Aus den Schulden heraus wachsen? Dass ich nicht lache

30. Dezember 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Zurzeit macht Janet Yellen Schlagzeilen. Sie versprach, die Fed würde „geduldig“ damit sein, die Zinssätze zu erhöhen. Inverstoren müssen nicht verstehen, was sie damit meint…

Die Hälfte der Investoren muss gedacht haben, sie meine höhere Zinsen später als erwartet. Die andere Hälfte muss glauben, sie habe höhere Zinsen früher als erwartet, gemeint. Denn die Kurse von Staatsanleihen fielen erst einmal. Die Rendite der 10jährigen US-Staatsanleihen legte den größten Anstieg in zwei Tagen der letzten 17 Monate hin.

So oder so schenken Investoren Mr. Yellen viel zu viel Glauben. Wird sie nun die Zinsen früher oder später anheben?

Das weiß sie vermutlich selber nicht. Sie liest nur, genau wie wir, die Zeitungen und fragt sich, wann sie wohl damit davon kommen wird.

Morgens schaut sie in den Spiegel und seufzt… ungläubig darüber, wie die Menschen sie überschätzen. Sie weiß, zumindest bis sie ihr Makeup auflegt, dass das Ganze nichts als eine Maske und verlogenes Accounting ist.

Yellen möchte einfach nicht die Fed-Chefin sein, die es zugeben muss. Und sie will auch sicherlich nicht in Erinnerung bleiben als diejenige, die die größte Kreditblase der Geschichte zum Platzen gebracht und in eine Weltwirtschaftskrise hinein führte.

Mehr Spaß als Nordkorea

In der Zwischenzeit strahlt die amerikanische Außenpolitik auf… Nach einem halben Jahrhundert war es ganz klar Zeit für das „Land of the Free“, von ihrer beständigen Abneigung gegen die Castro-Brüder abzulassen.

Im Lichte der Geschichte sehen sie gar nicht so böse aus. Immerhin sind eine Menge Filme gedreht worden, in dem diese Charaktere eine Rolle gespielt haben. Und nicht einmal haben diese gedroht, ein amerikanisches Filmtheater in die Luft zu sprengen. Unabhängig davon ist ein Besuch in Kuba sicherlich lustiger als einer in Nord Korea.

Stellen Sie sich mal ein Land vor, dass nahezu unberührt ist von den modernen Annehmlichkeiten und dem Fortschritt der letzten 50 Jahre. Keine Einkaufszentren, soziale Netzwerke, Freeways, Radarfallen, Howard Stern, keine blauen und roten Bundesstaaten, keine Terror-Warnungen, Studentenschulden, Obamacare oder QE.

Klingt doch ganz gut, oder nicht?

Und stellen Sie sich ein Land vor, wo man in fünf Jahren öffentlicher Dienst 25 Kilogramm verlieren kann. Das ist sicherlich ein großer Knüller für Amerikaner, wenn es allgemein zugänglich wird.

Zu hohe Schulden

Nun, lassen sie uns nochmal die Makro-Situation am Ende von 2014 betrachten. Ich vereinfache im Folgenden etwas und bin etwas ungenau, aber sinngemäß ist es so: Ein Weg, das BIP zu bemessen, ist es einfach Konsum, Investments, Regierungsausgaben und Netto-Exporte zusammen zu rechnen. Und auf diesem Wege misst man auch noch die Produktion.

Die meisten Dinge, die produziert werden, werden auch verkauft. Rechnet man also aus, wie viele Ausgaben gemacht wurden, bekommt man ebenfalls ein Überblick darüber, wie viel produziert worden ist… (Seite 2)


 

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8 Kommentare auf "Aus den Schulden heraus wachsen? Dass ich nicht lache"

  1. gilga sagt:

    Die zweite Seite ist leider nicht mit dem Link am Ende des Textes erreichbar. Es erscheint dann der Fehler „Du hast nicht die erforderlichen Rechte, um die Entwurfsvorschau zu sehen.“ Mit dem Link unter „Seiten: 1 2“ geht es dann jedoch…

  2. Ralf sagt:

    Auch Bill Bonner versteht das Geld bis heute nicht!

    Geld ist Kredit, von Beginn an!

    Damit ist alles gesagt.

    Wir sind gefangen in einer Eigentumsökonomie, welche den Zins als Grundlage hat. Punkt. Jegliches VWL Modell ist einzig und alleine eine Umverteilungsmatrix von Energieeinheiten, denn ohne Energie ist alles nichts im wirtschaften der aktuellen Zeit. Ohne Energie läuft g a r nichts. Geld ist das Benzin, die Matrix zur Umverteilung vom eigentlichen Motor des Ganzen – der Umwandlungsenergie Herr Bonner.

