Bereiten Sie sich auf den Showdown am Aktienmarkt vor…

19. April 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

„Bill, du lebst in einer Traumwelt.“ So oder so ähnlich begann neulich ein Gespräch mit unserem Anwalt in Argentinien. „Du bist zwar ein kluger Mensch. Aber anscheinend bist Du doch nicht wirklich superschlau. Du hast Dir da eine äusserst verlustträchtige Ranch gekauft. Jahr für Jahr werden die Verluste höher…

„Jedes Jahr verlieren wir mehr Geld. Du hast angenommen, sehr schlau zu sein, weil Du sie so billig gekauft hast. Aber sie ist und bleibt ein einziger Verlustbringer und ist alles andere als profitabler Vermögenswert.“

„Schau, das ganze Tal steht zum Verkauf. Die Besitzer geben auf. Diese Jungs haben viel mehr Erfahrung als Du sie hast. Und alle wissen: Es gibt keine Möglichkeit, diese Ranches rentabel zu betreiben. Es ist vorbei. Du lebst in der Vergangenheit. “ Den Rest dieser Geschichte präsentieren wir hier Ihnen demnächst hier im Tagebuch…

Hohe Bewertung des Aktienmarkts

Derweil sagt der Yale-Wirtschaftsprofessor und Nobelpreisträger Robert Shiller, dass die Aktien am obersten Ende der Bewertungs-Fahnenstange stehen. Der Zenit scheint erreicht zu sein. Nur zweimal in der Geschichte standen sie höher am Kurshimmel. Das war 1929 und 1999 der Fall. Und zwar jeweils vor dem großen Börsensturz.

Anstatt die Aktienkurse im Relation zum Vorjahresgewinn zu betrachten, zieht Shiller es vor, den Durchschnitt der Gewinne der letzten zehn Jahre zu betrachten. Und dann auch noch bereinigt um die Inflation. Dies, sagt er, hilft, die normalen Jahres-Schwankungen bei den Gewinnen zu verkleinern. Dadurch erhalte man ein klareres Bild über den wahren Wert. Und bei einem aktuellen Shiller-KGV von 29 beim Leitindex S&P 500 ist die Bühne bereitet für einen „Showdown“. Stellen Sie sich also auf einen Showdown ein!

Enttäuschte Insider

Bloomberg berichtet indes, dass selbst zwei der einflussreichsten Insider der Wall Street, Larry Fink, CEO von BlackRock, und Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, jetzt merken, dass die Lichter langsam ausgehen:

„Fink sagte, dass das U.S.-Wachstum sich aufgrund der Sorge, dass die Agenda der Trump-Regierung evtl. nicht durch den Kongress kommen werde, verlangsamen würde.

Dimon beklagte in einem Brief an Investoren, dass unbestreitbar etwas falsch laufen würde in den USA. Beide CEOs sind Teil einer Gruppe von Geschäftsführern, die Präsident Donald Trump beraten.

Fink brachte weiter seine Enttäuschung über das langsame Reformtempo der neuen Administration zum Ausdruck. Er sagte gegenüber CNBC, dass sich die US-Wirtschaft verlangsamen würde. Sowohl die Verbraucher als auch die Unternehmen warten ab, um zu sehen, ob die neue Regierung bei der Steuerreform und Deregulierung nach dem Scheitern der Gesundheitspläne im März liefern könne.

„Die Sorge ist groß, dass diese vorgeschlagenen Veränderungen immer schwerer realisierbar sein werden“, sagte Fink gegenüber dem Sender CNBC. Er sagte weiter, dass sich die Wirtschaft verlangsame.“

Kostspieliger Mythos

Mal schauen… Kein Ende von Obamacare … keine Kürzungen beim Militär … Sozialkosten bleiben unangetastet … keine Reform des Fake-Geldsystems. Derweil bekriegen sich die Trump-Berater Steve Bannon und Jared Kushner wohl „Non Stop“. Das berichtet zumindest „The Daily Beast“. Derweil verbrennen die Feds massiv Cash und stoßen an die Schuldendecke.

