Altersvorsorge: Was tun, wenn einem das Geld ausgeht?

1. Oktober 2015 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Was sollte man tun, wenn einem entweder die Zeit oder das Geld ausgeht? Das ist die Frage, die ich öfters von Lesern über 50…über 60… und manchmal auch über 70jährigen Lesern gestellt bekomme…

Wir, die Boomgeneration, neigen bekanntermaßen zu: „na… na… na… wir leben nur im Heute.“ Doch nun ist morgen. Und viele von uns – oftmals nicht aus eigener Schuld – haben Schwierigkeiten damit, mit den eigenen Einkünften auszukommen.

Ich schreibe hier meist über die Welt des Geldes. Über wirtschaftliche Strategien und wie diese Sie betreffen. Aber was ist, wenn in Ihrer Welt des Geldes das Geld zu knapp wird? Was würden Sie tun, um mehr zu bekommen?

Unter dem Sofakissen suchen? Eine Bank ausrauben?

Auf diese Frage werden wir noch einmal zurück kommen. Doch lassen Sie uns zunächst einmal das gesamte, große Bild betrachten.

Wie es aussieht, steuert die Weltwirtschaft auf eine Rezession zu. Eine Wirtschaft ist Erschaffen und Geben. Was immer man erschafft – sei es ein Apartmentgebäude oder ein Plastikspielzeug – man muss damit anfangen, den Dreck vom Boden zu schaffen. Man muss ein Loch graben, bevor man ein Haus bauen kann…oder auch nur eine Parkplatzfläche. Außerdem muss man Rohstoffe auftreiben – Kupfer, Eisen, Öl, etc. – bevor man auch nur mit irgendetwas anfangen kann.

Das erfordert Maschinen. Gelbe Maschinen. Wenn die Aktivität der Wirtschaft abnimmt, geschieht das gleiche auch mit den Verkaufszahlen dieser Geräte. Gelbe Maschinen schaffen den Dreck weg. Sie werden im Bau eingesetzt, im Bergbau und jeglicher Art von Rohstoffindustrie.

Ich spreche hier von Baggern… Traktoren… Gabelstaplern… Schaufelbaggern… Bulldozer und Frontladern. Es ist unheilverheißend, dass die Nachfrage für diese Maschinen – und der Stoffe, die sie bewegen sollen – zu kollabieren scheinen.

Zwei der größten Anbieter sind Caterpillar in den Vereinigten Staaten und JBC in Großbritannien. Beide berichten über katastrophale Rückgänge der Verkaufszahlen. Caterpillar gibt an, dass ihre Umsätze das dritte Jahr in Folge rückläufig sind. Und auch für das nächste Jahr erwarten sie einen Rückgang von weiteren 5%. Und das ist in der 90jährigen Geschichte des Unternehmens das erste Mal, dass die Verkaufszahlen vier Jahre lang zurückgehen.

Die in Illinois ansässige Firma – die 60% ihrer Unternehmensgewinne durch Verkäufe ins Ausland erzielt – berichtet, dass sie bereits 31.000 Beschäftigte entlassen musste.. und es wird weitere Jobverluste geben. Auch JBC sagt, dass sie unter dem verheerenden Rückgang der Verkaufszahlen zu leiden haben. Sie erläutern einen Rückgang der Nachfrage von 70% in Russland, 47% in China und 36% in Brasilien.

Der CEO von JBC, Greame Macdonald, äußerte:

„Die Marktkonditionen im Baumaschinensektor sind schon einige Zeit recht schwierig gewesen, doch in den letzten Wochen haben sie sich rapide verschlechtert.“

Die gelben Maschinen stehen am Anfang des Prozesses, nicht am Ende. Man muss den Boden abtragen, bevor man eine Fabrik darauf bauen kann. Oder ein Haus bauen. Wenn also die Räder der gelben Maschinen still stehen, wird es nicht lange dauern, bis sich das in den Zahlen des BIP bemerkbar machen wird.

Baby Boomer Survival Guide – Teil 2

von Bill Bonner

Kommen wir noch einmal auf die Frage zurück, die ich in den Raum gestellt habe: Sie sind 70 und Ihnen geht das Geld aus. Was tun Sie? Ihren Körper für medikamentöse Experimente verkaufen? Eine neue App erfinden?

