Andreas Hoose: Das letzte Gefecht…

14. September 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Kopfschüttelnd werden sich die Menschen in ein paar Jahrzehnten fragen, was nur in uns gefahren war, dass wir zugelassen haben, was gerade um uns herum geschieht.  An dem, was wir gerade erleben, vor allem aber an dem, was noch auf uns zukommen wird, werden sich noch ganze Generationen von Historikern abarbeiten…
Nachdem erst kürzlich die Europäische Zentralbank (EZB) entgegen ihres Mandats verkündet hatte, künftig unbegrenzt Staatsanleihen der europäischen Krisenländer aufzukaufen, rüstet sich jetzt auch die US-Notenbank zum letzten Gefecht: Mit ihrem gestrigen Statement zur künftigen Zinspolitik hat sie klar gemacht, dass jetzt alle Dämme brechen werden. Die Geldflut auf unserem Planeten wird in Kürze neue und noch nie gesehene Rekordmarken erreichen:

Bis mindestens 2015 will die US-Notenbank die Leitzinsen in der Nähe des aktuellen Rekordtiefs im Bereich von 0,00 bis 0,25 Prozent festnageln. Doch das ist noch längst nicht alles: Hinzu kommt ein Programm zum Ankauf von hypothekenbesicherten Wertpapieren der staatlichen Hausfinanzierer im Wert von 40 Milliarden US-Dollar pro Monat – das bei vielen „drogensüchtigen“ Börsianern heiß ersehnte „QE3“. Dieses, so das Statement, wird jedoch anders als die bisherigen Maßnahmen dieser Art unbegrenzt (!) aufgelegt und soll so lange fortgesetzt werden, bis sich die konjunkturelle Lage in den Vereinigten Staaten entspannt hat. 

Mit einem Wort: Mehr geht (fast) nicht…


 

Da fragt man sich natürlich: Wie dramatisch ist die Lage in den USA wirklich, wenn die Notenbank die Geldschleusen jetzt bis zum Anschlag aufreißt? Weiterer Spielraum, um noch steuernd in das Geschehen einzugreifen, ist künftig nämlich kaum noch vorhanden. Das heißt: Sollte die gestern angekündigten Maßnahmen keine Wirkung zeigen, bleibt nur noch ein beherztes Stoßgebet.

Dabei kann man davon ausgehen, dass Ben Bernanke sehr genau weiß, was er tut. Er greift jetzt nach den letzten Strohhalmen, weil er ahnt, dass dies seine allerletzte Chance ist, die Wirtschaft in den USA wieder flott zu bekommen. Dies führt bedauerlicherweise unmittelbar zu der Erkenntnis, dass alle bisherigen Versuche, die durch zu viel Kredit verursachten Probleme mit noch mehr Geld aus der Welt zu schaffen, fehlgeschlagen sind. Dazu ein Blick auf die Verkäufe neu gebauter Eigenheime (obere Grafik) und die Hypothekenzinsen in den USA (darunter):

 

 
Die Botschaft lässt wenig Raum für Interpretationen: Obwohl Liquidität im Überfluss vorhanden ist – die Hypothekenzinsen sind so tief wie noch nie in den vergangenen 40 Jahren – wollen die „Pferde einfach nicht saufen“: Die  Verkäufe neu gebauter Eigenheime kommen nicht mehr auf die Beine.

Das wundert allerdings auch nicht, wenn man sich dazu den US-amerikanischen Arbeitsmarkt ansieht. Dort ist die Lage ähnlich dramatisch. Trotz der kosmetischen Maßnahmen bei der Berechnung der Statistiken, die in den vergangenen Jahrzehnten bei den Behörden Einzug gehalten haben, verharrt die Arbeitslosenquote auf historisch hohem Niveau. Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung seit 1948:

 

Wird jetzt also endlich alles besser werden? Daran können nur einfältige Gemüter glauben. Hinzu kommt nämlich ein weiteres Problem: Systembedingt wachsen der US-amerikanischen Volkswirtschaft die Schulden über den Kopf. Dazu die folgende Abbildung. Wie man gut erkennen kann, weist die Entwicklung der Staatschulden (rote Linie) eine klar exponentielle Entwicklung auf (grün). Das gilt natürlich nicht nur in den USA…


 

Man muss deshalb schon reichlich naiv sein, um zu glauben, die US-Notenbank werde mit ihren Beschlüssen von dieser Woche das Steuer endlich herumreißen. Die Botschaft der bisherigen Entwicklungen ist nämlich vollkommen eindeutig: Es sind immer mehr Dollars nötig, um noch einen belebenden Effekt in der Wirtschaft zu erzielen. Doch jetzt ist ein Punkt erreicht, an dem weiteres Geld keine Wirkung mehr auslösen wird. Das viele Geld wird verpuffen. Davon werden wir uns in den kommenden Monaten überzeugen können.

