Bargeldverbot ist Diktatur

5. Februar 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Egon Wolfgang Kreutzer

Kann der Staat Bargeld abschaffen oder verbieten? „Unsere“ Regierung, also diejenigen, die derzeit über uns regieren, haben es jetzt ernsthaft vor. Sie haben weder das Recht, noch die Möglichkeit, es sei denn, wir sind so „tolerant“ und lassen es zu.

Was hat der Staat mit dem Geld zu tun? Nichts. Es geht ihn nichts an. Gar nichts.

Der Staat benutzt Geld, so wie jeder andere auch. Hat der Staat Geld, kann er es ausgeben, hat er keines, kann er nichts ausgeben. Will er trotzdem etwas ausgeben, muss er Schulden machen oder an der Steuerschraube drehen. Das ist alles, was der Staat mit dem Geld zu tun hat.

Natürlich hat der Staat einige Gesetze gemacht, die mit dem Geld zu tun haben. So, wie er auch Gesetze zum Grundbesitz gemacht hat.

Dass ein Grundstück im Grundbuchamt erfasst wird, dass dort festgehalten wird, wem es gehört und welche Hypotheken darauf lasten, sind Regelungen, die der Staat zum Verkehr mit Grundstücken erlassen hat. Deswegen gehören ihm die Grundstücke aber nicht, er kann sie nicht verbieten und nicht abschaffen.

Der Staat hat zum Geld vor allem eines bestimmt, nämlich, dass der Euro – nach der DM – in Deutschland gesetzliches Zahlungsmittel ist. Deswegen gehört ihm der Euro aber nicht, wie er auch der EZB nicht gehört. Schon gar nicht gehört ihm der Euro, den ich in meiner Hosentasche herumtrage.

Das „Geld“, als abstrakter Begriff für ein Zahlungsmittel, ist ein Teil der öffentlichen Infrastruktur, die von den Bürgern mit Hilfe der Banken geschaffen und administriert wird. Diese öffentliche Einrichtung kann der Staat nur unter äußerstem Missbrauch seiner Befugnisse verbieten oder abschaffen

Noch heißt es, man denke lediglich an eine Begrenzung. Barzahlungen sollten bis zu einer bestimmten Obergrenze erlaubt bleiben. Es schwirren unterschiedliche Zahlen herum. 5.000 Euro, 3.000 Euro, 2.000 Euro – und im Hintergrund droht bereits die „Europäische Einigung“ auf einen einheitlichen Satz.

Doch erstens ist auch das schon ein unberechtigter Eingriff in das, was an bürgerlichen Freiheiten noch übrig ist, und zweitens wird es, aller Erfahrung nach, die wir mit den Vorgehensweisen der Politiker „ihrem“ Volk gegenüber gemacht haben, nicht dabei bleiben, wenn erst einmal der erste Schritt getan ist.

Natürlich wird bereits heute der wertmäßig höchste Anteil des Zahlungsverkehrs bargeldlos erledigt. Jeder von uns entscheidet frei darüber, die großen laufenden Zahlungen per Dauerauftrag oder Lastschrift zu erledigen – und wo im Versandhandel bestellt wird, schließt sich in der Regel ebenfalls das unbare Bezahlen an.

Die Begründungen für das Bezahlen mit Bargeld treffen hauptsächlich noch für den kleinen Einkauf zu.

Doch diese Tatsache ist nur ein Zeichen für veränderte Gewohnheiten – sie ist kein Argument für die Abschaffung des Bargelds oder das Verbot, eine Rechnung über mehr als X Euro bar zu bezahlen.

Diese Tatsache sollte auch niemanden zu der leichtfertigen und unüberlegten Aussage bewegen: Ich brauche kein Bargeld, meinetwegen können sie es ruhig abschaffen. Im Gegenteil, auch wer heute schon alles unbar bezahlt, sollte gegen die Abschaffung des Bargelds auf die Barrikaden gehen. Die Begründungen dafür folgen hier:

1. Bargeldverbot ist staatliche Willkür

Hin und wieder muss man auch an das ganz und gar Grundsätzliche herangehen, die Rollen von Staat und Bürgern, Regierenden und Regierten unter die Lupe nehmen. Nach demokratischem Verständnis sind es die Bürger, die Teile ihre Freiheiten aufgeben, um bestimmte Aufgaben und Regelungsbefugnisse, wozu auch ein genau definiertes Gewaltmonopol gehört, dem Staat zu übertragen. Nach demokratischem Verständnis ist es nicht der Staat, der sich Rechte einräumen darf, die ihm von den Bürgern nicht ausdrücklich zugestanden sind.

