Bargeldverbot rückt näher

29. November 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Robert Rethfeld

Restriktionen in der Bezahlung mit Bargeld liegen in vielen Ländern vor. Innerhalb des Euroraums gelten enge Obergrenzen zwischen 1.500 und 3.000 Euro in Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland und Zypern. In Deutschland werden etwas mehr als 50 Prozent der Kauftransaktionen mit Bargeld erledigt. Deutschland ist ein Bargeldland…

Die „Financial Action Task Force (FATF)“ ist ein zwischenstaatliches Organ, das Standards gegen Geldwäsche und die Finanzierung von Terrorismus erarbeitet. Viele der Empfehlungen wurden von den Mitgliedsländern bereits umgesetzt. Dazu zählen die Bargeld-Deklarationspflichten im grenzüberschreitenden Verkehr.

In absoluten Zahlen nimmt der Euro-Bargeldbestand noch zu. Er betrug Mitte 2014 knapp eine Billion Euro. Allerdings verlangsamt sich die Wachstumsrate seit Jahren.

20141128.umlauf

Gut zu erkennen ist der sprunghafte Anstieg des Bargeldbestandes im Gefolge des Lehman-Zusammenbruchs Ende des Jahres 2008 (roter Kreis obiger Chart).

Es erscheint plausibel anzunehmen, dass ein Bargeldverbot in den Ländern, die sowieso kaum noch mit Bargeld bezahlen (die mediterranen Anrainerstaaten), auf keine große Gegenwehr stoßen würde.

Schweden kommt einem Bargeldverbot bisher am Nächsten. Betrachtet man jedoch die drei großen Währungsräume Euro, Dollar und Yen, so hat keiner dieser Räume bisher Erfahrung mit einem Komplettverbot. In den USA wird Bargeld in kleineren Einheiten akzeptiert. In größeren Einheiten eher nicht. Im Euroraum sind die Gewohnheiten – wie oben beschrieben – unterschiedlich. Das deflationsgeplagte Japan ist bis heute ein Bargeldland geblieben.

Das Thema „Negativzins“ beherrscht die mediale Debatte. Dieser Betrachtung fehlt eine wichtige Komponente. Wenn die Preise an den Tankstellen fallen – so wie jetzt -, dann kann man für das gleiche Geld mehr kaufen. Fallende Preise erhöhen die Kaufkraft des Geldes. Sie wirken dem „Entsparen“ entgegen.

Es reicht also nicht, nur den Zins zu betrachten. Wenn man Zinsen und Inflation im Kontext betrachtet, gelangt man ohne Umwege zum „Realzins“. Dieser ergibt sich aus dem Zinssatz minus der Inflationsrate. Was treibt die Zentralbanker an?Sie wollen, dass Banken mehr Kredite vergeben. Sie wollen, dass die Pferde nicht nur zur Tränke gehen, sondern auch saufen…. (Seite 2)


 

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16 Kommentare auf "Bargeldverbot rückt näher"

  1. AmiGoHome sagt:

    die Mutter aller Verschwörungstheorien soll Wahr werden!!! Als nächstes kommt die verchippung der Menschheit. Somit können wir dann nur noch kaufen und verkaufen mit diesem Chip. Und wehe du bist ein Systemkritiker, dann bekommst du für ein Weilchen kein Zertifikat für die Funktion des Chips!!!

  2. Eis Zeit sagt:

    Bargeld ist Freiheit! Nur Bares ist Wahres!
    Ohne Bargeld bist du abhàngig von „deinem Herrn“ (?).
    Dann haben „die Macher“ die totale Kontrolle ùber das was mir / uns gehòrt.
    Die Selbstbestimmung ist futscht, es entscheiden Andere fùr dich und wenn die wollen, ist auf Knopfdruck alles weg (zwangsenteignet).
    Die Menschen sollten endlich aufwachen und fùr ihre Freiheit auf die Strassen gehn.

    • Tom sagt:

      So oder so ist auf Knopfdruck alles weg. Entweder durch die Banker, wenn sie Dich vom Zahlungsverkehr trennen oder durch Dich, wenn Du die Chips aller Schlafschafe auf der Straße mit einem RFID-Zapper zerstörst. Das kommt nicht. Um so komplexer die Überwachung, um so einfacher seine Zerstörung.

