Ausgeschleckt! Der Hohn um die Million

1. April 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Vorsicht, wenn es heute heißt, man hätte Deutschland aus der EU geworfen und die Murkel-Mark kehrt zurück. Kein Aprilscherz und zeitnaher ist die Pleite von Schlecker. 70 Millionen Euro Garantie für eine „Rettung“ sind zuviel. Dabei hört man im Zusammenhang mit Garantien, dass diese nichts kosten, bis auf die ganz großen Summen für Banken und Pleitestaaten. Schade für die 11.000 Mitarbeiter. Schlecker ist keine Bank und Schleckerland auch kein überschuldeter Staat. Die Bundestagswahl ist zu weit weg. Damals gab es zuvor noch viele Milliarden Euro bzw. Peanuts als Abwrackprämie. Ordnungspolitisch mag es richtig sein, sagt die FDP, denn Scheitern gehört zum Markt. Die Liberalen kennen sich damit aus. Ihnen hilft ja auch keiner.

Problem! Wie bekommt man 11.000 Leute in der Arbeitsmarktstatistik so versteckt, ohne den Aufschwung zu gefährden? Problematisch auch die Beantwortung der Frage: Kommt es heute noch auf 70 Millionen Euro an? Selbst die FDP sagte „Weg mit den Milliarden!“, die anderswo in Fässer ohne Böden verklappt werden.

An der Börse gehören Pleiten zur Normalität. In dieser Woche hat es Pfleiderer erwischt. Etliche Solarfirmen fuhren ebenso rettungslos in die Binsen. Knauserig bei Millionen, großzügig bei Billionen. Die Einheiten reimen sich, doch sind so viele Nullen weder verständlich noch wählbar. Schlecker litt unter zu geringen Einnahmen und zu großen Ausgaben, wie die Bilanz des Finanzministers. Bei Schlecker ging es schnell. Irgendwann geht es immer schnell, wenn der Topf größere Löcher bekommt. Ob bei Schlecker, der FDP oder der Staatsbilanz – dann ist der Topf leer geschleckt.

©Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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