Basis für das Verhältnis zwischen Staat und Bürger, zwischen Regierung und Regierten, zwischen Staatsmacht und individueller Freiheit ist die Verfassung. Da wir keine haben, ist unsere Basis ersatzweise das Grundgesetz.

Im Grundgesetz findet sich zum Währungs- und Geldwesen der Artikel 73, in dem die Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern bei der Gesetzgebung grundsätzlich geregelt sind. Es heißt da, neben vielen anderen solcher Zuständigkeitsregelungen, dass die ausschließliche Gesetzgebungsgewalt über das Währungs- Geld- und Münzwesen beim Bund liegt – und nicht bei den Ländern.

Der Bund hat dazu das Bundesbankgesetz erlassen, wo es in §14 Abs. 1, wörtlich heißt:

„Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel.“

Damit hat der Gesetzgeber implizit zum Ausdruck gebracht, dass es daneben sowohl „beschränkte gesetzliche Zahlungsmittel“ geben kann, als auch solche Zahlungsmittel, die nicht als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt sind.

2. Bargeld kann sicher aufbewahrt werden

„Gesetzliches Zahlungsmittel“ bedeutet allerdings
  • nicht, dass man nur dieses zum Bezahlen benutzen darf,
  • sondern dass das gesetzliche Zahlungsmittel von jedermann als Bezahlung angenommen werden muss.

Das ist ein bedeutsamer Unterschied – und soll nun weggewischt werden.

Fortan soll es heißen, dass das einzige gesetzliche Zahlungsmittel

  • weder zum Bezahlen benutzt,
  • noch von irgendjemandem angenommen werden darf,

wenn die Summe einen beliebig festsetzbaren Höchstwert überschreitet, der folglich irgendwann bei Null stehen dürfte, wenn wir den Einstieg in den Ausstieg aus dem Bargeld zulassen.

Das bedeutet, dass Bestände an Bargeld für ihre Inhaber wertlos werden, schon wenn sie eine relativ unbedeutende Größe überschreiten, und dass größere Bestände an Bargeld gar nicht mehr entstehen können, weil es kaum noch Zahlungen mit Bargeld geben wird.

Die Konsequenz:

Alle liquiden Mittel sammeln sich auf Bankkonten an.

Den Bürgern wird also zwangsweise Bargeld abgenommen und den Banken als Giralgeld zugeschoben. Wir wissen, dass die Banken Kundengeld nicht in den Safe legen und es dort aufbewahren, bis es wieder abgeholt wird. Banken arbeiten mit dem Geld, das ihre Kunden ihnen anvertrauen. Manche sorgfältig, andere unter hohem Risiko, andere in ungeheuer fahrlässiger, zum Teil sogar krimineller Weise. Die gigantischen Anstrengungen der EU zur Bankenrettung und die Prozesse gegen Banken und Bankmanager legen davon beredtes Zeugnis ab.

Wenn der Staat also erklärt, bei Banken gehaltene Liqudität unterscheide sich nicht von Bargeld unter dem Kopfkissen, dann lügt der Staat:

Giralgeld, ohne die Chance, es jederzeit in Bargeld umwandeln zu können, ist im Zweifelsfall das Papier des Kontoauszugs nicht wert, auf dem es verzeichnet ist.

Nicht umsonst gilt in Deutschland bisher als gesetzliches Zahlungsmittel nur das, was in Form von Euro-Banknoten existiert. Giralgeld ist dem gesetzlichen Zahlungsmittel zwar gleichgestellt, wird aber dennoch nicht zum gesetzlichen Zahlungsmittel erhoben. Warum nur?

Hierfür gibt es einen, sehr wichtigen und entscheidenden Grund:

Bargeld müssen sich die Banken bei der Zentralbank „kaufen“.