  3. bluestar sagt:

    Und wenn die Monopolmedien mit ihren armseligen Schreiberlingen dann geschlossen verkünden wie toll, praktisch, gerecht, sicher, friedlich und keimfrei die Welt ohne Bargeld ist, wird die Mehrheit der Deutschen gern auch dieses Stück Freiheit aufgeben. Keiner geht auf die Straße, höchstens ein paar verwirrte „Verschwörungstheoretiker“ oder
    „Rechtspopulisten“. Also die Feinde der sogenannten Demokratie.
    Da die Wählermasse sowieso besitzlos ist und keine Zusammenhänge versteht, klagen höchstens die Reste des sich in Enteignung, Steuerversklavung und Liquidation befindlichen bürgerlichen Mittelstandes.

  4. jules sagt:

    nicht das hier noch ein wahnsinniger (vt, nazi etc pp) auf die idee käme, nur um dies, als auch die banken-union/eu-bonds umsetzen zu können, wäre dieses von vornherein zum scheitern verurteilte eu-konzept erkoren und auf teufel komm raus umgesetzt…

  5. ich sagt:

    yepp, so niemand dagegen spricht
    wird alles geschehn, so wirds gewollt…das nennt sich dann demokratie.
    erinnert das nicht an das gegenteil?! wir sind eingekreist—————–

  6. bluestar sagt:

    @yepp
    Demokratie – wer will denn das schon ernsthaft. Vor 25 Jahren waren die Leute hier auf der Straße weil Gorbi dem alten Regime schon mit Glasnost und Perestroika den Todesstoß versetzt hatte und keine ernste Gegenwehr zu erwarten war. Ein knappes Jahr später wurden die ehemaligen SED-Blockparteien von der Masse mehrheitlich gewählt und die echten Revolutionäre waren vergessen. ( Erinnert mich an den Maidan ). Motto: Keine Experimente.
    Heute gibt es Bananen, Reisen, Schlussverkäufe und BILD. Also Demokratie für die Masse.
    Wahlbeteiligungen liegen in Sachsen übrigens mittlerweile bei unter 50% und bei Demos gegen Kriegspropaganda, TTIP und Eurowahnsinn gehen keine 100 Menschen vor die Haustür. Wozu auch, allein die Wahl des Urlaubsziels ist anstrengend genug, von der Schnäppchenjagt erst gar nicht zu sprechen…

  7. beccon sagt:

    Nur ungern nimmt der Handelsmann statt barer Münze Schiete an… (mein Obstmann in der Hamburger Innenstadt)

  8. Ziel der Zentralbanken ist sogar ein Nagativzins in höhe von 4 bis 5 Prozent!
    Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=CeWMmmZwfvc

    In dem Zusammenhang muss das Bargeld abgeschafft werden, da ansonsten niemand mehr Geld auf seinem Konto belassen würde. Ein Bankrun und anschließender Bankrott der Geschäftsbanken wäre vorprogrammiert. Da angeblich keine Alternative zur Rettung des derzeitigen Finanzsystems existiert, wird das Bargeldverbot höchstwahrscheinlich umgesetzt werden.

  9. Avantgarde sagt:

    Daß man das Bargeld wie in Schweden über die Medien madig macht kann ich mir schon vorstellen.
    Aber gänzlich abschaffen wäre schon ein bedeutender Akt – denn dann gäbe es kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr!

    Ausserdem wäre dazu eine gemeinsame Aktion aller wichtigen Notenbanken nötig da man ja sonst sein Kreditgeld schlicht in eine andere Währung tauschen könnte.

  10. Sandra (andere) sagt:

    Der Negativzins muss durchgehend kommen, da dies die einfachste und sicherste Möglichkeit ist die Überschüssige Liquidität abzusaugen. An der Reduzierung der Geldmenge führt kein Weg vorbei, wenn man am Geldsystem festhalten möchte. Allerdings müsste diese Reduzierung asymmetrisch erfolgen. D. h. je Wohlhabender eine Person/Organisation ist desto höher ist der zu leistende Beitrag. Es müssten allerdings auch die Stiftungen (sind i. d. R. nur Steuersparmodelle) und Vermögen in den Steueroasen einbezogen werden. Allerdings ist dieses Finanzsystem nach meiner Auffassung nicht mehr zu retten und ein totaler Zusammenbruch unausweichlich. Es ist allerdings interessant festzustellen, dass scheinbar mittlerweile erkannt wurde, dass man ein Problem, das durch die expansive Geldpolitik entstanden ist nicht mit derselben Strategie gelöst werden kann.

