Amerika pleite. Börse freut sich. Gold fällt.

2. Oktober 2013 | Kategorie: RottMeyer

Glosse von Frank Meyer

Neuigkeiten aus dem Land der unbegrenzten Defizite! Überall hört man, das Ende der Welt naht – zumindest das finanzielle Ende der USA. Zugleich steigen die Aktienkurse und der Goldpreis fällt. Das passt! Es lebe die Idiotenrally!

Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich – und kauft noch ein paar Apple – und Google-Aktien. Hochfrequenz-Programme tun das auch, warum auch immer. Da kann man nichts falsch machen. Suchmaschinen und tragbare Überwachungseinheiten liegen jetzt immer mehr im Trend. Auch Idiotie passt dazu, sofern man dieses böse Wort mit Glauben verwechselt. Leichte Gebete sorgten dafür, dass das böse Thema des US-Haushaltstreits plötzlich als Chance steht – statt wie am Morgen noch als Risiko betrachtet wurde. Die Kurse machen eben sich Nachrichten. Nicht umgekehrt.

Gerade in Zeiten, in der auf dem ZDF die „Borgias“ laufen, bekommt man als Börsenreporter mache Inspiration. An solchen Tagen wie dem Montag muss es sich an der Börse um Glauben handeln. Follow the Money, rief mir ein Händler hoch auf die Börsengalerie und haute sich vor Lachen auf die Schenkel. Der Markt hat ja bekanntlich immer Recht.

Nur die Experten berichten betroffen über den Gesundheitszustand der amerikanischen Finanzen. Der letzte Shut Down vor 17 Jahren kostete (kostete?) 1,3 Milliarden US-Dollar. Heute ist eine Milliarde Dollar die kleinste Einheit für einen kleinen Spaß!

Was soll man in diesen Tagen noch glauben? Nichts! Nur den Kursen und den Trends. Mit normalem Menschenverstand kommt man da nicht weiter. Selbst die Sorge vor dem Untergang der USA (Moment, ich muss kurz lachen) bringen der Börse Pluszeichen. Vielleicht ist Börse gar nicht so schwierig? Man muss nur dem Geld folgen – und das will derzeit in Aktien. Koste es, was es wolle bzw. kosten sie, was sie wollen. Nicht nachdenken! Dabei sein! Solange das so ist, gibt es keine Sorgen.

Nur der US-Dollar fällt etwas, aber das tut er ja wie die anderen Währungen mit Unterbrechungen schon etwas länger.

Haben Sie schon etwas am 17. Oktober vor? Wäre das nicht ein guter Tag zum Scheitern? Dann erreichen die USA ihre Schulden-Obergrenze. Das Datum lässt sich leicht merken: 17 Billionen, 17. Oktober. Für diesen Tag wurden noch finstere Experten mit noch finstereren Minen zu Expertengesprächen eingeladen, für den Fall, dass die USA wirklich zahlungsunfähig werden. Sorgt sich jemand darum? Ich bitte Sie! Schauen Sie sich mal die großen Aktienindizes an – und die Kurse der Anleihen… Und was war beim Gold los? (Seite 2)

 

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4 Kommentare auf "Amerika pleite. Börse freut sich. Gold fällt."

  1. Michael sagt:

    Wer weiß, wer weiß. Sie sind in einem Punkt vermutlich ein wenig zu optimistisch … zurecht haben sie bemerkt, dass ein gewisses Misstrauen gegenüber Geld angebracht ist. Das wird sich nicht mehr ändern. Vermutlich sind die Geldmetalle erweckt worden wie eine schlafende Börse. Das wäre meine Einschätzung. D.h. eine Preisbildung ähnlich den Booms und Busts an den Aktienmärkten. Nach einer gewissen Anhebung des Niveaus passieren gesteuerte Korrekturen. Zeichnen sie sich mal die langfristigen Trends/Charts mal als Treppenfunktion mit Hochs und Tiefs, die großen Bewegungen. Das sind oft Verdopplungen und eine Korrektur die einen exponentiellen Anstieg des Preises auf 50% des Höchststands bringen. Das läuft vermutlich momentan im Gold.

    Wir leben jetzt schon in einer unnatürlich gedehnten Phase in den Aktienwerten. Im September 2011 wäre die Korrektur an sich gekommen. Entweder sind wir jetzt schon in ‚Buy On Bad News‘ angelangt oder es wird gekauft auf Teufel komm raus. Ob wir bereits in einer Herbstralley sind – Wer Schlumberger Stämme damals hat erworben im Herbst, da der Sektumsatz zu Silvester steig – hatte auch seine Gründe:)

    Größere Mengen Gold tät ich noch nicht zukaufen auf jetzigem Niveau. 2013 wird im Papiermarkt noch überspielt werden, 2014 kommt dann die Korrektur möglw. nudelt man noch bis 2015 rum. Man braucht wieder eine Rechfertigung wenn der 7Jahres Zyklus abschwingt. Auf Sicht 2022 kann man ruhig konsequent zukaufen, aber nicht zuviel – wozu teuer kaufen?

    Eines weiß ich sicher, die Goldabverkäufe der Beamten in den U.S. waren es nicht, die leben von Paycheque zu Paycheque.

    Egal – Auf die Lucretia und den Niedergang des Abendlands respektive dessen Inszenierung.
    http://www.youtube.com/watch?v=IuezNswtRfo

  2. bluestar sagt:

    Danke für den Link zu diesem Song von den legendären Sisters.
    Ich habe auch einen, über unsere geliebten Supermacht…
    https://www.youtube.com/watch?v=fw9F0lhC09E

    • Michael sagt:

      Wir sind das Musikalische Duett. Vermutlich etwas schwungvoller als das Literarische Quartett.

      Danke. Viel wurde besungen, wenig hat sich geändert. Dominion passt so gut in unsere Zeit und auch zu ihrem durchaus schwungvollen Vorschlag.

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