Silber: Auf einem Bein steht sich`s schlecht?

12. Oktober 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

Da tut sich doch was an der New Yorker COMEX! Es ist unterdessen aufgefallen, dass die technische Struktur am Silbermarkt bedeutend besser aussieht als noch vor wenigen Wochen. Die Shorties rennen und rennen davon. Ihre Short-Positionen sind inzwischen auf dem niedrigsten Stand seit 2003. Damals notierte Silber bei 4,50 US-Dollar…

Immer, wenn die Kurse fallen, ist das eine deutliche Einladung an die auf niedrigere Kurse spekulierenden „Marktteilnehmer“, ihre Short-Positionen zu schließen, indem sie die hirntoten Tech-Fonds aus dem Markt kegeln. So war es Anfang Mai, viele erinnern sich an diesen gewaltigen Kurseinbruch des Silberpreises, und dann Anfang September, als Silber die 26er US-Dollar-Marke liebkoste. Kurz darauf konnte man in der Struktur des Terminmarktes sehen, dass die Shorties die Gunst der Stunde genutzt haben, um ihre Position auf fallende Kurse deutlich zu reduzieren.

Und nun?

Ed Steer, hat in seinem „Gold&Silver Daily“ freundlicherweise den ihm von Ted Butler zur Verfügung gestellten Kommentar abgedruckt und ich bin dreist genug ihn hier frei übersetzt wiederzugeben (Danke Ed!)

„Im Verlaufe des letzten Monats, in direktem Zusammenhang mit dem 30% Preissturz (im Silberpreis), haben die Kommerziellen ihre Netto-Short-Position um fantastische 25.000 Kontrakte reduziert, was umgerechnet 125 Millionen Unzen entspricht. Um solch eine historische Reduktion in der gesamten Netto-Short-Position der Kommerziellen zu erzielen, musste im Gegenzug die spekulative Netto-Long-Position ebenfalls auf historisch niedrige Niveaus reduziert werden.

Die Netto-Long-Position in der Kategorie des „Managed Money“ (Großspekulanten) erreichte das niedrigste Niveau seit die CFTC damit begonnen hat die Zahlen zu veröffentlichen. Verblüffender Weise war die Netto-Long-Position der nicht zur Veröffentlichung verpflichteten Händler (non-reporting traders) die Niedrigste, die ich jemals während meines Studiums der COT-Daten in 30 Jahren gesehen habe.

Eines ist klar, die gehebelten Long Spekulanten, ob groß oder klein, dienten den kommerziellen Aktivitäten und Interessen als Kanonenfutter. Auch wenn es immer möglich ist, dass es zusätzliche Liquidierungen durch weitere Manipulation der Preise nach unten gibt, ist es wichtig sich daran zu erinnern, dass man aus einem Stein kein Blut pressen kann. Angesichts des extrem niedrigen Niveaus an verbliebenen spekulativen Long Positionen, fällt es mir schwer mir vorzustellen, dass es ein weiteres (heftiges)„Blutbad“ geben wird.“

So weit so gut. Warum erwarten jetzt einige Analysten trotzdem noch einen erneuten Test der letzten Tiefs im Gold- und Silbermarkt, bevor die Korrektur abgeschlossen und es wieder nachhaltig weiter nach oben geht? Wir alle haben es wahrscheinlich schon oft gehört: „Auf einem Bein steht es sich schlecht“. Was im Leben gilt, trifft häufig auch für Märkte unter charttechnischer Betrachtung zu. Manche nennen es „Doppeltief“, andere „Malen nach Zahlen“. Los geht`s! (Seite 2)

 

Seiten: 1 2

Schlagworte: , , , , ,

30 Kommentare auf "Silber: Auf einem Bein steht sich`s schlecht?"

  1. crunchy sagt:

    Ich sehe für meinen Teil, dass die naked-Short-Spekulanten, die die Preise drücken wollten, seit April ´ne Menge Kohle gemacht haben.
    Jetzt, wo die Preise sich halbiert haben, würde ich an deren Stelle nicht dagegenhalten und meine schönen Gewinne in den Wind schreiben wollen.
    Die Gegenseite wäre mir allerdings auch noch zu heiss.
    Die globalen Wirtschaftsaussichten sind, von gelegentlichen Hoffnungspflänzchen abgesehen, ziemlich ernüchternd.
    Solange es für QE3 noch zu früh ist, wie aktuell, lasse ich die Finger von Neuengagements.
    Dazu kommt, dass die indische Nachfrage auf dem Goldmarkt auch mal nachlassen wird…!