Wie stehen die Chancen, dass die Trump-Team eine große Steuersenkung und großes Infrastruktur-Programm durch den Kongress pauken kann? Schauen wir uns das Ganze ein wenig genauer an…

Der „Trump-Boom“ kann der schlimmste Mythos überhaupt sein; und noch dazu ein sehr kostspieliger. Die Wirklichkeit, die wir sehen, ist, dass das System nicht ernsthaft reformiert werden kann, weil die Leute, die es kontrollieren, es nicht reformieren wollen. Wie Alkoholiker, die noch nicht ganz am Boden sind, sind sie nicht bereit, aufzugeben.

Cronies, Auftragnehmer, Bankiers, Politiker, Wahlkampfspender, Lobbyisten, begünstigte Deep State Industrien und vor allem Wall Street – niemand ist bereit, auch nur ein klein wenig abzugeben. Stattdessen wollen sie immer nur eins: Nämlich noch mehr haben. Wo bekommen sie es her? Von der Besteuerung, der Regulierung und vom Geldsystem.

Generell speist sich Deep State ja durch Besteuerung, Regulierung und durch das Geldsystem. Steuereinnahmen sind eine stetig sprudelnde Quelle. Aber unter dem Srich kann es gefährlich werden, die Steuerzahler zu brutal auszuqueteschen. Irgendwann heulen sie und begehren auf.

Die Insider bekommen auch Unsummen durch Regulierungen zugeschanzt. Regeln, Papierkram, Beschränkungen, Lizenzierung – das alles ist für Unternehmen und Verbraucher nur eines: eine Belastung, eine Kostenbelastung. Aber, auf der anderen Seite stehen die Cronies oder die anderen Kumpels die davon ja massiv profitieren.

Wer gewinnt bei dem Spiel? Die Insider, die die Regeln schreiben, natürlich.

Am interessantesten ist die dritte Quelle: Das Kredit-Geld-System. Wer beklagt sich schon über tiefe Zinsen, billiges Kreditgeld? Sogar Sparer, die schätzungsweise zwei Billionen Dollar wegen der künstlich tiefen Zinsen seit 2009 verloren haben, werden regelrecht zum Glauben gezwungen, dass dieses billige Geld gut für die Wirtschaft sei und die Wirtschaft stimulieren würde. Das System ist unehrlich und unfair.

Ein lieber Leser erklärt uns in dem Kontext folgendes…

„Vor 2009 glaubte ich wie viele andere Menschen folgendes: ich hatte Geld, Ersparnisse und folglich ist mein Ruhestand versichert und abgesichert. Garantiert. Ich nahm an, dass ich diese harte Arbeit der Vorsorge nun bereits erledigt habe. Durch den Crash wurde mir klar, dass meine obigen Ausführungen leider nicht stimmten.

Wenn das Medium des Austausches frei nach dem Willen eines anderen „kreiert“ werden kann und nach seinem freien Willen auch ausgegeben werden kann, dann ist dieser „JEMAND“ buchstäblich und im wahrsten Sinne unser aller Gott. Zumindest von all jenen, die dieses Zahlungsmittel verwenden. Es ist politisches Kapital oder politisches Geld …

Es ist nichts anderes als Diebstahl in ganz großem Stil – und wir dürfen dabei nur zuschauen, wie wir Opfer werden.“

Ein anderer lieber Leser fügt eine weitere wertvolle und wichtige Einsicht hinzu:

„In Leviticus 19, 35-36, steht: „Ihr sollt kein Unrecht begehen bei Gericht, mit Längenmaß, Gewicht und Hohlmaß. Ihr sollt richtige Wagen, Gewichtssteine, richtiges Efa und richtiges Hin haben.“

Und in den Sprüchen 11, 1 heißt es: „Eine falsche Waage ist ein Greuel für den Herrn, aber ein gerechtes Gewicht ist Seine Freude. „

Ich lebte in Japan von 1992 bis 2012; und während dieser Zeit wurde Amerika ungehobelter und weniger ehrlich. Die Distanz gab mir eine Perspektive, die nur wenige andere haben. Ich kann nicht umhin und glaube nun, dass das unehrliche Geld ein subtiler, aber bedeutsamer Faktor für den Niedergang der Moral des gemeinen Mannes ist.“

Es ist leicht, den Diebstahl zu sehen, wenn dieser letztlich durch Inflation bewirkt wird. Ihr Geld verliert an Wert. Tag zu Tag. Und eines ist auch wahr: sowohl die Reichen wie auch die Armen werden proportional ausgeraubt.

