Ben Bernankes Waterloo

8. Juli 2013 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

von Ronald Gehrt

„Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen“, soll Wellington in der entscheidenden Phase der Schlacht bei Waterloo vor knapp 200 Jahren gesagt haben. Ben Bernanke, seit 2006 Feldherr der US-Notenbank, dürfte heute etwas ähnliches denken. „Ich wollte, die EZB würde sich in Luft auflösen oder die Zinsen fielen“, wäre passend…

Wobei der Unterschied sein dürfte: Bei Waterloo kamen die Preußen. Für Bernanke jedoch dürfte es keinen Blücher geben, der ihn heraushaut.

Dabei kann er eigentlich nichts dafür. Aber das ist ja oft der Fall, wenn Menschen in exponierter Position zu tragischen Figuren werden. Die Flutung der US-Anleihemärkte mit momentan 85 Milliarden Dollar pro Monat ist nicht einfach die Konsequenz daraus, dass dem Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed langweilig war. Künstlich niedrige Zinsen durch das permanente Abschöpfen von US-Bonds aus dem Markt sind in den USA zwingend, um den immer weiter steigenden Refinanzierungsbedarf befriedigen zu können.

Denn zum einen würde die Schuldenlast des US-Haushalts explodieren (ich meine noch mehr als ohnehin), müsste man für zehnjährige Bonds z.B. fünf Prozent Zins auf den Tisch legen. Zum anderen würde ein nennenswerter Anstieg der Kapitalmarktzinsen im Zuge der Anpassung von Hypotheken- und Ratenkrediten eine neue Welle an Kreditausfällen nach sich ziehen, die a) die Banken unter Wasser drücken würde, die momentan natürlich ob des verschenkten Geldes wieder mit maximalem Risiko herumzocken und b) den Konsum erst recht abwürgen. Denn wer seine Kredite nicht mehr zurückzahlen kann, ist erledigt. Damals, 2008, wie in Zukunft. Und dieser US-Konsum, Rückgrat des auf dem Papier ja immerhin vorhandenen US-Wirtschaftswachstums, wird ja ohnehin nur noch durch stetig wachsende Privatkredite aufrecht erhalten. Und wer glaubt, dass es keinen großen Unterschied macht, wenn die Hypothekenzinsen mal ein oder anderthalb Prozent zulegen, hat noch nie ein Haus abbezahlt oder zumindest mal den Taschenrechner bemüht, fürchte ich.

Nicht zu vergessen die Bredouille, in die die US-Unternehmen dadurch geraten. Denen würde ein um ein bis zwei Punkte höherer Kapitalmarktzins aus gleich mehreren Richtungen zusetzen, dass man die Ohren anlegt. Zum einen ist die eigene Refinanzierung auf einmal teurer. Das drückt auf die Gewinne. Zum anderen würden steigende Zinsen zu einem steigenden Dollar führen. Und das ist scheußlich unerfreulich für das Exportgeschäft. Denn entweder muss man dann im Ausland die Preise in Euro, Yen, Pfund etc. konstant halten, kriegt für diese Einnahmen im Umtausch aber weniger Dollar. Das drückt auf die Gewinne. Oder man hält die Preise in Dollar umgerechnet konstant, indem man sie in Euro, Yen etc. erhöht. Das drückt auf den Umsatz – und somit wiederum auf die Gewinne. Igitt aber auch. Aber so was von …!

Bernanke blieb somit gar nicht anderes übrig. Je wackliger die US-Wirtschaft wurde, desto mehr Geld musste man in die Bondmärkte pumpen. Was als Nebeneffekt auch glückliche Banken (und die wenigen überlebenden Privatanleger) zeitigte, denn bei den niedrigen Zinsen überließ man den Kauf der Bonds der Notenbank (was dazu führt, dass der Hauptfinanzier der USA neben China die eigene Notenbank ist … wir leben in bewegten Zeiten …) und sich die Banken mit Gratisgeld am Aktienmarkt tummelten und dort die Indizes auf neue Allzeithochs zockten. Und da von dieser ganzen Kohle (wie auch hier in Europa) kein müder Sesterz beim Bürger ankam, blieb die Konjunktur schwach, anfällig und wird unter der Oberfläche immer maroder, weil der ganze Spuk nur auf Pump am Leben erhalten wird. Substanzielles Wachstum, ein Wort, das gerne mal seitens der Politik verwendet wird, hamwa nich, kriegen wir auch nich mehr rein. Um es salopp zu formulieren. Woher soll es auch kommen, das substanzielle Wachstum?

Von der Politik. Konsequentes Durchgreifen, das Angehen drängender Probleme ohne den scheelen Blick auf den Applaus der Wählerschaft, während der kalte Blick des entschlossenen Staatsmanns verächtlich auf der winselnden Lobby ruht. Das ist es, so schaffen wir die Basis für die Zukunft unserer Kinder, Kindeskinder, Kindes … und so weiter. Die Notenbanken haben durch ihr gewagtes Vorgehen die Zeit erkauft, die die Politiker entschlossen und weise nutzten, um die Wege zu bereiten, die im Sinne der Fortführung unseres Wohlstands zu beschreiten sind. Wunderbar! Recht so!

Wie belieben? Oh ja … da habe ich versehentlich einen dieser Träume beschrieben, die ich manchmal habe. Die zwischen „Ich werde Einsiedler“ und „Ich geh jetzt gleich wen erwürgen“ kommen. Ich entschuldige mich für die fehlerhafte Darstellung. Fakt ist nämlich:

Die Damen und Herren Politiker haben einen Sch… getan. Die Notenbanken haben dafür gesorgt, dass die Lobbyisten zufrieden sind und die Finanzmärkte schön ruhig bleiben. Und die Politik legte die Füße hoch. Statt die Grundlage für eine wieder funktionierende Wirtschaftsstruktur zu schaffen, wurde in den falschen Bereichen gespart, weil irgendwelche Töffel ihnen eingeflüstert haben, dass mit Sparen alles gut wird. Ergebnis: Die Struktur als solche ist so marode wie zuvor. Die eigentlichen Probleme der Eurozone sind ungelöst, die Verschuldung der USA keinen Deut geringer, Perspektiven für diejenigen, die um ihr Auskommen kämpfen müssen: keine. Fein gemacht! Über 60 Prozent Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland und Spanien – und die EU zankt mit den Ländern über das wann, wohin und warum von Hilfsgeldern, die in der Relation zu einer zünftigen Bankenrettung aussehen wie das, was man einem Bettler in den Hut wirft.

Aber was soll’s … da diejenigen, die entscheiden, am oberen Ende des Tisches bei Rebhuhn und Champagner sitzen, könnte man diese Farce ja noch jahrelang so weiterführen. Wen juckt das Volk … vor ein paar Hundert Jahren lief’s doch auch lange prima. Jaja. Wenn da nun eben nicht die EZB am Donnerstag und die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag gewesen wären … die Bernanke um den Schlaf bringen dürften.

Dabei ist dem Mann nur eines vorzuwerfen: Dass er so heldenhaft/mutig/naiv war, diesen Job anzunehmen. Er erbte den „Greenspanismus“ und die Lobby-Sünden der Bush-Ära. Ihm blieb keine Wahl, diesen Weg weiter zu gehen. Zum einen, weil er früher auch dachte, dass es nur so und nicht anders laufen könnte. Zum anderen, weil ihn die Politik im Stich ließ, indem nichts angegangen wurde, was angegangen werden musste. Alle zwei Jahre kam irgendeine Wahl, dazwischen noch die Subprime- und Immobilienkrise … da konnte man ja nichts reformieren, sondern war damit beschäftigt, die Lecks abzudichten, die ihren Anfang in der Schlampigkeit der vorherigen Bootsbesatzungen genommen hatten. Aber jetzt …

… jetzt steht man saudumm da. Denn Politik und Notenbanker selbst tönen von moderatem, aber doch stabilen Wachstum. Dass das ein Wachstum auf Pump ist, von dem 20 Prozent der US-Bürger profitieren (wenn überhaupt), während dem Rest das Wasser bis zum Hals steht, interessiert die Statistiken nicht. Und wenn’s wieder läuft – angeblich – kann, ja muss man zurückfahren, was als Notmaßnahme gedacht war. Ja, man muss, denn niemand weiß, wie die US-Notenbank (die übrigens eigentlich ein Privatunternehmen ist) ihre durch unfassbare Summen (Onkel Dagobert würde in Ohnmacht fallen) an aufgekauften Wert- oder Nichts-Mehr-Wert-Papieren aufgeblasene Bilanz jemals wieder auf Normalniveau herunterfahren will. Wer soll denn kaufen, was da in den Kellern (bzw. heutzutage Dateien) vor sich hin gammelt? Muss ja keiner, man kann ja die Fälligkeit abwarten und sich den Nennwert der Bonds zurückzahlen lassen (hier wäre jetzt der Narhalla-Marsch oder ein Tusch angebracht, bitte einfach vorstellen).

Ja wie denn? Diejenigen, die diese Anleihen ausgegeben haben, müssen doch immer neue Anleihen ausgeben, um die alten zurückzahlen zu können. Und zwar immer mehr davon, weil die Schuldenblase schneller expandiert als das Universum. D.h. wenn die Fed sich die Kohle in die Hand drücken ließe, müsste sie sie gleich wieder ausgeben, um diese neuen Anleihen aufzusammeln, denn für die hat doch sonst auch keiner Geld und/oder Interesse, bei diesen Jammerzinsen!

Aber wären die Zinsen höher, würde der Aktienmarkt leiden, die Unternehmen, der Staatshaushalt, die Konsumenten … siehe oben. Mist, was? Klar, das wäre kein Problem, wenn die Konjunktur wirklich brummen würde. Das erzeugt Geld, das irgendwo hin will (echtes, nicht das Computergeld der Notenbanken). Und wenn die Zinsen höher wären, würde man vom Aktienmarkt weg in die Festverzinslichen gehen. Aber substanzielles Wachstum gibt’s keines (wiederum siehe oben) und die Aktienmärkte dürfen ja nicht fallen, sonst kippt der ganze Turm… (Seite 2)

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36 Kommentare auf "Ben Bernankes Waterloo"

  1. wolfswurt sagt:

    „…die Aktienkurse dürfen nicht fallen.“ – sie werden fallen.

