Äpfel mit Birnen verwechseln

17. Juni 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Bei Zentralbankern ist Gold so beliebt wie schwarze Seife, obwohl sie nach offiziellen Zahlen mehr als 30.000 Tonnen besitzen bzw. oder vorgeben, es zu haben. Erstaunlich ist, dass sie Gold kaum erwähnen, obwohl ihr Goldschatz ständig teurer wird…

…um 22 Prozent in US-Dollar und um 17 Prozent in Euro allein in diesem Jahr. Diese „Erfolge“ wären fragwürdig, denn sie sind Folge ihre Nullzins-Politik und Gelddruckerei. Es würde ja auffallen. Damit verhauen sie ihre eigenen Währungen und treiben so den Goldpreis. Deshalb schweigen sie wohl zum Gold.

Geht es um den „Wert“ einer Währung, bedient man sich heute seltsamer Maße, indem man die eine Papierwährung mit der anderen vergleicht. Gegenüber dem Gold sinken jedoch alle. So hat der Euro gegenüber dem US-Dollar in diesem Jahr bislang fünf Prozent zugelegt. Der Dollar ist gegenüber dem Euro entsprechend fünf Prozent gefallen. Dass beide Währungen um 17 bzw. 22 Prozent gegenüber Gold geschrumpft sind, wird übersehen – und das aus gutem Grund. Gold als echten Maßstab würde den Verfall aller Währungen besser dokumentieren.

Historisch gesehen, ist die tschechische Krone die stabilste Währung der Welt. Gold in dieser Währung wurde in den letzten zehn Jahren um 120 Prozent teurer, in den letzten 30 Jahren um 200 Prozent. Moment! Anders herum gilt auch: Die Kaufkraft der „stabilsten“ Währung der Welt fiel in den letzten zehn Jahren um mehr als die Hälfte. Komisch, verfängt aber. Währungen miteinander zu vergleichen, ist wie das Zusammenzählen von Äpfel und Birnen. Gold wäre der bessere Maßstab.

Einige „Bekannte“ tun das, aber erst nach ihrer Amtszeit. Besonders spannend ist es, wenn sich frühere Zentralbankchefs für Gold aussprechen wie neulich Englands früherer oberster Gelddrucker Mervyn King oder der frühere FED-Chef Alan Greenspan.

Ob auch Mario Draghi nach seiner Amtszeit als EZB-Chef Gold als die ultimative Währung sehen wird? Vermutlich schon, wenn er auf das Ergebnis seiner Arbeit betrachten wird. Wer weiß, was der Euro dann noch wert sein wird? Um die Kaufkraft einer Währungen zu messen, benötigt man eine richtige Maßeinheit. Diese ist das Gramm, die Unze oder das Kilogramm. Richtiges Geld wiegt man und zählt es nicht.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf Taurus Sachwerte

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