Auf leisen Sohlen: Was außer der Ukraine sonst noch so passiert und uns schon bald direkt betrifft

4. September 2014 | Kategorie: RottMeyer

vom Smart Investor

Es vergeht kaum ein Tag mit neuen Meldungen aus der Ukraine. Gewiss, über den Malaysia-Airlines-Flug MH17, der über dem Bürgerkriegsgebiet ein ebenso trauriges wie abruptes Ende fand, haben unsere Meinungsmacher gelernt zu schweigen. War da was?

Fragen werden, wie sich das so für gut „eingebettete“ Journalisten gehört, einfach nicht mehr gestellt. Im neuen Smart Investor 9/2014 stellen wir diese Fragen, die so offensichtlich sind, dass das Schweigen dazu einen förmlich anschreit.

Keine Verschwörungstheorie, sondern lediglich ein „Nachgehakt“ zum tragischen Schicksal von MH17. Vorsichtig ausgedrückt scheinen die gesicherten Beweismittel für eine weitere Dämonisierung des russischen Präsidenten nicht zu taugen. Um dem Publikum das Vergessen ein wenig zu erleichtern, wird täglich eine neue Sau durchs Dorf getrieben.

Von der „russischen Invasion“ der Ostukraine hören wir gefühlt mittlerweile etwa alle zwei Tage. Erst war es ein Hilfskonvoi, dann ein „Phantomkonvoi“, zuletzt Panzer. Quelle sind meist jene Kiewer Regierungskreise, die sich inzwischen schon eine gewisse „Reputation“ hinsichtlich der Glaubwürdigkeit erarbeitet haben. Auch der mit Zwangsgebühren gemästete Staatsfunk – hier WDR5 – bekleckerte sich in der Angelegenheit erneut nicht mit Ruhm.

Zur Illustration der behaupteten Invasion wurde eine eindrucksvoll durch den Staub pflügende russische Panzerkolonne gezeigt. Kleiner Schönheitsfehler, das Bild stammte weder aus der Ukraine, noch war es aktuell. Manchmal muss man bei dieser Art von „Qualitätsjournalismus“ eben ein Auge zudrücken – am besten gleich beide.

Natürlich entschuldigte sich die ertappte Redaktion bei den Nutzern. „Fälschlicherweise“ habe man ein Archivbild … blabla … und ersetzte es durch ein „Neues“ – wiederum Monate alt und erneut von einem anderen Ort. Offenbar gibt es noch immer keine brauchbaren Bilder der behaupteten russischen Invasion. Das wiederum würde zumindest gut zu einer Aussage der OSZE passen, die mittlerweile mit mehr als 200 Beobachtern vor Ort ist: „Die OSZE hat aufgrund ihrer Beobachtungen keine Hinweise auf eine Präsenz von russischen Truppen auf ukrainischem Boden.“

„Bock zum Gärtner gemacht“

Während die Aufmerksamkeit des Publikums auf die heißen Konfliktherde in der Ukraine und auch im Irak gerichtet wird, könnte manch einer auf die Idee kommen, wenigstens im eigenen Laden namens „Euro-Zone“ sei nun alles wieder in Ordnung. Das ist mitnichten so. Zwar sind Euro- und Staatsschuldenkrise genauso aus der „Berichterstattung“ verschwunden wie MH17, die Themen bleiben jedoch virulent.

OMT

Gestern lud die Stiftung für Freiheit und Vernunft zusammen mit dem Hayek-Club München zu den „Münchner Wirtschaftsgesprächen“ ein. Referent war Prof. Dr. iur. Markus C. Kerber, der einem breiteren Publikum bereits aufgrund seiner Verfassungsbeschwerde gegen das EZB-Anleihekaufprogramm OMT bekannt wurde. Anhand eines Schaubilds (s.o.) erläuterte er, dass man die Euro-Stabilisierung nicht ohne Bankenunion denken könne. Denn es genüge der Zusammenbruch einer größeren Bank, um das „Ponzi-Spiel“ dieser Stabilisierung zwischen „Finanznotstandsstaaten“, ESM, EZB und den Banken zu gefährden bzw. zu beenden.

Potenziell werde die EZB nicht nur die Aufsicht über die bereits benannten 128 Banken bekommen, sondern über alle Institute der Eurozone. Kerber arbeitete den Interessenskonflikt der EZB zwischen ihrer Kernaufgabe der Geldpolitik und der neuen Aufgabe als Bankenaufsicht heraus.

Ein wesentlicher Aspekt dieses Spagats ist das von der EZB betriebene „Qualitative Easing“ – seit der Griechenlandkrise existiert für die Banken des Eurowährungsraums kein einheitliches Sicherheitenverzeichnis mehr. Zudem wurden die Anforderungen an Sicherheiten deutlich abgesenkt. Damit bestehe nur noch die „Fiktion einer Währungsunion“. Eine Institution, die eine so exzessive Geldpolitik betreibt und damit Risiken für den Sektor setzt, könne vernünftigerweise nicht auch selbst die Aufsicht über diese Entwicklung führen. Dies sei ein „unauflösbarer Interessenskonflikt“ – man habe damit „den Bock zum Gärtner gemacht.“… (Seite 2)



 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , , , , , , , , , ,

Ein Kommentar auf "Auf leisen Sohlen: Was außer der Ukraine sonst noch so passiert und uns schon bald direkt betrifft"

  1. bluestar sagt:

    Die Taktik der MSM zur Gehirnwäsche:
    1. Bringe jeden Tag eine neue Schlagzeile mit gleicher Botschaft für das Unterbewusstsein
    der Masse. Frech behauptet ist halb gewonnen, auf die Masse der Botschaften kommt es
    an sowie auf die entsprechenden Bilder, welche gewollte Emotionen erzeugen.
    Keine Zusammenhänge erläutern, keine Frage aufwerfen die zum Denken anregen.
    2. System-Kritische Ereignisse wie NSA-Affäre , TTPI, ESM, oder MH17 einfach mit neuen
    Nachrichten überlagern. Menschen sind nur begrenzt aufnahmefähig, das kollektive
    Gedächtnis extrem kurz. Kriegshetze ist super, ein sorgsam aufgebautes Feindbild ideal
    als Sündenbock und Ablenkung von eigenen Problemen und Schwächen.
    3. Unbequeme Fragesteller stigmatisieren, verleumden oder ausgrenzen.
    4. Journalisten mit eigenem Kopf und Charakter sind unbrauchbar, gut sind käufliche Leute
    die für Geld und Karriere alles machen und entsprechend gefördert werden.

    Kenne ich alles aus der DDR, deren Niveau in Planwirtschaft, Bürokratie, Staatshetze, Bespitzelung, Verschuldung, Realitätsverlust, Kriecherei vor der Besatzungsmacht und Gleichschaltung der MSM, Verdummung, Lügen und billigster Propaganda offenbar wieder angestrebt wird.

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.