    Das man von seiten der Notenbanken und der Politik die Märkte schon vor 100 Jahren anfing zu manipulieren und dies in immer weiter steigender Form bis heute tut, ist die Ursache für die fatale Situation.
    Wenn man Lüge auf Lüge aufbaut und dies von den Massen übernommen wird, muß das Ende grausam werden.
    Bernanke&Co haben keine andere Wahl als dieses Lügengebäude zu erhöhen bis es unter seiner eigenen Last zusammenbricht.

    Das ist das menschlich Fatale.

  2. blackwind sagt:

    Moin,

    dazu Auszüge aus Songtext „The Battle of Waterloo“ von Running Wild, welche die wahren Verlierer 1815 hervorhebt.

    „A cannon’s fire, cuirassier’s attack,
    British grenadiers stand tight
    Wellington’s command „Bluecher or the night“,
    But no Prussian in sight

    The french guard marches on and on
    Straight towards British lines
    Bluecher’s Prussians join the fight – storming the fire side
    The French guards fall one by one – but Napoleon has gone
    Do you know who’s paying the costs?
    The little soldier, he’s lost“

    Natürlich ist es nichts Neues, dass der „einfache Mann“ verliert; weder gestern noch morgen, weder im (Finanz-)Krieg noch im Frieden.
    Eine zukünftige Fragestellung „Geld oder Leben?“ ist daher nicht unrealistisch.

  3. 4fairconomy sagt:

    Klasse Beitrag, welcher die hoffnugslose Situation der USA offenlegt. Um andere Länder wie GB, Japan oder die EU steht es allerdings nicht wesentlich besser. Wo man hinschaut: der Kapitalismus ist am Ende. Und zwar richtig, von innen her Morsch wie nur möglich, nur noch die Rinde bzw. der Lack hält das ganze aufrecht.

    Aus dem Beitrag wird auch die Ursache ersichtlich: „Klar, das wäre kein Problem, wenn die Konjunktur wirklich brummen würde.“ Der Kapitalismus funktioniert offensichtlich nur bei exponentiell (= prozentual) wachsender Wirtschaft. Wachstum: „Das erzeugt Geld, das irgendwo hin will (echtes, nicht das Computergeld der Notenbanken).“ Das Geld will dann irgendwo hin, weil es eine Rendite, ein Gewinn oder ein Zins verspricht! Die Ursache der Sackgasse ist also Klar: ein Geld, welches nur dann der Wirtschaft dient, wenn es sich dabei exponentiell vermehrt! (Der Umkehrschluss, dass sich Geld nicht exponentiell vermehren lassen können soll, also, dass Zinsen à priori schädlich sind, ist natürlich nicht zulässig – nur die Voraussetzung ist das Problem!) Das ist aber ein zutiefst krankes Geld(system), welches logisch zwingend auf Dauer in die Katastrophe führt!

    Deshalb ist ein Geld not-wendig, welches der wirtschaftlichen Tätigkeit dient, und zwar unabhängig davon, wieviel Gewinn, Zins oder Rendite dabei herausschaut! (Je nach Konjunktur sollen sehr wohl Zinsen, Gewinne usw. zur Vermögensvermehrung führen können). Not-wendig ist ein Geld, welches beim Nicht-Dienen zu Verlusten führt, so, dass das Nicht-Dienen gar kein Thema mehr ist, wie auch immer die Wirtschaft brummt oder nicht. Ein solches Geld ist ein dienendes, wachstums- und verteilungsneutrales Geld. Das heutige Geld ist das pure Gegenteil. Und das führt in die Sackgasse. Konnte man schon vor Jahrzehnten voraussagen, was nicht nur Gesellianer taten, sondern auch vom kapitalistischen System überzeugte Volkswirte wie Paul. C. Martin. Wachstum bis zum Kollaps – das war und ist Kapitalismus. Hauptursache ist das aktuell existierende Geldsystem.

    • FDominicus sagt:

      Nein ein Geld braucht hat schon seinen Zweck:
      – Zahlungsmittel
      – Wertaufbewahrungsmittel

      es braucht nicht dienen und nicht herrschen. Ihr Nichtdienen ist schlicht und einfach: Irgendjemand (Sie?) wissen was für alle besser ist.

      Und genau das wissen Sie eben nicht. Das unser Geldsystem durchaus das Problem ist stimmt, denn es dient eben schon zuvielen Zwecken.

      Und nein das ist nicht der Kollaps des Kapitalismus sondern der Kollaps der Länder die meinen intervenieren zu müssen. Und zwar frei nach wem-auch-immer. Ist es ein Problem der Gewalt hilft nur mehr Gewalt.

      Alle Interventionisten sind immer an Ihre Grenzen gestoßen und danach gab es genau eins was die Leute am Leben gehalten hat: Handel.

      • 4fairconomy sagt:

        @ FDomenicus

        Ein Wertaufbewahrungsmittel kann nicht gleichzeitig als Zahlungsmittel gut funktionieren. Geld soll nur als Zahlungsmittel dienen. Sie sagen selbst, Geld diene zuvielen Zwecken.

        Eine Intervention ist es auch, ein Geld in Umlauf zu bringen, welches zu garantiert 0% Zins dem Zahlungsverkehr entzogen werden kann… (genau genommen ist es sogar eine Gewalt in die Welt setzende Intervention, in dem dadurch die Besitzer von Liquidität die Nicht-Besitzer unter Druck setzen können und sich so leistungslos Vorteile verschaffen können – 0% garantierter Mindestzins fürs Geldhorten kann als strukturelle Gewalt interpretiert werden, welche dazu zwingt, für die Ausleihe von überschüssiger Liquidität einen Nettozins zahlen zu müssen, auch wenn dies die Konjunktur nicht zulassen würde bzw. mehr gespart wird, als für Investitionen nachgefragt wird).

        • Michael sagt:

          Sie brauchen trotzdem eine stabile Bemessung des Gegenwerts gegen den sie tauschen. Obwohl mir die Österreicher (Denkschule) etwas suspekt sind – am langen Ende werden die Ideen wieder spannender, da eine Strukturbereinigung, diesmal vermutlich im ungewohnten Ausmaße, wieder sehr erfrischenden Wind des Neubeginns mit sich bringt.

          Im Moment wird auf Teufel komm raus eine Überflussproduktion forciert. Die Exzesse daraus werden als gesellschaftliche Notwendigkeit vermarktet. Viel sinnvoller ist es an sich mit Ressourcenmangel umgehen zu lernen. Der Mensch wird konditioniert auf das Steuerungsmittel anstatt sorgsam mit den notwendigen Mengen umzugehen.

        • FDominicus sagt:

          Wertaufbewahrung und Zahlungsmittel sind es was Geld ausmachte/ausmacht und immer ausmachen wird. Sie können es trennen (gar kein Problem siehe Argentinien) wo der Peso zum bezahlen und er Dollar zum aufbewahren benutzt wird. Sie wollen aber kein nach Ihren Aussagen „unproduktives“ Geld sondern es muß alles immer investiert sein und immer produktive sein. Oder anders herum Sie wissen es besser als alle anderen und daher haben Sie das Recht jedem Ihre Weltsicht aufzudrücken.

          All das was Sie wollen hat unser Geld schon heute. Es verliert stetig an Wert und taugt für die Wertaufbewahrung nur sehr bedingt. Weil eben ständig inflationiert wird. Das ist für Sie alles in Ordnung, dabei trifft es genau das Hauptproblem von heute. Nämlich Betrug im größtmöglichem Maßstab (erdweit). Und Sie wollen das perfektionieren.

          Sie können es nennen wie Sie wollen ich bleibe dabei und nenne es oraganisierten Diebstahl.

          @Michael Lesen Sie sich Nationalökonomie oder Human Action durch. Besuchen sie mises.de und vertiefen sich etwas. Dann schauen Sie sich Neoliberalismus und Sachen von Marx an, und vielleicht wird Ihnen dann die Österreichische Schule nicht mehr so suspekt vorkommen.

          Suchen Sie nach einer schlüssigen Erklärung für unser heutiges Dilemma werden Sie nur bei den Österreichern und den radikaleren Libertären (Vertreten durch Rothbard) fündig. Sie brauchen es mir nicht glauben. Schauen Sie sich nur an was Neoliberalismus und Liberalismus unterscheidet, man kann seine Zeit nicht sehr viel sinnvoller verbringen 😉

          • 4fairconomy sagt:

            @ FDOminicus

            Es gab die Zeit der Brakteaten, da war Geld nur Zahlungsmittel, weil es physisch an Wert verlor. Es wurde nicht als Wertaufbewahrungsmittel benutzt. Es entstand zu dieser Zeit eine gesellschaftliche Hochblüte.

            Sparen ohne zu investieren = Deflation, es sei denn, die Staaten betreiben defizit spending oder die Notenbank druckt Geld, um dies zu verhindern. Wenn für Sie ein solch absurdes Geldsystem in Ordnung ist, dann ist das Ihr Recht. Ich finde es jedenfalls nicht in Ordnung, dass die Gesellschaft darunter z.T. massiv leiden muss, dass Geld beliebig zu garantiert 0% Zins dem Zahlungsverkehr entzogen werden kann.

            Ein umlaufgesichertes Geld verliert real und nominell an Wert, während die Kaufkraft aller Nominalbeträge erhalten bleibt. Im heutigen Geldsystem verlieren alle Nominalbeträge an Kaufkraft. Es gibt z.B. kein Unterschied des Kaufkraftverlustes zwischen einer 10-jährigen Geldanlage und der Liquidität. Mit Zinsen wird versucht, der Kaufkraftverlust auszugleichen. Gegebenenfalls, insbesondere wenn die Zinsen niedrig sind, lohnt es sich aber trotzdem, Liquidität zu horten. Die Konsequenzen sind katastrophal. Die Situation ist blockiert und auswegslos (siehe z.B. auch Japan). Eine Umlaufsicherung bzw. Liquiditätsabgabe löst die Blockade auf, und zwar punktgenau dort, wo dies geschehen muss.