Subtiler Prozess

Aber mit Blick auf unbegrenzte und unterbewertete Kredite ist der Prozess bei weitem subtiler. Es ist in etwa so, wie das der Ökonom John K. Galbraith in seinem Buch zum 1929er-Börsencrash mit dem Begriff „Bezzle“ (durch Drogen verursachte Ekstase) umschrieb. Er beobachtete, dass es in jeder Wirtschaft ein gewißes Maß an Diebstahl und Betrug gibt. Aber wenn der Kredit fließt und die Märkte steigen, wächst das Ausmaß der Veruntreuung, die Aufklärungsquote fällt und die „Ekstase“ etabliert sich.

Wahrer Reichtum wandert vom Main Street-Arbeiter zum Deep State Insider … und keiner von ihnen weiß, was wirklich passiert ist. Der durchschnittliche Kerl auf der Straße weiß nicht, wer dafür verantwortlich ist – Mexikaner, Chinesen, Roboter? Der Insider meint, er sei ein Genie. Und die Wirtschaft – und allen voran der wahre Reichtum – gehen zurück.

Unsere Ranch wird zum „Death Valley“

von Bill Bonner

„Zwei von ihnen nannten mich Elisabeth“, sagte Elizabeth. Sie bezog sich auf eine der Frauen der Cowboys und eine der örtlichen Frauen. „Und eine von ihnen stand auch noch mit den Originarios zusammen“ (das sind die sog. Ureinwohner, die Eigentumsrechte an unserem Land geltend machen).

„Das ist das erste Mal, dass mich hier jemand nur mit meinem Vornamen ansprach. Als wir hier ankamen, nannten sie mich Patrona. Dann war ich Doña Elizabeth oder Señora. Jetzt bin ich nur noch Elizabeth. „

Wie sich die Zeiten ändern….

„Bill, du versuchst hier etwas zu schaffen, was nicht (mehr) möglich ist.“

Francisco, unser Anwalt, versuchte uns nicht zu entmutigen. Er versuchte, uns die Realität, in der wir hier leben müssen, verständlich zu machen.

„Das ganze Tal steht zum Verkauf. Die italienische Dame ging nach Italien zurück. Der Schweizer kehrte in die Schweiz zurück. Der deutsche Typ … „

„Er ist Holländer …“

„Nun, er verkauft auch. Keiner von Ihnen schafft es, diese Ranches profitabel zu betreiben. Und sie sind Profis. Außer die Dame aus Italien. Ich glaube, sie ist eine Klasse für sich.“

„Und da ist dieser Kerl aus Buenos Aires, der 90.000 Hektar nebenan hat … und sogar der Alteingesessene in Molinos. Und Luracatao. Das ist eine Farm, die seit Hunderten von Jahren im Besitz der gleichen Familie ist. Ich weiß das, weil die Farm meiner Familie gehört. Und sie verkaufen sie auch.“

Schlechte Bedingungen

„Mit viel Regen kann man so eine Ranch – wenn man die Kosten genau kontrolliert und im Griff hat – in einem Jahr vielleicht mit Plus-Minus-Null betreiben. Dann hast Du ein schlechtes regenloses Jahr und Du fällst wieder zurück ins Loch. Ein weiteres schlechtes Jahr und Du bist verzweifelt.“

„So ist es hier eben. Und es wird schlimmer.“

„Wir haben jetzt einige harte Dürrejahre hinter uns. Dann endlich regnete es. Folglich wird es hier noch ein paar Monate relativ gut laufen.“

„Aber wenn du Vieh wirklich renditeträchtig züchten willst, gehst du in den östlichen Teil der Provinz. Dort ist die Viehzucht ein echtes Geschäft. Das Land ist flach. Und es gibt viel Regen. Da kann es funktionieren. Ein seriöser Rinderzüchter, den wir kennen, hat 8.000 Stück Vieh da draußen. Er verdient damit Geld.“

