„Auro-Phobie“ – Die Angst vor Gold

12. Juli 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow, Zeitlos

Glosse von Frank Meyer

Phobien sind eine fürchterliche Sache. Medizinbücher kennen mindestens vier Millionen davon. Die davon wohl schrecklichste Phobie ist die Angst vor Gold. Fachkreise bezeichnen sie auch als „Auro phobilis kruegerandum“ oder fallweise auch mit der Bezeichnung mapleleafianum, pandanosis und kookaburrandum. Seien Sie vorsichtig!

Mindestens 90 Prozent der Bevölkerung sollen unter der Angst vor Gold leiden. Ein gut gemeinter Rat: Meiden Sie Gold, wo es nur geht. Machen Sie einen großen Bogen um gotische Ausstellungen, Kirchen und Leuten mit selbst aufgesetztem Heiligenschein. Auro-Pohie… Was für ein Leiden! Welche Qual! Gold ist nicht nur böse, es kann offenbar auch richtig krank machen. Bislang fehlen Warnhinweise und Beipackzetteln wie auf Zigarettenschachteln auf Goldmünzen und -barren durch das EU-Politbüro. Doch das nur nebenbei.

Das Lexikon gibt hilfreiche Hinweise:

Die Aurophobie ( lateinisch: auro = Gold) ist die krankhafte Furcht vor Gold. Charakteristisch für diese Erkrankung ist, dass der Betroffene jeglichen Umgang mit Gold vermeidet. Bei besonders extremen Fällen wird sogar der Umgang mit goldfarbenen Dingen und Bildern vermieden. (Quelle)

Vor allem in der heutigen Finanzwelt fühlen sich die Gold-Phobie aber auch die Crematophobie wohl. Was? Das eine ist die Angst vor Gold und das andere die Angst vor Geld. Unter Goldbugs ist es vielmehr die Angst ums Geld. Sie haben ihre Gründe, dass ihnen beim Anblick von Papiergeld Schweißperlen ins Gesicht schießen.

Doch zuerst die gute Nachricht: Beide Phobien sind behandelbar. In den letzten Jahren gab es immer wieder Berichte von Spontanheilungen. Und die Angst vor Geld? Ja, wer hat diese nicht. Lesen Sie Zeitung, hören Sie Radio. Die heutige Finanzwelt zeigt viele Wege, sich schnell von seinem Geld zu trennen, ohne dass man etwas dagegen tun kann oder auch möchte. Geld ist ja bekanntlich auch nicht mehr das das, wofür es immer gehalten wird. Den Papierscheinen werden Eigenschaften nachgesagt, die sie gar nicht besitzen. Der Fachmann spricht in dem Zusammengang immer von Vertrauen. Zufälligkeiten zwischen Bibeln und Geldbörsen sind sicherlich rein zufällig. Manche beten diese bunten Scheine auch an, machen sich beim Kampf um die Schnipsel lächerlich, zum Affen oder auch zunehmend strafbar.

Die Gold-Phobie ist tückisch. Das Gefährliche daran ist, fragen Sie Experten, dass sie direkt im Gehirn wütet, die Synapsen durcheinander bringt und, so hörte ich neulich, sogar das Hirn erweichen lässt. Goldmünzen sollen zudem abhängig machen. Glücklicherweise ist dieser Zustand aber nicht schmerzhaft und heilbar. Dazu gibt man den Betroffenen eine Goldmünze in die Hand oder schenkt ihnen eine zu einem besondern Anlass. Andere Leute ohne dieses Leiden, haben einen Heidenspaß an diesem Teufelszeug und ziehen es dem Papiergeld vor, was wahrscheinlich auch einer Krankheit geschuldet sein dürfte, der Crematophobie.

Chaos anrichten mit einem Wort

Sollten Sie gerade unter Langeweile leiden oder schon immer mal Ihren Nachbarn ärgern wollen, reden Sie einfach mal von Gold und bestaunen Sie Schüttelkrämpfe, die dieses Wort auslösen. Auch im Anlagegespräch bei der Bank, die ja immer nur ihr Bestes möchte, hat man gehört, dass Anlageverkäufer, Pardon, -berater von schockartigen Gesichtslähmungen befallen wurden, als dieses Wort fiel. Man kann damit auch ganze Gesellschaften und Partys sprengen, wenn einem danach sein sollte und für Empörung sorgen. Um das Entsetzen zu mildern, werfen Sie dann zehn Münzen in die verängstigte Meute – und die Leute beruhigen sich wieder. Es ist zugegebenermaßen etwas teuer, aber ein Spaß und bislang noch kein Straftatbestand. Münzen aus Wolfram sollen auch hilfreich sein. Wer kann das eine von dem anderen schon unterscheiden? Selbst in Notenbanken fällt man absichtlich oder unabsichtlich darauf herein… (Seite 2)

Print Friendly, PDF & Email

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , , , ,

Schreibe einen Kommentar