    • Gandalf sagt:

      Hallo @4fairconomy

      Zitat:
      „Der Kapitalismus funktioniert offensichtlich nur bei exponentiell (= prozentual) wachsender Wirtschaft. Wachstum: “Das erzeugt Geld, das irgendwo hin will (echtes, nicht das Computergeld der Notenbanken).” “

      Ich schätze Sie haben leider immer noch nicht verstanden, das Kapitalismus mit ‚jeder‘ (auch einer fixen) Geldmenge auskommt und wie Geld im Kapitalismus entsteht: Nämlich nicht durch „drucken“, sondern durch ’sparen‘! Nur wenn ich z.B. weniger für ein Produkt ausgeben muss, habe ich als „Kleiner Konsument“ mehr Geld im Geldbeutel übrig, von dem ich dann ‚mehr konsumieren oder investieren‘ kann!

      Gelddrucker (egal wie sie sich gerade nennen und unter welchem vorgeblichen Gemeinwohl sie ihre Ideologie verstecken) sind stets Betrüger, die die Konsumenten und Unternehmen um ihren Sparerfolg betrügen.

      Jörg Guido Hülsmann beschreibt z.B. hier, das durch die Preissenkung, die „Horter“ verursachen, gerade die ‚kleinen Leute‘ profitieren – und nicht wie bei den Schwundgeldideologen, die Gelddrucker, Gesellschaftsklempner und Gottspieler:

      http://www.misesde.org/?p=5365

      Zitat J.G Hülsmann:
      Geldhorten führt dazu, dass die produzierten Güter von anderen Menschen gekauft werden als von denen, die sie ohne das Horten gekauft hätten. Das bedeutet aber nichts anderes, als dass Geldhorten aus gesamtwirtschaftlicher Sicht genau die gleiche Funktion hat wie die Finanzmärkte. Finanzmärkte bringen Sparer und Ersparnisverwender zusammen. Wenn der Herr Schmidt dem Herrn Müller 100.000 Euro leiht, dann kann Müller für diesen Betrag entsprechend mehr Konsumgüter kaufen oder Wertpapiere oder irgendwelche anderen Güter. Genau das Gleiche geschieht letztlich aber auch unter dem Einfluss des Hortens von Geld. Wenn Schmidt 100.000 Euro weniger ausgibt, als er es sonst getan hätte, und diesen Betrag in seiner persönlichen Kasse belässt, so sinken die Preise der verschiedenen Güter, die er sonst gekauft hätte. Dadurch können nun andere Leute – u. a. vielleicht auch Müller – mehr Konsumgüter, Produktionsfaktoren und Wertpapiere kaufen.

      • 4fairconomy sagt:

        @ Gandalf

        „Wenn Schmidt 100.000 Euro weniger ausgibt, als er es sonst getan hätte, und diesen Betrag in seiner persönlichen Kasse belässt, so sinken die Preise der verschiedenen Güter, die er sonst gekauft hätte. Dadurch können nun andere Leute – u. a. vielleicht auch Müller – mehr Konsumgüter, Produktionsfaktoren und Wertpapiere kaufen.“

        Wenn Schmidt 100.000 Euro weniger ausgibt, fehlen diese als Einkommen bei den übrigen Wirtschaftsteilnehmer! Klar sinken die Preise der Güter, aber eben auch die Menge an Einkommen! Es ist mir schlicht schleierhaft, wie man solche abstruse Überlegungen bar jeglichem Verständnis für Kreisläufe, Zusammenhänge und menschlichem Bedürfniss nach sicherer Erwerbsmöglichkeit anstellen kann.

        Und bei sinkenden Güterpreisen steigt der Anreiz zum Geldhorten. Bei sinkenden Preisen haben auch immer mehr Menschen, welche vom Verkauf ihrer Güter leben, Mühe, ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen, wenn die vertraglich festgelegten Beträge nicht sinken! Usw. -> Teufelskreis mit immer weniger Investitionen, immer mehr Insolvenzen, immer mehr Erwerbslose usw.

        Die Verharmlosung der Deflation in der Österreichischen Schule ist schon bemerkenswert. Die sollen doch mal eine Deflation verursachen und dann redet niemand mehr von diesen Ideen. Schade nur für all das Leid, welches dabei verursacht würde, nur um zu begreifen bzw. erleben, was eine Deflation für eine Katastrophe für viele Menschen und die Gesellschaft bedeutet.

        Ich schätze, Sie haben nicht verstanden, dass der Kapitalismus nicht ohne exponentiell, nach dem Zinseszinsprinzip wachsende Vermögen auskommt. Bei einer fixen Geldmenge sinkt einfach der Anteil für die Löhne, während der Anteil für die Zins- bzw. Kapitalerträge zunimmt. Weil damit das System rasch am Ende wäre, muss die Geldmenge wachsen. Und damit dies nicht nur rein inflationäre geschieht, muss auch die Wirtschaft exponentiell wachsen. Die Wirtschaft muss exponentiell wachsen um für die exponentiell wachsenden Vermögen Gegenwerte zu schaffen. Der Mensch ist nur Mittel zum Zweck. Vermögenswachstum bestimmt alles, ist es doch Voraussetzung, dass „es“ funktioniert (nämlich, dass die Ersparnisse investiert werden).

        • Avantgarde sagt:

          „Die Verharmlosung der Deflation in der Österreichischen Schule ist schon bemerkenswert.“

          Das ist schlicht und ergreifend pure Absicht – denn die üblichen 10% können an einer Deflationären Entwicklung durchaus weiterhin sehr gut verdienen und den Abstand zu den Menschen, die weniger Kapital halten weiter vergrössern.

          Nur weil die Urlaubssaison gerade aktuell wird.
          Schnäppchen-Urlaub Türkei.
          http://www.ardmediathek.de/wdr-fernsehen/die-story/die-story-schnaeppchen-urlaub-tuerkei-sonne-strand-und?documentId=15759000

          Die Preise sinken: All inclusive für 400 Euronen.
          Die wenigen Kapitalhalter profitieren und schöpfen inzwischen durch AI nahezu alles ab.
          Die Arbeiter sind mehr Sklaven als sonst was.
          Und das alles obwohl die Branche boomt.
          Super-Deflation halt wie die Herrschaften sie sich gerne wünschen.

          Nur 2008/2009 waren unsere bekannten „Leistungsträger“ für einige Wochen ganz großartige Keynesianer – denn da brannte überrschend auch das eigene Hemd.
          Nun aber nachdem man komplett ohne Gegenleistung mit Staatsknete weiterspielen kann geht es eben weiter wie zuvor.

          Aber ich wiederhole mich da gerne:
          Wir werden 2008 wiederholen müssen da man nichts daraus gelernt hat.

          Vielleicht machen die sinkenden Edelmetallpreise dieses Mal den Anfang und die Preise verfallen gar nicht weil alles so superrosawunderbar ist, sonderen weil es schlicht nur die Anlageklasse ist bei der es beginnt..
          Dann ist das Licht am Ende des Tunnels nur der entgegenkommende Zug….

  4. Gandalf sagt:

    @4fairconomy

    Zitat:
    „Wenn Schmidt 100.000 Euro weniger ausgibt, fehlen diese als Einkommen bei den übrigen Wirtschaftsteilnehmer! Klar sinken die Preise der Güter, aber eben auch die Menge an Einkommen! Es ist mir schlicht schleierhaft, wie man solche abstruse Überlegungen bar jeglichem Verständnis für Kreisläufe, Zusammenhänge und menschlichem Bedürfniss nach sicherer Erwerbsmöglichkeit anstellen kann. “

    Im Gegensatz zu Ihnen ist mir schon klar, das wenn 100.000 Güter um 1 Euro günstiger werden, das dann im Geldbeutel der kleinen Leute instgesamt 100.000 mehr vom ‚bereits erarbeiteten‘ Einkommen übrig ist um zu konsumieren oder zu investieren.

    Klar ist auch, das Betrüger über „Kreisläufe“ phantasieren müssen, um die 100.000 Falschgeld an zentraler Stelle und unter (pseudo-)wissenschaftlichem Gehabe in’s System einschleusen zu dürfen, um leistungslos an der Arbeitsteilung der Produktiven profitieren zu können.

    Denn im Gegensatz zur Preiserhöhung durch Falschgeld bewirkt eine Preissenkung durch Produktivitätssteigerung einen echten Wohlstandsgewinn.

    Abgesehen davon das der „Horter“ nicht ohne Grund gespart hat und durch zwangsweise Enthortung um seine Lebensleistung gebracht werden soll, die er für das Alter zurückgelegt hat (wie das Eichhörnchen die Nüsse im Sommer). Enteignung ist udn bleibt Raub und bildet die Grundlage für weitere Ungerechtigkeiten, die sich immer weiter aufschaukeln.

    Dazu noch einer der wirklich etwas zur ‚Homöostase‘ von Wirtscahftskreisläufen etwas zu sagen hatte: http://www.wissensnavigator.com/documents/KriegKrankesGeld.pdf

    Zitat:
    „Bei sinkenden Preisen haben auch immer mehr Menschen, welche vom Verkauf ihrer Güter leben, Mühe, ihren vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen, wenn die vertraglich festgelegten Beträge nicht sinken! Usw. -> Teufelskreis mit immer weniger Investitionen, immer mehr Insolvenzen, immer mehr Erwerbslose usw.“

    Was für ein Unsinn. Demnach hätte kein einziges Iphone oder „Samsung Handy“ verkauft werden dürfen, – denn es gibt ja immer wieder preisgünstigere! – Verabschieden Sie sich endlich von Ihrer weltfremden Ideologie und nehmen sie nachprüfbare FAKTEN zur Kenntnis!

    Produktivitätssteigerungen führen zu Preissenkungen und diese setzen Kapital für weitere Investitionen und Innovationen frei! Die „Gründerzeit“, der wir alle noch das entwachsen aus der Armut verdanken fand unter einem Goldstandard und sinkenden Preisen statt!

