Zombies mit Waffen!

3. Dezember 2013 | Kategorie: Gäste

von Bill Bonner

Christine Lagarde – ehemalige Schülerin in der Mädchenschule Holton-Arms School in Bethseda, Md., und jetzt Vorsitzende des IWF – will, dass Europa nicht strikt spart. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble sagt, dass Lagarde besser den Mund gehalten hätte…

Schäuble betont, dass Europa einen harten Weg vor sich hat. Das Reduzieren von Schulden ist wie das Besteigen eines Berges, sagt er. Wenn man sich dazu entscheidet, dass es zu schwer ist, und dann umdreht und zurückgeht, dann wird der Berg sogar noch höher“.

Lagarde weiß wahrscheinlich nicht, ob sie hinauf oder herab geht. Aber zumindest ist sie nicht alleine. Ben Bernanke, Mario Draghi, Larry Summers, Joseph Stiglitz, Paul Krugman – alle von denen haben sich hoffnungslos verlaufen.

Ein Bericht aus dem Wall Street Journal könnte helfen, dass diese Bergsteiger ihren Weg wieder finden. Das erste Mal ist Asien die reichste Region der Welt, laut einer neuen Studie von Credit Suisse.

Ergebnisse des Global Wealth Reports

Der Global Wealth Report 2012 von Credit Suisse fand heraus, dass Asien in Bezug auf den Reichtum der Haushalte Europa überholt hat, wenn es um den 12-Monats-Zeitraum bis Ende Juni 2013 geht. Während der Netto-Reichtum weltweit um 5,2% zurückging, erlitt Europa wegen seiner Schuldenkrise und der weltweiten Verlangsamung des Wirtschaftswachstums einen Rückgang seines Vermögens um 14% auf 69,3 Billionen Dollar. Asiens Reichtum zeigte sich widerstandsfähiger, verlor nur 1,9% im selben Zeitraum, auf 74,1 Billionen Dollar…

Der Bericht prognostiziert, dass die Asiaten in den nächsten paar Jahren schneller als jede andere Region wachsen werden. Die Zahl der asiatischen Millionäre soll in den nächsten 5 Jahren um 70% wachsen auf 11,7 Millionen, wobei in Japan und China die meisten neuen Millionäre geschaffen“ werden sollen. Eine ähnliche Studie, welche früher im Jahr von Capgemini und RBC Wealth Management erstellt worden war, berichtete, dass in Asien bereits mehr Millionäre leben als in den USA.

Der Bericht von Credit Suisse hat das Fazit, dass die Schweiz die reichste Nation der Welt bleibt, da dort der durchschnittliche Reichtum bei 468.000 Dollar je Kopf liegt, 7 Plätze vor den USA, wo Erwachsene durchschnittlich 262.000 Dollar Vermögen haben.

Drei Staaten aus dem Raum Asien-Pazifik schafften es in die Topp 10:

– Australien auf Platz 2 mit durchschnittlich 355.000 Dollar je Erwachsenem

– Japan auf Platz 5 mit 270.000 Dollar je Erwachsenem

– Singapur auf Platz 8 mit 258.000 Dollar je Erwachsenem

Singapur hat bereits die meisten Millionäre pro 1000 in der Welt, laut einer Studie von der Boston Consulting Group.

Ok. Wir Amerikaner sind Nummer 3!

Ja. Wenn man die Welt in drei größere Wirtschaftsblöcke aufteilt – Asien, Europa und Nordamerika -, dann sind wir Amerikaner die ärmsten dieser drei. Und wenn man nach Nationen auflistet, dann sind wir auf Platz 8.

Nicht zu schlecht. Aber wahrscheinlich wird es schlimmer.

Asien lernt… Europa verlernt.

Asien hat wenige Zombies. Bis vor kurzem konnte es sich diese gar nicht leisten. Zombies sind Parasiten. Luxus. Deng Xiaoping und andere führende Kommunisten haben gesehen, was parasitische Politik China angetan hat. China wurde ärmer, während andere Teile Asiens – Taiwan, Südkorea, Japan – reicher wurden. Das war schlecht für China. Aber es war auch schlecht für die chinesischen Zombies – denen der Reichtum ausging, den sie stehlen konnten.

Als Deng Xiaoping die Zombies los wurde

Reich zu werden, ist ruhmreich“, sagte Deng. Der private Sektor in China schüttelte viele seiner Zombie-Kontrolleure ab. Dasselbe geschah in Russland und vielen ehemals kommunistischen Volkswirtschaften. Jetzt wird China reicher, und die anderen Nationen fallen zurück.

Eine Nation lernt. Eine andere verlernt. Europa ist voll von Zombies. Überall, wo man hinschaut, sieht man einen Parasiten. Einer reguliert den Finanzsektor. Ein anderer wohnt in einem vom Staat unterstützten Apartment. Noch ein anderer geht mit 55 in den Ruhestand…und genießt eine Pension, für die er nie eingezahlt hat.

