An die Abschlussklasse 2014: Glückwunsch, Dummköpfe!

2. Juni 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Es gibt in den USA 4.495 Colleges und Universitäten. Und es gab wohl 4.495 bessere Redner als mich – denn niemand fragte mich, eine Rede für die Absolventen zu halten. Das war wahrscheinlich eine gute Entscheidung. Nichtsdestotrotz habe ich eine solche Rede vorbereitet, die ich gehalten hätte, wenn ich gefragt worden wäre. Ich teile diese Rede nun mit ihnen…

Abschlussklasse 2014:

Sie und Ihre Familien haben Zehntausende… oder Hunderttausende…. Dollar gezahlt, damit Sie Ihren Platz in der modernen Wirtschaft finden können. Was dachten Sie? Haben Sie jemals vom Cantillon Effekt gehört? Ich denke nicht. Sie waren so damit beschäftigt, die Kosten für die College-Bildung aufzubringen.

Haben Sie sich darum gekümmert, nachzudenken, was eine Regierung wirklich ist und was sie tut? Nein? Ich denke, ich sollte das nicht erwarten. Sie waren so damit beschäftigt, im Unterricht indoktriniert zu werden.

Status, Macht und Geld

Geben Sie mir fünf Minuten. Ich werde Ihnen eine Lehre geben. Oder zumindest damit beginnen, den Schaden umzuwenden, welcher Ihnen in einer Institution höheren Lernens angetan worden ist. Viele von Ihnen haben bereits Schulden. Die Banken haben Ihnen Geld geliehen, damit Sie es an die Bildungs-Industrie weiterleiten konnten.

Woher haben die Banken das Geld? Und wieso ist Bildung so teuer, dass Sie sich stark verschulden müssen, um sich das leisten zu können? Haben die Ihnen nichts im College beigebracht?

Lassen Sie mich Ihnen erklären, wie unsere Wirtschaft funktioniert. Sie werden sehen, dass Sie für einen Idioten gehalten werden. Warum ist es so teuer, zum College zu gehen? Das ist eine lange Geschichte. Die Kurzversion ist, dass die Wirtschaft unter Kollusionen zwischen Industrie und Regierung leidet. Jeder, der kein Heiliger oder Idiot ist, will mehr Status, mehr Geld und mehr Macht.

Die einfachste Art, das zu erhalten, ist es, die Wirtschaft zu eigenen Gunsten zu verzerren. Wer kann das, und wer kommt damit durch? Die Regierung natürlich. Wer erhält die Regierung, die er möchte? Die Oligarchen, welche sie kontrollieren, mit ihren Lobbyisten…ihren Wahlkampfspenden…und ihren Wählerstimmen. Es gab einen Artikel in der Financial Times. Der teilte mit, dass die Höhe des Schwarzgeldes, welches in Wahlkampagnen fließt, steigt.

Von weniger als 100 Mio. Dollar im Jahr 2008 stieg diese Menge auf über 300 Mio. Dollar im Jahr 2012…und es scheint auf über 500 Mio. Dollar im nächsten Wahlzyklus zu steigen. Die Spender haben alle eine Axt. Und fast jede von denen ist auf Ihren Nacken gerichtet.

Tricky Dicky’s neues Geld

Bis Anfang der 1980er stellten die Amerikaner Dinge her und verkauften sie an den Rest der Welt. Man brauchte dafür keine College-Abschlüsse. Und man brauchte keine Wahlkampfspenden. Man musste nur lernen….hart arbeiten…und dann Dinge mit Gewinn verkaufen. Dann konnte man gut leben. Aber diese Wirtschaft änderte sich… Im Februar 1968 forderte Präsident Johnson den Kongress dazu auf, die Golddeckung des Dollars aufzugeben. Und dann im August 1971 schloss Präsident Nixon das sogenannte Goldfenster. Gold hatte die Geldmenge begrenzt, und die Höhe der Kredite in der Wirtschaft.

Aber das neue Geld von Tricky Dick war unbegrenzt. Das machte es einfacher und billiger, Dinge zu kaufen, die von anderen Leuten hergestellt wurden, als sie selber herzustellen. Seit 1980 gaben die USA fast 10 Billionen Dollar mehr in Übersee aus, als sie von dort erhielten. Schritt für Schritt wurde es weniger profitabel, Dinge in den USA herzustellen. Wenn Sie ein gutes Gehalt haben wollten, mussten Sie in andere Bereiche gehen. Finanzen, Verwaltung, Buchhaltung, Jura, Bildung oder Gesundheit. Die guten Jobs in diesen Bereichen benötigten College-Ausbildung und Universität. Deshalb sind Sie hier.

Zombies und Parasiten

Aber Moment. Da ist noch mehr. Unbegrenzte Kredite machte es auch einfacher, Zombies zu unterstützen…und Parasiten. Die Regierung sah darüber hinweg, dass die Industrie Quasi-Monopole schuf…Kartelle…Subventionen und Garantien und Preisgarantien gab es. Und die Regierung fügte Bürokratie hinzu…Kontrollen…Regeln und Regulierungen. So gab es z.B. in der Bildungsindustrie wenige neue Lehrer, aber viele Politik-Koordinierer. Die Gesundheitsindustrie erhielt wenige neue Ärzte…aber jede Menge Versicherungsmitarbeiter und jede Menge Anwälte, welche auf der Suche sind nach Klagen, die sie wegen medizinischer möglicher Fehler abgeben können.

Wenn Sie in Amerika einen Highway langfahren, dann sehen Sie auf Plakaten Werbung für Anwälte, welche anbieten, jemanden für Sie zu verklagen. Die könnten auch mehr Wählerstimmen kaufen, von denen, die ich „Poligarchen“ nenne: Wähler müssen gekauft werden, um den sozialen Frieden zu erhalten und die Illusion von Fairness. Diese Zombies – ich nenne sie Zombies, weil sie nichts Wertvolles produzieren; sie saugen nur das Blut aus anderen Teilen der Wirtschaft – senken den Output und fügen Kosten hinzu. Aber jetzt, mit den günstigen Krediten, können die Amerikaner – darunter die in Washington – sich weiter verschulden, um das zu unterstützen.

Haben Sie jemals von Baumols Konzept der angreifbaren Märkte gehört?

Warum frage ich überhaupt?

Natürlich haben Sie das nicht.

Ich weiß es nicht. Und auch niemand sonst.

Quelle: Kapitalschutz Akte
An die Abschlussklasse 2014: Glückwunsch, Dummköpfe! (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

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