    Zitat:
    „Die Verharmlosung der Deflation in der Österreichischen Schule ist schon bemerkenswert. Die sollen doch mal eine Deflation verursachen und dann redet niemand mehr von diesen Ideen. Schade nur für all das Leid, welches dabei verursacht würde, nur um zu begreifen bzw. erleben, was eine Deflation für eine Katastrophe für viele Menschen und die Gesellschaft bedeutet.“

    ‚Leid‘ und die Umverteilung von „unten (Produktive) nach oben (staatsnahe)“ haben bislang immer nur die Inflationisten verursacht. Inflation ist eine Krankheit eines fiat-money/Schwundgeldsystems. Deflation (Austeriät und Pleiten) ist die Heilung nach vorheriger Inflation.
    Siehe auch den artikel von P Bagus: http://www.derhauptstadtbrief.de/cms/index.php/89-der-hauptstadtbrief-114/302-austeritaet-ein-ammenmaerchen

    Eine Preissenkung in Folge Produktivitätssteigerung ist jedoch NIE Deflation!, da die Geldmenge ja nicht abnimmt, sondern die bestehende Geldmenge durch den Markt selbst reguliert wird, der ohne esoterische Falschgeld-Priester auskommt. Sie nimmt nämlich in genau dem Maße zu (bzw. ab), in dem die Produktivität steigt (bzw. sinkt). Genauer und sinnvoller kann es eine zentrale Stelle NIEMALS regeln.

    Zitat:
    „Ich schätze, Sie haben nicht verstanden, dass der Kapitalismus nicht ohne exponentiell, nach dem Zinseszinsprinzip wachsende Vermögen auskommt. Bei einer fixen Geldmenge sinkt einfach der Anteil für die Löhne, während der Anteil für die Zins- bzw. Kapitalerträge zunimmt. Weil damit das System rasch am Ende wäre, muss die Geldmenge wachsen. “

    Diesen Schwachfug habe ich nun schon mehrfach widerlegt. Selbstverständlich kann man Zins sogar aus einer fixen Geldmenge zahlen, wenn ein Produktivitätsfortschritt durch die Investition erfolgt (und nur zu investitionszwecken sollte Kredit gegeben werden). Zudem lässt sich die Exponentialfunktion auch reziprok anwenden, so das ich mit ‚einer einzigen Unze Gold‘ jede beleibige GeldMENGE erzeugen kann! Im Laufe der Zeit sinkt der Zinsanteil in den Produkten stetig, da immer mehr Eigenkapital (produktive Substanz) zur Verfügun steht – auch hier ganz im Gegenteil zum fiat-money, das stets im Zinsezins -und Schuldenkollaps enden muss. Den überbordenden Zisnanteil haben wir letzlich dem Schwund- und Falschgeld zu verdanken

    Ich spar mir die weitern Ausführungen hierzu, da ich das jüngst bereits hier getan habe und nach anfänglichem aufplustern von „Exponentialverliebten“ und „Zins fehlt im System“ – lingen es dort sehr still wurde:

    http://www.rottmeyer.de/was-sie-u%CC%88ber-den-zins-wissen-sollten/

    Ich frage mich immer wieder: Jetzt haben wir schon so lange ein Schwundgeld, das noch wesentlich effektiver leistungslos geschöpftes Geld (also Falschgeld) in’s System kippt, – noch dazu viel „effizienter“ als es sich Gesell jemals vorstellen konnte (der dachte noch, – man müsse es manuell entwerten…) Wie oft muss das Scheitern dieser „Blähung von Gottspielern“ denn noch demonstriert werden, – bis endlich wieder der Solidität und der Vernunft Platz gemacht wird?

    • 4fairconomy sagt:

      @ Gandalf

      „Ich frage mich immer wieder: Jetzt haben wir schon so lange ein Schwundgeld, das noch wesentlich effektiver leistungslos geschöpftes Geld (also Falschgeld) in’s System kippt, – noch dazu viel “effizienter” als es sich Gesell jemals vorstellen konnte (der dachte noch, – man müsse es manuell entwerten…)“

      Daraus entnehme ich, dass Sie von den Ideen Gesells nicht die geringste Ahnung haben. Eines seiner Hauptanliegen war die Preisstabilität. Sicher nicht eine inflationäre Geldmengenausweitung. Aber auch die Vermeidung einer Deflation. Sowohl Deflation wie Inflation verursacht unverschuldetes Leid und Gewinner ohne Leistung. So lange die Umlaufgeschwindigkeit nicht gesichert ist, so lange kann keine nachhaltige Preisstabilität existieren.

      „Im Gegensatz zu Ihnen ist mir schon klar, das wenn 100.000 Güter um 1 Euro günstiger werden, das dann im Geldbeutel der kleinen Leute instgesamt 100.000 mehr vom ‘bereits erarbeiteten’ Einkommen übrig ist um zu konsumieren oder zu investieren.“

      Und Sie glauben wirklich, dass wenn die Verkaufspreise sinken, die Unternehmen die Lohnsummen unangetastet belassen werden? In einer Deflation werden sich die kleinen Leute, wenn überhaupt, nur sehr kurz über fallende Preise freuen können. Nämlich bis ihnen im besten Fall der Lohn gekürzt wird oder im schlimmsten Fall gekündigt wird. Ihre Argumentation ist ziemlich realitätsfremd…

      Und wenn Sie sich über den immer günstiger werdenden Elektronikschrott (Ausnahmen gibt’s, allerdings ist’s dann meist nicht billig) freuen, überlegen Sie sich mal zu welchen Löhnen dieser produziert wird…

      „Abgesehen davon das der “Horter” nicht ohne Grund gespart hat und durch zwangsweise Enthortung um seine Lebensleistung gebracht werden soll, die er für das Alter zurückgelegt hat (wie das Eichhörnchen die Nüsse im Sommer).“

      Es geht nicht um zwangsweise Enthortung noch darum, jemand um seine Lebensleistung zu bringen. Wenn jemand sparen will – weil er das Geld in der Zukunft ausgeben will, kann er dies durch Geldanlegen tun. Wenn er dies aber durch Blockierung des Geldverkehrs tut, verursacht er soziale Kosten (fehlende Einkommen) bzw. zwingt den Staat dazu, defizitär zu sein und/oder die Notenbank Geld zu „drucken“. Ausser natürlich, man betrachte eine Deflation, verursacht durch Geldhortung, als unproblematisch.

      Geldhortung ist etwa vergleichbar mit einem Autofahrer, welcher sein Auto mitten auf der Fahrbahn parkiert. Und es erst wieder wegräumt, wenn er dafür genügend belohnt wird.

      „Im Laufe der Zeit sinkt der Zinsanteil in den Produkten stetig, da immer mehr Eigenkapital (produktive Substanz) zur Verfügun steht“ Da haben Sie absolut recht. Auch Gesell und Keynes gehen von einer sinkenden Kapitalrendite aus bei zunehmend entwickelten bzw. gesättigten Märtken. Nun erklären Sie aber, wie der Anreiz aufrecht erhalten bleiben soll zu investieren. Oder sind Sie der Meinung, sobald die Kapitalrendite eine gewisse Grenze unterschreitet, es zu einer richtigen deflationären Krise kommen soll, damit wieder kapitalfreundliche Verhältnisse herrschen? Genau um dies zu verhindern, braucht es eine Umlaufsicherung. Damit Liquidität aber auch das Kapital bei sinkenden Renditen sich nicht vom Wirtschaftsprozess zurückziehen. Aber das ist natürlich das sanftes Ende des Kapitalismus – und davor scheuen sich die Kapitalisten wie der Teufel vom Weihwasser. Deshalb sind sie so froh um den Sozialismus oder Kommunismus als einzige Alternative, welche ja noch schlechter funktioniert. Gesell ist den Kapitalisten der ärgste Feind.

      • Gandalf sagt:

        @4fairconomy

        Zitat:
        „Daraus entnehme ich, dass Sie von den Ideen Gesells nicht die geringste Ahnung haben. Eines seiner Hauptanliegen war die Preisstabilität.“

        Wenn also z.B. in Folge dem Fleiß der Arbeiter oder durch neue Erfindungen und Energiequellen der Strompreis sinken würde, dann kommen Sie daher und erhöhen künstlich den Preis um in ihre eigene Tasche zu wirtschaften und verkaufen es den Leuten als „notwendige Preisstabilität“?

        Sie sind doch derjenige der „eine Schranke in den Weg“ stellen möchte, um vom Fleiß und Erfindugnsgeist anderer profitieren zu können!

        Da Sie sich nun offen zu Scharlatanerie und Betrug an den Fleissigen bekennen, erübrigt sich wahrscheinlich eine weitere Diskussion mit Ihnen.

        Nur eins noch, weil Sie wohl glauben „Kapitalismus“ hätte ursächlich was mit Geld zu tun: Der Begriff „Kapitalismus“ ist ein erfundener Kampfbegriff der Sozialisten, die noch nie verstehen konnten, wie freie Vertragsvereinbarung dezentral und effizient funktionieren kann. Denn diese gehen stets wie Sie davon aus, das irgendwo ein sich selbst füllender Kühlschrank existiert, von dem ann sich beliebig und ungestraft bedienen / bzw. umverteilen kann. Scharlatane eben.

        • 4fairconomy sagt:

          „Wenn also z.B. in Folge dem Fleiß der Arbeiter oder durch neue Erfindungen und Energiequellen der Strompreis sinken würde, dann kommen Sie daher und erhöhen künstlich den Preis um in ihre eigene Tasche zu wirtschaften und verkaufen es den Leuten als “notwendige Preisstabilität”?

          Wenn ich von Preisstabilität schreibe, ist das Vermeiden von Deflation und Inflation gemeint.

          Wenn durch Produktivitätswachstum die Güter günstiger werden und sich dies deflationär auswirken sollte, dann soll die Notenbank die Geldmenge erhöhen -> jeder hat im Schnitt etwas mehr in der Tasche um zu konsumieren, und zwar real und nicht inflationär! Die Vermeidung der Deflation führt in dem Falle dazu, dass alle davon profitieren. Natürlich muss die Geldschöpfung so geschehen, dass diese der Allgemeinheit zu gute kommt und nicht den Banken, wie heute mit der Giralgeldschöpfung.

          “ wie freie Vertragsvereinbarung dezentral und effizient funktionieren kann.“ Da haben Sie mich falsch verstanden. In dem Sinne bin ich nämlich ganz und gar „Österreicher“: für eine möglichst frei funktionierende Marktwirtschaft ohne staatliche Eingriffe.

