Aufschwung inmitten von Instabilität?

2. September 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Mack & Weise

Während die fest an den Lippen der Notenbanker hängenden Börsianer den zahlreichen globalen Krisenherden – in Erwartung weiterer frischer Liquidität – nahezu kaum Beachtung schenken, werden nur wenige Wochen nach dem gegen Russland begonnenen Wirtschaftskrieg nun bereits die konjunkturellen Bremsspuren in Europa deutlich sichtbar…

Gerade für die noch immer krisengeschwächte europäische Wirtschaft, die im Gegensatz zur amerikanischen engere Wirtschaftsbeziehungen zu Russland unterhält, bedeutet dieses, dass für Europa u. a. auch dadurch der Weg zurück in die Rezession vorgezeichnet sein könnte. Obwohl bei der Berechnung (besser Schätzung!) des europäischen Wirtschaftswachstums nun auch erstmals Prostitution, Mafia-Aktivitäten, Drogenhandel, illegaler Zigarettenkonsum oder Militär-, Forschungs- und Entwicklungsausgaben BIP-steigernd berücksichtigt worden sind, schwächeln gerade die wichtigsten EU-Staaten wie Deutschland (-0,2%), Italien (-0,2%) oder Frankreich (0,0%), wie deren zuletzt im Vergleich zum Vorquartal schrumpfenden oder stagnierenden Volkswirtschaften zeigten.

Auftragseingaenge_der_deutschen_Industrie

Auch wenn die deutsche Konjunktur nun schon seit Monaten an Kraft verliert, hält Finanzminister Schäuble die wirtschaftlichen Auswirkungen der zahlreichen Krisenherde auf Deutschland bezogen für „beherrschbar“ und sagt der hiesigen Wirtschaft unverdrossen optimistische „dreieinhalb Prozent nominelles Wachstum“ voraus. Doch im August sank nicht nur der ZEW-Index der Konjunkturerwartungen um bemerkenswerte 18,5 Punkte, auch fiel der ifo-Geschäftsklimaindex weiter. Letzterer tat dieses bereits das vierte Mal in Folge, weshalb ifo-Chef Sinn nun sogar eine „länger anhaltende Konjunkturschwäche“ prognostiziert.

ifo-index

Deutschlands wichtigster Handelspartner Frankreich hingegen, wo der Streit über den Sparkurs zum Rücktritt der Regierung führte, kann außer Rekordschulden, Rekordarbeitslosigkeit und Reformunfähigkeit offenkundig nichts anderes mehr, als nur noch pausenlos nach der draghischen Druckerpresse oder nach einem weiteren Aufschub des im Stabilitätspakt vereinbarten Abbaus des Haushaltsdefizits zu rufen…. (Seite 2)


 

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Ein Kommentar auf "Aufschwung inmitten von Instabilität?"

  1. MFK sagt:

    Was braucht man Industrieproduktion? Wir machen jetzt alle auf Dienstleistung (vulgo Banking). Da knöpft mal der eine, mal der anderen seiner Gegenpartei das Geld ab. Die jeweiligen Verluste werden dann vom Steuerzahler ausgeglichen. Problem nur, was macht man mit den Arbeitskräften der niedergehenden Industrien? Zum Banker umschulen kann die wohl nicht.

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