Dabei beschreitet die Fed jetzt in der Tat noch einmal Neuland. Bemerkenswert ist nämlich folgende Beobachtung: Seit Ausbruch der Finanzkrise im Sommer 2007 wurden die Geldschleusen bislang immer erst dann geöffnet, wenn die Börsen erkennbar Schwächesignale gezeigt hatten.

Diesmal nicht. Diesmal geht Bernanke in die Vollen und wirft das Geld zwar nicht aus dem Hubschrauber ab, sehr weit entfernt ist die Notenbank davon aber nicht mehr: Die US-Börsen notieren in der Nähe ihrer Allzeithochs. Die Fed verschießt ihr Pulver also zu einem Zeitpunkt, da hiermit nicht zu rechnen war. Die folgende Abbildung zeigt die Entwicklung des Dow Jones sowie den Einsatz der bisherigen „Rettungsmaßnahmen“.

Was man in der Grafik auch sieht, sind zwei Dinge: Erstens nimmt die belebende Wirkung weiterer Liquiditätsspritzen immer deutlicher ab. Und zweitens, für Anleger ist diese Bebachtung noch bedeutender: Der jüngste Kursanstieg war von erkennbar fallenden Umsätzen begleitet. Achten Sie auf die grüne Linie. Das heißt, die Luft wird dort oben immer dünner…

Eines hat die Notenbank jetzt natürlich erreicht: Die Märkte wurden vollkommen überrascht, und dieser Effekt sollte auch noch eine Weile anhalten.

Einer dürfte sich über die jüngsten Beschlüsse der Notenbank ganz besonders gefreut haben: US-Präsident Barack Obama. Nach Lage der Dinge wurde gestern der Startschuss gegeben für eine ordentliche Herbst-Rallye an den US-Börsen, die den amtierenden Präsidenten im November wieder ins Weiße Haus tragen dürfte.

Das ist auch noch aus einem ganz andere Grund interessant: Historisch betrachtet kam es zu den stärksten Inflationsschüben in den USA stets unter demokratischen Präsidenten. Setzt sich diese Regel fort, sollten die USA in den kommenden vier Jahren unter der Regentschaft von Barack Obama eine beispiellose Inflationswelle sehen – mit entsprechenden Folgen an den Aktienmärkten, bei den Anleihen – und ganz besonders bei den Edelmetallen.

Tatsächlich machte das Statement der US-Notenbank den Edelmetallen im gestrigen New Yorker Handel ordentlich Beine: Der Goldpreis kletterte um 35 US-Dollar oder etwas mehr als zwei Prozent nach oben, Silber packte noch einen drauf und verteuerte sich um fast 4,5 Prozent. Hier lässt die langfristige Betrachtung jetzt ebenfalls keinen Raum für Interpretationen: Silber hat die Fesseln seiner anderthalb-jährigen Konsolidierungsphase gesprengt. Die Zeichen stehen auf (Silber)Sturm…

Doch das ist erst der Anfang: Die jüngsten Kurssprünge bei Gold und Silber dürften verglichen mit dem, was in den kommenden Jahren auf uns zukommen wird, nur ein harmloser Vorgeschmack gewesen sein. Rechnen Sie in der Endphase der dann völlig aus dem Ruder laufenden Edelmetall-Hausse beim Gold mit Preissprüngen im dreistelligen Dollarbereich – pro Tag versteht sich.

Ob wir uns darüber dann freuen werden, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt. Zeitgleich dürfte uns das Papiergeldsystem aktueller Prägung nämlich um die Ohren fliegen…
Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de

Print Friendly, PDF & Email

 

Schlagworte: , , , ,

14 Kommentare auf "Andreas Hoose: Das letzte Gefecht…"

  1. FDominicus sagt:

    „Kopfschüttelnd werden sich die Menschen in ein paar Jahrzehnten fragen, was nur in uns gefahren war, dass wir zugelassen haben, was gerade um uns herum geschieht. “

    Nun warum schreiben Sie uns nicht was man dagegen tun kann? Es haben sich immerhin 37 000 Leute zum BVerfG begeben und sind mehr als überreichlich abgewatscht worden.