          Aber im Gegensatz zu den Österreicher betrachte ich einen garantierten Mindestzins von 0% für das Sparen in Form von Liquidität als einen massiven und schädlichen Eingriff in die freie Preisbildung!

  5. macsoja sagt:

    Na prima, da hat Ben doch super die Kurve bekommen.

    Er würde gerne, kann aber nicht, weil die Arbeitslosenzahlen überraschenderweise nicht der richtige Indikator sind.

    Nun das Gold wird´s freuen, da man nun bald einen Chart malen kann, der weniger brisant aussieht.

  6. FDominicus sagt:

    @Gandalf. Es gibt einfach Interventionisten, egal wie oft es schief geht, die Standardantwort ist: Man muß es nur „richtig“ machen. Und 4faireconomy ist eben in der Hinsicht ganz einfach zu verstehen. Geld MUSS „produktiv“ sein, und jedes Mittel dafür ist recht. Das unser Geld jedes Jahr an Wert verliert reicht nicht, es muß „kontrolliert“ an Wert verlieren. Irgendjemand entscheidet was „gutes“ Sparen ist uns was „schlechtes“. Und wer eben „schlecht“ spart kann beliebig enteignet werden.

    Denn genau darauf läuft es immer heraus. Ich weiß es besser, und weil das so ist darf ich die „Unbelehrbaren“ beliebig beklauen.

    Diese Leute wollen oder können nicht verstehen, daß die Basis jeder Produktion Kapital ist. Sie brauchen Maschinen, Materialien, Arbeiter und jeder versteht diese Sachen müssen „bezahlt“ werden. Aber dieses Mittel anhäufen ist ganz böse. Sondern es muß jemand entlang kommen der denjenigen die Mittel wegnimmt und dann „produktiv“ einsetzt. Immer diese „ultimative“ Wissen. Irgendwer weiß was für alle gut ist, milliardenfach wiederlegt, egal – war eben irgendwie nicht richtig.

  7. 4fairconomy sagt:

    @ FDomenikus und Gandalf

    Ihre Argumente sind ideologische Schlaumschlägerei mit Begriffen wie Interventionisten, Scharlatane, Enteignung, Inflation, Gelddrucken usw.. Ein Sachliches eingehen auf die Zusammenhänge fehlt weitgehend.

    Der Entscheidende Punkt ist, was Gandalf selbst geschrieben hat: „Im Laufe der Zeit sinkt der Zinsanteil in den Produkten stetig, da immer mehr Eigenkapital (produktive Substanz) zur Verfügun steht”

    Und wenn der Zinsanteil sinkt, nimmt die Attraktivität zum Investieren ab. Unter einer gewissen Rentabilität wird das Geldhorten attraktiver als Investieren. Und dies führt in die Deflation, ausser der Staat kurbelt auf Pump die Wirtschaft an (Phase 1) und wenn er pleite ist, muss die Notenbank her mit dem Gelddrucken (Phase 2). Genau das geschieht ja aktuell. So haben die Menschen eigentlich einen tollen Produktionsapparat mit unglaublich leistungsfähigen Produktionsmöglichkeiten. Es könnte mehr als genug hochwertige Güter produziert werden für alle. Aber es funktioniert nicht. Stattdessen verlieren immer mehr Menschen ihre Lebensgrundlage – d.h. eine zumindest wohlstandserhaltende Erwerbsmöglichkeit. Schlicht, weil mit deren Arbeit zu einem wohlstandserhaltenden Lohn keine rentablen Produkte mehr produziert werden können. Aber trotz sinkender Investitionsmöglichkeiten wird nicht weniger gespart – im Gegenteil. Hier liegt der Haken.

    Der Springende Punkt ist, dass der Sparanreiz sich nicht von selbst mit dem Investitionsbedarf abgleicht. D.h. der Anreiz zu Sparen wird mit mindestens 0% Zins „belohnt“. Auch wenn viel mehr gespart wird, als investiert werden kann. Und dann funktioniert der Geldkreislauf nicht mehr, es kommt zur Deflation, wenn nicht interveniert würde.

    Man kann sich natürlich auf den Standpunkt stellen, wie die Österreicher, dass dies der natürliche Lauf ist. Dass eine Deflation immer wieder eine notwendige, natürliche Erscheinung ist. Die Frage stellt sich aber, ob ein garantierter Mindestzins von 0% auch eine natürliche Erscheinung ist. Oder doch ein massiver Eingriff in die freie Preisbildung darstellt, nämlich ausgerechnet beim wichtigsten Gleichgewichtspreis einer Volkswirtschaft: dem Gleichgewichtspreis zwischen Sparen und Investieren.

    Mit einer Liquiditätsabgabe soll dieser Gleichgewichtspreis auch dann funktionieren, wenn die Wirtschaft nicht genügend wächst. Wächst die Wirtschaft genügend, gibt es genügend rentable Projekte, dass es sich nicht lohnt, nicht zu investieren (-> hohe Opportunitätskosten). Darum muss die Wirtschaft immer genügend wachsen: damit genügend rentable Möglichkeiten existieren, um die Ersparnisse anzulocken. Es ist eigentlich absurd: die Wirtschaft muss wachsen, damit es immer mehr rentable Investitionsmöglichkeiten gibt für die nach dem Zinseszinsprinzip wachsenden Ersparnisse, damit es zu keiner Deflation kommt. Die Bedürfnisse der Menschen spielen keine Rolle, sind nur Mittel (Konsum) zum Zweck (Vermögenswachstum). Der Staat greift ein, um den Konsum anzukurbeln (z.B. Abwrackprämie, Subventionen usw.).

    Mit einer Liquiditätsabgabe wird schlicht sichergestellt, dass es für die Sparer nur soviel Zins gibt, wie der Markt auch herzugeben mag! Und dies können Gegebenenfalls auch negative Zinsen sein! Dann sinkt entsprechend der Sparanreiz. Und genau dies wird auch beabsichtigt-> mehr Konsum -> wieder mehr Investitionen->höhere Zinsen usw. Die Wirtschaft stabilisiert sich somit von selbst, ohne Dazutun von Staat oder sonst welchen Institutionen.

    Es kann rein logisch gesehen auf Dauer nicht mehr gespart werden, als es zu investieren gibt. Und wenn trotzdem mehr gespart wird, dann muss dies über den Preis spürbar werden, was heute nicht der Fall ist. Es wird durch eine Liquiditätsabgabe niemand enteignet. Niemand muss Geld horten und eine Liquiditätsabgabe bezahlen. Jeder kann das Geld, welches er erwirtschaftet hat, so ausgeben wie er will. Nur wer sparen will ohne zu investieren, muss die volle Abgabenhöhe zahlen dafür, dass er seine Ersparnisse dem Geldkreislauf vorenthält. Und wer sparen und investieren will, der bekommt je nach Laufzeit und Risiko den Marktpreis für seine Geldanlage, welcher nun entscheidend mitbestimmt wird durch die Menge an Ersparnissen und dem Investitionsbedarf. Was heute nicht der Fall ist, in dem sich ein Teil der Ersparnisse der Angebotsseite ohne Folgekosten verweigern kann.

    Ist das keine marktwirtschaftliche und sozial- und gesellschaftlich wohlstandserhaltende Lösung (im Gegensatz zu immer wiederkehrenden deflationären Krisen, wie es die Österreicher vorziehen würden)?

    Eine beliebte Form des Sparens nach der Einführung einer Liquiditätsabgabe ist übrigens die Vorausbezahlung von Steuern und anderen Verpflichtungen! D.h. die Menschen schieben die Liquidität weiter in dem sie ihre Zahlungspflichten im Voraus erledigen. Die Folge ist, dass der Staat keine Liquiditätsprobleme mehr hat sprich sich nicht mehr verschulden muss. Überhaupt erhält die Wirtschaft einen „Schub“ durch solche Vorauszahlungen exakt dann, wenn die Opportunitätskosten sinken. D.h. die Wirtschaft wird stabil, und zwar unabhängig vom Wachstum. Sogar bei schrumpfender Wirtschaft sind Vollbeschäftigung und Preisstabilität möglich, ohne jegliche staatlichen Konjunkturmassnahmen. Es fällt vor allem die Möglichkeit weg, beliebig sparen zu können ohne, dass sich dies unmittelbar (!) negativ auf die Zinssätze auswirkt im Sinne von sinkenden Passivzinsen. Je mehr gespart wird, desto tiefer die Passivzinsen, und zwar ohne künstliche Grenze bei 0%.

    Diese Ausführungen sind als Skizze eines Geldkreislaufs zu verstehen, welcher ohne Deflation, Inflation und Wachstumszwang dauerhaft auszukommen vermag. Was bei einem garantierten Mindestzins von 0% für das Sparen in Form von Liquidität rein theoretisch nicht möglich ist.

    • FDominicus sagt:

      „Ihre Argumente sind ideologische Schlaumschlägerei mit Begriffen wie Interventionisten, Scharlatane, Enteignung, Inflation, Gelddrucken usw.. Ein Sachliches eingehen auf die Zusammenhänge fehlt weitgehend.“

      Sie können den Sinn der Worte solange verdrehen, wie es Ihnen beliebt. Ihr Ansatz bleibt im Grund nur Diebstahl. Sie wollen Ihn nur anders organisieren und anders nennen. Ich brauch nicht sachlich auf jemanden einzugehen, dessen einzige Idee die Kultivierung des Diebstahls ist. Der offenkundig niemals die Sachen, die gefordert wurde konsequent zu Ende gedacht hat. Kurz der ideologische Schaumschläger sind Sie nicht wir.

      Jedes Ihrer Argumente wird derzeit in der Wirklichkeit widerlegt. Sparen wird diskreditiert und Enteignung wird immer „beliebter“. Der Diebstahl in Zypern war nur bisher der offensichtlichste Gesetzesbruch. Sie wollen ein Geld das gezielt entwertet wird. Sie haben nicht ein gutes Argument warum dieses Ziel nicht heute mit dem Falschgeld schon erreicht wurde.

