Alle vier Jahre wieder – Auswahl light

8. November 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

Oder: Warum eine Mütze Schlaf einer „spannenden Wahlnacht“ vorzuziehen ist.
vom Smart Investor

Mal ehrlich, sind Sie die ganze Nacht wachgeblieben, nur um sich diesen „unglaublich spannenden Wahlkrimi“ der US-Präsidentschaftswahlen live anzusehen? Wir nicht…

Die Dramaturgie ist inzwischen ja hinlänglich bekannt: Bis etwa zwei Wochen vor dem Termin wird uns der Kandidat der Demokraten als unablässig punktender, sympathischer Siegertyp verkauft, während dem Republikaner die Rolle eines schwerreichen, raubeinigen Hinterwäldlers zugedacht ist, der sich zudem auf Fettnäpfe spezialisiert zu haben scheint. Ein typischer Ami eben. Den auf diese Weise vorbildlich aufgeklärten Untertanen Brüssels schaudert es vor solchen „Cowboy“-Allüren und sie wissen sich dabei im Einklang mit ihren Chefs – dem unnachahmlichen Martin Schulz etwa, der als Präsident des EU-ähm-Parlaments nicht nur genau wusste, welchen US-Präsidenten sich „Europa sicher wünscht“, sondern diese Erkenntnis auch partout nicht für sich behalten mochte.

Kurz vor Schluss wurde es aber – wie eigentlich immer – noch einmal so richtig spannend gemacht: Siegertyp und Hinterwäldler lagen – aus Gründen, die man nicht aussprechen konnte – plötzlich und unerwartet gleich auf. Spätestens am nächsten Morgen konnte man dann festzustellen, dass das „Kopf-an-Kopf-Rennen“ zwischen Gut und Böse doch „erstaunlich deutlich“ zugunsten des inzwischen angegrauten Helden ausgegangen war. Glückwunsch an jene, die nicht auf das alte Spiel der Einschaltquoten-Pusher hereingefallen sind und ihre Nacht mit Angenehmem oder Nützlichem verbracht haben, zum Beispiel mit Schlafen. Geändert hätte eine Wahl Romneys ohnehin nicht viel, außer vielleicht der Einsicht, dass man Krieg auch ohne Friedensnobelpreis führen kann und darf. Auf ein Neues!

„5. Internationale Edelmetall- und Rohstoffmesse“

Auch dieses Jahr war der Andrang bei der „Internationalen Edelmetall- und Rohstoffmesse“ in München enorm. Nicht einmal die starken Kursrückgänge bei Gold und Silber am ersten Messetag (Freitag, 2.11.) konnten das Interesse der Anleger schmälern. Angesichts der Rahmenbedingungen sehen viele Beobachter in solchen Rücksetzern ohnehin viel eher willkommene Kaufgelegenheiten als Anlass zur Sorge. Neben physischen Edelmetallen und Rohstoffen in allen Variationen war auch eine Fülle an Minen- und Explorationsgesellschaften vor Ort. Da kann es schon schwerfallen, den Überblick zu behalten und die Spreu vom Weizen zu trennen. Wir haben uns umgesehen und stellen Ihnen in der Dezember-Ausgabe des Smart Investor (Erscheinungstermin: 30.11.) die interessantesten Anlagemöglichkeiten in diesem Bereich vor. Am Rande der Messe wurde Smart Investor Chefredakteur Ralf Flierl von Frank Meyer (www.metallwoche.de) zu aktuellen Entwicklungen befragt. Opens external link in new windowHören Sie doch mal rein!

Phantomdebatte oder Phantomgold?!

Dauerthema auf der Edelmetallmesse – wie könnte es anders sein – war das von der Bundesbank im Ausland verwahrte deutsche Gold. Nach Jahrzehnten der Geheimniskrämerei ließ sich die Debatte angesichts zahlreicher Initiativen in Richtung Bilanzwahrheit und -klarheit nicht länger unter dem Deckel halten. Der Motor dahinter ist natürlich die von der Politik selbst verursachte Erosion der eigenen Währung, die die Sorgen der Bürger erst auslöste. Eine Debatte, die bei Bundesbank und Mainstreammedien aber offenbar als so unangenehm empfunden wurde, dass man die staunenden Leser unter „aufklärerisches Dauerfeuer“ nahm. In New York meldete sich sogar ein gewisser Dr. Andreas Raymond Dombret zu Wort. Er sprach von einer „bizarren öffentlichen Diskussion“ und „irrationalen Ängsten“, wobei er die Diskussion um die Sicherheit der Goldreserven als „Phantomdebatte“ qualifizierte… (Seite 2)

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