Am Scheitelpunkt eines neuen Bullenmarktes bei Gold?

14. März 2014 | Kategorie: Gäste

von Bill Bonner

Meine heutige Frage ist: Befinden wir uns in einem neuen Bullenmarkt für das gelbe Metall? Natürlich kennen die Antwort nur die Götter und die NSA. Ich werde nicht die Antwort finden, die ich suche. Aber ich könnte etwas anderes sehr nützliches finden…

Für mich ist das wie eine große Bibliothek, von der ich die Adresse vergessen und den Schlüssel verloren habe. Nur im Zeitablauf werden wir die Antwort erhalten. In der Zwischenzeit warten wir die Entwicklungen ab.

Aber lassen Sie mich raten. Ich werde nicht die Antwort finden, die ich suche. Aber ich könnte etwas anderes sehr nützliches finden… Geld hat per Definition, Beobachtung und Erfahrung, keinen inneren Wert. T. Boone Pickens sagt, es sei „nur ein Weg, um im Leben den Punktestand zu halten“. Natürlich gibt Geld nur den Punktestand eines Teils des Lebens an – und wahrscheinlich nicht den wichtigsten Teil.

Aber es sagt uns in materiellen Dingen, wie gut man gegenüber anderen Menschen abschneidet. Es sagt uns auch, ein wie großer Teil des Outputs der Welt den eigenen Namen auf sich hat. Für diesen Zweck ist Gold das beste Ding, was jemals erfunden wurde. Eine virtuelle Währung wie Bitcoin mag sich eines Tages als überlegen erweisen, aber derzeit ist Gold die Nummer 1.

Gold hat auch seine Probleme. Manchmal lässt es sich von anderen Formen des Geldes abhängen. Im letzten Jahr zum Beispiel war man mit Dollar besser dran. Denn Gold verlor rund 30% seines Wertes in Dollar. Ein großer Grund dafür, dass Gold oft so gut aussieht, ist die Tatsache, dass die Alternativen oft schlecht aussehen. Das wurde für mich gut zusammengefasst von Vivek Kaul, den ich vor kurzem auf meiner Reise nach Mumbai, Indien, getroffen habe.

In seinem neuen Buch „Easy Money: Evolution of Money from Robinson Crusoe to the First World War“ erzählt Kaul die Geschichte des Wettbewerbs – von Substituten, Ersatzwährungen, welche die Welt hat kommen und unweigerlich auch wieder gehen sehen.

Die Ursprünge des heutigen Geldsystems können im Venedig des 12. Jahrhunderts gefunden werden. Die Bank von Venedig wurde 1171 gegründet. Andere Banken erkannten, dass sie Geschäfte damit machen konnten, dass sie die Einlagen von reichen Kaufleuten verwalteten, welche vom Handel mit dem Osten profitierten. Sie nahmen Einlagen in Gold und gaben Belege, welchen schrittweise vertraut wurde. Kaul dazu sinngemäß: Im Zeitablauf entwickelten einige Banken einen Ruf der Rechtschaffenheit und Ehrlichkeit. Dies führte dazu, dass Kaufleute, welche Einlagen bei diesen Banken hatten, einfach die Belege dieser Banken weitergaben, wenn sie Zahlungen leisten mussten.

Dies führte dazu, dass diese Belege als „Papier“-Geld funktionierten. In der Zwischenzeit fanden die Banken heraus, dass nicht alle ihr Geld zur gleichen Zeit zurückhaben wollten. Deshalb konnten sie deponiertes Geld an andere verleihen, gegen eine Gebühr. Sie konnten auch einfach Papiere drucken, welche nicht durch Gold oder Silber gedeckt waren, welche aber wie die Original-Hinterlegungsscheine aussahen.

Die verrückte Geschichte des “ Massachusetts Pound“

Die Geschichte gibt einem nicht immer eine klare Ansicht der Zukunft. Aber manchmal hat die Geschichte der Vergangenheit die selben Darsteller, Themen und Plots. In den amerikanischen Kolonien war die Politik des leichten Geldes einer der ersten Einwanderer. Es muss ein früher Bush gewesen sein, der 1690 diese Idee hatte: Die Kolonie würde eine Armee aufstellen, um in Quebec einzufallen, der Hauptstadt von New France. Was genau die Yankees gegen Quebec hatten, wurde niemals klar.

Aber Menschen unterhalten die Götter von Zeit zu Zeit damit, dass sie Dummköpfe sind. Eine Armee wurde aufgestellt. Die Expedition startete. Sie war ein Desaster. 30 Männer starben im Kampf. 200 starben an Pocken. Und die Beute, welches das Unternehmen bezahlen sollte, wurde nie gemacht.

Was tun? Papiergeld ausgeben! Es wurde das „Massachusetts Pound“ genannt, und es war bereits im Untergang, als es 1721 offizielles Zahlungsmittel wurde. Die Händler weigerten sich, es anzunehmen. Deshalb reagierte die Regierung auf typisch dumme Weise: Sie machte es zum Verbrechen, diese Währung nicht anzunehmen.

Andere Kolonien standen kaum zurück. Im Heimat-Bundesstaat von Ben Bernanke wurde beraten, wie man mit den Rechnungen für die gescheiterte Expedition umgeht. Was konnte man tun? 1702 wurde entschieden: Geld drucken! Eine schlechte Idee führte zu einer noch schlechteren. Bald floss überall durch die Kolonien Papiergeld. Und es stank.

Rhode Island war „die größte Gelddruckmaschine von allen“, schreibt Kaul. Das Papiergeld hatte gegenüber harter Währung bis 1748 rund 95% seines Wertes verloren.

In Pennsylvania, der verantwortungsvollsten Kolonie, wenn es um das Drucken von Geld ging, verlor die Papierwährung 80% ihres Wertes, so Kaul… (Seite 2)

 

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