      Sie wollen sparen diskreditieren und Gandalf hat Ihnen darauf die passende Antwort gegeben. Sie wollen jeden der für das nächste Jahr vorsorgt die Gesinnungsdiebe schicken, die diesen Leute Ihr gesparten Sachen wegnehmen und dann „produktiv“ anlegen.

      Sie verstehen es einfach nicht, daß Sparen die Grundlage für Wohlstand ist. Im Gegenteil Sie wollen uns Diebstahl als wohlstandsstiftend verkaufen. Sie sind ein Dieb der sich über alle Anderen stellen möchte. Sie sind ein Interventionist allerschlimmster Ausprägung. Sie sind aber auch der Kaiser in seinen neuen Kleider. Sie haben keine Argumente sondern nur Polemik. Sie benutzen Ihren Verstand nicht zu Aufklärung sondern zum betrügen.

      Kurz Sie sind und bleiben ein Dieb.

      • 4fairconomy sagt:

        @ FDomenicus

        Eigentlich gehören Kraftausdrücke und persönliche Angriffe nicht in eine Theoriediskussion…

        Ist für Sie jegliche Abgabe und Steuer Diebstahl? Also Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer usw.? Wie soll der Staat seine Ausgaben finanzieren – auch wenn er nur ein Minimum an Dienstleistung erbringt (Rechtsprechung, Infrastrukturbereitstellung u.a.)?

        Wenn jemand im Schnitt jeden Monat 10’000 an liquiden Mitteln besitzt, zahlt er bei einer Liquiditätsabgabe von 5% jährlich 500 Geldeinheiten. Dafür erhalten die Menschen ein Geldsystem, welches kein Wachstumszwang ausübt und ohne Inflation oder Deflation auskommt. Ein Schnäpchen würde ich sagen.

        Wenn Sie nach all dem was ich geschrieben habe, immer noch der Auffassung sind, ich wolle die Sparer diskreditieren, dann kann ich nur feststellen, dass Sie mich gründlich missverstanden haben und dies wohl so bleiben wird.

        • FDominicus sagt:

          Welche Kraftausdrücke habe ich benutzt? Diebstahl? Nun wie nennt man denn die wenn jemanden einem etwas ohne Gegenleistung wegnimmt? Ja Steuern sind Diebstahl. Wenn staatliche Dienste so toll wären, dann sollten Sie sich ja auf einem Markt gut verkaufen. Das es ein Zwangsfinanzierung aller möglichen Veranstaltungen, auch für diejenigen für die geltendes Recht gebrochen wird (ESM). Natürlich ist das Diebstahl.

          Und Sie wollen den Diebstahl kultivieren. Derjenige der spart soll enteignet werden. Und zur Staatsfinanzierung kann man sicher eins sagen, würde der Staat sich um weniger kümmern bräuchte er auch nicht immer mehr Geld, derzeitig arbeitet der Staat schon über der konfiskatorischen Grenze von 50 %. Das ist ganz bestimmt nicht nötig.

          Zur Finanzierung des Staates könnte rein prinzipiell eine Mehrwertsteuer von 10 % ausreichen. Aber wir verteilen das ganze ja lieber auf viele kleine Steuern, das sieht dann nicht so gierig aus. Es ist und bleibt n dieser Form aber auch nur nichtgeahndeter Diebstahl

          • Gandalf sagt:

            Zitat FDominicus:

            „Ja Steuern sind Diebstahl.“

            Sehr richtig!

            Dieses Diebstahl ist per Grudngesetz nur in Ausnahmefällen („Eigentum verpflichtet“) als ‚Enteignung‘ erlaubt. Man nennt das dann „Gesellschaftsvertrag oder „Gesellschftlicher Konses“.

            Was aber völlgi außerhalb des Gesellschaftsvertrages liegt ist die Verwendung des „Diebesgutes“ außerhalb des vom Grundgesetz vorgesehen VErwendungszwecken.

            Und wenn man „Steuersünder jagt“, die ihr erarbeitetes Vermögen behalten möchten (wer will das nicht? Wer hat noch nie versucht seine „Schuld an die Gesellschaft“ schönzurechnenn?), – aber die Steuerverschwender, die 100te Millarden ungestraft an korrupte Politiker und Banken rüberschieben, NICHT in gleichem Maße (bzw. überhaupt nicht) belangt, dann ist der Gesellschaftsvertrag gebrochen! Das GG wurde entleibt.

            Ich gehe so weit, das §20(4) GG (mindestens) einen Steuerboykott diesbezüglich hergibt

      • Avantgarde sagt:

        „..daß Sparen die Grundlage für Wohlstand ist..“

        Das stimmt nur dann wenn wenige sparen – dann kann das möglicherweise die Grundlage für deren Wohlstand sein.
        Allerdings kann auch Verschuldung Grundlage für Wohlstand sein! – Oder eben wenn es zu viele machen zum Entstehen/Platzen einer Blase führen.
        Sparen aber alle gleichzeitig bricht die Wirtschaft schlicht zusammen.
        Ganz gleich welcher Denkrichtung man angehört.

        Die Schulden entprechen immer dem Vermögen.
        Sparen erzeugt automatisch Verschuldung.
        Sparen kann ebenso wie sich Verschulden gut oder schlecht sein
        Es kommt auf die Balance an – instabile System brechen halt nunmal zusammen – das trifft dann alle.

        Ist eben wie das kleine Einmaleins der Volkswirtschaft.

        Aber keine Sorge – wenn ich entscheiden könnte dürften sie die Liquiditätsprämie weiterhin behalten.

        Allerdings müssten Sie sich dann wie z.B im Falle Zyperns mit dem Verfügungsvorteil dessen vertraut machen, der Ihre Liquidität j-e-t-z-t nutzen und tatsächlich etwas dafür kaufen kann.
        ….Sie müssten sich dann halt ein paar Jährchen länger mit gerinerer Prämie gedulden – quasi als Aufwandsentschädigung, daß die Zentralbank ihr Vermögen gesichert hat.
        🙂

        • FDominicus sagt:

          Es können nicht alle immer sparen und auch die Sparwilligen können es nur nachdem Sie die Ausgaben getätigt haben, die Sie brauchen. Immer wird der Mensch konsumieren müssen, alleine schon zum Überleben. Somit ist das „alle“ Sparen kein Argument. Es ist eben auch nicht möglich, daß alle Investieren, dafür bräuchte man zumindest einige Sparer, oder natürlich so etwas wie eine Zentralbank und Banken die wegen der MIndestreserve auch noch Geld aus dem Nichts schöpfen können. Eben weil dem aber nichts entgegensteht, haben wir unsere heutigen Probleme.

          • Avantgarde sagt:

            Natürlich ist „alle“ sprachlich nicht ganz korrekt – aber jetzt mal nicht so spitzfindig.

            Jedenfalls ist gleichzeitiges Sparen in Deutschland von Privaten, Staat und Unternehmen nur möglich wenn sich das Ausland weiter verschuldet.

            Daß aber nun ausgerechnet sich die Griechen und Spanier weiter verschulden und die Deutschen ihre Kapitaldeckung für die Rente dort anlegen wollen wir ja vermutlich alle nicht.

            Die USA sind es wohl auch nicht, China baut bereits Brücken ins Nirgendwo Südamerika hat ebenfalls Grenzen.
            Wie wäre es mit Afrika?
            Probleme über Probleme…

            Die Sache mit aus dem Nichts halte ich übrigens für eine Mär.
            Jedes Ding – auch Gold wie man gerade sieht hat den Wert, den ein anderer bereit ist dafür zu bezahlen.
            Geld kann von der Muschel, Papier über Metalle bis zur digitalen Null alles sein.
            Wenn Sie ab und zu mit ihrer Kreditkarte oder EC-Karte bezahlen sind sie für eine kurze Zeit auch ein pöser Geld-aus-dem-Nichts-Schöpfer.
            Tja 🙂

        • Gandalf sagt:

          @Avantgarde

          Zitat:
          „Allerdings kann auch Verschuldung Grundlage für Wohlstand sein! “

          Nur wenn das „Schuldenmachen“ für Investitionszwecke erfolgt.

          Außerdem ist ihnen nicht damit geholfen, das ihnen irgendjemand ein Stück Papier bedruckt, dauf dem steht „100 Geld“. Sie müssen mit dem Papier auch etwas physisches kaufen können. Und wenn Sie in eine Holzfabrik investiern wollen, dann müssen Sie damit Äxte und Sägen kaufen können.

          – Äxte und Sägen – die VORHER JEMAND ERSPART HAT und der berreit ist sie ihen „gegen ihr Schuldpapier“ zu überlassen.

          Ansonsten bleibt ihnen nur „betteln gehen“ – oder Raub und Betrug.

          Und tatsächlich ist der gegenwärtige Betrug auf genau diesem Papiergeld aufgebaut.

          Denn Sie sagen es ja hier:

          Zitat:
          „Die Sache mit aus dem Nichts halte ich übrigens für eine Mär.
          Jedes Ding – auch Gold wie man gerade sieht hat den Wert, den ein anderer bereit ist dafür zu bezahlen.“

          Gold hat immer einen Wert, wei es „ein Ding“ ist und kein Versprechen („Mär“)

  8. Gandalf sagt:

    @4fairconomy

    ich weis nicht wieso ich überhaupt noch auf ihre vorgeblichen Argumente antworte, die sich jetzt schon innerhalb zweier Sätze widersprechen:

    Zitat:

    „Und wenn der Zinsanteil sinkt, nimmt die Attraktivität zum Investieren ab. Unter einer gewissen Rentabilität wird das Geldhorten attraktiver als Investieren.“

    Wenn NICHTS mehr investiert wird, dann KANN auch KEINE RENDITE mehr entstehen (- es sei denn man zahlt diese aus der Substanz), von dem ein Zins gezahlt wird!

    Was verstehen Sie daran nicht?

    Und Investieren kann ich erst dann, wenn sich irgendjemand was vom Mund abgespart hat! Ganz banal: Wenn ich alle Kartoffeln verfresse, habe ich keine zum Nachbau und kann uauch keine Arbeiter bezahlen, die mir Kartoffeln legen!

    Erst muss etwas gespart/gehortet werden KÖNNNEN, bevor man überhaupt daran denken kann zu investieren!

    Auch hier: Was bitte ist daran so schwer zu verstehen???