    Das folgende Preisziel unterschreibe ich allerdings auch nicht. Nur bei USD 18.50 sieht´s sehr stabil aus!
    http://stockcharts.com/def/servlet/SC.pnf?chart=$Silver,PLTADANRBO%5BPA%5D%5BD%5D%5BF1!3!!!2!20]&pref=G

  2. Gladbacher sagt:

    Danke für den tollen Beitrag!

    Sie haben wirklich an alles gedacht. Auch daran, dass fallende EM-Preise wahrscheinlich mit einem fallendem Euro verbünden wären und somit der Preis in Euro nicht so stark fällen würde. Ob die Händler überhaupt die eventuellen Preisrückgänge an die Kunden weitergeben können bzw. wollen ist auch fraglich. Daher habe ich gestern nochmal physisch gekauft. Ich hab mich dabei nicht von den vielen Skeptikern beirren lassen, die auf jeden Fall viel viel tiefere Kurse erwarten.

  3. […] Rott & Meyer: Silber: Auf einem Bein steht sich`s schlecht? […]

  4. Dagobert sagt:

    Vielen Danke für diesen Artikel!
    Ist das jetzt -einmal also in 8(!) Jahren- nicht genau DIE Ausgangslage für „Einen-Auf-Mr.-Dax-Machen“: Volle Kanne LONG PHYSISCH und die Position eben mit Puts absichern? Natürlich ist es fragwürdig eine Versicherung zu versichern….aber seit ein paar Wochen zieht auch Dagobert den Hut vor den „unsichtbaren Händen“ (PPT/ SNB-Hirnverbrand & Co.) die einerseits eindrücklich zeigten, wer über eine „Technologie namens Druckerpresse“ verfügt; andererseits „Sichere Häfen“ gar nicht mag….

    • Dagobert sagt:

      …mein ZKB-Bank(st)er meint:
      1) Physisch Ware bekomme man am billigsten durch den Kauf des „ZSIL“ der ZKB. 10 „ZSIL“ kosten aktuell CHF 27800.- und entsprechen einem 1000-Unzen-Barren. -Die Auslieferung (leider nur diese 30Kg Barren!) sei kein Problem – innerhalb von 2 Tagen; Kommission nur 0,2%; MWST aber plus 8%(!).
      2) Absichern via Puts sei aber z.Zt. „sauteuer“: z.B. mit dem ZKB-Put XAXGD/USD32.50/4:1/16.12.2011/CHF: 0.70; also CHF 2.80/Unze resp. CHF 2800.- für den ganzen Barren….also sagenhafte 10% für läppische 9 1/2 Wochen ruhig schlafen…das ist nicht sexy!

      Leute, wer hat hier eine Idee?
      Frank, verrät uns vielleicht irgendwann Mr. Dax wie er das mit den angesprochenen 6% hinkriegt (Interview vor ein paar Wochen)?
      Michael, wie sichern sich die Profis ab (…und lachen sich dabei krumm über die Käufer der völlig überteuerten Optionen der Banken..)?

      Gruss
      Dagobert

      • Frank Meyer sagt:

        Ich werde demnächst mit Dirk wieder mal einen Podcast machen. Dann gehe ich auf seine Strategie mal noch genauer ein. Viele Grüße von Frank

      • Der Duesseldorfer sagt:

        @Dagobert

        Mmmmh… schon mal darüber nachgedacht, wer die „völlig überteuerten Optionen“ wohl gerade verkauft, also Stillhalter ist?

        Für“Profis“ gibt es diverse Möglichkeiten der Absicherung, von denen aber der normale Anleger tunlichst die Finger lassen sollte.

