Achtung! Falsche Fuffziger!

20. März 2012 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer

(von Frank Meyer) Wenn Sie Geld zu Hause horten, aus welchen Gründen auch immer, haben Sie ein Auge auf die 20er und 50er-Scheine. Sie könnten falsch sein, obwohl jede umlaufende Banknote per Definition Kreditgeld ist, also eigentliches Falschgeld. Doch es gibt auch gute Nachrichten für die „Unter-den-Matratzen-Verstecker“ und aus der Bundesbank: Die Anzahl der Blüten ist gesunken, wie auch deren Kaufkraft…

Bei 50- und 20-Euro-Scheinen ist die Gefahr für Verbraucher besonders hoch, auf solche falschen Zettel hereinzufallen, ist eine jederzeit kopierbaren Schlagzeile, wenn die Statistik neue Zahlenreihen kalbt. Das erschreckt. Und es beruhigt auch. Schließlich gab es 2002 nur Bargeld für 221 Milliarden Euro in Europa. Inzwischen ist der Banknotenumlauf auf rund 800 Milliarden Euro gestiegen. In Deutschland ist die Bargeldmenge zwischen 2002 und 2008 immerhin von 73 auf 328 Milliarden Euro gestiegen. Laut EZB steigt er jährlich um 6,2 Prozent. Erfreulich, wenn gleichzeitig die Anzahl der Blüten sinkt. Ein Gefühl von Sicherheit macht sich breit.

„Die rückläufige Entwicklung des Falschgeldes ist äußerst erfreulich“, sagte Carl-Ludwig Thiele, im Vorstand der Deutschen Bundesbank für Bargeld zuständig. „Das Risiko für den Bürger, mit Falschgeld in Berührung zu kommen, ist mit rechnerisch fünf Falschnoten auf 10.000 Einwohner pro Jahr sehr gering, zumal in erster Linie der Handel Opfer von Falschgeld ist“, so Thiele weiter. (Quelle: Bundesbank)


Das feiern wir! Feiern Sie mit! Auch in dieser Angelegenheit war 2011 ein Jahr der Erfolge. Das mit dem Geld ist wie mit dem Alkohol – der Anfang und das Ende aller Sorgen. Seltsam nur, welche Eigenschaften dem Papiergeld nachgesagt werden. Viele sind ganz verrückt danach und sammeln diese Scheine. Im Gegenzug tun sie dafür ganz verrückte Dinge, um an die Lappen aus Baumwolle aus dem Farbkopierer der Notenbanken heran zu kommen Ein kollektiver Irrtum, aber effektiv. Bargeld wird ohnehin bald abgeschafft. Viele haben ohnehin keines mehr… (Seite 2)

 

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6 Kommentare auf "Achtung! Falsche Fuffziger!"

  1. Stuelpner sagt:

    Jetzt wird mir auch klar, wieso die Teuros damals als fälschungssicher angepriesen wurden. Es gibt eben keinen besseren Schutz gegen inoffizielles Falschgeld, als wenn die Herstellung mehr kostet wie der Lappen „wert“ ist. Demzufolge dürfte in nicht allzu ferner Zukunft die „Blüten“ verschwinden. Weis nicht was die Leute immer mit Inflation und Krise der Papiergeldsystems haben, das ist nur der absolut beste Fälschungsschutz, überall diese VT’er.

  2. Dreamer sagt:

    Anstatt sich zu freuen, daß endlich mal nicht schuldenbelastetes Geld in den realen Wirtschaftskreislauf gelangt und so dem dortigen, massiven Geldmangel entgegenwirkt, werden Falschgeld-Fälscher von den Obergangstern auch noch kriminalisiert. Mit gefälschtem Falschgeld lassen sich Schulden wirklich abtragen, anstatt nur umzuschulden, was der Wirtschaft und den Bürgern im Endeffekt nur zu Gute kommt.

  3. purity sagt:

    Hat einer eine Erklärung für diesen starken anstieg des Bargeldumlaufs?