    In Bezug auf die zurückgehende Bereitschaft der Auszahlung von Giralgeld ist der § 14 Absatz 1 BBankG anzuführen. Hiernach ist eben nur Bargeld ein gesetzliches Zahlungsmittel. Bei der Auszahlung von Giralgeld findet letztendlich nur ein Tausch von Giralgeld in das gesetzliches Zahlungsmittel statt. Unter Einbeziehung des Verhältnisses von Bargeld zu Giralgeld ist es kein Wunder, dass die Banken einer Auszahlung ablehnend gegenüberstehen und das Bargeld am liebsten abschaffen würden/möchten. Des Weiteren hat man als Kunde zwar einen Auszahlungsanspruch, jedoch keinen Rechtsanspruch auf eine Auszahlung. Es gibt wie den meisten hier auf diesem Blog bekannt sein wird ja noch nicht einmal einen Rechtsanspruch auf Leistungen aus dem Einlagensicherungsfond.

    Mir hat in all den Jahren noch niemand die Frage nach dem Recht auf positive Rendite beantworten können. In diesem Kontext möchte ich erwähnen, dass eine Rendite nur unter der Prämisse gezahlt werden kann, wenn Dritte hierfür eine unentgeltliche Leistung erbringen (ist in absoluten Nullsummensystemen üblich).

  11. FDominicus sagt:

    „Es ist allerdings interessant festzustellen, dass scheinbar mittlerweile erkannt wurde, dass man ein Problem, das durch die expansive Geldpolitik entstanden ist nicht mit derselben Strategie gelöst werden kann.“

    Wie bitte? Was ist denn das 1,1 Billionen Aufkaufprogramm?

    • Sandra (andere) sagt:

      @FDominicus:

      Ich sehe diese Maßnahme nicht als Aufkaufprogramm, sondern die EInsammlung von nicht absetzbaren Anleihen zur Verhinderung einer vorzeitigen Systemkernschmelze. Inwiefern sich eine unkontrollierte Kernschmelze des Finanz- und Wirtschaftssystems hiermit verhindert lässt hängt sehr stark vom Verhalten der Marktteilnehmer an den Finanzmärkten sowie der Bevölkerung insgesamt (Konsumverhalten, Bankrun etc.) ab, jedoch kann man nach meiner Einschätzung diesen unkontrollierten Zusammenbruch hiermit nicht verhindern, sondern nur hinauszögern. Dies haben exponentielle Systeme so an sich. Dementsprechend versuchen die einzelnen Akteure nur noch zu retten was zu retten ist, damit diese nach einem Reset wieder an selbiger Position sitzen können.

      Das einzige schlimme an dieser ganzen Finanzthematik ist, dass diese nur auf Glauben aufbaut ist und auch nur von diesem getragen wird => vollkommen unnötiger Stressfaktor. Leider möchte die sehr große Mehrheit dieses Zusammenhänge nicht verstehen und versucht sich weiterhin in einem absoluten Nullsummensystem zu bereichern.

  12. André Puschinski sagt:

    Das Bargeldverbot hat leider noch einen Bruder. Einen großen Bruder.
    Das Bezahlen mit dem Handy ist nur der erste Schritt. Zuletzt werden
    auch unsere Körper vollständig mit dem globalen Datenstrom „verknüpft“.

    https://www.solide-geld-anlagen.de/bargeldverbot-bald-auch-in-deutschland.html

  13. Marie-Christine Höferlin sagt:

    Es ist schon erstaunlich, was sich die Menschheit so alles gefallen lässt. Schon bei dem Gedanken an eine Abschaffung des Bargelds müsste eigentlich eine weltweite Revolution ausbrechen. Demokratie gibt es schon lange nicht mehr. Ich jedenfalls werde mir keinen RFID-Chip verpflanzen lassen, der Krebs und Geschwüre auslöst, falls dies einmal als Zahlungsmittel vorgesehen wäre. Da hole ich dann vorher meinen Revolver hervor und erschieße die Verantwortlichen. Mich wundert immer nur wie die verblödete Masse das alles hinnimmt, da müsste doch ein Aufschrei durch das Volk gehen. Die lassen sich wohl inzwischen wie Rindviecher behandeln!!!!! Man findet ob solcher Dummheit und Ignoranz keine Worte mehr.

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