        Eine Absicherung (z.B. gegen fallende Silberpreise) macht dann am meisten Sinn, wenn die Stimmung am Markt extrem euphorisch ist. Dies war ab Mitte April der Fall. Damals waren Put Optionen verhältnismässig günstig… im Gegensatz zu Calls, die viele – „The sky is the limit“ – Käufer haben wollten.

        Gruß Michael

        • Dagobert sagt:

          Hallo Michael!

          Erstmal ein GROSSES BRAVO für die ganze Aufklärungsarbeit hier!

          Habe mir extra nochmal das Interview von Mr. Dax angehört:
          http://www.rottmeyer.de/dirk-muller-der-euro-hat-so-keine-chance/
          Ab ca. 12.40 min. erklärt er seine Strategie – hört sich ja erstmal genial an! – Hoffe, dass er das mit den 6% demnächst nochmal genauer erklärt. Bei 50% Prämie p.a. macht Dagobert in etwa dasselbe wie sein Namensvetter in Entenhausen…er hat keine einzige Unze „versichert“!

          Gruss
          Dagobert

      • DonTrader sagt:

        Nach Dirk Müller’s Strategie kauft man mit dem Invest gleichzeitig Put-Optionsscheine (bspw. für 1 Jahr). Wer sein neues Buch „Cashkurs“ hat, steht auf Seite 315 unter Optionsscheine.

        Ich als Elliottwaver, also Charttechniker, sicher nur ab, wenn ich einen beendeten Trend, oder eine einsetzende Korrekturwelle erwarte. So hatte ich den DAX (mein Aktienfond Deutsche Aktien) bei 7200, und Silber bei 43 $ abgesichert! Seit dem ich diese Strategie anwende, kann ich wunderbar schlafen. Die Kurse sind im Keller, die Optionsscheine gestiegen, teilweise verkauft, alles ist wunderbar. 😉

  5. mega_jo sagt:

    Volle Kanne Long Physisch wär ich vorsichtig. Aufstocken ja – hab‘ ich Anfang der Woche auch noch einmal, weil das, vorauf alle warten (fallende Kurse), kommt gerade deshalb vielleicht doch nicht ;-).
    Für den Fall das doch halte ich noch Cash zurück.
    Absichern würde ich wenn überhaupt noch warten. Zum jetzigen Zeitpunkt, ist ein erneuter Kursrutsch doch wohl eher unwahrscheinlich. Ab 40$ wird das Thema dann interessant….
    Wie gesagt (bzw. geschrieben und gehört): Alles kann, nichts muss.
    Danke nach Düsseldorf für das exzellente geschreibsel.

  6. manndo sagt:

    Zunächst mal ein fröhliches Hallo an alle zusammen!

    Ich gebe gerne zu, dass ich keine echte Ahnung von COT DAten habe, deswegen meine Frage:

    wenn ich mir die COT Daten des USD langfristig anschaue (http://finviz.com/futures_charts.ashx?t=DX&p=w1), dann sehe ich folgenden Zusammenhang:
    Large Traders (LT) steigen, Commercial Hedger (CH) sinkt: Kurse steigen nach einer gewissen Zeit. Dies wäre übrigens jetzt ziemlich massiv für den Dollar zu erwarten. Dagegen sieht es für den Euro ziemlich mies aus (also Einkaufspreise für die Amis)

    Jetzt sehe ich die Entwicklung beim Silber und danach müsste ich zu dem Schluss kommen, dass wir aufgrund des Verhaltens LT & CH zumindest in einen neutralen Bereich kommen. Bullisch kann ich das nicht interpretieren.

    Wo ist mein Denkfehler?

    Viele Grüße

    • Frank Meyer sagt:

      Wer sich mit dem Silbermarkt beschäftigt, kommt um die COT-Daten nicht drum herum, denn die Musik wird im Papiersilber gemacht. Ich lese auch nur lediglich heraus, dass sich die Shorts, die diesen Silbermarkt seit Ewigkeiten im Griff halten, ihre Positionen deutlichst abgebaut haben. Daraus kann man verschiedene Dinge lesen, vermutlich eine anstehende Bewegung. Nicht nur die im verhältnis zu anderen Rohstoffen gigantische Short-Position sitzt den Shorts im Nacken (saß?) sondern auch der physische Markt, der, wenn es dort eng werden sollte, und es gab etliche Zeichen dafür, die Preise nach oben katapultiert und damit den Shorts das Genick bricht. Es sind ja nur zwei oder drei große Halter dieser Short-Positionen. Warum eigentlich nur so wenige? Bislang haben die ganz gut Geld verdient mit ihren Anschlägen auf die Preise. Ob das in Zukunft auch noch so sein wird?

