Aktien waren seit der Dotcom-Blase nicht mehr so teuer

29. August 2017 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Der Tag endet mit der Nacht. Das Leben endet mit dem Tod. Stabilität endet mit Instabilität. Jetzt, wo sich die Schatten über unserem Leben ausbreiten, interessieren wir uns nicht besonders für den Ablauf. Es ist, wie es ist…

Freaks und Clowns

Seit einem Vierteljahrhundert war der US-Aktienmarkt nicht mehr so lange so ruhig. Die Investoren waren sich sicher, dass die Regierung sie absichert; sie haben vergessen, wie man in Panik gerät. Aber das könnte bald ein Ende haben. Im Oktober geht der Regierung das Geld aus. Um mehr Kredite aufnehmen zu können, muss der Kongress die Schuldengrenze anheben.

Das Ergebnis steht außer Frage: Die Schuldengrenze wird angehoben. Die Insider haben das Sagen… und sie wollen das Geld. Aber im “Deep State”, der Schattenregierung, gibt es viele Freaks und Clowns, und jeder hat seine eigene Agenda.

Die Demokraten werden Schutz für ihre sozialen Wohlfahrtsprogramme fordern. Die Republikaner haben ihre eigenen Zeitverschwendungen. Und in der Mitte steht ein alternder Reality-TV-Gewinner, der dringend einen Sieg braucht. Es wird ein lustiger Anblick sein. Aber nicht, wenn man auf die Regierung zum Schutz seiner Vermögenswerte angewiesen ist.

Bubble Trouble

In den letzten acht Jahren fügten die Zentralbanken dem Geldsystem der Welt mehr als 15 Billionen Dollar hinzu… Sie fütterten die Finanzmärkte quasi intravenös wie mit einem teuren Medikament. Dem Patienten ging es nie viel besser, aber die Aktien des Pharma-Unternehmens stiegen!

Es musste früher oder später zu einem Ende kommen. Wie? Wann? Heute schauen wir uns eine Möglichkeit an…

Nach mehr als 100 Monaten steigender Preise sind die Börsen wahrscheinlich bereit für einen Kurswechsel. Die US-Aktienkurse waren seit den stürmischen Tagen der Dotcom-Blase nicht mehr so hoch. Das sagt uns alles, was wir als Anleger wissen müssen; die Idee ist, billig zu kaufen und teuer zu verkaufen, nicht anders herum. Fragen Sie einfach jemanden, der 1999 Aktien angehäuft hat.

Wir stellen außerdem fest, dass sich die Aktienkäufe auf Kredit auf einem Allzeithoch befinden – bei 539 Milliarden Dollar. Das ist Geld, das die Investoren von ihren Maklern mit ihren Aktien als Sicherheiten ausgeliehen haben.

Komischer Wirbelwind

Die “Innereien” der Börse sehen auch nicht gut aus. Anhänger der Dow-Theorie etwa, – die Aktien-Charts nach Hinweisen darauf analysieren, was in Zukunft geschehen wird, – beobachten die Wertentwicklung von Transport-Aktien genau. „Wenn sie nichts versenden, verkaufen sie auch nichts“, sagen die alten Hasen.

Der Dow Jones Transportation Average liegt nun unter seinem Durchschnitt – ein weithin beachteter technischer Indikator, der oft als „Linie im Sand“ zwischen einem Bullen- und einem Bärenmarkt bezeichnet wird. So wie die große Mehrheit der Small-Cap-Aktien – Aktien mit Marktbewertungen zwischen 300 Millionen und 2 Milliarden Dollar. Diese neigen dazu, den Markt nach oben zu pushen, wenn es gut läuft… und nach unten zu drücken, wenn Investoren eher pessimistisch werden.

Der Small-Caps-Russell 2000 Index liegt auch unter seinem Durchschnitt. Der Russell 2000 von 2017 sieht immer mehr wie der Nasdaq von 1999 aus. Seit der US-Aktienmarkt 2009 sein Post-Crash-Tief erreichte, stieg der Small-Cap-Index mit einer Rate von ungefähr 10 % pro Jahr. Das ist etwa fünfmal so schnell wie die Wirtschaft, die ihm zugrunde liegt.

In der Zwischenzeit wird die Realwirtschaft schwächer…

Weit weg vom Luxus und den Boni Lower Manhattans laufen die Menschen mit langen Gesichtern und leeren Taschen herum. Restaurants berichten über weniger Gäste, die weniger Geld ausgeben. Die Auto-Verkäufe rutschen weiter ab. Die andere Säule der Wirtschaft sind Immobilien. Aber hier sehen wir das Gleiche. Die Zahl der Hausverkäufe fiel im Juli um 9 %.

Von Zeit zu Zeit passieren seltsame Dinge. Ein Tornado könnte durch einen Schrottplatz sausen und einen komplett montierten Mercedes 500 zurücklassen. Aber es ist nicht wahrscheinlich. Und es ist nicht wahrscheinlich, dass der komische Wirbelwind, der sich jetzt der Hauptstadt nähert, etwas anderes als Zerstörung hinter sich lässt. Passen Sie auf…
Quelle: Kapitalschutz-Akte
Weitere Informationen: Investor Verlag

Print Friendly, PDF & Email

 

Schreibe einen Kommentar

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben.