Achtung! Falsche Fuffziger!

24. Januar 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Frank Meyer

Im letzten Jahr wurden in Deutschland 95.000 falsche Geldscheine aus dem Verkehr gezogen. Das waren so viele wie noch nie bzw. doppelt so viele wie im Vorjahr. Ginge es nach der Echtheit, hätte man alle einziehen müssen…

Oh weia, der Schaden stieg um ein gigantisches Drittel auf galaktische 4,4 Millionen Euro. Also wenn Sie mich fragen: Lächerlich!

Zum einen handelt es sich ja bei unserem Geld zu 100 Prozent um echtes Falschgeld. Es ist ja gar kein Geld, wird aber dafür gehalten. Genau betrachtet, ist es nur bedrucktes Papier bzw. Baumwolle. Aber die Leute wurden kollektiv dazu erzogen, diese Baumwolle als echtes Geld anzusehen. Wie lustig! Das ist in etwa so, als ob man einen Karpfen mit einer Kiefer verwechselt, den Karpfen fällt und die Kiefer isst. Aber das nur nebenbei.

Zum anderen hat sich die Bargeldmenge seit der Euroeinführung fast verfünffacht, auf eine Billion Euro. Ich weiß nicht, wie viel das ist – vermute aber, dass, je mehr richtiges Falschgeld im Umlauf kommt, statistisch auch die Menge an falschem Falschgeld steigt.

Seit der Einführung neuer fälschungssicheren Falschgeldscheine hat man ja die Möglichkeit, die neuen Geldscheine auch auf echte Falschheit zu überprüfen. Deswegen gibt es dieses „Wasserzeichen“, eine Erfindung der Wasserköpfe, die das aber Hologramm nennen – also etwas vom Holo-Deck vom Raumschiff „Enterprise“ . Zu sehen ist da eine etwas verdrießlich schauende Dame mit dem Namen „Europa“. Und wenn man Europa kippt, manche gehen davon aus, dass das gerade passiert, fällt man auf falsches Falschgeld gar nicht mehr herein.

Ja ja, die Fälscher. Die haben immer Hochkonjunktur, ob beim echten Falschgeld oder auch beim falschen. Was aber sind 4,4 Millionen Schaden im Vergleich zum Schaden, den der Euro in den letzten Jahren angerichtet hat?

“Der Anstieg der Falschgeldzahlen ist bedenklich“, erklärte Bundesbank-Vorstand Carl Ludwig Thiele. Dem stimmen wir vollumfänglich zu! Denn täglich bläst die EZB rund zwei Milliarden Euro frisches, aber echtes Falschgeld aus ihren Kopierern. Da das diese Maschinen gar nicht schaffen, werden die meisten Euros elektronisch hergestellt und verteilt, pardon, verschenkt.

Die Deutsche Bank meinte jetzt, dieses Bargeld sei fürchterlich teuer. Das ist verständlich! Bei 6,7 Milliarden Euro Verlust im letzten Jahr für den einstigen Branchenprimus bräuchte man mindestens zehn Angestellte, um diese Menge an Baumwollscheinen im Kanonenofen zu verfeuern. Geht irgendwie auch eleganter – wie die „Deutsche“ mal wieder beweisen wollte.

Noch etwas Statistik gefällig?

Auf 10.000 Einwohner kamen im letzten Jahr zwölf gefälschte Falschgeldnoten. Das ist weit weniger als Herzinfarkte, Kopfschmerzen und Grippe – also durchaus verkraftbar. Auf 10.000 Bürger kommen aber mindestens auch zwölf falsche Fuffziger. Zu erkennen sind sie daran, dass sie es immer gut meinen mit uns. Deshalb mischen sie sich in unsere Angelegenheiten ein, ziehen uns das Geld aus den Taschen und strapazieren auch noch Trommelfell und Netzhaut. Sie machen einem das Leben viel schwerer, als das 95.000 falsche Scheine überhaupt vermögen.

Die EZB teilt unterdessen mit, sie habe im letzten Jahr 899.000 falsche Euro-Bank-Noten aus dem Verkehr gezogen und damit 60.000 mehr als im Jahr 2014. Der Schaden lag bei rund 39 Millionen. Über die Schäden, die sie mit ihrer Geldpolitik täglich anrichtet, schweigt sie weiterhin beharrlich. Es könnte uns verunsichern….

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