„Alan-Blasen-Greenspan“ kehrt zum Gold zurück

14. Juli 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

„Unter einem Goldstandard ist das Volumen an Krediten, die die Realwirtschaft stützen können, duch die vorhandenen Sachanlagen determiniert; letztlich ist jeder Kredit nur ein Anspruch auf irgendeine Sachanlage […]

Die Aufgabe des Goldstandards ermöglichte es den Befürwortern des Wohlfahrtsstaats, das Bankensystem als Mittel zur unbegrenzten Ausweitung der Kreditvergabe zu nutzen.“

*** Alan Greenspan, 1966

Der alte Schlingel!

Vor seiner Zeit bei der US-Notenbank war der ehemalige Fed-Chef Alan „Bubbles“ Greenspan ein starker Befürworter von Gold und des Goldstandards. Er schrieb klar und betont, dass es notwendig sei, „Deep State“ in seine Schranken zu weisen und die individuelle Freiheit zu schützen.

Dann ging er nach Washington und er sprach fortan mit gespaltener Zunge Einerseits mit Ehrlichkeit und Integrität. Andererseits mit Macht und Ruhm.

Fälschung im Fokus

Im Rahmen des Bretton-Woods-System versprach die USA ausländischen Zentralbanken, ihre Dollarbestände zu einem festen Preis von 35 $ pro Unze Gold zu konvertieren. Dies begrenzte die Menge an Dollar, die die USA drucken konnten. Und zwar auf das Volumen an Gold, das in ihren Tresoren lag.

Einem klugen Mann wie Greenspan war schnell klar, dass er nicht den alten, erprobten und echten Goldstandad für das neue Kreditgeldsystem von „Deep State“ hernehmen konnte.

Im Jahr 1987 traf er seine Wahl. Er übernahm den Chefposten bei der Fed und in den folgenden 19 Jahren verfälschte er so ziemlich alles.

Seit 1978 hatten wir vier verschiedene Fed Chefs. Einige waren klug. Einige waren ehrlich. Nur war Paul Volcker klug und ehrlich. Bernanke war unserer Meinung nach ehrlich. So weit wir es bisher sagen können ist es auch Janet Yellen. Beide meinen es wohl durchaus gut, aber beide sind darauf bedacht, nicht „Deep State“ in die Quere zu kommen.

Alan Greenspan war klug. Aber er ist ein purer Opportunist. Er wusste die ganze Zeit, dass das System korrupt und eigennützig war. Er hatte es in Form von Essays vor seiner Zeit bei der Fed auch so niedergeschrieben. Aber er wusste auch, sein Foto würde nie auf dem Cover des Time-Magazins sein, wenn er die Wahrheit sagt.

(1999 kam Greenspan auf das Time-Coverbild. Das Magazin zeigte ihn im Bild neben dem damaligen Finanzminister Robert Rubin und seinem Stellvertreter, Larry Summers. Damals wurde das Trio für den Umgang mit der Asienkrise gelobt) Mr. Greenspan wollte aber Macht; er wusste, dass er das Spiel von „Deep State“ spielen musste, um an die Macht zu kommen.

Goldene Periode

Nun ist Mr. Greenspan 90 Jahre alt. Entweder spürt er den kalten Abwind des winkendes Grabs … oder er hat einfach vergessen zu nuscheln.

In einem Interview im Zusamenhang mit dem Brexit-Referendum hatte er folgendes zu sagen:

„Wenn Sie die Geschichte der Menschheit betrachten, gibt es Zeiten, in denen wir dachten ohne Inflation sei alles in Ordnung gewesen[…] Die Ölpreise haben einen riesigen Einfluss auf die globale Inflation und ich wäre nicht überrascht, die nächste unerwartete Bewegung hin in Richtung höherer Inflation zu sehen.“

Der ehemalige Fed-Chef sagt, dass er eine weitere Schuldenkrise für unvermeidlich hält. Er glaubt, dass diese zu einem hohen Maß an Inflation führen werde. Seine Lösung? Gold:

„Wenn wir jetzt wieder zum Goldstandard zurückkehren würden und wir uns an die tatsächliche Struktur des Goldstandards vor dem Jahr 1913 halten würden, wäre alles gut. Denken Sie daran, dass der Zeitraum von 1870 bis 1913 einer der wirtschaftlich besten Zeiten, die wir je in den USA hatten, war. Und das war die goldene Zeit des Goldstandards.“

Die Fed Minutes von der letzten Sitzung offenbaren aber nicht die Absicht, zum Goldstandard zurückzukehren. Stattdessen wollen die zentralen Planer der Feds ihre Fotos weiter auf dem Titelbild des Time-Magazins sehen.