    Die Eilanträge wurden nicht angenommen. Nun der Rechtsweg ist es offenbar nicht den wir beschreiten können. Bleibt also noch die Lösung nach Art der „Religion des Friedens“?

    Ich kann genauso gut fragen, wie konnten es die Ahnen zulassen, daß der Staat das Geld in die Hand bekam? Nun darauf haben Sie wohl auch keine Antwort oder?

    Ich kann fragen wie konnte die Amerikanische Legislative privaten Goldbestitz illegal machen?

    Ich kann auch Fragen wie kann es im GG zu §14 Abs 2 kommen. Oder wie kann es sein, das nach Nazideutschland die Parteien eine so heraussragende Stellung bekamen?

    Tatsache ist bei fast allen Katastrophen hatte man keine Wahl. Sie leben in den USA ergo gelten deren Gesetze (egal wie schwachsinnig Sie sind). Sie waren in Nazi-Deutschland? Pech nach dem Krieg gehörten Sie zu den Nazis egal ob Sie nun „mitmachten“ oder „mitgemacht“ wurden.

    Ich schlage daher vor Sie beantworten mir nur einige der von mir gestellten Fragen, dann haben Sie auch die Antwort auf Ihren Einwand.

  2. Frank Meyer sagt:

    @FDominicus

    „Ich schlage daher vor Sie beantworten mir nur einige der von mir gestellten Fragen, dann haben Sie auch die Antwort auf Ihren Einwand.“

    Sind Sie schon an dem Punkt, Autoren für das Aufwerfen von Fragen auf ungebührlich ungerechte Art und in dazu überheblicher Weise gegen das Schienbein zu treten?

    Vielleicht ist das die Musik von morgen und die Normalität des Umgangs. Aber nicht auf unserem Blog. Von daher bleibt mir nur der Wunsch, dass Sie das Kommentieren hier einstellen.

    Denken Sie bitte mal darüber nach.

  3. FDominicus sagt:

    Ich weiß nicht was daran unbebührlich war. Wer wollte das denn?

    Ich hätte das insgesamt anders formulieren sollen.

    Eher so: Bitte schlagen Sie mir vor was ich persönlich dagegen tun kann.

    Insgesamt stört mich aber die Einstellung, keiner hätte etwas anderes gewollt. Und da stört mich.

    Wenn Sie es wünschen kommentiere ich nicht mehr weiter. Sie sollten mir dennoch sagen wieso Sie so extrem reagieren. Was habe ich sonst getan?

    Nur soviel, wir sollen in Zukunft gefragt werden, wie es dazu kommen konnte.
    Nun das finde ich mindestens genauso problematisch.

    Wie es dazu kommen kann ist m.E. offensichtlich: Die Politiker scheren sich nicht um Ihre eigenen Gesetze. Hacken aber auf den Bürgern rum.

  4. FDominicus sagt:

    Ich gebe auch noch meine Antwort auf diese Aussage:
    “Kopfschüttelnd werden sich die Menschen in ein paar Jahrzehnten fragen, was nur in uns gefahren war, dass wir zugelassen haben, was gerade um uns herum geschieht. ”

    Weil wir keine Wahl hatten.

    Diejenigen die es nicht wollten, hatten keine Möglichkeit es zu verhindern. Diejenigen die es hätten verhindern können nämlich die Verfassungsrichter wollten es offenbar nicht.

    Die alles bestimmenden Parteien wollten bis auf die sozialistische Partei auch nicht.

    Und ganz böse fomuliert: 90 % der Deutschen war es völlig egal.

    Jetzt bitte ich nur noch um die Bestätigung Ihres Wunsches, dann werde ich Sie nicht mehr belästigen.

    • FDominicus sagt:

      Ich möchte mich korrigieren:
      Und ganz böse fomuliert: 90 % der Deutschen war es völlig egal.

      Ich war auf zumindest einer ESM Demo und die war ziemlich spärlich besucht. Ob es den meisten Deutschen wirklich egal war, ist nur mein Eindruck wegen der wenigen Teilnehmer. Vielleicht sahen Sie aber auch einfach keinen Sinn darin, weil es eh‘ vergeblich sein würde.

      Die böse Formulierung müsste wahrscheinlich ehrer lauten:
      10 % der Deutschen sind für den ESM darunter die Parteispitzen und Abgerodneten der CDU/CSU/FDP/SPD/Grünen.