      • Dreamer sagt:

        Was, wenn die Commercials nur die Gunst der Stunde genutzt und ihre Short Positionen nur deshalb geschlossen haben, um künftig bei höheren Kursen zu Zeiten schwacher Umsätze erneut umso brutaler auf die EM Kurse einzudreschen zu können? Haben diese Papierspielchen jemals ein Ende?

    • Der Duesseldorfer sagt:

      Hallo zusammen,

      @manndo
      Du schreibst am Beispiel des Dollarindex und des Euros:
      „Large Traders (LT) steigen, Commercial Hedger (CH) sinkt: Kurse steigen nach einer gewissen Zeit. Dies wäre übrigens jetzt ziemlich massiv für den Dollar zu erwarten. Dagegen sieht es für den Euro ziemlich mies aus (also Einkaufspreise für die Amis)“ „Wo ist mein Denkfehler?“

      Die Gruppe der Commercials gehört zu den größten, am besten finanziell ausgestatteten und zudem wohl auch am besten informierten Akteuren an den Märkten. Die Gruppe der Large Trader bezeichnet hingegen die Gruppe der Spekulanten. Wenn die Gruppe der Commercials im Dollarindex derzeit ziemlich massiv short und die Gruppe der Spekulanten entgegengesetzt long sitzt…würde ich persönlich mich hier nicht unbedingt auf die Seite der Spekulanten stellen ;-). Gleiches, nur mit genau umgekehrten Vorzeichen trifft derzeit übrigens auch auf den Euro zu.

      Vielleicht korrigiert meine heutige Beschreibung der Marktstruktur am Silbermarkt, wo die Gruppe der Commercials ihre Shortpositionen auf ein Niveau von April 2003 zurückgefahren haben, in dem sie die Gruppe der Large und Small Trader mit ihren Longpositionen regelrecht „in den Keller“ geschickt hat…jetzt den Denkfehler? Die Bezeichnung „Large“ muss ja bekanntlich nicht immer auch für wahre Größe stehen 🙂

      Gruß Michael

  7. Kintao sagt:

    Es sieht alles nach Gold/Silber short gehen aus!

  8. Gladbacher sagt:

    Wollte noch was an Herrn Meyer loswerden:

    Es ist eine Schande, dass N-TV Sie immer nur so kurz zu Wort kommen lässt. Sie liefern hier so viele hervorragende Informationen und bei N-TV dürfen Sie immer nur ein paar „allgemeine“ Worte sagen.

    N-TV bringt auch viel zu wenig kritische Berichterstattung über die Märkte und zu wenig über Edelmetalle. Dabei ist die Teleboerse an sich nicht schlecht, viel besser als N24.

    Ich kenne Sie noch von Bloomberg TV. Da dürften Sie auch auch nicht viel Eigenes sagen, eher moderieren und die Gäste interviewen. Ihre
    vorzügliche Rhetorik dürfen wir erst hier in vollen Zügen geniessen.

    • auroria sagt:

      „N-TV bringt auch viel zu wenig kritische Berichterstattung über die Märkte und zu wenig über Edelmetalle. Dabei ist die Teleboerse an sich nicht schlecht, viel besser als N24.“

      Dann hast du doch sicher mitbekommen, was für Firmen auf diesen Sendern Werbung schalten?
      … Tick … Tack … Tick … Tack … na klingelts?