Das können sie nur, wenn den bei ihnen gehaltenen Guthaben ihrer Kunden mindestens die vorgeschriebene Mindestreserve als Guthaben der Bank bei der EZB gegenübersteht. Ansonsten muss die Bank sich verschulden und dafür Sicherheiten bereitstellen. Bargeld ist also durch die Regeln des Finanzsystems gesichert. Es kann nur nach engen Regeln vermehrt werden.

Giralgeld kann jede Bank jederzeit in jeder beliebigen Menge in die Welt setzen, ohne dass sie dafür Mindestreserven vorweisen oder Sicherheiten hinterlegen müsste. Giralgeld ist durch die Regeln des Finanzsystems weit weniger geschützt als Bargeld. Dies wird vor allem dann offenbar, wenn eine Bank wegen fahrlässiger oder betrügerisch-krimineller Geschäfte zahlungsunfähig wird. Handelt es sich um eine einzelne Bank, dann wird der Einlagensicherungsfonds einspringen und alle Guthaben bis zum Wert von 100.000 Euro ersetzen.

Was darüber ist, ist allerdings futsch!

Gehen mehrere Banken in rascher Folge in die Pleite, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch die Einlagensicherungssysteme zahlungsunfähig werden, relativ hoch. Ob der Staat in einem solchen Fall zur Bankenrettung bereit oder fähig sein wird, steht in den Sternen.

Dass der Staat andererseits Gefallen daran finden könnte, Zusatzsteuern oder Zwangshypotheken zur Finanzierung seiner Ausgaben direkt von den Konten der Bürger abzuziehen, ohne um deren Erlaubnis zu fragen, ist eine gut vorstellbare Entwicklung, ebenso, wie es den Banken natürlich massiv erleichtert würde, alles Geld mit einem Negativzins zu belegen, um damit einen Beitrag zur Steigerung der Dividenden ihrer Anleger zu gewinnen.

Das ist der Unterschied, zwischen Giralgeld und Bargeld:

Bargeld, das unter der Matratze oder im Wandsafe zuhause liegt, verändert sich im Bestand nicht, selbst dann nicht, wenn alle Banken gleichzeitig bankrottieren!

Giralgeld, das auf einem Konto bei einer Bank verwahrt wird, kann dort jederzeit teilweise oder vollständig verschwinden – und unliebsamen Kritikern könnte man sogar die Kontensperre als wirksame erzieherische Maßnahmen angedeihen lassen.

3. Ende der informationellen Selbstbestimmung

Es gibt einen weiteren, ebenfalls sehr wichtigen, ja sogar noch wichtigeren Unterschied.

  • Giralgeldguthaben sind quasi öffentlich einsehbar. Ein Bankgeheimnis, das den Namen verdient, gibt es längst nicht mehr, und
  • alle Zahlungen mit Giralgeld sind nachverfolgbar, und
  • alle Einkäufe mit Giralgeld werden dem jeweiligen Kunden eindeutig zugeordnet und von den Handelsunternehmen, vom Finanzamt, von den Gesundheitsämtern, den Krankenkassen und den Geheimdiensten und Verbrechersyndikaten in aller Welt ausgewertet.

Giralgeld ist der Schlussstein im Gewölbe der Abschaffung der informationellen Selbstbestimmung.

Wo die Überwachung der Telekommunikation und des Internets, die fast allgegenwärtige Videoüberwachung, das verdachtsunabhängige Scannen von Kfz-Kennzeichen und weitere Überwachungsmethoden immer noch kleine Lücken aufweisen, sollen diese mit dem Bargeldverbot geschlossen werden.

Wer nichts zu verbergen hat…

Den Menschen, der nichts zu verbergen hat, gibt es nicht.
Das ist nicht schlimm, das ist normal, und es ist gut so.

Denn als hartnäckig boshafte Gegenspieler zu jenen Menschen, die meinen, nichts verbergen zu müssen, gibt es auch die anderen, deren Motto lautet: „Wissen ist Macht!“ Umfassendes Wissen über jeden einzelnen Menschen ist umfassende Macht über jeden einzelnen Menschen und damit umfassende Macht über die Menschheit. Wird Wissen freiwillig und bewusst preisgegeben, ist jeder selbst dafür verantwortlich, wenn er damit anderen Macht über sich verschafft.

