Alzheimer-Forschung in der Zwangsjacke

8. August 2011 | Kategorie: Aufgelesen, Zeitlos

von Hans-Jörg Müllenmeister

Seit Jahrzehnten wächst die Zahl der Alzheimer-Betroffenen – geldlüsterne Pharma-Riesen fanden bisher kein wirksames Medikament gegen diese Geißel im Alter. Jeder fünfzigste Bürger in Deutschland ist davon heimgesucht. Offensichtlich verdient man an Potenzmitteln mehr, folgt man dem Nobelpreisträger für Medizin, Drauzio Varella, einem Onkologen – sein Bonmot: „In der heutigen Welt wird fünfmal mehr in Medikamente für die männliche Potenz und Silikon für Frauen investiert, als für die Heilung von Alzheimer-Patienten. So haben wir in ein paar Jahren alte Frauen mit großen Titten und alte Männer mit hartem Penis – aber keiner von ihnen kann sich erinnern, wozu das gut ist“. Da gab’s doch noch was!

Die alternde Gesellschaft wirkt auf Gewinne wie ein Zinseffekt

Bei dem potentiell weltweiten Kundenkreis von etwa 30 Millionen Alzheimer-Patienten lässt keine der Pharmakraken seine Beute aus den Fangarmen gleiten. Die einseitig lukrative Partnerschaft zwischen den Pharmas und den Alzheimer-Geplagten hält zeitlebens. Zudem wächst die Zahl der Alzheimer-Kranken mit steigender Lebenserwartung der Gesellschaft. Im Jahr 2050 sind womöglich weltweit 60 Millionen Menschen von der vernichtenden Krankheit betroffen. Das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter und damit auch der Pharma-Profit. Während nur etwa zwei Prozent aller Menschen zwischen 65 und 69 Jahren davon betroffen sind, erhöht sich die Anzahl der Dementen bei den 80- bis 84-Jährigen auf bis zu 17 Prozent.
Die von Parmako-LOGEN entwickeln Medikamente, die völlig nutzlos, aber nebenwirkungsreich sind, weil sie einem falschen Entwicklungsansatz nachgehen. Aber neuen Ansätzen zu folgen, wäre zu kostspielig. Man macht weiter, denn um keinen Preis will man Verluste einfahren. Das Motto heißt: wasch mich, aber mach mich nicht nass.

Auslöser der Alzheimer-Krankheit

Ohne Umschweife sei gesagt: Kein einziges Medikament auf dem viel umkämpften Markt wirkt nachhaltig gegen diese Geißel der Menschheit. Die eigentlichen Ursachen der Krankheit liegen verborgen im Dunkeln der Gehirnkammern. Indes gibt es zwei krankheitsbedingte Phänomene: Merkwürdige Eiweißansammlungen im Gehirn, sogenannte amyloide Plaques und auch Fibrillen.

Möglicher Auslöser 1: amyloide Plaques

Anhäufung amyloider Plaques zwischen den Neuronen im Gehirn sind körpereigene Protein-Fragmente. Das Beta-Amyloid ist Bruchstück eines größeren Eiweißmoleküls. Keiner weiß über die wahre Funktion dieser Fragmente im Gehirn Bescheid. Im gesunden Gehirn werden gebildete Protein-Fragmente zersetzt und vernichtet. Bei der Alzheimer-Krankheit aber rotten sie sich zusammen zu harten, unauflöslichen Plaques. Hier findet sich im übrigen auch ein Stoff, der da nichts zu suchen hat: Aluminium. Bei vielen Patienten lagert sich das Amyloid auch in der Wand feiner Blutgefäße ab: die Durchlässigkeit verschlechtert sich; es kommt zu Störungen der Sauerstoff- und Energieversorgung des Gehirns.

Warum sich Beta-Amyloid krankhaft anhäuft, ist noch nicht endgültig geklärt. Indes weiß man, dass der Organismus während seines gesamten Lebens dieses Eiweiß ständig produziert. Die höchsten Konzentrationen finden sich davon in den Nervenzellen, den Neuronen. Beta-Amyloid fällt aber auch als Nebenprodukt eines normalen Stoffwechselprozesses an. Diese „normalen“ Plaques sind aber wesentlich rarer gesät als das bei der Alzheimer-Demenz der Fall ist.

Plaques sind nicht zwangsläufig Symptome der Alzheimer-Krankheit. Man entdeckte nämlich bei Obduktionen, dass auch Menschen, die kurz vor ihrem Tode noch „Intelligenzakrobaten“ waren, trotzdem ein Gehirn voller Plaques hatten. Sind also Plaques sogar ein Schutz, den der Körper herzustellen versucht? Offensichtlich will er das Gehirn vor irgend etwas bewahren – vergleichbar mit schützendem Schorf auf Wunden…. (Seite 2)

Print Friendly, PDF & Email

 

Seiten: 1 2 3 4

Schlagworte: , , ,

4 Kommentare auf "Alzheimer-Forschung in der Zwangsjacke"

  1. EuroTanic sagt:

    Aus eigener Leidensgeschichte kann ich sagen, dass Amalgam die Hauptursache für Alzheimer gibt. Studien zu Amalgam/Quecksilber und Alzheimer gibt es viele, und alle zeigen eine Korrelation auf.
    „Konvergierende Resultate aus experimentellen, epidemiologischen und klinischen Studien konnten anorganisches Quecksilber als einen möglichen exogenen verantwortlichen Faktor für die Alzheimer Krankheit identifizieren. Die Hauptquelle für anorganisches Quecksilber für Bewohner industrialisierter Länder ist Zahnamalgam“
    http://www.uniklinik-freiburg.de/iuk/live/forschung/publikationen/Mutter_Alzheimer_Toxikologie.pdf

    Eine einzige Seite im Internet befasst sich aber leider nur intensiv mit Thema: http://toxcenter.de/

    Zu gross sind die Wirtschaftsinteressen am Amalgam. Siehe auch die Infos auf den Seiten des Toxcenters.

  2. rolandus sagt:

    Wieder mal genial….kopiert und ab damit in den Ordner: Nicht vergessen (der ist bei mir bereits voll von Müllermeister Schriften)

    aber ein kleiner Anstoß bleibt noch:

    Wenn ein altes Radio (Gehirn) im Innern, ich sag mal „rostet“, und nicht mehr in der Lage ist, Programme klar zu empfangen, dann heisst dass ja nicht, dass die Programme verschwunden sind.

    Schön Gruß aus HH
    rolandus

  3. Sehr spannender Artikel. Dennoch zwei kleine kritische Anmerkungen von Prof. Udo Pollmer zu Folsäure und vor allem zur „Giftpflanze“ Soja:

    http://www.youtube.com/watch?v=NHaknhRsXWQ

    http://www.youtube.com/watch?v=LKYTl1B7D3c

    Freue mich auf Eure Expertenmeinungen! 🙂

  4. Grundlagenforschung: Was wir heute über Alzheimer wissen | IlNeurone sagt:

    […] http://www.rottmeyer.de/a… […]

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.