Auf Nummer sicher gehen

6. November 2010 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(Beitrag für das Rohstoffmagazin der Edelmetallmesse 2010) Potzblitz! Der Edelmetallmarkt ist wirklich eine Wissenschaft – vor allem, wenn man eine daraus macht. Darauf verstehen sich die vielen inzwischen aus dem Nichts aufgetauchten Experten der Sorte „Wie ich schon immer sagte…“. Für den Autor dieser Zeilen sind sie ein ewiger Quell großer Heiterkeit… Seit kurzer Zeit hört man von ihnen, fünf Prozent des Ersparten in Gold anzulegen. Maximal! Aber bitte nicht in Münzen und Barren, sondern in modernen Buchungseinheiten aus Licht, Luft und Fröhlichkeit, also Zertifikate, ETF`s, ETC`s und wie das alles heißt; weil es doch so komfortabel ist – auch für die Bank. Dass es nicht genügend Gold für alle gibt, spricht sich dann später herum und auch, dass viele Sparer auf dem falschen Bahnhof standen.

Mir ist das egal. Ich kaufe immer dann eine Unze, wenn mir die Hutschnur hoch geht. Da bleibt dann eigentlich nur Silber als Wahl. Und selbst das kostet inzwischen schon ein Vermögen. Ich erspare Ihnen jetzt viele Zeilen über den Grund für die gestiegenen Preise für Gold und Silber in den letzten zehn Jahren. Sie hatten und haben ihre Gründe dafür, denn irgend etwas läuft schief. Das hört man inzwischen auch aus der Nachbarschaft, wo man die Gründe zwar nicht benennen kann, aber dieses komische Gefühl ist da, seit eine Fantastilliarde die kleinste Verrechnungs- bzw. Rettungseinheit geworden ist.

Der kleine Bürger ist gar nicht so dumm. Schlimmer noch! Er erhöht seine Sparanstrengungen, wahrscheinlich weil er sich auf Schwierigkeiten einstellt. Das aber versucht die Politik mit allerlei Getöse an Buchstaben klein zu reden und gibt Geld aus, das man nicht hat, schiebt Dinge an, die keiner braucht, um den Bürgern zu gefallen, die dann den Sarrazin wählen würden. Wie undankbar…

Nach zwei Jahren „Finanzkrise“ schreibt man alte Fehler fort und pflegt auch noch deren Ursachen. Dem Ganzen hat man eine andere Verpackung gegeben mit der Aufschrift „Regulierung“. Tja, man hätte das Geldsystem ändern müssen, was aber aufgrund seiner monströsen Ausmaße zu gewaltigen Verwerfungen geführt hätte. Wer will das schon? Ausbuchen von Schulden hätte die Lösung sein müssen, und das schon viel früher, statt die Schulden weiter zu erhöhen und die schlechten davon jetzt auf Konten von Notenbanken und Steuerzahler zu buchen. Man sollte dringend davon ausgehen, dass die „Krise“ in einer anderen Form wieder auftauchen wird. Irgendwo, irgendwie und irgendwann. Sicher ist, dass sie nicht in der Zeitung angekündigt wird wie das Fernsehprogramm. Solange Fehler durch größere Fehler ersetzt werden, ändert sich auch an den Aussichten für die Gold – und Silberpreise nicht viel.

Kochen vor Wut!

Wer hat eigentlich das Wort „Schlagzeile“ erfunden? Es muss ein Scherzbold gewesen sein. Bei den heutigen Schlagzeilen trifft einen immer öfters der Schlag. Früher, wenn ich dann einen Wutanfall bekommen habe, bin ich in die Küche gerannt und habe gekocht. Dass das auf Dauer ungesund sei, sagten Freunde, Kollegen und die Waage. Seit ich aber jede große Schlagzeile mit einer Unze Silber bekämpfe, macht die Sache richtig Spaß. 2010 war mit seinen dicken Schlagzeilen bestürzenderweise äußerst kostspielig. Dabei hätte man in puncto Griechenland, PIIGS, Rettungsschirmen und dem anderen Dutzend mieser roter Schlagzeilen gleich zum Krügerrand greifen müssen. Doch wer kann das heute noch?

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