Wird Wissen jedoch von einer übermächtigen Gruppe aus Staat und Wirtschaft zwangsweise – letztlich um des Preis des Überlebens in der Gesellschaft – eingehoben und mit Hilfe superschneller Rechner in alle Richtungen daraufhin untersucht, wie der Gläserne Mensch noch besser ausgebeutet und ruhig gehalten werden kann, dann ist das ein gigantisches Verbrechen, gegen das uns einst das Grundgesetz schützen sollte, was sich unter anderem aus den ursprünglichen Formen des Post- und Fernmeldegeheimnisses, des Rechts auf die Unverletzlichkeit der Wohnung, und des Rechts auf Versammlungsfreiheit, usw. leicht herleiten lässt.

Nur autarke Eremiten in der Einsamkeit und Abgeschlossenheit ihrer Klause können der Forderung nach der Abschaffung des Bargeldes ruhig und gelassen entgegensehen.

Von allen anderen würde ich einen Sturm der Entrüstung erwarten! Doch es regt sich noch nicht einmal ein laues Lüftchen. Sogar von Transparency International wird in einseitig-egoistischer Manier erklärt, die Bargeldobergrenze von 5.000 Euro sei immer noch viel zu hoch. Anscheinend macht sich niemand über die wahre Tragweite solcher Entwicklungen Gedanken.

Hätten Sie daran gedacht, dass die gehbehinderte Rentnerin nicht mehr so einfach in der Lage sein wird, dem 12-jährigen Jungen aus der Nachbarschaft, der ihre Einkäufe erledigt, aus Dankbarkeit einen Fünf- oder Zehn-Euro-Schein zuzustecken?

Und selbst wenn sie ihm das Geld über den an jedermann kostenlos verteilten Geldkartenleser doch noch geben kann, wird er es dann auch behalten können?

Problematisch wird das, wenn er, weil seine Familie im Hartz-IV-Bezug steht, dieses Zubrot wirklich gut brauchen könnte. Bei unbarer Bezalung wird der Staat jedoch davon Kenntnis erhalten und dieses Geschenk für sich in Anspruch nehmen. „Anrechnung“, nennt sich diese Schweinerei, die sich mit Bargeld noch vermeiden ließ. Ohne Bargeld wird es sehr viel weniger freundliche Jungen aus der Nachbarschaft geben.

Warum das eine Schweinerei ist? Wenn die depotführende Bank Zig Millionen an die BMW-Erbin, Frau Klatten, überweist, die dafür weißgott nichts getan hat, als in die richtige Familie hineingeboren zu werden, dann begnügt sich der Staat mit 25 Prozent, (Wenn überhaupt, denn Möglichkeiten zur Steuerverminderung gibt es immer noch genug.), dem netten Jungen nimmt er 100 Prozent ab, letztlich auch, um die Steuern auf Kapitalerträge niedrig halten und Vermögen gar nicht besteuern zu müssen.

Hätten Sie daran gedacht, dass der Staat Sie eines Tages bitten könnte, ihm Auskunft über den Verbleib der Silbermünzen zu erteilen, die Sie gekauft haben, um Ihren Kindern ein werthaltiges Weihnachtsgeschenk zu machen? (SEITE 2)

 

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14 Kommentare auf "Bargeldverbot ist Diktatur"