    Wir sind Opfer, wir sind Täter. Wir sind gefangen in der selbstgewählten Eigentumsökonomie und sparen gibts nur auf der Mikroebene, niemals im Gesamten. Wird kollektiv gespart, der Kredit getilt, geschieht dies auf beiden Seiten der Bilanz. So einfach ist das. Jegliche VWL These, jegliches Modell dahinter hat nur den einzigen Zweck eine bestimmte, gewünschte Form der Eigentumsökonomie zu forcieren, zu gestalten. Dies zur pyramidalen Abstufung von einer Nutzungsmatrix von Geld, ergo von Umwandlungsenergie. Darum werden Kriege geführt – Rohstoffkriege. Darum dreht sich alles. Punkt.

    für eine kurze genauerer Betrachtung hier – 3 Minuten zum lesen. Damit ist das meiste gesagt:

    Der grosse Selbstbetrug

    http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=127501

    • Avantgarde sagt:

      Ich kann dem verlinkten Text tatsächlich nicht widersprechen.
      Letztlich müssen wir alle hoffen, daß zu unseren Zeiten noch genügend billige Energie vorhanden ist.
      Unsere Konsumwachstumsgesellschaft ist ein nicht nachhaltiges System.
      Und das gerne beschriebene „Nachhaltige Wachstum“ ist übrigens ein Widerspruch in sich.

      • samy sagt:

        Was die im Mainstream der VWL nicht vorhandene Würdigung des Debitismus angeht, sicher richtig.

        Aber wundern tue ich mich inzwischen ganz gewaltig darüber, dass unkonventionell gefördertes Öl und Gas mit dem konventionell geförderten Energieträgern preislich erfolgreich konkurrieren kann, sonst würden die Preise nicht derart gewaltig fallen bzw. die USA nicht zu Selbstversorgern.

        Es war eine ganz klare Ansage der Peak-Oil-Theorie, dass das Zeitalter der billigen (!) Energie mit der Versiegung der konventionell förderbaren Quellen untergeht.

        Übrigens glaube ich, dass die Saudis hier einen ganz klaren Verdrängungswettwewerb fahren. Es geht nicht um Russland. Saudi-Arabiens Break even liegt bei ca. 25$/Barrel.
        Beim US-shale-oil lag die optimistischste Aussage -für einige ausgesuchte- Felder bei 50$.

        • Avantgarde sagt:

          Die Geschichte, daß die Saudis angeblich einen Preiskampf führten hab ich auch gehört – aber ganz ehrlich das halte ich für eine echte Verschwörungstheorie oder wenigstens für Unkenntnis der Sachlage.

          Die Saudis(bzw. das Königshaus dort) können nie im Leben gegen ihre Schutzmacht die USA in einen Preiskampf mit dem Öl eintreten – das wäre viel zu gefährlich.
          Das würden die Saudis schneller befreit als ihnen lieb wäre…..
          Und außerdem: was gibt es denn da zu gewinnen?
          Daß die eigenen Reserven noch schneller zur Neige gehen und man idiotischer Weise auf zig Dollar pro Faß verzichtet ? Daß die eigene Bevölkerung wegen der knapperen Mittel plötzlich aufmüpfig wird?
          Nein!
          Die Saudis helfen allenfalls mal mit einer erhöhten Förderung aus wenn die USA grad mal gegen einen Golfstaat in den Krieg ziehen um die Preise nicht in den Himmel steigen zu lassen.

          Natürlich hat das unkonventionelle Öl für einer Ausweitung des Angebots geführt.
          Bei diesem oder noch niedrigeren Preisen wird aber wohl niemand mehr nach z.B. Tiefseeöl suchen – und was man nicht findet kann man nicht fördern.
          Fracking- und Ölsandindustrie werden auch nicht auf Dauer drauflegen wollen.
          Die Preise werden letztlich wieder steigen, und möglicherweise gerade wegen der momentanen Entwicklung vielleicht mal noch sehr steil.

          • samy sagt:

            Moin,

            na, wenn irgendetwas im Jahr 2014 inflationierte, dann die Verwendung des Begriffes „Verschwörungstheorie“. Ich versuche in Szenarien zu denken (Wenn x eintritt , dann könnte y geschehen, es könnte aber auch …). Ein oder zwei halte ich für die wahrscheinlichsten. VT beharren darauf über Geheimwissen zu verfügen. VT denken nicht in Szenarien. Sie kennen kein „Wenn … dann“.