      Und wenn 99,9999 % der Deutschen dagegen wären aber unsere „Abgeordneten“ nicht, dann passiert genau das. Nämlich eine Minderheit verkauft sogar die „Mehrheit“. Die Minderheit muß eben nur an den „richtigen“ Stellen sitzen…

  5. amoratis sagt:

    Also ich finde nicht, das der Beitrag von Dominicus eine so scharfe Rüge verdient Herr Meyer 🙁 ICH finde den Kommentar von Dominicus durchaus lesens, und bedenkenswert, und IHRE Reaktion überzogen und nicht angemessen!

    mfg amoratis

  6. Vater Morgana sagt:

    Zur Frage von oben: „Nun warum schreiben Sie uns nicht was man dagegen tun kann?“

    Die „Karre“ rast auf die Wand zu und wird nur immer schneller. Ja, 37.000 Leute haben mittels BVerfG ein Stoppschild gemalt. Da wurde jedoch in gewisser Weise drauf uriniert und schon war die Farbe im Gulli. Die Fahrer können wechseln, aber alle treten aufs Gaspedal. Keiner wird die Karre bremsen um auszusteigen und dem Mob zu sagen: „Sorry, das wir bei unserer Art zu steuern keine Rücksicht auf euch alle genommen haben.“ Das haben wir zur Genüge gesehen. Also antworte ich mal darauf was wir machen können:

    – Wir können auswandern, wenn es uns glücklicher macht und wir in vielfacher Hinsicht das Zeug dazu haben.

    oder

    – Wir suchen uns unsere Nische oder Lebensweise (muss jeder für sich selbst drüber nachdenken), gehen aber teilweise vielleicht auch ganz einfach mit einem stärker werdenden Wind (Gold, Silber, Agrarland, …). Ganz nach dem chinesischen Sprichwort: „Wenn der Wind der Erneuerung weht, dann bauen die einen Menschen Mauern und die anderen Windmühlen.“

    Was bleibt uns jetzt sonst noch übrig?

  7. FDominicus sagt:

    „Was bleibt uns jetzt sonst noch übrig?“

    Nun mit dem Entscheid für den ESM sind uns was „normale“ Gerichte angeht so gut wie alle weiteren Möglichkeiten genommen. Ich denke nicht, daß der EUGH sich über die höchsten Gerichte stellen kann wenn es um „lokale“ Verfassungen geht. Der ESM ist nach dem Entscheid eben „GG-konform“. Ich sehe das ziemlich anders, aber das spielt ja keine Rolle.

    Das mit dem Auswandern geht nur so la la. In vielen Ländern kann man nicht einfach so antanzen (es sei denn man hat richtig viel Geld). Wir Deutschen haben nur einen ziemlich problemlosen Weg. Den in die Schweiz. Kanada, Australien, Neuseeland sind für manche kein Hindernis, aber da gibt es auch noch Test zu bestehen. Durchaus „machbar“ aber nicht ganz „einfach“.

    Mit dem Nische suchen wäre ich sehr glücklich nur das wird einem doch ziemlich verweht. Leben Sie hier in D werden Sie immer „müssen“, selten können. Sie „müssen“ den ESM bezahlen, Sie müssen die EZB Bilanzen ausgleichen und Sie müssen sich so „sinnigen“ Gesetzen wie Glühbirnenverboten beugen. Sie haben auch keine Wahl wenn Sie arbeiten Ihre Abgaben nicht zu bezahlen, sie haben auch kein Wahl Ihre Steuern zu bezahlen. Und in der GKV sind Sie nur ein „Bittsteller“ keine Kunde mehr, alles verreguliert.

    Sie können nicht sagen: Ich gebe nichts für den ESM, Sie können viele Berufe und Firmen gar nicht eröffnen. So müssen Sie für eine Bank 5 Millionen haben und sie müssen sich mit dem Papierzahungsmittel arrangieren.

    Ich glaube es ist noch nicht einmal möglich als Geselle z.B. Ihre handwerklichen Fähigkeiten anzubieten. Dazu müssen Sie auswandern und dann vom Ausland her als Anbieter in D auftreten (vielleicht hat sich das inzwischen geändert)

    Sie haben auch keine Möglichkeit zu Verhindern, das z.B. die Parteien die Verfassung brechen und wie z.B. Herr Mappus mal „eben“ 4.7 Milliarden locker machen. Und in Berlin dürfen wir alle die Kosten für die Verzögerung beim Flughafen tragen. Und DAS obwohl es vorher schon private Angebote gab, die aber den „Verantwortlichen“ zu teuer waren. Sie haben auch da keine Möglichkeit irgendjemanden wirklich zur Verantwortung zu ziehen.