    • matt06 sagt:

      @Gladbacher.Die guten und die wichtigen Themen bekommen etwas weniger Sendezeit damit abends die Dinosaurier usw.zum 136000 mal wiederholt werden können!Ich geniesse die kurzen knackigen Fragen oder Statements unseres Blogwarts ebenfalls sehr…..vor allem ist es recht spassig zu sehen wenn der Moderator/Journalist mehr „Kenne“ hat als die Experten.lg Matt06

  9. DonTrader sagt:

    „Warum erwarten jetzt einige Analysten trotzdem noch einen erneuten Test der letzten Tiefs im Gold- und Silbermarkt, bevor die Korrektur abgeschlossen und es wieder nachhaltig weiter nach oben geht?“

    Für einen Elliottwaver kann Gold noch in den Bereich 1.450 $ und Silber nochmals auf die 25 $ fallen. ABER, wenn ich mir den Goldchart mal hemdsärmelig ansehe, dann hat „die c eine 161,8% Ausdehnung der a“ (Elliottwaver-Slang), also könnte man die Korrektur als fertig ansehen. Egal! Der übergeordnete Aufwärtstrend ist für mich intakt, die 2.000 $ nur eine Frage der Zeit.

  10. auroria sagt:

    Zur Absicherung, hat jemand Ahnung von Faktor Zertifikaten?
    http://www.finanzen.net/nachricht/zertifikate/Neuheit-Faktor-Zertifikate-Mit-Spass-und-Schutz-Faktor-838682

    So wie ich das verstehe, ist der Vorteil, dass man in sehr volatilen Zeiten einen billigen „OS“ mit festem Hebel bekommt.
    Der Haken ist, dass do ein Faktor Zert durch die Vola (nachdem man gekauft hat) an Wert verliert. Dafür hat es keine Laufzeitbegrenzung. Aber der Maximale Hebel ist auf 4 begrenzt.

    Gibts wohl derzeit nur bei von der Commerzbank (Staatsgarantie?)
    http://zertifikate.commerzbank.de/Products/ProductSearchAdvanced.aspx?pc=228&c=1061094

    Hier ein Silber Long Zert, der Chart (1 Jahr) sieht verführerisch aus. Aber wenn ich das richtig verstehe, würde bei einer Verdoppelung des Silberpreises der Kurs nur von 30 auf 120€ steigen, nicht auf ~700 wie er schonmal war?
    http://zertifikate.commerzbank.de/Products/ProductDetails.aspx?rp=None&rps=None&c=1061094&p=153173948&pc=228&dm=NoHeaders&ip=1&pm=Full

    Zur Absicherung könnte die Short Variante vlt. ein paar Monate überbrücken, bis die Vola niedriger und damit die klassischen OS wieder billiger sind?

  11. poerschie sagt:

    @ Ted Butler:
    ich bin Anfang 2007 beim Silber eingestiegen, habe später eine Rentenversicherung aufgelöst und auch in Silber angelegt (immer physisch), später immer mehr Silber gekauft und ich bin jetzt sehr hoch in silber investiert.
    was ich sagen will: Ted Butler, der schon „immer“ die eneorm hohen short-positionen der commercials für einen zukünftigen und unausweichlichen silber-short-squeeze verantwortlich sah, hat sich doch außerordentlich geirrt:
    die commercials haben einfach in stark fallenden märkten ihre shorts verkauft.
    so einfach ist Börse. und nicht so kompliziert wie Ted Buter es immer sah (immer noch sieht?)
    Es war immer schwierig ihn zu verstehen.
    Naja. Ich danke ihm dennoch, auch wenn er von falschen Vorraussetzungen stark steigende Silber-notierungen sah, denn durch seine artikel bin ich anfangs zum silber gekommen.

    • Der Duesseldorfer sagt:

      @poerschie
      „Es war immer schwierig ihn zu verstehen.“
      Ja, Sie haben Recht. Seine Überlegungen sind teilweise sehr komplex, das Thema nicht immer leicht zu verstehen.

      Da Ted Butler hier aber nicht persönlich antworten kann, möchte ich darauf hinweisen, dass Ihre Behauptungen schlichtweg falsch sind. Ihre Ausführung. „die commercials haben einfach…ihre Shorts verkauft“ ist sachlich nicht richtig. Die Commercials haben in der Eröffnung der Positionen „verkauft“ und mussten zwecks Schließen der Positionen „kaufen“. Der Unterschied ist gerade in dem von Ted Butler skizierten Szenario wesentlich. Ted Butler hat sich weder „außerordentlich geirrt“, noch ging er „von falschen Voraussetzungen“ aus. „So einfach ist Börse“. Vielleicht doch nicht?