Sie können nicht die Kontrolle über das Geld der Nation aufgeben oder eine Korrektur riskieren. Es sei „klug, auf zusätzliche Daten“ vor einer weiteren Zinsanhebung zu warten.

Herr Greenspan könnte es auch so gesagt haben… vielleicht mit einem versteckten, schlauen Lächeln auf seinem Gesicht.

Scheußliche Blasen
von Bill Bonner

Seit Jahren haben wir hier im Tagebuch versucht, die Punkte miteinander zu verbinden. Wir wollen, dass auch unsere neuen Leser DAS sehen können, was auch wir sehen. So können wir alle zusammen dann nach weiteren Punkten suchen.

Wie alles andere in der Wirtschaft und den Märkten ist das Kreditwesen zyklisch.

Zu Beginn einer Expansion leihen sich die Menschen immer mehr und mehr aus. Dann, wenn sie sich zu viel geliehen haben, schränken sie sich ein, gehen bankrott, fahren die Kosten herunter … und ihre Schulden werden einem „haircut“ unterzogen.

Die Expansionsphase – wie die Hausse an der Wall Street, die diese in der Regel begleitet – ist eine glückliche Zeit. Die Menschen fühlen sich reicher und klüger; sie fühlen, wie sie „wachsen“ und ihre Vermögen immer größer werden.

Dann kommt eine weniger glückliche Zeit, voller Schuld und Reue …

„Du hättest das blöde Boot nie kaufen sollen“, sagt die nervöse Ehefrau.

„Ich habe dir doch von vornherein gesagt, dass wir das zusätzliche Lager überhaupt nicht benötigen“, sagt der besorgte Geschäftspartner.

„Ich dachte, ein zusätzlicher akademischer Grad würde mein Einkommen erhöhen“, sagt der College-Absolvent, der als Kellner nun arbeitet und gerade Ihre Bestellung entgegennimmt.

Das ultrabillige Notenbank-Geld soll einen Asset-Boom erzeugen… der angeblich einen wirtschaftlichen Aufschwung erzeugt … der wiederum angeblich den Reichtum erzeugt, um die extravagante Kreditaufnahme, die die Kreditexpansion erzeugt hat, abzutragen.

„Höhere Aktienkurse steigern den Wohlstand der Verbraucher und helfen, das Vertrauen zu erhöhen, was auch die Ausgaben anspornen wird“, sagte ein ernsthafter, aber vielleicht doch etwas begriffsstutziger Ben Bernanke im Jahr 2010.

„Höhere Ausgaben werden zu höheren Einkommen und Gewinnen führen, die wiederum die weitere wirtschaftliche Expansion unterstützen.“

Sechs Jahre später, ist alles, was wir sehen, eine absolut scheußliche Kreditblase.

Weltweil wuchs die Schuldenblase seither um weitere 60 Billionen Dollar an. In sechs Jahren! Das ist nicht nur rekordverdächtig. Das ist ein neuer Rekord!

Quelle: Kapitalschutz Akte
„Alan-Blasen-Greenspan“ kehrt zum Gold zurück (von Bill Bonner)
Scheussliche Blasen (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

 

2 Kommentare auf "„Alan-Blasen-Greenspan“ kehrt zum Gold zurück"

  1. FDominicus sagt:

    Dazu merkte ich schon bei Zerohedge an: Pharisäer.
    Ich schrieb es auch hier oder anders wo und erinnerte daran, daß Greenspan vor seiner Zeit als Zentralbankchef für Gold war, während seiner Amtszeit ging das Geld drucken richtig los und nach seiner Amtszeit, hält er wieder Gold hoch.

    Dieser Mann hatte die Chance auf eine Änderung der Währung zu drängen. Was tat er? Alle Fehler des falschen Systems anleiern und verstärken.

    • Argonautiker sagt:

      So ist es.

      Als Währungshüter hütet man aber natürlich auch die Währung und stellt sie nicht in Frage. Es ist also die Frage über wir die Position eines Währungshüters brauchen, oder einen Hüter der Wirklichkeit des menschenlichen Handels.

      So ist es mit vielen Positionen.
      Brauchen wir Staatsdiener, die dem Staat dienen, oder Menschen die es sich zur Aufgabe machen dem menschlichen Zusammenleben zu dienen, also Hüter der Menschlichkeit?

      Mit dem Erschaffen von falschen Positionen wird viel Unfug betrieben. Und man merkt es kaum, weil sie so angelegt sind, daß man in sie etwas hinein interpretiert, was sie aber nicht sind. Meist merkt man das erst auf den zweiten oder dritten Blick.

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.