Bankenhausse, Goldbaisse und ein neues Demokratieverständnis…

24. Januar 2014 | Kategorie: Gäste

von Andreas Hoose

„Wat is datt denn“? So fragte kürzlich ein erstaunter Kollege aus dem hohen Norden, weil der DAX einmal keinen neuen Rekord schaffte. Und tatsächlich: Der deutsche Leitindex beginnt zu fallen und auch der Dow Jones verhält sich plötzlich so komisch…

War es das nun womöglich mit der seit fünf Jahren währenden Dauerhausse? Erfahrungsgemäß wird uns diese Frage noch eine ganze Weile beschäftigen, denn Richtungswechsel nach einem langjährigen Aufwärtstrend, die können überraschend lange dauern.

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Sehen wir uns daher erst einmal ein Argument an, das in jüngster Zeit recht populär geworden ist: Die starke Vorstellung der Banken. Tatsächlich gehen einige Kollegen seit einigen Monaten mit der Idee hausieren, die laufende Bankenhausse kündige gerade einen gigantischen Bullenmarkt bei Aktien an.

Grundsätzlich gilt natürlich, dass der Finanzsektor einen wichtigen vorauslaufenden Indikator für die konjunkturelle Entwicklung darstellt. Der Grund leuchtet ein: Wenn mehr Kredite vergeben werden, dann profitieren davon zunächst die Banken und später die Kreditnehmer, also Privatleute und Unternehmen.

Setzt man seine Brille auf, die mit den frisch geputzten Gläsern, dann erkennt man jedoch, dass an der Bankenhausse irgendetwas faul sein muss. Es zeigt sich nämlich, dass die Aufwärtsbewegungen bei wichtigen US-amerikanischen Großbanken, wie Goldman Sachs (GS), Bank of America (BAC), Citigroup (C) oder JP Morgan (JPM) allesamt von deutlich fallenden Umsätzen begleitet sind.

Interessanterweise beginnt der Umsatzrückgang jeweils im gleichen Monat, nämlich im August 2011. Lediglich bei der Aktie von JP Morgan begann der Umsatzeinbruch erst ein Jahr später. Dazu die folgenden Abbildungen, die den langfristigen Kursverlauf auf Monatsbasis darstellen. Im unteren Teil der Grafik sehen Sie die Umsatzbalken. Achten Sie auf die fallenden roten Linien:

Goldman Sachs:

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Bank of America:

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Citigroup:

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JP Morgan:

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Es ist eine Binsenweisheit, dass Bewegungen einer Aktie oder eines Index durch das Volumen bestätigt werden müssen. Andernfalls stimmt da irgendetwas nicht. Die Beobachtung spricht deshalb dafür, dass die Bewegungen der Bankaktien nicht nachhaltig sein werden. Wenn man aber der Hausse bei den Banken schon nicht trauen kann, dann gilt das umso mehr für den gesamten Rest der Veranstaltung… (Seite 2)

 

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3 Kommentare auf "Bankenhausse, Goldbaisse und ein neues Demokratieverständnis…"

  1. bluestar sagt:

    Das Demokratieverständnis ist doch klar. Abweichler werden weggebissen oder kaltgestellt, Schleimer, Duckmäuser und Lakaien der Regierung und der Finanzoligarchie gefördert und gefüttert. Das Minimum an demokratischer Legitimation
    in D wird dann noch an nicht legitimierte Eurokraten und unkontrollierbare Repressivorgane wie den ESM abgegeben.
    Da lobe ich mir doch die Ukraine. Dort wurde der amtierende Präsident 2010 wenigstens direkt !!! vom Volke gewählt. Wahlbeobachter der OSZE haben übrigens die Wahl als regulär und den internationalen Standards entsprechend eingeschätzt.
    Nur das Ergebnis der Volkswahl war vom Westen nicht gewünscht, deshalb muss nun der randalierende Brandflaschen-Mob herhalten.
    Direktwahl in D ??? Ein Traum von Demokratie der niemals in Erfüllung gehen wird,
    davor haben die Mächtigen viel zu viel Angst und der Masse ist es egal.

  2. wolfswurt sagt:

    Dumme fürchten die Klugen wie der Teufel das Weihwasser.
    Dadurch, daß sie die Klugen aus ihrem Sichtfeld entfernen, denken sie sich ihrer entledigt zu haben.
    Ganz schön dumm.

    Wer in Ruhe und Frieden leben möchte, schaffe den größtmöglichen Abstand zwischen sich und der Macht.

    • FDominicus sagt:

      „Wer in Ruhe und Frieden leben möchte, schaffe den größtmöglichen Abstand zwischen sich und der Macht.“

      Es gilt aber leider auch. Es kann der friedlichste nicht in Frieden leben und was Sie offensichtlich vergessen haben: „Mitgefangen, mitgehangen“. Ich bin soweit von der Macht weg wie nur irgenwer hier in D. Was sollte ich davon haben? Ich werde jeden Tag und jedes Jahr mit der „Macht“ konfrontriert oder lassen Sie mich mal so fragen: Heute schon Ihre Steuern nicht bezahlt?

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