Auf Nimmerwiedersehen! Tschüssikowski 2017!

31. Dezember 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Was für ein seltsames Jahr, dieses 2017. Manche sagen, 2018 kann nur besser werden, auch finanziell. Die Sterne stünden günstig, so Meinungserfinder, denn wir leben in der besten aller Welten und der größten Finanzblase…

Nie ging es uns so gut wie heute, was ja theoretisch stimmt, nur nicht in der Praxis. Doch wozu klagen, wenn der DAX jetzt 12,5 Prozent höher steht als vor einem Jahr? Auch Immobilien, Grund und Boden sind teurer geworden. 2018 steigen endlich auch die Mieten weiter. Boom ist Boom. Leute mit Geld auf der Bank haben jetzt weniger Kaufkraft.

Wie geht es weiter? Wie 2017, wenn nichts dazwischen kommt. Aber vielleicht kommt doch etwas dazwischen, was kein Experte sieht, selbst wenn es schon passiert? Dann hilft auch nicht die berühmte Armlänge Abstand.

Vor einem Jahr hieß es, der DAX würde auf 11.629 Punkten steigen. Er stieg aber 1.289 Punkte höher. Der Euro sollte bei 1,06 US-Dollar notieren und nicht bei knapp 1,20. Der Dow Jones stieg 23 Prozent höher als prognostiziert, vom Bitcoin ganz abgesehen. Börsenprognosen sind Unsinn. Einfach wegwerfen und den gesunden Menschenverstand benutzen. Aber was ist gesund in Zeiten einer Fast-Planwirtschaft, wo kaum etwas noch dem „Markt“ überlassen bleibt?

Passen Sie 2018 gut auf sich auf! Vielleicht ist weniger mehr – und Geld nicht alles. Was halten Sie davon: Weniger irrelevante News, Talkshows, Internet und politisch korrektes Gequatsche – dafür mehr Zeit, die einem gerne gestohlen wird, in sich selbst zu investieren. Wie wäre es mit einem Zweit-Buch oder einem handyfreien Tag pro Woche? Schaffen Sie das?

Und was sagen Sie dazu: Selbst handeln, statt nur behandelt zu werden, selbst denken, statt Meinungen von der Stange zu kaufen – und das selbstbestimmt statt fremdgesteuert. Leider gilt auch 2018: Handeln hat immer Konsequenzen. Nicht zu handeln leider auch. Alles Gute für 2018!
© Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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6 Kommentare auf "Auf Nimmerwiedersehen! Tschüssikowski 2017!"

  1. Schubidu sagt:

    Hallo Herr Meyer,
    ich freue mich auf 2018, insbesondere auf Ihre „politische unkorrekte“ Beiträge. Diese machen das ganze Trauerspiel im Finanzbereich einigermaßen erträglich.
    Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch!

  2. bluestar sagt:

    Lieber Frank Meyer,
    herzlichen Dank für die vielen Artikel und Beiträge in diesem Jahr mit dem Prädikat einzigartig !!!
    Dieser Blog ist mein Begleiter in diesen unruhigen Zeiten und oft wertvoller Balsam auf den durch täglichen Wahnsinn geschundenen Verstand.

    BG aus Sachsen

  3. samy sagt:

    Ich wünsche den Mitarbeitern in der Rottmeyerei und seinen Lesern einen guten Rutsch und alles Gute im Jahr 2018.

    Danke für die Kurzweil im Jahr 2017.

    VG

    Samy

  4. Insasse sagt:

    Hallo Herr Meyer,
    Hallo Bankhaus Rott,

    besten Dank für die vielen interessanten Beiträge des abgelaufenen Jahres, die wie immer sehr interessante Denkanstöße geliefert haben.

    Der Insasse wünscht Ihnen aus der Anstalt heraus ein gesundes neues und erfolgreiches Jahr 2018!

    Und ganz im Gegensatz zu (Raben-) Muttis Loser-Politik, wünsche ich mir für diesen Blog ein „Weiter so“.

    BTW: Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich meine Neujahreswünsche nicht besser – wie die Kölner Polizei – auf Arabisch an Sie gerichtet hätte, formuliere als eher konservativ eingestellter Mensch aber einstweilen noch in Deutsch. Das kann sich aber im Laufe des Jahres ändern, da rottmeyer.de dann aufgrund des massenhaften Zuzugs weiterer „Goldstücke“ möglicherweise schon mehr – potenzielle – arabischstämmige Leser hat, als deutsche. 😉

    Herzliche Grüße aus der Anstalt vom Insassen
    تحية من مؤسسة السجناء

  5. Avantgarde sagt:

    Die Börsen laufen immer schneller nach oben – aber das Verhältnis Chance/Risiko wird im gleichen Verhältnis immer schlechter und schlechter für einen noch weitergehenden Anstieg.
    Eine Korrektur ist überfällig.

    @Insasse
    Die Umstrukturierung der hiesigen Bevölkerung läuft unvermindert weiter.
    Es ist eine Tragik – aber scheinbar pflegt man hier traditionell suizidale Neigungen.
    🙂

  6. samy sagt:

    Ach Heiko, das hätte ich nun nicht gedacht. Bist doch immer so ein ordentlich angezogen und so. Wo kommt denn nur die ganze aufgestaute Wut her …
    http://archive.is/yAspL
    Ja, ja, natürlich weiss gerade keiner warum und von wem der Tweet gelöscht ist 🙂

    Und Satire darf endlich auch nicht mehr alles! Wo kommen wir denn dahin?
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Twitter-sperrt-Account-der-Titanic-und-provoziert-Kritik-3932392.html

    VG

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