    Also was sind die Nischen? Viel ist es nicht, Sie können versuchen so selbstgenügsam wie möglich zu leben. Was Sie aber immer noch „kostet“.

    Also was bleibt uns übrig. Ganz platt: Wir können/dürfen uns schwarz ärgern….

    Und wie Herr Hoose es ausdrückt: Leben wir noch 20 – 30 Jahre werden wir uns wohl „Wie konntet Ihr nur“ anhören müssen. Was mir wie man hier unschwer nachlesen kann, überhaupt nicht „passt“.

  8. Dr.D sagt:

    Was kann ich tun?

    Dass das Volk der Souverän ist und in einer Demokratie die Macht hat, ist ein schöner Traum, der gerade von der Realität eingeholt wird.
    Wer die Macht hat, hat das Recht. Erst wenn man keine Macht mehr hat, besuchen einen die Staatsanwälte, siehe Mappus und Sarkozy.

    Was heißt das für uns? Entweder das System körperlich verlassen und auswandern oder zumindest finanziell das System verlassen. Riester, Rürup und LVs verlassen, Sparkonten abräumen und anonym bis zu 15.000,00 EUR Gold oder Silber kaufen, PHYSISCH und in eigenem Besitz behalten, dem System seinen Lebenssaft – nämlich anderer Leute Geld -entziehen, das nutzt einem selbst, man hat dann nämlich keine Forderung an andere. Wir müssen unser Eigentum auch besitzen.

    Das Problem ist nur, dass das, was ich jetzt schreibe, den Lesern HIER bewußt ist und dass die kritische Masse erst viel zu spät erreicht werden wird, weil die allermeisten Leute glauben, dass die Politiker es schon richten werden. Wie jetzt in Holland wird die vermeintliche Sicherheit gewählt. Dass so zuerst die Freiheit verloren geht und letztendlich auch die Sicherheit werden sie erst viel zu spät erkennen.

  9. Lotus sagt:

    Na ja das Grundproblem aller Deutschen ist die Angst. Genauso war es damals in der DDR. Warum zögerten die Menschen dort zig Jahre, sich gegen die Mächtigen aufzulehnen? Weil jeder wusste, es kommt zu unangenehmen Stasi-Verhören und Unterstellungen, die bis in den Knast geführt hätten. Zukunft ende. Jeder wusste auch, Verräter sind in der Nähe.

    „Wie konntet Ihr nur?“ fragten alle BRD-ler damals und schüttelten den Kopf, als die Verbrechen des DDR-Staates heraus kamen. Die Arroganz damals, beschämte uns zutiefst. Denn wir mussten im System leben und hatten gar keine Alternative.

    Was ist in Gesamt-Deutschland anders? Eigentlich nicht viel. Hier geht es genauso um die Existenz von Familien. Das Druckmittel ist Hartz IV, wo man sich selbst enteignen muß, um staatliche Mittel zu erhalten. Einmal ganz unten, Zukunft ende. Daher fügen sich Mio. Deutsche dem System und halten das Maul.

    Wenn nur die Westler noch leben würden, die uns damals in den 70igern/80igern mit ihren Besuchen beehrt haben und uns vorlebten, wie toll das System in Freiheit mit D-Mark ist. Dank TV konnten wir dem lauschen und neidvoll rüberschauen. Meinungsfreiheit hieß es, wo niemand zweifelte, dass es je anders werden würde. Doch da haben sie sich geirrt und zugelassen, dass der alte Kohl nicht mehr das Solidarprinzip: „Den Bürgern soll es gut gehen“ verfolgte, sondern eine Spaltung mit vollem Wissen einführte. Der Euro setzt in jeden von uns in Zweifel, so dass die Geschicke von Wahrheit und Untergang eine Frage der Unehrlichkeit ist. Wir alle wurden zum Lügen gezwungen.

    Ich sage immer, die 90iger Jahre waren für die ehemaligen DDR-ler, wie ich, die besten und für die alten BRD-ler alle Jahre zuvor. Die hätten sich damals auch nicht vorstellen können, wie einfach es sein kann, durch Regierungen vor die Wahl gestellt zu werden. Entweder du hältst das Maul und fügst dich, oder du wirst nie wieder auf die Beine kommen.