    Die offizielle Inflationsrate wird immer wieder angezweifelt. Kennt hier jemand eine bessere Statistik der realen Inflation?
    Angeblich sind die Preise in Deutschland seit der Euro-Einführung jährlich nur um 1,5 Prozent gestiegen.
    http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/0,2828,742136,00.html
    Die gefühlte Inflation ist wohl bei allen eine andere.

    • Avantgarde sagt:

      Ein bischen mehr war es 1,6 – aber eben als Durchschnitt.

      Die Zahlen sind durchaus seriös und stammen vom Statistischen Bundesamt.
      Nachzulesen hier:
      https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Preise/Verbraucherpreise/Fast10JahreEuro5611105119004.pdf?__blob=publicationFile

      Was man halt nicht vergessen darf ist, daß jemand der z.B. auf ein Auto angewiesen ist um zur Arbeit zu kommen die Preissteigerung deutlich stärker spüren wird wie jemand, der zu Fuß hinlaufen kann.

      Außerdem bedeutet der „Auschwung“ im Niedriglohnsektor real für viele Gehaltseinbußen – da nutzt auch eine geringe Preissteigerungsrate nix.
      Dann ist freilich alles subjektiv teuer bzw bezogen auf das Einkommen.

      Die Lohnentwicklung in verschiedenen Branchen und ganz generell zwischen den besser verdienenden und einfachen Angestellten geht auch sehr stark auseinander.

      So bekommt eben subjektiv jeder seine eigene Sicht der Dinge.
      Inflationär waren die letzten Jahre für D wenn man es statistisch betrachtet sicher nicht – trotzdem ist der Lebensstandard für viele aber tatsächlich ganz real gefallen.

      Tatsache ist auch, daß die Preissteigerung im europäischen Ausland deutlich höher war als in D.
      So wie „die anderen“ über ihren Verhältnissen gelebt haben hat D unter seinen Verhältnissen gelebt.
      Beides ist schlecht.

      • purity sagt:

        Die Inflationsberechner verwenden ja eine Warenkorb und dieser wird immer wieder kritisiert. Ich habe beispielsweise hier etwas gefunden:
        http://www.optimal-banking.de/info/inflation.php
        http://www.portfoliostrategie.net/index.php?id=41
        http://www.goldseiten.de/artikel/5130–.html?storyid=5130

        • Avantgarde sagt:

          Das Frontal-Video hab ich glaub schon mal gesehen.

          Das Problem bei den Kritikern der angewandten Mehode ist, daß man freilich für jede Gruppe einen eigenen
          Inflationsindex ermitteln kann.
          Bei einem Rentner mit Null Rentensteigerung summieren sich auch 1,6% Preissteigerung über die Jahre ganz schön.
          Ob einer beim Daimler/VW arbeitet oder beim Aldi an der Kasse steht – klar ist die gefühlte Inflation bei einer Gruppe höher als bei der anderen.

          Beim Statistischen Bundesamt kann man die Berechnungsmethode jedenfalls nachvollziehen – bei all den Kritikern nur schwerlich.

          Aber sei es drum ob die Preissteigerung ein paar Zehntel höher liegt oder nicht – viel entscheidender ist meist das (nicht)mitwachsende oder gar schrumpftende Einkommen.

          Das erklärte Ziel der Neoliberalen Politik seit über 10 Jahren war es ja absichtlich die Löhne unter dem Produktivitätsfortschritt zu halten um Wettbewerbsfähiger zu werden.
          Dieses Ziel hat man ja auch erreicht – Resteuropa ist totexportiert und unser Binnenmarkt kann durch die nicht verfügbaren Einkommen nicht wachsen.
          Tja…

          Und die anderen Links.

          Große Geldmenge mit Inflation gleichzusetzen ist freilich nicht richtig – Japan „druckt“ seit über 10 Jahren wie verrückt – gebracht hat es bezüglich der Inflation nix.

          Gold ist historisch immer gut dafür wieder auf die eine oder andere Weise Währungsanker zu werden – deswegen wird es ja auch gekauft.
          Aber Gold alleine rettet einen auch nicht wenn die Existenz, das Einkommen wegbricht.
          Goldpreiskorrekturen können ziemlich brutal sein – aber die 70er haben die Leute bereits aus ihrem Gedächtnis gestrichen.
          Allheilmittel gibt es nicht.

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