  1. Insasse sagt:

    Lieber Herr Kreutzer, alles was sie geschrieben haben, ist richtig und berechtigt. Und doch werden Ihnen 99,9 Prozent der Bürger_*Innen (Achtung: Gender! :-)) mit dem Argument begegnen, dass „ich ja nichts zu verbergen habe“. Toleranz speist sich eben leider auch aus Bequemlichkeit und Uninteressiertheit. Und so wird es mit einiger Wahrscheinlichkeit kommen, wie es kommen muss. Das System bereitet die Leute wieder in gewohnter Salamitaktik auf eine weiter starke Freiheitseinschränkung vor. Dazu stellt es zunächst den Gedanken in den Raum, erzeugt scheinplausible Argumente (also Lügen) und wartet, was passiert (Juncker-Methode). Dann folgt nicht gleich der große Hammer, sondern es geht in schrittweise in Richtung Endziel (Abschaffung 500 Euro-Scheine, Bargeldobergrenze). Einige „Experten“ dürfen sogar öffentlich Bedenken äußern (zumeist aber nur solche, die ihre aktive Karriere schon beendet haben und auf die deshalb niemand mehr richtig hört). Das wirkt demokratisch, ist aber selbstredend nur Kasperletheater. Wenn sich die große Masse der Menschen, deren Empfinden für Bürgerrechte sich im Großen und Ganzen nurmehr auf das Recht zum Konsumieren beschränkt, an den Gedanken gewöhnt hat, wird das Bargeldverbot einfach umgesetzt. Nach Recht und Gesetz fragt bei den Regierenden schon lange niemand mehr, wenn es nicht ins (transatlantische) Konzept passt. Und auch daran haben sich die Menschen schon gewöhnt. Viele leben sogar immer noch in der wahnhaften Vorstellung, Deutschland sei ein Rechtsstaat. Da ist nicht nur „Holland in Not“!

  2. astroman sagt:

    Ein grandioser Artikel. Ich glaub das mail ich mal ausnahmsweise als Link privat rum…

    Es ist zum Davonlaufen. Ich wünschte auch, mehr Leute würden die abstrakten Gefahren und Einschränkungen begreifen. Ich erzähl‘s daher auch im Umfeld, wenn das Thema drauf fällt, aber ich fürchte in Summe sind’s maximal 10%, die das überhaupt interessiert. Im Endeffekt brauchen wir uns wirklich nicht rechtfertigen, warum wir gerne Bargeld hätten. Ist schließlich unseres. Ein einziges „Weil ich das haben will.“ ist die ausreichende Antwort.

    Die Argumente gegen Bargeld sind auf dem Niveau von Gute Nacht-Geschichten für 6jährige. „Und dann wird alles gut.“ Ich bezahl mittlerweile schon wieder „demonstrativ“ mehr mit echten Banknoten. Ist irgendwie auch männlicher und potenter als so’n billiges Plastikkärtchen.

    Ich wüsste nur gerne, was letztlich einen Teil der Politiker motiviert. Im Netz findet man nun immer viel über Verschwörungstheorien mit hochintelligenten Lenkern hinter den Kulissen. Ich fürchte, so viel Glück im Unglück haben wir nicht. Es ist wohl eher eine Mischung aus Toren und kurzfristig denkenden Profiteuren mit einfachen Ambitionen.

    Bank: „Ey, dann können wir bei jeder Transaktion Kohle verdienen und Bankrun brauchen wir auch nicht mehr fürchten. Geil.“ – Politiker1: „Okay, ich sag einfach, ist wegen Schwarzgeld und Terror und so.“ – Politiker2: „Super Idee… ich geh mal zur EU und schlag das vor.“ – EU: „Oh prima, da machen wir gleich mal ne Arbeitsgruppe. Ich lade schon mal zum Dinner ein, da können wir das mal sondieren. Das wird ein Projekt für’s kommende Jahrzehnt.“

  3. Avantgarde sagt:

    Es ist doch ein offenes Geheimnis, daß…..wir früher oder später gar nicht drumherum kommen werden.
    Die Sache mit der Kriminalität ist dabei nur etwas schmückendes Beiwerk.
    Die Mineralölsteuer und USt darauf wurde ja selbstverständlich wegen der Umwelt und nicht wegen dem Staatshaushalt in derart astronomische Höhen gedreht – nicht wahr…
    🙂

    „…Der prominente amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff hat sich dafür ausgesprochen, das Bargeld abzuschaffen. „Die Zentralbanken könnten auf diese Weise leichter Negativzinsen durchsetzen, um so die Wirtschaft anzukurbeln“
    Erheben die Zentralbanken negative Zinsen, dann kostet es für die Geschäftsbanken Geld, ihre Ersparnisse bei den Zentralbanken zu parken. Im Idealfall verleihen die Banken ihr Geld dann lieber an Unternehmen und Privatleute in Form von Krediten. Mit diesen Krediten könnten Unternehmen investieren und so die Wirtschaft eines Landes wieder in Schwung bringen….“