Wie ich bereits angesprochen habe, sind komplexe Handelssysteme und teure Investment Programme keine gute Idee, wenn man in diese Kategorie fällt. Das ist etwas für Leute, die schon Geld haben. Wenn man Geld hat und mehr will, und den Kick und die Herausforderung von finanziellen Spekulationen genießt, kann das sehr lukrativ sein.

Aber was ist, wenn man kein Geld in der Hinterhand hat?

Ich weiß darüber wohl nicht mehr, als jeder andere. Ich habe keine Geheimnisse zu lüften. Doch wenn ich so nachdenke, kommen mir doch ein paar Ideen. Das ist kein Ratschlag. Das ist lediglich das, was ich tun würde, wäre ich in einer solchen Situation.

Zunächst würde ich zurück gehen zur Philosophie – Demokrit, Epikur, Zenon, Seneca, Mark Aurel und Lucretius (nicht zu vergessen Jesus von Nazareth!). Sie behaupteten – obschon alle auf unterschiedliche Weise – dass das, was im Leben wirklich zählt, wenig mit Vermögen oder Status zu tun hat. Was zählt (zumindest nach Platons Auffassung) sind Courage, Weisheit, Gerechtigkeit und Besonnenheit. Ich für meinen Teil würde noch Anmut und Würde hinzufügen. Und einen guten Wein. Und ein guter Koch. Doch nirgends kann man auf dieser Liste eine Rolex oder ein Haus in Malibu finden.

Das Gute an Platons Liste ist, dass die Dinge nicht viel kosten!

Wie viele Philosophen und religiöse Gelehrte gesagt haben, kann Vermögen den Dingen, die wirklich zählen, in den Weg kommen.

Es kann sie verwirren und ablenken und das tatsächliche Glück reduzieren.

Ohne könnten Sie besser dran sein…

Eine bessere Philosophie

Nein, ich weiche der Frage nicht aus. Ich versuche lediglich, sie in einen Kontext zu bringen.

Wenn man mehr Geld möchte, muss man zuerst wissen, wofür man es haben will … und wie es das eigene Leben beeinflussen könnte. Mein Ziel ist es nicht, sich mit der finanziellen Misere „zu arrangieren“. Genauso wenig will ich mich der Armut unterwerfen. Stattdessen will ich erreichen, dass die Armut bewältigt werden kann… für ein besseres Leben.

Das Ziel ist es, Nietzsche zu entsprechen, als er sagte: „Glattes Eis, ein Paradies für den, der gut zu tanzen weiß“.

Doch womit soll ich anfangen? Damit, wie man Vermögen vermehrt? Oder wie man es verliert? Es wird eine einfachere, bessere Philosophie folgen … und wie man sie nutzt, um mehr Geld zu bekommen! Fortsetzung folgt…

Quelle: Kapitalschutz Akte
Altersvorsorge: Was tun, wenn einem das Geld ausgeht? (von Bill Bonner)
Baby Boomer Survival Guide – Teil 2 (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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6 Kommentare auf "Altersvorsorge: Was tun, wenn einem das Geld ausgeht?"

  1. Argonautiker sagt:

    Lösung:
    In Hühner und Äpfel investieren, notfalls stehlen,
    haben die Gründungsväter auch gemacht.

    Warten bis es Caterpillar für einen Apfel und Ei gibt.
    Eier und Äpfel gegen viele Caterpillar tauschen.

    Zwietracht zwischen Menschen säen.
    Warten bis sie alles zerstören.

    Mit den Caterpillar wieder alles aufbauen.
    Mit Gewinn in Rüstungsindustrie einsteigen.

    Weiter Zwietracht säen und Waffen verkaufen.
    Mit Erlös mehr Caterpillar und Waffen kaufen.

    Dickes Fell zulegen und weiter Zwietracht säen.
    Viiiiel mehr Caterpillar und Waffen kaufen.

    Seele verkaufen.
    Weiter Zwietracht säen.
    Dann Augen zu und durch.

