Auf diese Scheine kann man nicht bauen!

28. September 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Seit Mai hat der Euro zehn Prozent Kaufkraft gegenüber dem US-Dollar verloren. Hurra! Schwache Währungen sind ja so gute Währungen. Das hilft der Exportindustrie, heißt es. Ach, Sie arbeiten woanders? Dann müssen Sie Opfer bringen!

Jedenfalls funktioniert die italienische Geldpolitik der EZB. Sie lässt inzwischen keine Gelegenheit aus, den Euro klein zu reden. Damit wird er an die schwächsten Euroländer angepasst. Was ist das nur für eine Währung, der man vorher sagte, sie werde so hart wie die D-Mark und die man nun wie die alte Lira schwachdrucken muss? Sonst brennt ja der Baum.

Der Euro wurde uns aus politischen Gründen geschickt in die Taschen gespielt. Dagegen w(ä)ehren konnte man sich ja nicht. Aber damit umgehen, das muss man. Wenn schwache Währungen so toll sind, warum haben wir damals nicht die Drachme eingeführt?

Europas Wirtschaft schwächelt weiter. Die Kreditvergabe sank im August erneut um 1,5 Prozent, und das trotz Null-Zinsen, Bazookas und anderer „unkonventioneller Maßnahmen“. Das wirft die Frage auf, ob die EZB keine Medizin, sondern Gift ausschenkt, also immer mehr vom Falschen, wenn sich die Erfolge nicht einstellen. Die Experten sagen ja, es gäbe keine Alternative. Wirklich nicht?

Wenn ich es richtig verstehe, dann befinden wir uns im Abwertungskampf der Währungen. Die Gelder fließen zurück ins Zentrum, welches derzeit noch der US-Dollar darstellt.

Die Daten trüben sich ein. Nichts bringt Experten aus der Ruhe, auch nicht, dass der ifo-Geschäftsklimaindex fünfmal nacheinander gefallen ist. Früher bedeuteten drei Rückgänge Grüße einer Rezession. Diese Begriff wurde in den Giftschrank politisch unkorrekter Worte gesperrt und durch Minus-Wachstum ersetzt. In dieser Woche hörte ich, sollte es völlig unerwartet und überraschend zu einer Rezession kommen, wäre das nur eine technische Rezession. Alte Begriffe werden neu definiert.

Jetzt sinkt auch noch die Konsumstimmung der Deutschen. Feierte man vor wenigen Wochen nicht noch einen ungebremsten Kaufrausch? Komisch. Normalerweise hängt Konsumstimmung mit dem Kontostand zusammen. Wenn der Staat aber durch Steuern und Abgaben nicht immer mehr Geld legal rauben würde, wäre die Stimmung wohl besser. Darauf einen Schnaps! Wo sonst bekommt man heute noch 40 Prozent?



 

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