Anleger zwischen Medien, Mainstream und Manipulation

30. November 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Es gibt, zumal in einer solchen Gemengelage, kein Patentrezept, wie Sie welche Medien zu nutzen haben. Im Zweifel möglichst viele, ergänzt um Diskussionen mit kompetenten Gesprächspartnern. Doch eines sollten Sie auf jeden Fall beachten: Wenn Sie finanziell erfolgreich sein wollen, muss der Ausgangspunkt aller Ihrer Anlageentscheidungen, wie an dieser Stelle schon häufiger betont, Ihre ganz persönliche Finanzplanung sein. Lassen Sie sich also nicht verleiten, irgendwelche Finanzprodukte zu kaufen, die sogenannte Anlageberater oder Versicherungsvermittler Ihnen empfehlen. Denn es handelt sich dann fast immer um Anlagen, an denen die Finanzhäuser mehr verdienen als Sie.

Welche Rolle die Medien dabei spielen, ist am vergangenen Montag wieder einmal in der ARD-Sendung „ Hart, aber fair“ deutlich geworden. Da durfte sich neben der Ministerin Ursula von der Leyen ausgerechnet Oskar Lafontaine zum Thema Altersvorsorge äußern. Er brach, kaum verwunderlich, eine Lanze für die umlagefinanzierte Rentenversicherung. Die Diskussion rankte sich ansonsten immer wieder ausgerechnet um vorgefertigte Finanzprodukte, an denen Banken, Sparkassen, Versicherer und Fondsgesellschaften das meiste Geld verdienen. Da konnte der Grazer Professor Max Otte das eine oder andere Mal noch so sehr versuchen, die Anlage in Aktien als günstige Altersvorsorge zu propagieren, Gehör fand er dennoch kaum.

Haben Sie in den gängigen Fernsehkanälen schon einmal zur besten Sendezeit etwas von finanzieller Repression gehört? Wahrscheinlich nicht, denn tagsüber folgt eine Seifenoper nach der anderen, und wer sie konsumiert, läuft Gefahr abzustumpfen. Abends kommen dann die vermeintlich staatstragenden Nachrichten so zur Geltung, als seien die Sender im Dienst der Politiker verkappte PR-Agenturen, die proportional für alle Parteien Schleichwerbung betreiben. Wer geduldig bis Mitternacht vor dem Fernseher verharrt, erfährt schließlich mit etwas Glück in einer Diskussionsrunde mit minimaler Zuschauerquote, dass die finanzielle Repression dazu dient, den Staat zu entschulden und die Bürger bei dieser Gelegenheit gleich teilweise zu enteignen.

Kein Wunder also, dass immer mehr weitsichtige Anleger zu alternativen Medien abwandern. Hierbei hat das Internet eine stark wachsende Bedeutung, auch wenn die darin verbreiteten Inhalte stets einer strengen Auswahl bedürfen. Und nun kommt der Clou: Nachdem die führenden deutschen Medienkonzerne mit Werbebannern nicht den gewünschten Erfolg erzielt haben, setzen sie zunehmend auf bezahlte Inhalte. Das heißt, was zum Beispiel Börsen-Zeitung und Immobilien Zeitung vormachen, soll bald auch für die Bild-Zeitung gelten.

Es handelt sich um ein Experiment, dessen Ausgang alles andere als sicher ist. Eines lässt sich indes schon jetzt vorhersagen: Was den Fernsehsendern heute die Quote ist, wird für die bezahlten Internetmedien in Zukunft die Zahl der Abrufe sein. Das heißt, im Zweifel verlagert sich der sogenannte Mainstream nur von einem Medium zum nächsten. Aus Anlegersicht spricht also viel dafür, weiterhin vor allem spezialisierte Internetseiten jenseits des Mainstreams anzuklicken, wie goldseiten.de, wenn es um Edelmetalle und Rohstoffe geht, oder eben auch anlegerfernsehen.de, wenn die große Wirtschaftspolitik zur Debatte steht. Apropos Edelmetalle: Messen Sie dem Auf und Ab des Goldpreises während der vergangenen Wochen und dem Rücksetzer am Freitag keine besondere Bedeutung bei, es handelt sich lediglich um die Fortsetzung der seit 15 Monaten anhaltenden Wellenbewegungen, denen später ein Ausbruch nach oben folgen wird.
Manfred Gburek, 30. November 2012
Homepage von Manfred Gburek

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