    Was folgt aber daraus, wenn die Substanz einer Volkswirtschaft abnimmt, weil z.B. so ein Schlaumeier dahergekommen ist und erzählt das man beruhigt alle Kartoffeln verfressen könne, die ein anderer „gehortet“ hat, um den „Kartoffelmarkt zu blockieren“? Aber selbst keine Ahnung vom Kartoffelbau hat und behauptet: Man brauche ja nur eine Zwangsabgabe auf gehortete Kartoffeln einzuführen und die Wirtschaft würde wachsen…

    Was würden Sie von so einem Scharlatan halten? Haben Sie schon mal Kartoffeln angeabut?? Kennen Sie Kartoffeln und deren Eigenschaften???

    Zitat:
    „Mit einer Liquiditätsabgabe soll dieser Gleichgewichtspreis auch dann funktionieren, wenn die Wirtschaft nicht genügend wächst. Wächst die Wirtschaft genügend, gibt es genügend rentable Projekte, dass es sich nicht lohnt, nicht zu investieren“

    ..und sie sind derjenige der den Kartoffelanbau mittels „Liquiditätszufuhr“ erfunden hat – stimmts?

    • 4fairconomy sagt:

      @ Gandalf

      Ich hab ja nichts gegen das Investieren geschrieben, ganz im Gegenteil. Wenn jemand sparen will, kann er dafür sorgen, dass sein Geld möglichst kurz als Liquidität auf dem Konto liegen bleibt und rasch zu Marktpreisen denjenigen zur Verfügung steht, welche Ideen haben aber kein Geld.

      Eine gerade kürzlich veröffentlichte Arbeit über die Herkunft der Vermögen besagt, dass 52% von Erbschaften stammt. Also von wegen vom Munde abgespart…

      Ab einem gewissen Einkommen überwiegt das Sparbedürfnis das Konsumbedürfnis! Oder muss sich jemand, welcher über eine Mio pro Monat einnimmt (aus Vermögenserträge z.B.), die Ersparnisse vom Mund wegsparen? Oder Novartis, hat im ersten Halbjahr 5 Mrd. Gewinn erwirtschaftet. Es ist entscheidend, dass dieses Geld nicht gehortet wird. In den USA sitzen die Unternehmen auf über 1000 Mrd. Cash, weil sie nicht wissen, wohin damit. Dies, während die Regierung von der Notenbank finanziert werden muss, damit die Wirtschaft nicht „abtaucht“. Finden Sie das eine gesunde Situation?

      Kartoffeln sind nur beschränkt haltbar und verursachen Lagerungskosten – desshalb käme es niemanden in den Sinn, beliebige Mengen an Kartoffeln zu horten…(höchstens zu spekulativen Zwecken um den Preis nach oben zu manipulieren – und wie sinnvoll dies ist und welchen Schaden dies anrichtet (Hungersnöte), wissen wir).

  9. Gandalf sagt:

    @4fairconomy

    Zitat:
    „Ich hab ja nichts gegen das Investieren geschrieben, ganz im Gegenteil. Wenn jemand sparen will, kann er dafür sorgen, dass sein Geld möglichst kurz als Liquidität auf dem Konto liegen bleibt und rasch zu Marktpreisen denjenigen zur Verfügung steht, welche Ideen haben aber kein Geld. “

    Welche Ideen haben? Welche denn? „Furzideen“? – oder solche die, arbeitsteilige Rendite und damit Wohlstand bringen? Ich nehme an, das Sie derjenige sind, der das dann entscheiden wird – oder?

    Und wieso darf ich nicht langfristig.z.B auf ein neues Auto sparen?

    Fragen über Fragen, die ich wohl nie beantwortet bekomme, genausowenig warum bei Ihnen der Strom nicht billiger werden darf und ich damit mehr Geld zum konsumieren, sparen und investieren übrig hätte!?

    Zitat:
    „Eine gerade kürzlich veröffentlichte Arbeit über die Herkunft der Vermögen besagt, dass 52% von Erbschaften stammt. Also von wegen vom Munde abgespart…“

    Ach – Erbschaften fallen in Ihrer Welt genauso aus dem Himmel, wie nie leer werdende Kühlschränke!? Wie ist den der Erblasser zu seinem ersparten Vermögen gekommen, das er hinterlassen konnte?

    Zitat:
    „Ab einem gewissen Einkommen überwiegt das Sparbedürfnis das Konsumbedürfnis! “

    ..bevor ich jetzt gleich wieder „am Platzen bin“ ob dieser hahnebüchenen Unverständnisses von elementaren Zusammenhängen..:

    Wissen Sie überhaupt um was es in der Ökonomie überhaupt geht?? Wissen Sie was das Wort bedeutet? Lt Wikipedia kommt es von „sparsamer Umgang/Gebrauch“.

    Kurzum: Ökonomie IST DIE Lehre über KNAPPHEITEN!

    Und damit ist auch klar warum Ökonomie in sozialistischen Vorstellungen nur dem Namen nach existiert: In der verdrehten (metaphysischen) Welt der Sozialisten gibt es keine Knappheiten! Der Kühlschrank ist immer voll. es fliegen gebratene Tauben herum..und und – und die Kapitalisten verhindern das diese eienm auch in den Mund fliegen und mäkeln verbotenerweise am sozialistischen Supertuber-Wunder-Kühlschrank herum..!

    Um ihren Irrglaube aufzuklären: ‚gepart‘ wird in der kapitalsitischen Arbeitsteilung IMMER dann, wenn nicht genügend Güter da sind, um die eigenen Wünsche zu erfüllen! – Völlig unabhängig vom Einkommen! Dieses „Bedürfnis“ ist (jenseits der „Hungergrenze“) VÖLLIG UNABHÄNGIG vom Einkommen. Das war schon vor 100.00ten von Jahren so, als ein Beerensammler auf die Idee kam, vom Verzehr abgesparte Beeren gegen eine Axt zu tauschen! .. bei jemandem der in einer kürzeren Zeit als ich selber Äxte herstellen kann und kein Talent zum Beerensuchen hat.

    Und dazu möchte ich gleich noch einen weit verbreiteten Irrglauben aufklären: An einem Markt treffen sich eben NICHT wie stets immer wieder beahuptet wird „Angebot und Nachfrage“ – Nein – an einem freien Markt wird stets und ausschließlich ‚Angebot gegen Angebot'(!!) getauscht – weil Nachfrage IMMER DA ist!

    Nur wegen dieser Möglichkeit der Arbeitsteilung (jetzt oder in Zukunft) wird gespart – und nicht weil er etwa „zuviel verdient“, wie Sie oder die vom Neid geleiteten Sozis in ihrer unglaublichen (bishin ihrer räuber- und mörderischen) Verblendung unterstellen, das „Nachfrage“ irgendetwas am Markt tauschbares wäre.

    Zitat:
    „Dies, während die Regierung von der Notenbank finanziert werden muss, damit die Wirtschaft nicht “abtaucht”. Finden Sie das eine gesunde Situation?“

    Waum muss denn ihrer Meinung nach überhaupt eine Regierung eine kranke, unrentable, auf staatssubventionen angwiesene Industrie vor dem „abtauchen“ retten? Das hat doch nichts mit Kapitalismus zu tun!? Erklären Sie mir doch bitte anhand folgenden Beispieles, warum die Regierungen nach den letzten Kriegen nicht auch Panzer und Bomberfabriken gerettet haben, als diese nach Kriegsende ‚Millionen von Menschen in die Arbeitslosigkeit entlassen mussten!? .. Und noch keine Waschmaschinenfabriken bereit standen, diese aufzunehmen? Könnte bei Ihnen vlt hier nur auch nur der leiseste Verdacht aufkommen, das Waschmaschinenfabriken erst dadurch „erfunden“ und in Produktion gehen konnten, weil „unrentable Industriezweige“ eben ’nicht‘ gerettet wurden!?

    Sie finden also die Rettung von Panzerfabriken (und natürlich den erhalt des stabilen Preisnieveaus für Panzer) als eine „gesunde Situation“!? Na denn…

    Da ich mittlerweile nicht mehr weis, wie ich Ihnen noch klar machen soll, was für einen sich selbst widersprechenden Stuß Sie hier am laufenden Band vom Stapel lassen, empfehle ich Ihnen erst mal den link zu einem Artikel von Prof. Phillipp Bagus (einem „de Soto“ – Schüler, der imho eines der besten Bücher über die „Tragik des Euro“ geschreiben hat. Über das „Ammenmärchendr Austerität“: http://www.derhauptstadtbrief.de/cms/index.php/89-der-hauptstadtbrief-114/302-austeritaet-ein-ammenmaerchen

    ..und den jüngsten Artikel von Prof. Polleit hier bei „Frank on board“

    http://www.rottmeyer.de/der-kuenstliche-aufschwung-istdie-krise/

    • 4fairconomy sagt:

      @ Gandalf

      „Und wieso darf ich nicht langfristig.z.B auf ein neues Auto sparen?“

      Das habe ich nie behauptet und ist auch nie ein Thema bezüglich Liquiditätsabgabe. Sie können jeder Zeit das Geld auf die Bank bringen und sie erhalten je nach Laufzeit dafür den Zins, den der Markt hergibt. Heute im Minimum etwas über 0% weil tiefer nicht möglich, mit einer LA um 0% je nach Konjunktur ev. sogar etwas darunter (dafür ohne Inflation!). Die Bank wird Ihr Geld verschiedenen Unternehmen ausleihen, welche investieren wollen. Die Bank prüft deren Geschäftsvorhaben und verlangt markt- und konjunkturgerechte Zinsen plus Risikogebühr. Sie holen Ihre Ersparnisse nach x- Monaten oder Jahren ab und kaufen sich das gewünschte Auto. Je länger die Laufzeit, desto geringer werden Sie an einer LA zahlen müssen bzw. sogar Zinsen kassieren. Wo liegt das Problem?

