dann, wenn es in Edelmetallen angelegt ist.“

      sehr richtig. – Da aber „Innovationen“ nicht geplant werden können, trotz der ständig zunehmenden Anzahl gutmenschlichen „Planer“ um uns herum, ist Gold, die einzige Möglichkeit sein Pulver trocken zu halten, bis die Planer vom Plan ablassen und Innvationen wider Raum geben.

      Zudem ist eine ’sichere Basis‘ nicht nur ein gutes Gefühl, sondern auch die Grundlage für eigene Kreativität und Schöpfungskraft….

      Viele Grüße

  2. Lickneeson sagt:

    Schon erstaunlich, das noch kein Flugzeug in die Zentrale der „Goldmänner“ geflogen ist – verdient hätten sie es.Geld und Macht gepaart mit einer unfassbaren Arroganz die ihresgleichen sucht.

    Aber in den USA sieht man ja vieles anders.Wer reich oder steinreich ist hat sich das genauso selbst zuzuschreiben wie das arme Schwein in der Gosse.Und wenn dann mal ein Präsident z.B. am Gesundheitswesen etwas ändern will kommt der alte Mc Carthy mit seinen Antikommunisten aus der Grube und poltert rum.Naja, jedes Land kriegt was es wählt.

    Wer Gold hat sollte sich freuen und nicht über den praktischen Nutzen, sondern über den Wert(erhalt) nachdenken.Kommt der grosse Crash, dann verkünden die Gazetten am Montag:“Sesterz nix mehr wert“.

    Natürlich kaufen sie nicht Brot mit Goldunzen, aber die Diskussion ist doch mehr als flüssig.Man sollte wie immer an den Märkten weit streuen.Wer all sein Vermögen in Gold parkt kann einem nur leid tun.
    Aktien sollte man immer haben, nur kaufen muss man sie nicht unbedingt heute, sondern nach einem 20-40% Rutsch.

    Das die Süddeutsche über Goldbesitzer jammert zeigt nur, das die Zeitungen bei JEDEM Trend viel zu spät dran sind.Wie immer…

  3. samy sagt:

    The Queen is amused…

    http://www.spiegel.de/video/die-queen-besichtigt-goldreserven-sicher-ist-sicher-video-1241471.html

    Wenn die alte Dame doch wenigstens die Bissprobe an einem Russenriegel gemacht hätte …

    VG

  4. crunchy sagt:

    Goldman Sachs als NGO: Gewissermassen in sofern richtig, als die Regierung, Goldman ihre Organisation zu Verfügung stellt… .
    Bei aller Gelassenheit zu Aktieninvestments muss ich doch einen Unterschied zu Edelmetallinvestments feststellen: Das Sentiment.
    Aktien sind für mich eindeutigt überkauft, von Gold und Silber kann man das Gegenteil feststellen. Auch Bonds, denen die Fed per DauerQE ja goldige Zeiten, nichts anderes als weiter steigende Kurse, versprochen hat, sehe ich gefährdet.
    Ich weiss, Ende letzten Jahres war ich ebenso bullisch. Der Erfolg
    des physischen (Rück-)Kaufs von Silber mit USD 27,50 ist angesichts eines erwarteten Jahresendkurses von USD 30,- eher bescheiden.
    Meine altersbedingte Erfahrung sagt mir: Komm´ich heut´ nit,
    komm ich moje. Unverhofft kommt oft.

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