Nach den schlimmsten Kriegen der Geschichte wollten die Europäer ein angenehmeres, netteres System. Lasst uns mit dem Kämpfen aufhören, sagten sie sich, und besser leben – und zwar auf Kosten von jemand anderem.

Das führte zu einem Kontinent, wo die Hälfte der Menschen arbeitete…und die andere Hälfte Zombies sind. Nicht dass nicht viele Zombies auch ernsthafte, hart arbeitende Menschen sind. Das sind ehrliche Ärzte, Lehrer und Schaffner. Aber sie sind eine Luxusklasse – gefördert, verwöhnt…durch Subventionen, Regulierungen und direkte Staatsausgaben… (Seite 2)

 

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3 Kommentare auf "Zombies mit Waffen!"

  1. stephan sagt:

    „“Positionale Güter”, wie eine Rolex oder eine Patek Philippe Uhr sind jetzt wie die Rangabzeichen eines Offiziers in der Armee der Konsumenten.“

    Diesem Phänomen liegt das dem Menschen innewohnende Statusgehabe zugrunde: Ich muss meinem persönlichen Umfeld zeigen, dass es mir besser geht, als ihm. Dadurch bleibe ich im Gespräch. Definiert wird dieser Status in der „modernen“ Konsumgesellschaft im Wesentlichen über materielle Werte (Haus, Auto(s), Urlaub, Markenklamotten, Handy etc. etc.). Zur Herstellung bzw. Sicherung dieses Status, kauft man Dinge, die man nicht braucht, mit Geld, das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht mag. Ziemlich krank das Ganze!

    Man muss sich schon sehr bewusst gegen diesen „modernen“ Trend positionieren und es auch aushalten können, wenn man von seinem Umfeld so gesehen wird: Der kann sich das nicht leisten. Oder auch: Warum kauft der sich das nicht, der kann es sich doch leisten?

    Auf der anderen Seite ist es ein wirklich gutes Gefühl, wenn man sich aus diesem Konsum-definiert-den-Status-Kreislauf verabschiedet, besser gar nicht erst anfängt dort mitzuspielen. Und zwar selbst dann, wenn man genug Kohle zum Mitspielen hat.

    Viel schöner ist es, ein paar Groschen auf der Seite zu haben und zu wissen, dass einem selbst dann einstweilen nichts passieren kann, wenn in der Beschaffung des Lebensunterhalts oder mit der Gesundheit einmal etwas nicht ganz rund läuft.

    Man kann ja ruhig im Heute leben, sollte aber genauso auch an das Morgen denken. „Positionale Güter“ gehören grundsätzlich nur dazu, soweit man sich für deren Anschaffung nicht verschulden muss und soweit man trotz der Anschaffung noch Geld für künftige, unvorhersehbare Ereignisse zurücklegen kann (= Vorsorge).

  2. FDominicus sagt:

    Nach dem folgenden Bericht wäre Herr Boner „nur“ ein Rechtspopulist:
    http://www.kas.de/wf/doc/kas_36200-544-1-30.pdf?131202091119

    Ist doch schön wenn alles so klar ist…

  3. bluestar sagt:

    Ich finde manche Modelle einer Patek Philippe oder Audemars Piquet handwerkliche Kunstwerke. Die Fragen sind ja immer kann ich sie mir wirklich leisten ohne auf etwas anderes zu verzichten und habe ich für mich wirklich Freude damit. Gegenfrage: Würde
    ich auch Freude haben, wenn diese Uhr kein anderer Mensch sieht ? Die meisten Luxusgüter sind doch keine Kunstwerke sondern reine Statussymbole. Damenhandtaschen mit einem realen Herstellungswert von max. 500.- Euro kosten dann ab 5000.- Euro aufwärts, nur weil die Marke sich selbst als Luxus definiert. Das
    ist doch einfach nur lächerlich. Vermögen und Reichtum sind sowieso nur relativ, mit einer 7 Mio.-Jacht ist man in D der King, in Monaco das arme Schwein.
    Neid und krankhaftes Geltungsbedürfnis sind die absoluten Garanten für Unzufriedenheit, Unglück und geistig-emotionale Zersetzung. Das wissen viele Menschen, können sich aber dem Mainstream nicht entziehen und schwimmen wie alle toten Fische mit dem Strom flussabwärts.
    Die schöne heile Konsum-Illusionswelt wird täglich wie eine Gehirnwäsche rauf und runter gespielt, in einer Welt wo alles, aber auch alles ökonomisiert und alles oberflächlich ist.
    Da bleibt die Seele irgendwann auf der Strecke, so wie es Herr Bonner beschreibt.
    Oder man hat wie von @stephan beschrieben die Kraft sich diesem Teufelskreislauf zu entziehen, seine eigenen Maßstäbe zu setzen und sein Leben ( durchaus mit schönen Dingen ) in Zufriedenheit zu leben.

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