    „….„Papiergeld ist das entscheidende Hindernis, die Zentralbank-Zinsen weiter zu senken“, sagte Rogoff. „Seine Beseitigung wäre eine sehr einfache und elegante Lösung für dieses Problem.“

    Nach Rogoffs Angaben habe die amerikanische Zentralbank auf dem Höhepunkt der Finanzkrise zeitweise erwogen, Negativzinsen von 4 oder 5 Prozent einzuführen. Auch der frühere amerikanische Finanzminister und Harvard-Ökonom Larry Summers fordert reale Negativzinsen, andernfalls werde die westliche Welt in eine dauerhafte Wirtschaftskrise („Säkulare Stagnation“) fallen. Auch Summers hat zur technischen Umsetzung die Abschaffung von Bargeld angeregt….“
    http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/geld-ausgeben/nachrichten/oekonom-rogoff-will-bargeld-abschaffen-13274912.html

    • Insasse sagt:

      Ja, es geht einzig um finanzielle Repression. Der Begriff klingt stark nach Erpressung (zum Zwecke des Geldausgebens) und meint defacto nichts anderes als Freiheitsberaubung (warum der entsprechende Straftatbestand – § 239 StGB – wohl nur die Fortbewegungsfreiheit zum Schutzgut erklärt hat?). Man kommt kaum noch daran vorbei, das Denken und Tun „unserer“ Politiker und deren „Unterstützer“ in den (Staats-) Banken mit dem Begriff „organisierte Kriminalität“ in Verbindung zu bringen. Schöne neue Welt…

  4. Schubidu sagt:

    Ich befürchte auch das es so kommen wird.

    Und warum interessiert es die Leute nicht? Wenn Millionen nur von der Hand in den Mund leben, und mit einem Zweitjob gerade so über die Runden kommen, kann man sich auch vorstellen, dass diese Menschen selten mehr als 50 Euro im Geldbeutel haben. Eine Senkung auf 5.000 Euro ist für die auch kein Problem, da sie noch nie so viel frei verfügbares Geld besessen haben.

  5. Denker sagt:

    Ein Staat, der sein gesetzliches Zahlungsmittel abschafft, schafft sich selber ab!
    Vor dem Untergang kommt noch die Wandlung zur Diktatur. Es geht nicht ums Bargeld, sondern um Anonymität. Bargeld oder elektronisches Geld sind lediglich verschiedene Medien, es wäre technisch ein Leichtes, elektronisches Geld anonym handhabbar zu gestalten. Mein Kontostand ist kein gesetzliches Zahlungsmittel, sondern nur mein Rechtsanspruch gegenüber dem Kontoführer auf Herausgabe des gesetzlichen Zahlungsmittels. Es wird wie immer: Die „Terroristen“ finden eine Lücke, der „Normalbürger“ wird noch mehr überwacht, gegängelt, mit Bußgeldern gefügig gemacht. Und nur darum geht es doch, Machtausübung bedarf der Abhängigkeit. Fördermittel sind auch so was Feines: Die eigenen Steuergelder zurück erbetteln. Der derzeitige Parlamentarismus ist so, dass sich die Abgeordneten meine Geldbörse nehmen und daraus bedienen, mit der grinsenden Begründung, sie wüssten besser als ich, was für mich gut ist.
    Mal lesen: Verfassungskreislauf, hat Aristotoles „erfunden“ – europäische Werte?

  6. Argonautiker sagt:

    Für meinen Geschmack, ein bißchen lang geworden der Artikel.

    Schlußwort, dann noch ein Schlußwort, dann noch ein Fazit,…

    Sehr viele und sicherlich zu Recht bestehende Befürchtungen, dann aber eigentlich kein einziger Gedanke dazu, was man als Einzelner denn tun könnte, um sich solch einem Verbot zu entziehen. Wobei Letzteres meines Erachtens wesentlich wichtiger sein wird. Denn vernünftige Begründungen haben die Regelmacher noch nie davon abgehalten, neue Regeln zu setzen wenn sie ihnen nützlich waren. Und ein Bargeldverbot ist für sie extrem nützlich.