    Dieses Problem haben/hatten in den letzten 10 Jahren alle Journalisten, die uns nur in Blogs aufklären, weil sie ansonsten kurzer Hand entsorgt wären. Wieviele davon sind arbeitslos? Bestimmt mehr als gedacht. Die gesamte Maschinerie stinkt seit Jahren zum Himmel und lähmt das Volk. Jeder ist davon betroffen. Nur wer Millionen auf dem Konto hat, kann sich das Wort an der richtigen Stelle leisten und verliert nicht sofort seine Existenz. Somit sind wir Abhängige mit zwei Gesichtern.

    Wir haben somit heute den selben Charakter von Bürgern wie damals, bis es irgendwann knallt, was aber sicherlich noch 15 Jahre dauern wird.
    Noch Fragen?

    • tizian sagt:

      Gute Analyse, Lotus!
      -das mit der Angst, die Klappe aufzureissen, die Angst als ein Deviant dazustehen, nur weil man dem Golde (Silber) redet.
      -Die Angst sozial abzusteigen (für alle Nachbarn ersichtlich) und der Zwang ggü. dem Umfeld so zu tun, als ob alles Chic mit dem Job wäre, der Urlaub wie immer 3 Wochen Fernreise…
      Kurz:
      Die Angst, die „Fassade“ nicht mehr aufrecht erhalten zu können.

      Komischerweise konnte man den Deutschen trotz 1923 und trotz 1948 immer wieder aufs neue ein Tausch/Wertaufbewahrungsmittel andrehen, welches diese Bezeichnung niemals verdiente.

      Die Kaiserliche Aktion „Gold gab ich für Eisen“ (damit der 1. Krieg gewonnen wird)
      heißt heut zutage nur anders: „Machen Sie doch ihr Gold zu Geld“
      -und der Deutsche macht.
      Irre!

      Ich weise jemanden auf obige Sachverhalte hin. Und werde angeschaut als wär‘ ich ein Psychopath oder etwas noch schlimmeres.
      Die (Bürger) haben Angst.
      Haben Angst vor Gold.
      Angst vor „der Obrigkeit“.
      Die haben diffuse Ängste davor, sich mit der gezielten Positionierung in Gold/Silber/Platin einem „Staate“ entgegenzustellen; ergo:Gehorsam zu verweigern.

      Kopfschüttelnd werden sich die Menschen in ein paar Jahren fragen, was ist nur in uns gefahren, erst auf die Bildzeitung, Funk und Fernsehen zu warten, um denn endlich aber viel zu spät Goldene/Silberne Münzen zu einem horrenden Preis zu erwerben…
      tizian.

  10. Johannes_7 sagt:

    Einige Zeit dachte ich auch, dass es hilft Bundestagspetitionen zu schreiben (habe ich getan), auf Kundgebungen zu sprechen (habe ich getan in Karlsruhe, Frankfurt und Stuttgart als eingeladener Redner für das Aktionsbündnis Direkte Demokratie).

    Inzwischen ist mir klar, dass es nur politisch geht und dass ist wirklich schwer. Es gibt m.M. nach nur eine etwas größere Kraft, die das Potential hätte und wählbar scheint: Die Freien Wähler

    Die Freien Wähler haben aber noch einen Weg vor sich und auch (noch)nicht die Manpower; letzteres scheint sich aber zu ändern, wie ich höre.

    Sobald ich mehr weiß, werde ich´s posten.

    • FDominicus sagt:

      „Einige Zeit dachte ich auch, dass es hilft Bundestagspetitionen zu schreiben (habe ich getan), auf Kundgebungen zu sprechen (habe ich getan in Karlsruhe, Frankfurt und Stuttgart als eingeladener Redner für das Aktionsbündnis Direkte Demokratie).“

      Danke dafür von meiner Seite.

      „Inzwischen ist mir klar, dass es nur politisch geht und dass ist wirklich schwer. Es gibt m.M. nach nur eine etwas größere Kraft, die das Potential hätte und wählbar scheint: Die Freien Wähler“

      Mir fällt dazu noch PdV ein. Sollten Sie antreten weiß ich was ich wählen werde, ansonsten werde ich einfach nicht mehr wählen gehen. Ich kann der Wahl Not gegen Elend wirklich nichts abgewinnen.

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.