„Aber du kannst hier in Gualfin keine Viehzucht betreiben und einen Gewinn erzielen. Das ist viel zu entlegen. Das Land hier ist viel zu felsig. Und du hast hier nicht genug Regen.“

Zeitenwende

„Vor 20 Jahren konnten die Besitzer vielleicht ihr zähes Rindfleisch an die Einheimischen verkaufen. Aber jetzt wird gutes Rindfleisch selbst in die entlegensten Gegenden mit dem Kühltransporter gefahren.“

„Deine Kühe sind so dünn, sie werden nur einmal alle zwei Jahre schwanger. Und ihre Kälber, wenn du sie verkaufst, wiegen nur 200 Pfund. Da bist Du nie konkurrenzfähig.“

„Und obendrauf mußt du dich noch mit den Originarios, also den Leuten, die behaupten, Nachkommen des Diaguita-Stammes zu sein und einen Anspruch auf deine Ranch erheben, herumschlagen.“

Die Aussichten waren und sind deprimierend. Für die Ranch. Und für die Leute, die hier leben und arbeiten. Für uns ist es eine andere Geschichte. Wir könnten da leicht loslassen. So leicht, wie wir in die Sache hineingekommen sind. Aber wir hatten auf eine ferne, schöne, autarke und nachhaltige Ranch gehofft … einen Rückzugsort, den wir über Generationen für unsere Familie erhalten konnten. Stattdessen haben wir unser eigenes … Death Valley.

Aber es ist nicht nur der Geldverlust, der uns bedrückt. Es ist mehr als das. Wir fühlen uns wie ein Kind, dessen Stadt von einem verheerenden Tornado heimgesucht wurde; aber die Schule wurde verschont. Wir sind in unserem Leben schon oft umgezogen. Wir lebten im Ghetto von Baltimore. Wir lebten in einer Scheune im südlichen Maryland. Wir sind nach Frankreich gezogen, wo wir in einem großen Haus auf dem Land gelebt haben … und dann in einer Wohnung in Paris.

Wir sind nach London gezogen – zweimal schon. Dann zurück in die USA, wo wir in Bethesda lebten … und dann wieder in Baltimore. Die ganze Zeit über behielten wir die Familienfarm in Maryland. Die Farm blieb die ganze Zeit über so wie sie war. Aber die Welt um sie herum wurde auf den Kopf gestellt.

Die Vorstädte von Washington wuchsen immer weiter und der Sumpf zog von Anacostia an die Ufer des Chesapeakes. Die Leute, die wir schon als Kind kannten, sind gestorben … oder sind weggezogen. Die alten Bauernhäuser wurden abgerissen und mit McMansions ersetzt. Und die alten Bauern, die dort lebten, wurden durch „Human Resource“ -Experten, „Public Health“- Funktionäre und Budget-Analysten ersetzt. Hier in diesen kahlen Hügeln hatten wir endlich etwas, das sich wirklich nicht ändern konnte.

Wer würde hier ein Haus bauen? Wer würde hierher kommen? Wer würde hier ein Geschäft eröffnen?

Wandel nicht aufzuhalten

Hier hatten wir ein Leben, das so zeitlos wie der Stein war; so zeitlos wie die Wüste, die uns umgibt. Ein von der Außenwelt geschütztes Leben … das über Generationen hinweg ein unbeflecktes Familienreservat bleiben sollte. Die Viehpreise sind zwar gestiegen, aber auch nicht annähernd genug, um die steigenden Preise für Benzin und Löhne Schritt zu kompensieren.

„Du kannst die Zeit nicht aufhalten.

Hier nicht.

Nirgendwo.“

Das sagte Gustavo, unser Vorarbeiter hier in Argentinien zu uns. Das ist keine Nachricht, die ein Mann, der nun schon Ende 60 ist, hören möchte.

Ihr Redakteur hoffte, dass er endlich irgendwo an einem Ort angekommen war, der so trostlos war, dass niemand ihn für sich beanspruchen konnte. Ein Ort, an dem CNN nicht empfangbar ist und auch die große Politik weit weg ist. Ein Ort, der alle Zeiten übersteht. Wir werden Sie, liebe Leser, weiter darüber informieren, wie es hier in Argentinien weitergehen wird…

Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

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