Ausgerechnet die Schweiz…

19. Mai 2009 | Kategorie: Kommentare

Auf der Flagge der Schweiz steht ein weißes Kreuz auf rotem Grund. Wäre es umgekehrt, wäre es das Zeichen für das Rote Kreuz. Als ob das einen Unterschied machen würde…

Die Schweiz hat heute einen triumphalen Sieg errungen. 50,1 Prozent der Bürger wünschen sich, dass ihre biometrischen Daten auf dem Pass gespeichert werden. Die Hälfte der Schweizer wird wohl meinen, dass ihr Leben jetzt besser wird, lebenswerter, fortschrittlicher und vor allem behüteter. Sie haben sich dazu entschlossen, künftig beim Fotografen böse in die Kameras zu schauen. Es ist ein knapper, aber überwältigender Akt im Kampf gegen den Terrorismus. Gratulation! Jeder Schweizer wird nun zu seiner eigenen Datei, auslesbar, messbar und aufspürbar. Sollte künftig einen herrenlosen Koffer oder einen verdächtigen Gegenstand herumstehen, man findet den Eigentümer. Man muss nur anrufen. Oder man ruft Sie an. Das ist gut und sicher, vor allem gegen den Terrorismus – erzählt man sich.

Wenn man sich die Opfer durch Terror bei Ihnen und hierzulande anschaut und sie mit der Zahl von Leuten vergleicht, die keinen Arzttermin bekommen haben und deshalb leider erkaltet sind, wirft das einige Fragen auf. Aber wenn unsere Welt dadurch sicher wird? Soll es so sein. Und wenn es die USA es fordern, dann wird es wohl richtig sein.

Was interessiert mich das, was auf der anderen Seite der Grenze passiert? Nun, ich habe viele Freunde dort, doch wir sind hier etwas schneller, sozusagen ein Vorbild für jeden Schweizer. Unsere Pässe wurden schon umgestellt, ohne dass man überhaupt danach gefragt hat. Wir haben den Euro, die Schweiz vielleicht bald? Allein schon die dort ansässigen großen Banken haben das Potential, der Schweiz über Nacht den Euro zu bescheren. Bei uns in Deutschland darf man rechtsstaatlich überwacht in die Computer einbrechen, ohne dass ich es auch nur einer bemerkt. Bald auch in der Schweiz?

Die Konten dürfen hierzulande durchleuchtet werden, denn unsere Staatskasse ist leer. Dank Credit Suisse, UBS und der „Krise“ wird es in der Schweiz auch nur eine Frage der Zeit sein, bis Sie grenzüberschreitend fortschrittlich mit der Weltreservewährung Nummer zwei oder drei bezahlen. Vielleicht wünschen Sie sich das ja auch. Wir leben ganz gut mit dem Euro. Und wir verteidigen im Gegensatz zu Ihnen bislang den Frieden am Hindukusch. Bald auch gemeinsam mit Ihren Schweizer Garden? Wir laden Sie gerne dazu sein. Am Rande bemerkt, es werden schlechte Zeiten für Wahrsager und Astrologen. Sie müssen bloß zu uns rüberschauen.

Wieso hat man eigentlich nicht gleich abgestimmt, einem Chip ein wohlig warmes zu Hause zu geben? Klettertouren in den Alpen wären weitaus sicherer. Notfalls funken Sie sich einfach aus der Lawine. Auf diese Idee kam aber leider noch keiner. Noch nicht. Die Schweizer können wenigstens noch über ihre Befindlichkeiten abstimmen. Wir hierzulande handhaben das ganz anders.

Übrigens, Deutschland hätte beim Eurovision Song Contest wirklich besser abschneiden können. Die Schweiz hat uns keinen einzigen Punkt gegeben. Seit Peer Steinbrück zu ihnen die verbale Kavallerie geschickt hat, scheint unser Land bei Ihnen nicht mehr sonderlich beliebt zu sein. Verständlich.

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