      Ohne LA muss die Bank Ihnen einen Zins über 0% Zahlen und muss Unternehmen je nach Konjunktur höhere Zinsen verlangen, als von diesen bezahlbar -> Kreditklemme für Unternehmen und Anlagenotstand für die Kapitalsammelstellen -> Ausweichmanöver mit risikobehafteten Anlagen (Investmentbanking = Schneeballsystem) -> im Falle eines Falles rettet ja der Staat bzw. die Notenbank das System bzw. alimentieren das System mit immer mehr Liquidität -> riesen Blasenbildung -> Wachstum bis zum grossen Crash.

      „…warum bei Ihnen der Strom nicht billiger werden darf…“ Und wieder unterstellen Sie mir, die Preise kontrollieren zu wollen. Es geht um die Preisstabilität und nicht um einzelne Preise! Ich beginne daran zu zweifeln, ob Sie den Unterschied verstehen zwischen Preisstabilität und Preiskontrollen…

      „Kurzum: Ökonomie IST DIE Lehre über KNAPPHEITEN!“ Wer sagt das? Die klassischen, liberalen oder neoliberalen Ökonomen? Nicht verwunderlich, verstehen sie die Krise nicht und haben noch weniger Ahnung, wie dieser beizukommen wäre. Die aktuelle Krise zeichnet sich gerade nicht durch Knappheiten aus, sondern durch einen Überfluss bei immer schiefer werdender Verteilung. Es ist eine Verteilungskrise! Und zwar zwischen Erwerbs- und Kapitaleinkommen, wobei sich letzteres einen immer höheren Anteil vom Sozialprodukt, vom zu verteilenden Kuchen abschneidet – aber der weder in realwirtschaftliche Projekte investiert wird noch entsprechend zur Markträumung beiträgt. Siehe:

      http://www.neopresse.com/wirtschaft/es-gibt-keine-wirtschaftskrise/

      Dort steht: „Das weltweite Bruttoinlandsprodukt ist zwischen 2003 und 2012 von 37.527 Mrd. Dollar auf 71.707 Mrd. Dollar gestiegen. Zwischen 2001 und 2011 stieg das weltweite BIP pro Kopf von 5.187 Dollar auf 10.036 Dollar. [1]

      Bei allen berechtigten Einwänden gegen das BIP als Maßzahl des Wohlstands können wir doch feststellen, dass wir jedenfalls nicht zu wenig
      produzieren.

      Warum stecken wir trotzdem tief in der Krise?“

      Ja, warum? Siehe:

      http://www.welt.de/finanzen/article115662561/Angst-um-ihr-Erspartes-laesst-Buerger-Bargeld-horten.html

      (Und damit wird die Angst Realität, in dem das Verhalten, um sich zu schützen, die Krise verschärft).

      http://www.handelszeitung.ch/invest/us-konzerne-horten-cash

      (Toll: d.h. die Unternehmen warten mit Investieren, bis der Staat den Karren aus dem Sumpf gezogen hat bzw. dank staatlichem Konsum auf Pump wieder anspringt…)

      http://www.wallstreetjournal.de/article/SB10001424127887323415304578368431162858550.html?mod=Finanzen

      (1450 Mrd. Dollar haben US-Unternehmen Cash auf der hohen Kante. Ohne Gelddrucken und Staatsausgaben auf Pump würde dies wohl eine Deflation auslösen).

      http://www.brandeins.de/archiv/2012/relevanz/horten-unternehmen-zu-viel-geld.html

      (Die Unternehmen schaffen sich ihre Sicherheit und merken wohl nicht, dass sie damit die Lage verschärfen, was auch sie selbst betrifft – aber so lange der Staat und die Notenbanken einspringen und die Folgen wie Deflation, Massenerwerbslosigkeit usw. ausgleichen…)

      Von der Liquiditätsverknappung durch die ausufernde Spekulation an den Finanzmärkten ganz zu schweigen.

      Übrigens: auch hier würde eine Liquiditätsabgabe Wunder wirken: viele kurzfristige Geschäfte, welche hohe Summen an Liquidität binden, würden unrentabel. Eine LA fördert das langfristige Anlegen und belastet die Spekulationskassen und die kurzfristigen Anlagen!

      Zudem braucht es mit einer LA viel weniger Liquidität im System, um eine Deflation zu verhindern. Die Blasenbildungen könnten nur bescheidene Ausmasse annehmen und es bestünde kein Zwang, mit immer mehr Liquidität diese am Leben zu erhalten, damit sie nicht platzen, wie dies heute der Fall ist.

      Eine LA ist das wirksamste Mittel gegen die ausufernde Spekulation auf den Finanzmärkten: je mehr Liquidität diese an sich binden, desto höher die Kosten!

      Eine LA erhöht die Attraktivität für Geldanlagen der alten Schule: die Sparer bringen ihre Ersparnisse an einer Kapitalsammelstelle und diese versucht diese zu möglichst guten Konditionen längerfristig an Unternehmen auszuleihen. Die Sparer können so den Wert ihrer Ersparnisse über die Zeit sichern – und zwar real, nämlich in dem sie mit ihren Ersparnissen am zukünftigen Sozialprodukt beitragen! Steigt dieser, gibt es auf die Ersparnisse auch positive Zinsen, sonst nicht. Wer dann nicht auf diese Weise sparen will, kann konsumieren, spenden, Vorauszahlungen tätigen, in andere Währungen investieren (Wechselkursrisiko), Edelmetalle kaufen (Wertschwankungsrisiko, Blasenbildungsrisiko) usw. Oder Geld horten und die LA zahlen – denn Geld horten wäre ja nicht verboten.

  10. Gandalf sagt:

    @4fariconomy

    Zitat:
    „…warum bei Ihnen der Strom nicht billiger werden darf…” Und wieder unterstellen Sie mir, die Preise kontrollieren zu wollen. Es geht um die Preisstabilität und nicht um einzelne Preise!“

    – lol –

    Ach nun erklären Sie uns doch Unwissenden endlich mal bitte, wie sie Preisstabilität gewährleisten, wenn nun also der Strompreis doch fallen darf!?

    ..und zum zweiten können Sie auch erklären, warum wir überhaupt noch sparen sollten, wenn doch alles im Überfluss vorhanden ist und es sich ledgliche ein Verteilungsproblem handelt, was die amtierenden Etatisten – wieder mal – nicht in den Griff kriegen.

    • 4fairconomy sagt:

      @ Gandalf

      Preisstabilität bedeutet, ein bestimmter Warenkorb kostet immer gleichviel. Sinkt der Strompreis, bedeutet es noch nicht, dass der Warenkorb günstiger wird, wenn andere Güter teurer werden. Wird nur der Strompreis günstiger und damit der Warenkorb, soll die Notenbank dies korrigieren, womit alle Preise ein wenig angehoben würden. Der Strompreis bliebe relativ günstiger. D.h. die Allokationsfunktion durch den Preis wird bei Erhalt der Preisstabilität nicht beeinträchtigt.

      Inflation ist Enteignung der Sparer, Deflation ist Raub an die Schuldner. Beides ist eine unbedingt zu vermeidende Verzerrung des Geldpreises und damot aller Nominalbeträge gemessen in Gütern.

      Sparen ist einerseits wichtig zur Absicherung und andererseits zur Vorfinanzierung der Investitionen. Beides muss sich stets die Waage halten. Es kann nicht mehr gespart werden, als Investitionen zur Produktion des zukünftigen Sozialproduktes benötigt werden. Wird trotzdem mehr gespart, werden nur inflationäre Illusionen gebildet. D.h. wer spart, muss auch an ein zukünftig höherer Güterkonsum interessiert sein. Heute wird zuviel gespart, ohne, dass je damit ein Güterbedarf gedeckt werden soll, sondern nur, weil einfach zuviel Vermögen sich bildet. Woraus dann demokratisch bedenkliche Machtmissbrauch entsteht (Oligarchien).

      • FDominicus sagt:

        Zuviel gespart? Dann haben Sie sicher eine gute Erklärung für die explodierenden Schulden weltweit, sei es im privaten oder staatlichen Bereich. Und sicher können Sie und auch erläutern wie die USA eine „negative“ Sparquote hinbekommen können.

        Sie können gerne versuchen uns einzureden, wie die Realtität angeblich aussieht. Das ändert nichts daran, daß Sie so ist wie Sie ist. Und die Realität ist, daß zu wenig gespart und zu viel verbraucht wird. Ganz speziell durch Staaten.

        Und Ihre Oligarchien können sie sich stecken. Alle Länder sind fest in der Hand von Etatisten, daß ist das Problem und Ihre Lösung bedeutet nur noch mehr Etatismus. Es ist keine „Lösung“ sondern das Problem.

        Zuviele Eingriffe und zuwenig Markt. Und Ihre Lösung soll noch weitere Eingriffe und noch weniger Markt beinhalten. Sie wollen sogar den Diebstahl institutionalisieren und versuchen uns das als „Wünschenswert“ zu verkaufen.

        • 4fairconomy sagt:

          @ FDominicus

          Zuviel gespart: betrifft vor allem eine Minderheit. Der Rest trägt die Schuldenlast. Schulden = anderswo Vermögen. Eine Mehrheit inkl. Staat muss sich immer weiter Verschulden, damit die Wirtschaft rund laufen kann, damit die sich ansammelnden Vermögen bei einer Minderheit investiert werden und nicht stehen bleiben. Und damit die Kapitalerträge finanziert werden können.

          Die USA verschulden sich massiv gegenüber dem Ausland.

          Wenn zuviel verbraucht wird, warum dann all die Absatzprobleme, warum die hohe Arbeitslosigkeit? Was wäre diesbezüglich, wenn noch weniger verbraucht würde?

          Ob Sie sie Etatisen oder ich Oligarchen nenne, es sind dieselben, welche die Macht ausüben, insbesondere in den USA. Der Kapitalismus wird am Ende eh wie der Kommunismus zu einer zentralistisch geführten Staats- und Wirtschaftsform, in der Wenige fast alles besitzen und das Sagen haben, während die Mehrheit sich mit den Brosamen zufrieden geben muss.

          Es gibt kein Markt ohne Rahmenbedingungen. Auch keine Regelung ist eine Rahmenbedingung. Auch ich bin der Überzeugung, dass es so viel Mark wie möglich benötigt – aber mit sinnvollen Rahmenbedingungen um insbesondere sicherzustellen, dass Leistung und nicht irgend ein Machtmissbrauch honoriert wird.

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