            Was die Sachlage angeht, hier hat der Verfall des Ölpreises im Jahr 2014 alle Experten Lügen gestraft, die die vermeintliche Sachlage noch 2013 zu verstehen dachten.
            Tatsächlich erhält man ggw. verschiedene Informationen. Einfach einmal nach Artikeln hierzu googeln. Innerhalb jedes einzelnen ölfördernen Landes gibt es nicht den Preis, der nicht unterschritten werden darf. Vielmehr kann das eine oder andere Feld noch effizient fördern, während andere Verluste einfahren. Und oh Wunder, oftmals hängen die unkonventionellen Methoden die konventionellen bei den Kosten deutlich ab. Peak-Oil des billigen Öl?

            Und weiterhin scheint es Felder und neue Technologien zu geben, die in den USA bald eine rentable Förderung von Shale-Oil von 40 Dollar/Barrel erlauben sollen. Und das bei angeblich notwendigen Preisen von 100$/Barrel für Russland, Venezuela und Iran, also klassischen Ölförderländern, die meist konventionell fördern? (Ich formuliere absichtlich skeptisch, weil vor 10 Jahren jeder über solche Zahlen gelacht hätte.)
            Tja, damit wird Shale Oil in meinem Augen bald zum „New Normal“. Bald ist diese Fördertechnik nicht mehr unkonventionell. Die Sachlage ist also tatsächlich verwirrend, der Markt scheint angebotsseitig heftig in Bewegung geraten.

            Zum Deal „Sicherheit gegen ÖL“. Wenn die USA sich zunehmend selbst versorgen kann oder gar zum Exporteur wird, dann sollten sich die Israelis, Iraner und eben auch Saudis sehr wohl Sorgen um ihre Sicherheit machen. Den dieser Deal könnte bald von den USA einseitig aufgekündigt oder zumindest neu verhandelt werden.

            Und wenn tatsächlich zu solchen Kampfpreisen von 40$ Shale-Oil gefördert werden könnte, dann wäre es eh nur eine Frage der Zeit gewesen, bis die Preise bei schwächelnder Nachfrage deutlich fallen. Natürlich ist es dann sinnvoll bereits zuvor einen knallharten Verdrängungswettbewerb zu fahren. Es ist sowieso das erklärte Ziel der Saudis mit Kampfpreisen zu reagieren. Nix VT! Bitte auch hier einmal nach Herrn Al-Naimi googeln.

            http://uk.businessinsider.com/r-saudis-naimi-says-opec-will-not-cut-output-however-far-oil-falls-mees-2014-12?r=US

            Hieraus ein Zitat von Ali al-Naimi, Ölminister Saudi-Arabiens:

            „Whether it goes down to $20, $40, $50, $60, it is irrelevant“

            Ein weiteres Zitat von ihm:
            Quelle: http://uk.businessinsider.com/saudi-oil-minister-hints-russia-doesnt-deserve-market-share-2014-12
            „It is also a defence of high efficiency producing countries, not only of market share. We want to tell the world that high efficiency producing countries are the ones that deserve market share. That is the operative principle in all capitalist countries.“

            Tja, die Kollegen haben anscheine ihre Technik auf den neuesten Stand gehalten.

            Und die Aspekte der amerikanischen und saudischen Freundschaft einmal anders beleuchtet:
            http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/streit-um-oelpreis-attacke-auf-den-freund-1.2280147

            Übrigens, die Streitkassen der Saudis sind prall gefüllt. Crasht die Shale-Oil bw. Shale-Gas-Industrie in den USA -gehen die Unternehmen dort also reihenweise pleite-, dann könnte man sich dort sicher billigst einkaufen. Ebenfalls keinen VT, sondern eine rein kapitalistische, rationale Sicht der Dinge.

            VG

  3. Argonautiker sagt:

    Das finde ich ist ein schöner Satz:
    „wir sind Täter, wir sind Opfer“

    Wir alle haben den Glauben an diese Illusion angenommen, daß sich Geld und Gut ohne Arbeit vermehren kann. Also jeder der leistungslos Bezüge aus etwas erwartet, stützt diesen Irrtum. Und ein Irrtum ist es, denn kein Ding auf der Welt vermehrt sich aus sich selbst. Das aus sich selbst Vermehren ist ausschließlich dem Leben vorbehalten. Materie kann dies nicht.

    Vermehrt sich Geld und Gut doch, dann muß diese Geld- und Gütervermehrung also von der Leistung eines Anderen erbracht werden. Läßt man sich aber darauf ein, verhält es sich bei dieser Verteilung der leistungslosen Bezüge, so wie bei einem Schneeballsystem. Je näher man am Ursprung dieses Betruges ist, desto mehr bekommt man für seine Nicht-Leistung, weil alle, nach einem, die für diesen Irrtum eintreten, einen nähren.