    Alle wirklich Betroffenen, mögen mir den schwarzen Humor verzeihen

  2. M.Schmidt sagt:

    Meine Rente wurde durch die rot grüne Rentenrefom „gekappt“ , die betriebliche Alterversorgung hat sich duch „Insolvenz“ erledigt und „Riestern“ wird verrechnet.
    Da ist jedem nur „schnelles Ableben“ zu wünschen. wenn er im Alter nicht mehr arbeiten kann!

  3. Sandra sagt:

    Du hast doch schön gesagt, womit man anfängt und es gibt neben den genannten sehr viele Indikatoren im Markt, die darauf hinweisen, daß die Wenigsten es tun.
    Den Dreck wegzuräumen ist eben nicht nach Jedermanns Geschmack, insbesondere wenn es nicht einmal der Eigene ist.

    • Axel sagt:

      In der Tat ein unangenehmes Thema…… `Mal eine Frage an das Forum. Was würdet ihr unter den folgenden Voraussetzungen tun?:
      Kurz vor der Rente, selbstständig, nicht geklebt, daher keine resp. nur marginale Ansprüche an die gesetzliche RV. Hatte Hemmungen, an diesem Pilotenspiel teilzunehmen… und privat vorgesorgt (dachte ich zumindest) und stehe jetzt vor der Aufgabe, mir aus den Ersparnissen ein Einkommen „zu schnitzen“. Ohne Kapitalverzehr, wenn`s geht 😉

      – Zinsen…… gibt`s nicht mehr, danke Mario!
      -Anleihen…? Dirk Müller hat gesagt, er würde jeden verklagen, der ihm welche schenkt….wird wohl ne Sammelklage
      -Immobilien…., um dann enteignet zu werden?
      -Aktien…..hmmm
      -??????

      Habt ihr eine Idee??

      Bin gespannt

      Axel

      • Ernst Jünger sagt:

        Hallo Axel,

        es gibt das Buch „Restlaufzeit -Wie ein gutes, lustiges und bezahlbares Leben im Alter gelingen kann“ von Hajo Schumacher, das ich sehr empfehlen kann. Auch weil es zum Nachdenken anregt, was meiner Meinung nach das Wichtigste ist. Jeder hat ja ganz eigene Vorstellungen, wie es später im Ruhestand zugehen soll. Soll es unter Palmen gehen, oder ist man eher heimatverbunden (so wie ich) ?

        Wie gehe ich es an:
        Meine Frau und ich haben selbstgenutztes Wohneigentum in dem Dorf, in dem mich seit 20 Jahren jeder kennt, und die Familie meiner Frau seit über 100 Jahren wohnt. Auch das ist, in gewisser Weise, Kapital, kann aber auch für viele eine absolute Horrorvorstellung sein!

        Das Haus ist zur Hälfte vermietet. Ansonsten habe ich Sachwerte, damit meine ich nicht nur Edelmetalle, sondern auch Malt-Whisky (man muss sich auskennen) oder alles andere, was mich oder meine Bude im Zweifelsfall mit Wärme versorgt. Grundofen und Brennholz stehen noch auf der Liste der anzuschaffenden Dinge.

        Alles, was eine Rendite oder Dividende verspricht, kommt für mich persönlich nicht mehr in Frage. Ausnahme: Genossenschaftseinlagen. Achtung, die Nachschusspflicht im Auge behalten! Unsere Mieteinnahmen werden für die laufenden Kosten verwendet, z.B. ein neues Dach. Der Dachdecker arbeitet halt – noch nicht – für eine warme Mahlzeit. Daher brauche auch ich leider Tagesgeld.

        Eine absolute Sicherheit kann es aber nicht geben, und alles was Du hast, hat am Ende Dich.

  4. beccon sagt:

    So einfach ist es nicht. Die Herausforderung ist, zu überleben, ohne Katzenfutter essen zu müssen. Nebenbei werden auch Ausgaben für Dinge fällig, die heute mehr oder weniger „gratis“ – d.h. im Paket „Steuer- und Beitragszahlung“ mit darin sind: medizinische Versorgung und Sicherheit. Letztere wird um so akuter, wie auch jüngere Habenichtse im Lande herumlaufen – auf der Suche, noch irgendwo etwas abzufassen, oder nach einem alten Knacker, der sich nicht wehren kann.

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