    Ich denke nicht, daß man das komplett abwehren können wird, weil, schmackhaft und aggressiv beworben, viel zu Viele die Vorzüge sehen, und es begrüßen werden, sodaß es also darauf hinauslaufen wird, was kann man als Einzelner tun, um sich nicht von den neuen Schlingen der nächsten Systemerweiterung fangen zu lassen?

  7. Rolf Ihsen sagt:

    Ihre Artikel sind lesenswert! Aber Ihr Hinweis darauf, was Mitinhaber mit ihrem verdienten Geld machen, geht selbst Sie nichts an! Denn nicht zuletzt aus steuerlichen Gründen wird das verdiente Geld wieder investiert.

  8. Reiner sagt:

    Die AfD-Vorsitzende Petry hat sich klar gegen eine Abschaffung des Bargelds ausgesprochen.

    Siehe z.B. hier: http://www.afdbayern.de/petry-keine-obergrenze-mit-der-afd-bargeld-ist-gelebte-freiheit/

    Von den Parteivorsitzenden des Altparteienkartells sind mir keine derartig klaren Äußerungen bekannt.

  9. Michael sagt:

    Ja. Bargeldverbot ist Teil eines geldsozialistischen Putsches der schon länger läuft und in der E.U. in Gestalt des Weltkommunismus charmant aber doch erstaunlich kombiniert wird. Was ist das beste Geschäft für eine Bank, ein paar ambitionierte Kommunisten :).

  10. Klausi sagt:

    Die Abschaffung des Bargeldes entspricht einer Enteignung. Das Tauschmittel Geld, welches ich für meine Lebensarbeit erhalte, auch wenn es Falschgeld ist, wird nun den Banken überreicht. Es gehört mir nur dann, wenn ich dem Wohlwollen der Banken Folge leiste.
    Vor 30 Jahren hätten unsere Väter den Politikern und Banken etwas anderes entgegengesetzt als Jammern und wegschauen.
    Als Kind aus einer Arbeiterfamilie bliebe mir wohl nur die Alternative meine Arbeit zu verweigern, da ich dann eh nicht mehr im Besitz meines eigenen Geldes bin.

    Mittlerweile sind aber fast alle so sehr verschuldet, dass sie sich einen Arbeitsausfall von nur 1 Monat nicht mehr leisten können. Die Sklaven sitzen in der Falle.

    • Skyjumper sagt:

      Nach meinem Dafürhalten geben Sie schon die richtige Antwort: „bliebe mir wohl nur die Alternative meine Arbeit zu verweigern, da ich dann eh nicht mehr im Besitz meines eigenen Geldes bin.“
      Nur um sie dann wieder zu negieren: „Mittlerweile sind aber fast alle so sehr verschuldet, dass sie sich einen Arbeitsausfall von nur 1 Monat nicht mehr leisten können.“

      Warum? Interessiert es Sie wirklich noch ob Sie Schulden haben? Ob Sie diese bedienen können? Der BESITZ von Geldmitteln ist uns allen dann quasi untersagt. Ich werde also weder dafür arbeiten etwas mein Eigentum nennen zu können was ich nicht auch besitzen kann, und ich werde sicher auch nicht dafür arbeiten anderen Eigentum zu verschaffen.

      Genau diese Entscheidung ist (natürlich nur wenn es auch umgesetzt wird) ist das einzige wahre Machtmittel welches der Normalbürger hat. Früher wurde es gegen die Arbeitgeber eingesetzt und nannte sich Streik, in anderen Ländern (mit selbstbewußteren Bürgern) auch schon mal als politisches Druckmittel, das nannte sich dann Generalstreik.
      Ob Politiker, Großindustrie oder Gutmenschen-NGO’s, sie alle sind völlig aufgeschmissen wenn wir das einzige nicht mehr tun was sie wirklich brauchen und wollen, nämlich in ihren Sinne zu funktionieren = arbeiten.

  11. HalloDu sagt:

    sondern dass das gesetzliche Zahlungsmittel von jedermann als Bezahlung angenommen werden muss.

    das ist falsch

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