    Die Meisten sind jedoch in einer Situation, daß sie eben nur daran beteiligt sind, aber nicht vollkommen Leistungslos Bezüge erhalten, sondern durch ihr wirkliches Volkswirtschaftliche Erschaffen, nicht nur die nahezu leistungslosen Bezüge der an der Spitze des Schneeballsystems stehenden, mittels der Zinswirtschaft erwirtschaften, sondern auch die Eigenen Boni erwirtschaften müssen.

    Was verleitet einen nun dazu sich auf diesen Irrtum einzulassen? Der Sozialstaat ist es, er ist ein Anreiz für den kleinen Mann, sich auf dieses System einzulassen, denn er ist das Versprechen, und die Darstellung, daß es funktioniert, daß man auch ohne Nächstenliebe, und ohne Leistung, Bezüge erhält, denn die Zinsen die er als nicht an der Spitze stehender und immer noch selbst Erschaffender bekommt, ist vernachlässigbar.

    Letztendlich trägt also die erschaffende Mittelschicht sowohl die Oberschicht, die ihrerseits den Sozialstaat errichtet haben, um den Anschein aufrecht zu erhalten, daß es auch ohne Leistung Einkommen geben kann, indem sich das Herrschaftssystem um die Unterschicht kümmert, sodaß es nicht so schnell zum Aufbegehren kommt, denn dieses System erzeugt etwas, was man damit bezeichnen kann, das die Letzten die Hunde beißen, und eben Jene müssen mittels Sozialleistungen besänftigt werden, daß sie nicht aufbegehren.

    Ein Schneeballsystem hat jedoch den Nachteil, daß es wachsen muß. Wächst es nicht, stirbt es, und im Sterben würde es offenkundig werden, daß dieses System eine Lüge ist, und eigentlich nur für die Oberschicht, welche nahe der Geldschöpfung ist, wirklich lohnenswert ist.

    Kommt es zum Ende des Schneeballsystems dazu, daß das Wachstum des Schneeballsystems mit dem Abbau der Sozialsysteme genährt wird, ist man nahe am Ende. Und ein Schneeballsystem hat immer ein Ende. Wobei man eine Lüge natürlich mit einer noch größeren Lüge zu decken versuchen könnte. Jedenfalls so lange, bis wirklich nichts mehr geht und es sogar der Blödeste versteht.

    Dieser Betrug ließe sich jedoch ganz hervorragend in den entstehenden Aufruhen verstecken, indem man die Aufbegehrenden Völker in einen manipulierten Krieg gegeneinander lenkt.

    Ich würde den Satz also erweitern:
    Wenige sind viel mehr Täter als Opfer, und Viele sind mehr Opfer als Täter.

    Wollen wir mal hoffen, daß es nach dem Kollaps, wie auch immer er aussehen wird, nicht zu einem Neustart des selben Irrtums kommt, sondern, daß die Welt wieder Denen gehört, die vermögend sind etwas zu tun, und nicht wieder in die Hände, einiger, zum wirklichen Tun unfähiger, Manipulierer, kommt, welche die Welt in ein Schneeballsystem verwandeln. Schneeballsystem bedeutet immer, das eigentliche Tun an Untergebene weiterzugeben, mit dem Versprechen, daß der Geworbene, wenn er erst mal ebensolche Untergebene findet, ebenso leistungslos Einkommen hat. Also ein pyramidales abwärts gerichtetes in den Dienst nehmen.

    Um so etwas zu verhindern, bedürfte es einer Regierung, die auch sich selbst nicht über die geschaffene Ordnung stellt. Schneeballsysteme sind aus gutem Grund verboten, das hat auch für den Staat zu gelten. Das wegnehmen eines Anderen Besitz ist ebenfalls verboten, das sollte auch bei der Steuereinnahme gelten. Oder man sagt eben, nein es ist alles nicht verboten, denn in Wirklichkeit gibt es diese Gesetze nicht. Die Welt ist voller Raub und Mord und Unzucht, und, und und.

    Ich plädiere hingegen durchaus für eine Ordnung, aber einer zu der man sich freiwillig bekennt, oder eben vollkommen in Freiheit bleibt. Das was wir haben, entsteht daraus, weil jedoch einige eine Ordnung machen, nach denen zwar die Untergebenen leben sollen, während sie sich selbst einen Scheiß um die Einhaltung der Ordnung scheren, und in dem so entstandenen „Stall“ ungefährdet machen können, was immer sie wollen.

    Es wäre schön, wenn das Leben nicht wieder in den Dienst von irgend Jemanden treten würde. Weder in den Dienst von Königen, noch in den Dienst des Sozialleistenden.

    Schönen Gruß aus Bremen

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