      Gruß Michael

      • poerschie sagt:

        „die commercials haben einfach…ihre Shorts verkauft“ ist sachlich nicht richtig. Die Commercials haben in der Eröffnung der Positionen „verkauft“ und mussten zwecks Schließen der Positionen „kaufen“.

        mit „shorts „verkaufen““ hab ich mich falsch ausgedrückt. das verstehe ich.
        aber: was ist rein praktisch der unterschied zu „kaufen“ ?
        ich meinte ja das gleiche. oder liege ich doch total falsch?
        ich hab den Ted Butler immer so verstanden, dass die commercials so dermaßen short sind (zeitweise fast eine ganze jahresproduktion), dass ein irrer squeeze-out praktisch unausweichlich ist.
        nun haben die commercials in fallende märkte gekauft und haben so ihre shorts „billig“ eingedeckt.
        das meinte ich mit „so einfach ist börse“. jedenfalls nicht so kompliziert, wie ich den Ted Butler immer gelesen habe.

        • Der Duesseldorfer sagt:

          Hallo zusammen,

          @poerschie
          „aber: was ist rein praktisch der unterschied zu “kaufen” ?
          ich meinte ja das gleiche. oder liege ich doch total falsch?“

          Möglichkeit 1: Stellen wir uns einmal vor, Sie möchten Silber kaufen. Sie rufen den Edelmetallhändler Ihres Vertrauens an und fragen nach ob er z.b. 5.000 Unzen des Herstellers XY auf Lager hat. Nachdem der Händler Ihnen dies bestätigt, fixieren Sie gemeinsam den Preis und Sie leisten die Zahlung. Einige Tage später erhalten Sie die Unzen per Werttransport. Alles ist perfekt gelaufen. Der Händler wollte Ihr Geld und hatte die Ware – Sie hatten das Geld und wollten die Ware. Das Geschäft wurde in gegenseitigem Interesse abgeschlossen und beendet.

          Möglichkeit 2: Stellen wir uns einmal vor, Sie möchten ein paar Tage später weiteres Silber kaufen. Sie rufen erneut einen Edelmetallhändler an und fragen nach ob er 5000 Unzen des Herstellers XY auf Lager hat. Der Händler antwortet Ihnen, dass Sie das nichts angehe. Er sei schließlich Großhändler und könne sich jederzeit und überall diese Unzen besorgen, wenn er sie denn benötigen würde. Wenn Sie die Unzen kaufen wollen, hätten Sie umgehend EUR 150.000 zu überweisen. Die Lieferung erfolge dann…innerhalb der nächsten 4 Wochen. Würden Sie mit diesem Händler auch das Geschäft machen? Sie haben zwar das Geld, aber hat der Händler auch die Ware?

          Sie müssen sofort die Zahlung auf dem heute vereinbarten Preis leisten, der Händler muss die Ware aber erst innerhalb der nächsten 4 Wochen liefern…

          Könnten sich hier nicht erhebliche Interessenskonflikte und Probleme ergeben? Fällt der Preis drastisch in den nächsten zwei Wochen, kann der Händler das Silber wesentlich günstiger erwerben. Der Händler hat somit die Möglichkeit auf Ihrem Rücken hervorragend zu spekulieren.

          Steigt der Preis innerhalb der Lieferfrist hingegen dramatisch, ist es gut möglich, dass Sie die Ware nie erhalten, aber vielleicht eine Einladung zu einer Gläubigerversammlung…

          In Möglichkeit 1, war der Verkäufer „gedeckt“ = er verfügte zum Zeitpunkt des Vertrages bereits über die Ware. In Möglichkeit 2, war der Verkäufer möglicherweise „naked“ = er verfügte zum Zeitpunkt des Vertrages (noch) nicht über die Ware.

          Folge: Als Käufer sind Sie neben den spezifischen Risiken des Marktes, auch immer den spezifischen Risiken des Verkäufers ausgesetzt. Dies gilt an den Terminmärkten um so mehr, da hier das sogenannte „naked“ Leerverkaufen, (noch?) erlaubt ist.

