Bad Kreuznacher Nächte sind kurz

11. August 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bankhaus Rott

Die Tagesschau hat es sich endlich zu Herzen genommen. Immer nur schlechte Nachrichten, dass ist für den Michel einfach zu viel. So berichtet man über schlimme Dinge am liebsten, wenn sie im Ausland geschehen. In der Heimat kuscheln ohnehin alle gemeinsam und träumen von einer rosaroten Zukunft.

Wenn Sie den Schlosspark in Bad Kreuznach besuchen wollen, sollten Sie auch in lauen Sommernächten nicht darauf vertrauen, den Sternenhimmel beobachten zu können. Auf Grund „aktueller Ereignisse“, wie es so schön heißt, ist der Park jetzt zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens nicht mehr zu betreten. Die aktuellen Ereignisse haben, der geneigte Betrachter ahnt es, nichts mit Romantikern und Sternenguckern zu tun. Es handelt sich eher um die Reibung einiger ins Leere laufender Integrationsbemühungen, die für Spannungen sorgt.

Nicht jeder möchte gerne beim Spazierengehen oder auf dem Volksfest mit Bekloppten zu tun haben, die bei einem offenbar sozialisationsbedingten Ruhepuls von 160 mit Messern herumfuchteln. Von daher wird die nun ausgesprochene Sperre wohl auch viele Bad Kreuznacher nicht betreffen. Wer will schon die harte Realität sehen, wenn es im Fernsehen doch heißt, alles sei, bleibe oder werde bald gut.

(http://www.allgemeine-zeitung.de) BAD KREUZNACH – Das Verhalten einer Gruppe afghanischer junger Männer in der Stadt sorgt in den letzten Tagen für Unmut – und das sogar bei der Vorsitzenden des städtischen Migrationsbeirats, Annette Bauer. Von ihr ist man deutliche Worte zwar gewöhnt, aber was sie kürzlich auf ihrer Facebook-Seite schrieb, kam wie ein Weckruf daher. Afghanische Gruppierungen würden in der Stadt für „Schlägereien vom Feinsten“ sorgen, käme dann die Polizei, hätten sie überhaupt keinen Respekt, schon gar nicht vor weiblichen Beamten. Frauen würden herabwürdigend behandelt, es kursierten sogar Aufforderungen, von Frauen nichts zu kaufen.

Auch in den schönen Städten Reutlingen kam es zu Reibereien. So ist das wohl, wenn die Berliner Verhältnisse in die Provinz wandern. Bis sich der hauptstädtische Irrsinn vollumfänglich in die letzten Winkel des Landes ausgebreitet hat, dauert es wohl noch ein bisschena ber es wird schneller gehen als mancher sich das vorstellen kann. Bis zur Bundestagswahl wird es aber wohl nicht klappen, daher darf man sich noch auf eine weitere Saison der Umerziehung freuen. Wer noch nicht weiß, wie er damit umgehen soll, kann einfach das Schuldbekenntnis aus der katholischen Lithurgie vor sich hinmurmeln. Dann klappts auch mit der Einsicht.

In Schorndorf, dem Ort den manche auch Klein-Köln nennen, was sicher als Satire zu verstehen ist, hat man das Thema Zukunftsfähigkeit derzeit neu definiert. Möglicherweise ist neben der finanziellen Überforderung auch ein politische zu erkennen. In 2015 wurde der Neubau der Stadtbücherei abgeblasen…

(Bürgermeister von Schorndorf) „weil Vorrang die Frage habe, welche Aufgaben die vorhandene Jugendarbeit bei der Integration von Flüchtlingen übernehmen könne (…). Wir machen unsere Arbeit bei den Flüchtlingen exzellent, aber wir haben nicht die Kraft und das Geld, gleichzeitig auch alle anderen Projekte zu stemmen“

Mag diese Arbeit auch exzellent erledigt werden, die Resultate sind nicht berauschend. Das sollte man allerdings nicht den Menschen ankreiden, die sich bemühen, das beste aus der Lage zu machen. Wie immer ist das alles aber sicher bloß „aus dem Kontext gerissen“ was natürlich irgendwie für jedes Zitat gilt. Erdgeschichtlich ist auch die Entwicklung vom Urpferd zum neuzeitlichen Vollblüter auch aus dem Kontext gerissen. Sollte jemand ganz sensibel sein und schon die Denunzianten-App starten, weil er „hate speech“ wittert, können wir Entwarnung geben. Auch wenn es nicht um Ziegen und Kopulation geht, wie bei den Witzbolden des Staatsfernsehens, handelt es sich freilich dennoch um Satire, Satire und nichts als Satire.

Wie kommt man aus der Nummer, die man aus Unfähigkeit oder Naivität unterschätzt hat, bloß wieder heraus? Aber wer braucht schon Bibliotheken, wir haben ja das Internet. Und das ist sogar dank dem kleinen Heiko auch ganz sauber und damit viel besser als Bücher. Viele alte Bücher sind ohnehin nicht auf dem neuesten Stand des Gender-Irrsinns. Daher müssen die Bücher des guten alten Hemingway und viele Werke seiner Kollegen entweder verbrannt oder umgeschrieben werden. Wie bei der Gewaltanwendung ist es ja derzeit en vogue nicht mehr die Gewalt selbst zu verurteilen und zu bestrafen, sondern erst einmal zu schauen, ob sie aus den eigenen Reihen stammt. Dann dient sie ja der guten Sache und ist somit zu tolerieren. Bei der Bücherverbrennung kommen wir da auch noch hin, ganz sicher.

Dies alles sollte natürlich nicht für den Wahlkampf missbraucht werden. Es gilt das gleiche wie bei der Eurokrise, bei an Despoten erinnernde Zensurgesetze oder bei sonstigen Banalitäten des Alltags. Reden wir im Bundestagswahlkampf lieber über relevante Themen wie die staatliche Förderung des „Urban Gardening“, einige Eheschließungen aus dem Goldenen Blatt oder den letzten Regen in Hamburg. Das Leben kann so einfach sein. Das Wählen auch.

Print Friendly, PDF & Email

 

Schreibe einen Kommentar