          Gruß Michael

          • poerschie sagt:

            Vielen Dank, Michael für die ausführliche Antwort!
            Du hast die Problematik des nackten Leerverkaufens hier mal ausführlich erklärt.
            Die Interessenkonflikte sehe ich ja auch.

            Es betrifft aber nicht das, was ich ansprechen wollte: JP Morgan als der vermutet größte Leerverküfer schickt die Kurse, mit seinen finanziellen Mitteln ja kein Problem, wie so oft nach unten und deckt sich unten ein, d.h. er kann dann seinen Verpflichtungen nachkommen, sollte Lieferung verlangt werden.
            verstehe ich das soweit richtig?
            Problematisch wird es erst dann, wenn diese potenten Leerverkäufer es nicht mehr schaffen, die Kurse zu drücken, dann nämlich, wenn die Ware wirklich knapp wird.
            Das ist aber offenbar noch nicht der Fall.
            soweit auch richtig?

            Nun noch mal eine Frage, die ich bisher mich nicht traute zu fragen, bzw. nicht verstanden habe:
            was ist der Unterschied zu „Leerverkauf“ und „nackter Leerverkauf“ ?
            ich kann da keinen Unterschied erkennen.
            wenn mir das mal einer mit klaren Worten verklickern könnte, wäre ich sehr dankbar.

          • Der Duesseldorfer sagt:

            „Nun noch mal eine Frage, die ich bisher mich nicht traute zu fragen, bzw. nicht verstanden habe:
            was ist der Unterschied zu “Leerverkauf” und “nackter Leerverkauf” ?

            ich kann da keinen Unterschied erkennen.
            wenn mir das mal einer mit klaren Worten verklickern könnte, wäre ich sehr dankbar.“

            Machen wir. In der nächsten Metallwoche 🙂

            Gruß Michael

  12. DonTrader sagt:

    Silber begeistert mich immer mehr!

    Viele Produkte des täglichen Lebens verwenden Silber, hier einige Beispiele:
    – Auf dem Deo ist zu lesen „Silver Protect, Extra-Schutz, Wirkt Anti-Bakteriell, Silber Ionen“;
    – Im Kühlschrank ist ein Aufkleber angebracht, darauf steht „Antibakterielle Silberschichtung“.

    Nach Aussage vom „Silberexperten“ Günther Luitz sind in jedem Auto 2 Unzen Silber verbaut.
    Quelle DAF:
    Teil 1
    http://www.daf.fm/video/silber-experte-teil-1-guenstig-nachkaufen—gelegenheit-nutzen-50148357-XC0009653103.html

    Teil 2
    http://www.daf.fm/video/silber-experte-teil-2-sprunghafter-anstieg-auf-150-dollar-moeglich-50148358-XC0009653103.html

    Aktuell habe ich 5% meines Vermögens in physischen Silber angelegt, vielleicht doch etwas zu wenig?

  13. Martin Berger sagt:

    Der Experte und Chefvolkswirt der DZ Bank Bielmeier berichtet in einem heutigen Artikel der Welt: „Schuldenkrise ist Ende 2011 aus dem Fokus“

    U. a. ist dieser Passus bemerkenswert. Seine Sicht auf die Edelmetalle. Sieht sehr systemtreu und verblendet aus. Die Logik ist, raus aus Gold und rein ins Bargeld. Als Banker möchte er das Geld lieber im Haus behalten und nicht in Edelmetalle angelegt sehen.

    Hier der Auszug:

    Welt Online: Wenn die Inflationsraten steigen, könnte Gold wieder attraktiv werden.

    Bielmeier: Wir rechnen nicht mit einer galoppierenden Inflation. Zudem ist ja bei Gold zuletzt sehr deutlich geworden, dass es eben nicht der Hort der Sicherheit ist, für den es viele halten. Die Preise sind gerade in der jüngsten Krise deutlich gefallen, da dann doch alle Bargeld haben wollten, nicht Gold. Wir gehen davon aus, dass sich der Zyklus im Goldmarkt langsam dem Ende zuneigt.

    http://www.welt.de/finanzen/article13658998/Schuldenkrise-ist-Ende-2011-aus-dem-Fokus.html

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.